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Typ II gestern diagnostiziert..was tun?

  • fliesgen

    Rang: Gast
    am 22.04.2004 13:50:47
    Hi,
    gestern stellte mein Hausarzt Diabetes Typ II fest. Vor ein paar Wochen hätten bei ihm schon die Alarmglocken klingeln müssen, da ich seit einiger Zeit Herzrhythmusstörungen habe. Schuld bin ich natürlich selbst: 1,74m groß, 118kg schwer, Raucher, Bewegungsmuffel, 36 Jahre. Vor einem Jahr hat mir mein Arzt schon gesagt, dass ich leicht erhöhte Zuckerwerte habe und abnehmen müsse. Hat nicht geklappt ;-). Gestern also ein Wert von 263 obwohl ich nüchtern war. Glykosesaft getrunken, 2 Stunden später war es dann ein Wert von 529.
    Er hat mir Tabletten verschrieben und gesgt, ich solle erst einmal Kohlenhydrate vermeiden, müsse unbedingt abnehmen. Am Dienstag gehe ich zu einer rnährungsberatung. Die führt seine MTA durch. Außerdem werden wir ein Tagesprofil erstellen.
    Reicht das aus? Sollte ich mich nicht lieber in eine Klinik oder zu einem Diabetologen begeben?
    Mein Hausarzt hat mir auch so eine kleine Ernährungsfibel mitgegeben. Da stehen natürlich ein paar Dinge über die richtige Ernährung und ein paar Rezepte gibt es auch.
    Ich habe mir jetzt einige Seiten im internet angeschaut, besonders was die Folgeerkrankung angeht. Jetzt gerate ich langsam in Panik. von fliesgen
  • Claudia

    Rang: Gast
    am 22.04.2004 16:06:16
    Kann ich gut verstehen, dass Du Panik bekommst. Also, versuch Dich erst mal zu beruhigen, denn Angst hilft nicht, nur insofern, dass sie eine Motivation sein kann, etwas zu ändern. Denn das musst Du. Information und Wissen ist alles und macht Dich wieder sicherer. Lies "vernünftige" Diabetesliteratur, werde Mitglied beim Deutschen Diabetiker Bund, lass Dir umfangreiches Infomaterial schicken, stelle Deine Ernährung um. Viel Gemüse und Rohkost zum Sattessen. Wenig Kohlehydrate, möglichst gar kein Weißmehl, Zucker, Kuchen und Co. Gesundes Eiweiß, gesundes Fett (Stichwort Mittelmeerküche) langsamer Beginn eines moderaten Bewegungprogramms, z.B. Nordic Walking.
    Nimm an einer Schulung teil, berate Dich mit Deinem Arzt, ob der Besuch beim Diabetologen nötig ist.
    Versuche zur Ruhe zu kommen, natürlich muss der erste Schock der Diagnose erst verdaut werden. Nach und nach wirst Du merken, dass man auch mit Diabetes ganz gut leben kann. Mir ging es auch nicht anders.
    Liebe Grüße und alles Gute ! von Claudia
  • Rudi

    Rang: Gast
    am 22.04.2004 23:23:41
    Hallo,
    erstmal keine Panik, bei mir wurde beim ersten Mal nur 180 festgestellt, aber auf Glucose verzichtet. Das wundert mich schon, daß der Hausarzt bei 263 noch einen Glucose-
    Tolleranztest gemacht hat. Habe davon gehört, daß das in der Höhe mit Insulin behandelt werden soll. Tabletten richten da auf Dauer nicht mehr viel aus. Oder man schlägt mit hoher Tabletten Dosis drauf und das Ergebnis ist nicht bedeutend. Aber erst mal abwarten was weiter geschieht und keine Panik, das erhöht den Blutzucker nur noch mehr.
    Gruß Rudi
  • Elsbeth

    Rang: Gast
    am 23.04.2004 09:59:37
    Panik ist ein schlechter Ratgeber und erhöht die BZ-
    Werte.

