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Mein Partner hat Diabetes, was nun?
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Jutta
Rang: Gastam 02.03.2004 14:45:56
Hallo, letzten Freitag wurde bei meinem Freund (30 Jahre alt) Diabetes diagnostiziert... welcher Typ es ist, kann noch nicht genau gesagt werden, da die Blutuntersuchung noch nicht da ist. Zunächste mußte mein Partner übers Wochenende seine Eßgewohnheiten und seine Blutzuckerwerte aufschreiben. Gestern hat er dann für die Nacht eine Insulinspritze bekommen. 6 Einheiten sollte er spritzen. Er hatte totale Blockaden, sich die Spritze in den Oberschenkel zu geben. So verzweifelt habe ich ihn noch nie erlebt. Ich weiß nicht, wie ich mich richtig verhalten soll. Ich könnte ihm die Spirtze ja geben, aber ich denke, dass er das selbst schaffen muss.. ich bin ja nicht immer an seiner Seite. Er hat es schließlich unter Tränen selbst geschafft. Er fragt sich nun natürlich: "warum ich?" Wie kann ich meinem Freund helfen? Gibt es Erfahrungsaustausch für Lebenspartner von Diabetikern?
Wer kann mir helfen?
Gruß -
Georg
Rang: Gastam 02.03.2004 19:12:07
Hallo Anonym,
er sollte sich die Frage stellen:
Warum ich nicht?
Er scheint ein Sensibelchen zu sein.
Lies hier mal in älteren Beiträgen nach,
da findest Du einiges Passende. von Georg -
Andreas
Rang: Gastam 03.03.2004 08:53:53
Hallo!
Es gibt da so ein schönes Sprichwort. Das heißt: "Die Zeit heilt alle Wunden."
"Warum ich?" Es ist ein wichtiger Teil unseres Lebens, Erfahrungen zu machen, immer wieder auf die Probe gestellt zu werden und diese Proben am Ende zu bestehen. Das macht uns stark!
Dein Freund macht im Augenblick die Erfahrung, daß eine seiner Körperfunktionen nicht mehr von selbst abläuft und daß er sie und damit auch Verantwortung für sich übernehmen muß.
Du kannst ihm helfen, wenn du ihm die nötige Sicherheit bei seinem Handeln vermittelst, damit er seine rationelle Denkweise wiederfinden kann. Es ist ein großer und der einzige richtige Schritt, die Krankheit zu akzeptieren.
Du hilfst ihm jedoch nicht, wenn du ihn bedauerst.
Herzliche Grüße
Andreas -
Lona
Rang: Gastam 03.03.2004 14:19:19
Hallo Leute,
ich muß sagen, daß ich den Ton hier im Forum manchmal doch erschreckend finde. Ich kann es gut verstehen, wenn ein frisch festgestellter Diabetiker erstmal Angst vor den ganzen Umstellungen in seinem Leben hat, und es gibt auch durchaus Leute, die sehr große Angst vor Spritzen haben. Es dauert seine Zeit, bis sowohl der Diabetiker als auch der dazugehörige Partner sich auf die neue Situation eingestellt haben. Den Mann deshalb als Sensibelchen zu bezeichnen, weil er Angst vor dem Spritzen hat, finde ich ziemlich hart.
An Anonym: wenn du magst, kannst du mir schreiben. Bin vor noch nicht allzu langer Zeit in einer ähnlichen Situation gewesen wie du jetzt. Vielleicht könnten wir uns ein bißchen austauschen.
Gruß,
Lona -
markus
Rang: Gastam 04.03.2004 14:12:42
hey georg!
bist wohl noch ein mann der alten schule anno 1930er und 40er Jahre.
einen derart dummen kommentar habe ich (gott sei dank) schon lange nicht mehr gelesen!! von markus -
Michael
Rang: Gastam 09.03.2004 17:45:26
Hallo Georg, deine Dummen Sprüche kannst du dir in die Haare schmieren, falls du überhaupt Diabeteker bist? Wenn ja und bei dir Diabetes festgestellt wurde möchte ich mal behaupten das du genau so wie fast alle etwas depremiert gewesen bist, vielleicht so gar noch schlimmer, denn ich habe noch keinen erlebt der so eine Nachricht freudestrahlend über sich ergehen ließ, wenn nicht bist du annormal, tut mir leid das zu sagen.
Wenn man sich mit dem Spritzen und Blutabnehmen angefreundet hat, sich an die Spielregeln die einem der Diabetes vorgibt, hält, kann man ganz gut damit Leben, ich hab es schon seit 1977.
Nur nicht den Kopf hängen lassen, Sprücheklopfer gibt es überall.
Gruß
Michael -
Jutta
Rang: Gastam 15.03.2004 16:44:50
Hallo,
danke, für die Nachrichten. Auch wenn ich mit der von Georg nicht einverstanden bin. Ich fand es super aufbauend von Dir, Georg! Ich war verzweifelt und bekomm einen solchen Kommentar von Dir!
Den anderen danke ich! Mittlerweile geht es meinem Freund auch schon besser... das Blutzuckermessen und auch das Spritzen gehören bereits zum Alltag...
Hat jemand Erfahrungen bzgl. einer beruflichen Reha machen können? Bzw. einer vorhergehenden med. Reha (Kur)?
Gruß -
Michael
Rang: Gastam 15.03.2004 21:29:52
Es gibt Diabetes-Schulungen die ca. eine Woche dauern. Frage mal deinen Arzt.
Gruß Michael -
ANONYM
Rang: Gastam 17.03.2004 08:41:31
Ich habe vor Jahren an einer von der BfA bezahlten Reha
in der Hellbachtalklinik in Mölln teilgenommen. Diese
Klinik ist absolut NICHT zu empfehlen! In meinem Fall
ging es darum, ob ich noch arbeitsfähig bin/werde oder
Rente bekomme.
von ANONYM -
Silva Liebsch
Rang: Gastam 02.04.2004 20:49:52
Ja, du hast recht! Er muss es selber schaffen!
Aber wenn du ihm beistehst und er weiß, dass er auf dich zählen kann, wird er sich schon zusammenreißen!
Man muss nur wissen, dass man nicht allein ist und das es etwas gibt, wofür es sich zu leben lohnt.
Zeige ihm, dass du ihn brauchst. Das wird helfen!
Freudestrahlend nimmt natürlich keiner eine solche Nachricht auf und das spritzen fällt jedem am Anfang schwer (auch wenn vielleicht nicht jeder panische Angst davor hat und deshalb sogar weinen muss (Trotzdem ist das kein Grund zur Überheblichkeit für diejenigen, die vielleicht etwas gefasster reagiert haben!!)).
Man muss sich sagen: "Ich müsste eigentlich tot sein. Doch damit finde ich mich nicht ab! Ich kämpfe gegen den Tod, jeden Tag, mit dieser Spritze und mit meinem Blutzuckermessgerät! Der soll sich warm anziehen! Bei mir hat er kein leichtes Spiel!"
So mache ich es immer (Typ I seit einem Jahr)! *lach* Und ich fühle mich (den Umständen entsprechend) gut!
Mir hat jedenfalls die Unterstützung meiner Verwandtschaft sehr geholfen!
Sie haben mich nicht bemitleidet oder gejammert (das bringt ja auch nichts), sondern mich einfach besucht und mit mir etwas unternommen, so dass ich wusste, dass das Leben schön ist.
Also, mache du auch etwas mit ihm, dann fängt er sich bald wieder!
Er hat ja Glück, dass er so eine Freundin wie dich hat!
*smile*
von Silva Liebsch