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Diabetes und Schichtdienst
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Andi
Rang: Gastam 07.02.2004 16:42:34
Hallo
Mein Name ist Andi und ich leide eigentlich an Mukoviszidose. Bei dieser Erkrankung stellt sich aber auf kurz oder lang irgendwann ein Diabetes ein. So ist es jetzt bei mir und ich habe seit kurzem ein Problem mit meinen Zuckerwerten und soll diesbezüglich eingestellt werden auf Amaryl. Da ich aber Schichtdienst und Nachtdienst arbeite, stellt sich mir die Frage, wie ich dieses Amaryl was über den ganzen Tag wirkt, einnahmen soll. Da man dieses Amaryl soll man ja zum Morgens nehmen, nur wenn ich hier vom Nachtdienst komme, gehe ich schlafen und hier wäre wohl eine Hypo im Schlaf vorprogrammiert, da dieses Medi die Insulinausschüttung anhebt. Wann soll ich das Medi nehmen? Abends wenn ich aufwache? Oder doch morgens? Weiterhin würde ich gern wissen, ob eine Einstellung mit Insulin statt mit Amaryl nicht besser wäre, wenn ich Schicht arbeite. Und wenn ja welche Insulinpräperate sind zu empfehlen. Nur Normalinsulin, oder Basal, Mischinsuline oder 24 Stundeninsulin?
Wäre echt Dankbar wenn mir jemand weiterhelfen könnte.
Gruß Andi -
Georg
Rang: Gastam 07.02.2004 18:01:03
Hi Andi,
soviel ich weiß, ist bei Schichtdienst Insulin die bessere
Alternative. Welches da für dich in Frage kommt, sollte
Der Diabetologe entscheiden. Normale Ärzte haben
nicht so viel Ahnung von Diabetes. Adressen von
Diabetologen findest du hier oben unter "Adressen"
oder hier:
http://www.schwerpunktpraxis.de/
Mit der Kombination Mukoviszidose und Diabetes
kenne ich mich nicht aus, aber vielleicht versuch's du
es auch mal in der diabet. newsgroup, dort beteiligt
sich z.B. eine Medizinstudentin:
de.sci.medizin.diabetes von Georg -
Matteo
Rang: Gastam 09.02.2004 22:27:36
Hallo Andi
Ich bin Typ 1 Diabetiker und Pumpenträger!
Da ich aus deinen Zeilen lesen kann das du einen unregelmässigen Tagesablauf hast würde ich dir eine Insulinpumpe empfehlen. Der vorteil daran ist das man im Prinzip für jeden Tagesablauf das richtige Insulinprofil hat. Somit ist es egal um welche Tageszeit das du Wach bist und wann du zu Bett gehst! Durch die Pumpentherapie ist es mir sogar möglich extrem Sportarten zu betreiben wie z.B Gleitschirmfliegen, Orientireungsläufe zu bestreiten oder Marathon zu laufen! Das bedeutet aber auch eine gute Disziplin und Handling mit der Pumpe. Frag doch einen Diabetologen oder einen Artzt. Oder nehme Kontakt mit mir auf. Mit freundlichen Grüssen Matteo Steen -
Claus
Rang: Gastam 14.02.2004 20:30:07
Hallo,
was sagt den Dein Diabetologe zum Thema
Schichtdienst.
Wie hoch sind deine BZ-werte.
Bevor du allerdings auf eine Insulinpumpe
denkst must du mindestens ein halbes Jahr land eine ICT-Therapie machen.
Gruß Claus
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Andi
Rang: Gastam 18.02.2004 01:00:00
Hi Claus, mein Diabetologe hat noch nix gesagt, da ich bis jetzt keinen Termin bekommen haben. Ich musste jetzt aber wegen meiner Grunderkrankung für ein paar Tage in die Klinik und hier sollte ich auf Insulin eingestellt werden. War ne Kathastrophe. Sie kennen sich mit Typ 2 vielleicht ganz gut aus, aber mit Typ 1 kaum. Ich bin von Beruf Kinderkrankenpfleger und daher kenne ich halt nur mit Typ I aus und habe hier schon viele Eltern und Kinder eingelernt. Erst mal haben sie es in der Klinik nach ihrer Methode versucht einzustellen. Also bei BZ über 160 mg/dl --> 4 IE normal und ab 200 -->6 IE normal spritzen. Morgens einmal 12 IE Basal. Auf das was ich esse, wurde keine Rücksicht genommen und so landete ich mit meinen BZ-Werten meist weiterhin über 200-300 mg/dl nach den Mahlzeiten. Gerade Abends, Nachts und Morgens nüchtern. Das habe ich mir dann zwei Tage mit angesehen und zu den Einheiten um den Zucker runter zu bekommen auch noch zusätzliche Einheiten Normalinsulin gespritz, je nach dem wie viel BE ich zu den Mahlzeiten gegessen habe. Und siehe da, meine Werte waren jetzt nur noch morgens nüchtern um die 200 bis 250. Sonst lag ich über den Tag hinweg bei 100 bis 140. Das wollten sie nicht beibehalten, weil sie angst hatten, ich rutsche in eine Hypo, die ich aber schon kennte als ich noch kein Diabetes hatte. Man strich mir sogar jetzt Morgens die Basaldosis und ich habe mich daraufhin auf eigene Verantwortung aus der Klinik entlassen. Jetzt warte ich auf einen Termin beim Diabetologen. Ohne Basal hat alles wieder nicht gestimmt. Deshalb habe ich mir jetzt bei mir auf Arbeit eine Ampulle ausgeborgt und spritze Basal weiterhin 12 IE morgens auf eigene Verantwortung und ohne Zustimmung der Ärzte. Meine BZ-Werte lagen vor der Einstellung bis 400 mg/dl. Bei meiner Grunderkrankung Mukoviszidose läuft alles etwas anders. Es ist kein Typ I und auch kein Typ II Diabetes. Irgendetwas dazwischen, weil bei uns die Bauchspeicheldrüse in Bindegewebe umgewandelt wird und daher allmählich immer weniger Enzyme und Insulin produziert wird. Ich muss aber wegen der Grunderkrankung, weil ich dadurch auch mit 50 Kilo stark untergewichtig bin, viel Essen damit wir auf viel Energie am Tag kommen, die unsere vermehrte Lungenarbeit benötigt. Dies geht über Fett, aber auch über viel Kohlenhydrate. Gerade unsere Zusatznahrungen (Astronautenkost) enthält viele Kohlenhydrate. Ich rechne gerade mit einem Faktor von 0,5 pro BE oder 10 mg/dl BZ zu korrigieren. Ich glaube aber das reicht noch nicht., sondern muss diesen noch erhöhen. Also wenn ich Morgens einen BZ habe von 200 spritze ich mir einmal 5 IE normal, die ich benötige um von einem BZ von 200 auf 100 mg/dl zu kommen. Das gleiche mache ich mit dem Essen. Zwei Brötchen, ein Jogurt, macht zusammen 8 BE und somit muss ich für das Essen auch noch mal 4 Einheiten Normalinsulin spritzen. Macht dann morgens zusammen 9 IE Normalinsulin und 12 IE Basalinsulin, die immer gleich bleiben. Bis jetzt musste ich immer aufrunden. Insulinpumpe haben die wenigsten Mukos und kommt bei uns auch weniger in Betracht. Warum weis ich aber nicht. So Claus, ich hoffe ich konnte dir all deine Fragen beantworten und es war auch verständlich. Liebe Grüße von Andi www.dicker-moench.de