    Wenn Dein Hausarzt sich mit Diabetes auskennt, ist es
    ok, sonst such Dir einen Diabetologen. Adressen hier
    oben oder unter

    http://www.schwerpunktpraxis.de/

    oder auf den Gelben Seiten des Telefonbuchs.

    Mit einer Ernährungsbroschüre ist es allerdings nicht
    getan. Ein gut geschulter und therapierter Diabetiker
    kann ganz normale Lebensmittel essen,sogar Zucker.

    Das Internet bietet tonnenweise sehr gute Infos, z.B.

    http://www.diabeticus.de/

    Gewicht reduzieren und Bewegung nicht vergessen!

    von Elsbeth
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 26.04.2004 00:32:04
    Haja, der Wert nach 2 Stunden ist zu hoch, aber Du nimmst ja nicht solche Mengen an Kohlenhydraten zu Dir, oder?

    BE's meiden ist schwer, denn der Magen braucht was zum ackern und dann weicht man meist auf schwerere Kost aus, die das Gewicht sicherlich nicht senken.

    Mit dem Gewicht sich zu bewegen halte ich auch für schwierig, zumal Du NIEMALS von 0 auf 100 gehen darfst. Und dann scheint es so als hättest Du schon etwas gelitten, gesundheitlich (durch Lebensweise), tja, wie also abnehmen, guter Rat ist teuer!


    Ich sage Dir, Du solltest Dir eine erstmal eine 2000 Kcal-Diät anlachen und Deine Ernährung langsam senken. Mit dem Rauchen solltest Du erstmal nicht aufhören, da geht der BZ auch hoch.

    Aber es besteht kein Grund zur Panik, das Einzige was Du wirklich tun solltest, ist Dein Leben umzustellen, langsam.

    Fahre ein wenig Rad, iss etwas weniger und steigere die Bewegung Stück für Stück, gleichzeitig ersetzt Du böse Kcal durch Gemüse und verteilst 10 bis 15 BE's maximal auf den ganzen Tag.

    Das sollte erstmal etwas bringen. Achja, versuche keine schnellen BE's zu essen, das wären z.B. Weißbrot, Bananen, Cola mit Zucker, Gummibärchen..

    Was aber nicht verboten sein darf ist ein Stückchen Schokolade, am besten mit Nüssen, die sollten ab und zu mal eine andere BE ersetzen :-)

    Gut beraten bist Du übrigens bei den Weight Watchers, da kannst Du Dir eine super Ernährung verpassen lassen.
    Jedes Kilo motiviert!
    Und mit den schwindendem Gewicht wirds auch mit dem Zucker besser.

    Die Alternative dazu ist eine Insulintherapie - da nimmste eher zu, ist aber unproblematisch und schnell in den Griff zu bekommen.

    Achja, den Arzt wechseln, für Diabetes-Fragen sind andere zuständig, damit ist ein Hausarzt überfordert.

    Viele Grüße, mit drückenden Daumen, Daniela
  • fliesgen

    Rang: Gast
    am 26.04.2004 17:35:51
    Hallo,
    vielen lieben Dank für die guten Tipps und Ratschläge. Ich habe mich schon beruhigt und meine Ernährung sofort umgestellt. Jetzt esse ich ausgewogen und 4-6 Mal am Tag. Ich habe gute Diabetiker-Bücher entdeckt und mich schlau gemacht. Das ist mein Beruf, da ich Journalist bin.
    Meine Frau macht auch mit. Mir macht es Spaß mit Hunger aufzuwachen und erst einmal gut zu frühstücken. Ich verzichte nicht auf Kohlenhydrate. Im Beipackzettel zu Amaryl steht auch, dass man nicht auf sie verzichten darf. Aber ich konzentriere mich auf Vollwertkost, möglichst keine schnellen.
    Mein Körper reagiert ganz eigenartig: Ich fühle mich richtig gut und könnte Bäume ausreißen! Außerdem fahre ich Rad. Nicht zuviel, da ich noch nicht richtig eingestellt bin und keinen Überblick über meine Werte habe. Will ja auch nicht unterzuckern.
    Schwindelgefühle, vermehrtes Wasserlassen und Durst sind weg. Ich habe Probleme beim Sehen. Meine Sehkraft hat sich um 1 Dioptrin verbessert.

