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Was machen wenn nichts zu klappen scheint?
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Annette
Rang: Gastam 09.06.2004 14:24:47
Hallo,
ich bin schon seit einigen Jahren Diabetiker und befinde mich derzeit in einem richtigen Motivationsloch was meine Krankheit betrifft. Irgendwie scheint nichts mehr zu klappen, einmal bin ich oben, einmal ganz tief und ich denke, es liegt vor allem an meiner persönlichen Einstellung. Ich habe irgendwie nicht mehr die Kraft mich selbst so wichtig zu nehmen und das auf die Reihe zu kriegen. Habt ihr auch so etwas mal erlebt und wie habt ihr es geschafft euren Diabetes wieder Schritt für Schritt in geregelte Bahnen zu bringen?
Würde mich über Zuschriften freuen!
annette von Annette -
Annette
Rang: Gastam 09.06.2004 14:24:47
Hallo,
ich (33 Jahre) bin schon seit einigen Jahren Diabetiker und befinde mich derzeit in einem richtigen Motivationsloch was meine Krankheit betrifft. Irgendwie scheint nichts mehr zu klappen, einmal bin ich oben, einmal ganz tief und ich denke, es liegt vor allem an meiner persönlichen Einstellung. Ich habe irgendwie nicht mehr die Kraft mich selbst so wichtig zu nehmen und das auf die Reihe zu kriegen. Habt ihr auch so etwas mal erlebt und wie habt ihr es geschafft euren Diabetes wieder Schritt für Schritt in geregelte Bahnen zu bringen?
Würde mich über Zuschriften freuen!
annette von Annette -
Markus
Rang: Gastam 10.06.2004 01:07:22
Hallo Annette,
ich denke so ging es vielen schonmal,
es ist nicht leicht immer mit dem Diabetes zu leben.
Oft kommen dann zum Diabetes auch noch die üblichen Probleme hinzu.
Mir hatte es damals einige Zeit geholfen das ich von ICT auf Pumpe umgestellt worden bin. Ich fühlte mich freier und besser und der HbA1c wurde auch besser.
Ich weiß ja nicht ob Du schon mit einer Pumpe behandelt wirst, aber wenn nicht ist das vielleicht eine Möglichkeit.
Es ist eine wesentliche Erleichterung auch in Psychologischer Sicht. von Markus -
Annette
Rang: Gastam 10.06.2004 12:10:21
Ja, ich habe schon die Pumpe - ohne könnte ich es mir nicht mehr vorstellen. Dennoch denke ich, dass gerade dadurch, weil alles so "einfach" und "normal" geworden ist, ist es ein Stück weit schwieriger geworden sich nicht gehen zu lassen. Seltsam, oder? :-)
Aber danke, für deine Antwort!
annette von Annette -
Markus
Rang: Gastam 10.06.2004 20:57:08
Ja es ist schon recht seltsam das durch die Pumpe einige Dinge auch nicht mehr so leicht sind.
Vielleicht weckt es einfach den Ergeiz und man kann schlechte Werte wesentlich weniger Tolerieren.
Wahrscheinlich muss man seine Einstellung zu den Werten verändern.
Wenn man nach seinem Wissen alles getan hat was man wußte und sich daran gehalten hat muß man es einfach akzeptieren das die Werte mal schlecht sind.
Die Werte lassen sich z.B. bei Stress, Krankheit und Bewegung sehr schwer kontrollieren, es steht einfach nicht in unserer Macht. Es gibt halt auch bei der Pumpemtherapie Grenzen und die Möglichkeiten sind halt irgendwo am Ende.
von Markus -
Roland
Rang: Gastam 14.06.2004 16:23:21
Salü Anette
Nach 15 Jahren leben mit dem Diabetes kann ich Dir das nachfühlen und ich habe diese Erfahrung immer mal wieder gemacht. Der Mensch ist nun mal nicht geschaffen für strikte Disziplin, Ordnung und Strukturen auf lange Dauer. Was ich hier schreibe, bezieht sich auf Diabetiker des Typs II (mit DM I habe ich keine Erfahrung)
Um mit solchen Durchhänger fertig zu werden, hat wohl jeder seine eigene Strategie...Nach Gesprächen mit meinem Diabetologen denke ich aber, es ist besser zwischendurch mal "Urlaub vom Diabetes" zu machen und halt für eine begrenzte Zeit etwas weniger diszipliniert zu leben. Also die Aufzeichnungen zu vernachlässigen, Messungen etwas weniger oft vorzunehmen und bei der Ernährung öfters mal seinen "Gelüsten" nachzugeben. Wichtig ist aber in dieser zeit ohne Schuldgefühle zu leben !!Erfahrungsgemäss kommt dann die Motivation zurück und es geht wieder für zwei, drei Jahre problemlos. Schlimmer ist es, die Disziplin über einen längeren Zeitraum zu vernachlässigen und öfters mal "nur ein bisschen" zu sündigen...Aber wie gesagt, da hat wohl jeder seine eigene Strategie. Ich bewundere Leute, die behaupten, sie leben über Jahrzehnte streng nach Vorschrift (und bin solchen Aussagen gegenüber auch etwas misstrauisch). Ich für mich versuche da etwas differenzierter abzuwägen, zwischen Lebensqualität und Quantität.
Gruss Roland