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Polizeibeamter und Diabetes
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Thomas
Rang: Gastam 25.11.2003 11:01:14
Bei mir wurde im September diesesn Jahres Diabetes Typ I erstmals festgestellt. Nach einem Klinikaufenthalt bin ich jetzt optimal eingestellt und habe sehr gute Werte erreicht (HbA1c 6,8). Den ersten Schock über diese Erkrankung habe ich verdaut und komme inzwischen auch psychisch damit klar. Als Polizeibeamter habe ich aber dienstrechtliche Schwierigkeiten. Zum Glück bin ich Beamter auf Lebenszeit und kann daher nicht so ohne Weiteres entlassen werden. Gibt es weitere Polizeibeamte mit dieser Erkrankung? Wer kann mir seine Erfahrungen mit dem Dienstherrn mitteilen? Gibt es Entscheidungen eines Verwaltungsgerichts zur Dienstfähigkeit?
von Thomas -
Tommi
Rang: Gastam 28.11.2003 01:13:25
Hallo Thomas,
auch bei mir wurde im Sommer diesen Jahres Typ 1 festgestellt. Mittlerweile habe ich mich mit meinem neuen "Hobby" ganz gut arrangiert; meine Werte sind auch okay und ich sehe die ganze Sache recht locker.
Allerdings schränkt mich mein Diabetes beruflich auch etwas ein, weshalb ich beim Versorgungsamt einen Antrag auf Anerkennung von Schwerbehinderung gestellt habe. Mir wurde ein Grad von 40% zugesprochen (was bei Typ 1-Diabetikern wohl üblich ist; ich kenne allerdings auch Fälle, die mit 50% GdB bewertet wurden).
Bedingt durch den GdB von 40% habe ich dann beim Arbeitsamt einen Antrag auf Gleichstellung mit Schwerbehinderten gestellt, dem stattgegeben wurde.
Dieses bedeutet, dass ich vor meinem Arbeitgeber unter besonderem Kündigungsschutz stehe; allerdings habe ich keinen Anspruch auf zusätzlichen Urlaub.
Weiterhin habe ich mich mit der Schwerbehindertenvertretung unserer Firma in Verbindung gesetzt, die mir anriet, Ausfallzeiten für Blutzuckertests, Spritzen evtl. zusätzliche Pausen (Unterzuckerung) geltend zu machen.
Da Du Beamter bist, kämen diese Schritte für dich ggf. auch in Frage.
Der Personalrat ist dir bei Fragen zu internen Kontaktadressen sicher behilflich.
Ich hoffe, dass ich Dir ein wenig weiterhelfen konnte.
Gruss
Thomas
von Tommi -
boris
Rang: Gastam 30.01.2004 21:19:18
Hi Kollege, habe deine Mail gelesen. War einige Jahre bei der Fahndung und mache wegen dem " neuen Hobby" Innendienst, will aber wieder zurück zur Ermittlung.
Dies ist mir untersagt, weil ich als Diabetiker keine Waffe tragen soll.
Frage: Bist du noch Waffenträger ? -
Anonym 2
Rang: Gastam 05.09.2005 20:02:13
Hallo Polizeibeamter,
wie alt bist du denn?
Mein Freund hat ein vergleichbares Problem, ihm wird aber gesagt, dass er für den Innendienst auf Dauer mit 29 Jahren zu jung ist (obwohl er Beamter auf Lebenszeit ist). Es wird wohl die Polizeidienstunfähigkeit anstehen.
von Anonym 2 -
Tommi
Rang: Gastam 06.09.2005 02:40:32
Hallo Anonym2,
ich bin weder bei der Polizei beschäftigt, noch Beamter.
Allerdings stehe ich Dir für Fragen bzgl. des "Hobbys" deines Freundes gern zur Verfügung.
Die Sache mit der Polizeidienstunfähigkeit würde ich nicht so hinnehmen. Es gibt Betriebsärze (wie immer die auch bei der Polizei heißen mögen), die eine Versetzung in den Innendienst befürworten können.
ich wünsche Dir alles Gute und deinem Freund allzeit Top BZ-Werte
Tommi
PS: Ich bin satte 41 Jahre alt
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Olaf
Rang: Gastam 13.12.2005 13:56:09
Falls es bei Euch solche guten Betriebsärzte gibt, kann man ja nur gra-tulieren. Als ich mich an meinen Betriebsartzt wegen meiner Erkrankung wand, wurde mit jegliches polizeliche Tun untersagt( Führen der Waffe, Schichtdienst, Ausübung des unmittelbaren Zwanges usw.) Wahrscheinlich wird in den einzelenen Präsidien der Bundespolizei mit unterschiedlichem Mass gemessen. Man fand für mich eine Tätigkeit im Innendienst, wo ich mich jetzt aktiv vor dem Schichdienst drücke und ich dadurch auch einige finanzielle Einbussen habe. Ansonsten finde ich die Meinung über das Beantragen eines Schwerbehindertenausweise sehr überheblich. Ich denke das sollte jeder selber wissen. Ich hoffe nur, über kurz oder lang wieder uneingeschränkt polizeidienstfähig zu sein, um mich nicht mehr im Innendienst abducken zu müssen.