    Am Freitag abend war mir nicht so gut. Konnte die Signale meines Körpers nicht deuten. Da ich noch kein Messgerät habe, bin ich um 23Uhr zur Notapotheke. Wollte mir den Blutzucker messen lassen. Die Apothekerin hat sich geweigert. Das fand ich unglaublich!
    Am Samstag war mein Wert auf 180 (Donnerstag 207). Am Sonntag fing das dann mit meinen Augen an. War heute beim Augenarzt und bei der Hautärztin. Als erstes sagte die mir doch tatsächlich, dass ich zu dick sei. Als ich ihr erklärte, dass ich Diabetiker bin und gerade angefangen habe abzunehmen, hielt sie mir einen Vortrag, warum ich das nicht eher gemacht hätte. Ich hätte sie erwürgen können! Sie hat mich aber noch nicht einmal darauf hingewiesen, dass ich auf Hautveränderungen zu achten habe und besonders auf meine Füße Acht geben muss.
    Morgen mache ich noch einen Toleranz-Test. Ich bin aber soweit, dass ich gar keine Lust mehr habe, Glykose zu trinken.

    Also: Derzeit habe ich ein Hoch. Mit meinen Augen ist schon einmal alles in Ordnung! Zudem wiege ich 2,5 kg weniger. Könnte der Stress gewesen sein und Wasserverlust. Ich bilde mir ein, dass es ein erster Erfolg ist. Hierzu will ich auch gar keine Kommentare sehen ;-)
    Rechtschreibfehler bitte nicht beachten. Meine Pupillen sind noch erweitert (Augenarzt) ;-)

    Oliver von fliesgen
  • Claudia

    Rang: Gast
    am 27.04.2004 20:10:11
    Toll, Du schaffst es!!!! von Claudia
  • fliesgen

    Rang: Gast
    am 28.04.2004 15:38:20
    Hallo Claudia,
    vielen lieben Dank für Deinen Zuspruch! Ich hoffe wirklich, dass man gut mit Diabetes leben kann. Ich habe derzeit wohl zwei Tanzpartnerinnen: die Euphorie und die Angst.
    Gestern war die erste Schulung. War ganz gut. Wir sind nur 3 Patienten, meine Frau und die "Schulungsleiterin".
    Einer der Betroffenen ist schon etwas älter und er erzählte munter von seinen Erlebnissen mit einem blauen Zeh. Ich wäre beinahe vom Stuhl gerutscht. Das war mein zweiter Angst-Tanz seit letzten Mittwoch. Abnehmen ist ganz gut. Mein Messgerät für den Blutzucker, dass ich seit gestern habe, gibt mir etwas Sicherheit.
    Heute habe ich frei, meine Frau arbeitet. Ich weiß jetzt, dass ich mir nicht hätte Urlaub nehmen sollen. Das macht mich richtig Gaga. Aus Neugierde habe ich mir im Internet das Thema Neuropathie/Füße angeschaut. Das war der dritte Tanz. Ich habe mir die blaue Brille erst einmal wieder vom Kopf gerissen. Wenn ich mir meine Füße so anschaue wird mir trotzdem schlecht: rissige, schwielige Hornhaut, besonders an den Fersen.
    Ich schlage die Hände überm Kopf zusammen und suche mir eine Feuchtigkeitscreme. Natürlich melden sich meine Herzrhytmusstörungen zu Wort. Was für ein Tänzchen. Ach, könnte ich doch nicht lesen.
    Ich warte darauf, dass Frau Euphorie mich wieder zum Tanz auffordert. Den nehme ich gerne an. Immer im Takt, immer im Takt...
    Oliver von fliesgen