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Meine Freundin hat Diabetes
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Przemek
Rang: Gastam 14.11.2003 17:56:38
Hi!
Ich bin 22 Jahre alt. Meine Freundin ist 19. Wir sind schon 1,5 Jahre lang ein Paar und ich liebe sie über alles. Sie hat Diabetes seit dem 2ten Lebensjahr. Irgendwie habe ich mir in den Kopf gesetzt mit ihr darüber öfters zu sprechen, sie zu trösten und eben für sie da zu sein. Es passierte schon, dass sie ins Krankenhaus musste, weil sie auf ihren Zucker nicht aufgepasst hat. Sie will auch, dass ich sie daran errinere. So kam es, dass ich mich mittlerweile auch verantwortlich dafür fühle, sie zu errinern und zu ermutigen aufzupassen. Ich habe das Rauchen hingeschmissen um ihr in der Hinsicht ein Vorbild zu sein, das ist mir sogar gelungen, denn sie hat auch aufgehört zu rauchen. Es ist nicht einfach mit ihr zu reden, auch wenn sie es will. Sie scheint zu blockieren, nicht reden zu wollen, nur zuzuhören. Sie meint, es geht ihr eh gut. Aber dann kommen so Tage, wo sie gefrustet und scheinbar deprimiert den Tag lebt. Ich umarme sie dann und versuche, dass sie sich besser fühlt. Ich habe mich jetzt auf Neuland gewagt. Ich kann ihr die Diabetes nicht wegnehmen. Ich will ihr nur die Angst davor nehmen. Leider entstehen dann oft Streitereien, weil sie auf andere Themen ausweicht, wahrscheinlich streiten wir auch manchmal, wie ein normalles Pärchen. Sie macht sich viele Sorgen. Sie kommt sich manchmal schlecht vor. Wieso glaubt sie mir nicht, dass sie nicht schlechter ist, als andere Menschen? Sie ist in meinen Augen eine vollwertige und 100%ge Frau, ein vollständiger Mensch! Wenn Perfektion bedeutet, dass man gesund sein muss und 185cm gross, klug, hübsch, dann sind das aber nicht meine Massstäbe, auch nicht deine, da bin ich mir sicher. Nach welchem Massstab will sie leben, nach welchen Massstäben wollen den Diabetiker leben? Warum nicht nach eigenen? Kein Mensch hat das Recht zu sagen, du bist krank und schirch und schlecht. Nicht mal man selbst von sich selbst. Nach meinem Massstab ist sie ein perfekter Mensch. Mal abgesehen davon, dass sie sehr klug und hübsch ist. Sie hat auch ein gutes Herz. Und es tut weh anzusehen, wenn sie nicht auf sich aufpassen will. Es tut weh mit anzusehen, wenn sich ein Lebewesen zu Grunde richtet. Sie will das Leben geniessen, nichts auslassen. Sie meint das Leben ist kurz. Sie hat auch Recht dazu. Und ich mache mir trotzdem Sorgen. Bin ich ein Egoist? Will ich sie nur dazu anstiften auf sich aufzupassen, nur weil ich mich länger an ihr erfreuen will? Ich weiss nur, dass wenn wir nicht mehr zusammen wären, würde ich mir genauso Sorgen um sie machen. Sie ist zu wundervoll um ihre Gesundheit wegzuschmeissen. Wir hatte mal eine längere Beziehungspause (ok, sie hat mit mir schlussgemacht) und ich hab die ganze Zeit gehofft, dass sie auf ihren Zucker aufpasst. Dann sind wir wieder zusammengekommen. Und wenn man mit der Zeit immer mehr einen Menschen kennenlernt, dann kommt man schliesslich zu einem Punkt, wo man glaubt alles zu wissen. Und stehe grad vor einer Grossen Tür, auf der steht: "Diabetes - Schlüssel fehlt". Und sie will nicht rein. Ich will es respektieren. Es gelingt mir aber nicht immer, vor allem, wenn sie mich immer wieder durch das Schlüsselloch schauen lässt.
Przemek -
Harry
Rang: Gastam 14.11.2003 21:45:59
Das Thema ist in ähnlicher Variante
hier schon häufiger vorgekommen,
lies mal ältere Beiträge durch.
Es gibt Psychologen, die sich auf
Diabetikerprobleme spezialisiert haben:
http://www.diabetes-psychologie.de/ptplz.htm
von Harry -
Franz Wermeling
Rang: Gastam 21.12.2003 20:03:03
Hallo,
es kommt häufig vor, dass Diabetiker gerade in dem Alter versuchen die Diabetis zu verdrängen. Nun, es ist bestimmt der falsche Weg.
Was helfen könnte:
Hat sie Bekannte/Freunde mit Diabetis? Wenn nein, dann versucht doch Kontakt zu Diabetikern aufzubauen (sollten Typ I sein). Wenn Sie sieht, wie andere mit dem Diabetis umgehen dann fällt es ihr bestimmt auch leichter darüber zu reden.
Aber setze sie nicht unter Druck, oft wird die Blockde dann noch größer.
Lade sie doch mal ein zu Diabetikertagen.
ganz Wichtig ist auf jeden Fall, das sie und auch du den Diabetis akzeptiert und als normal ansiehst. Fasse sie nicht mit Samthandschuhen an nur weil sie Diabetis hat. Behandele sie als "normalen" Menschen.
MFG
Franz Wermeling
Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr -
Harry
Rang: Gastam 26.12.2003 08:37:02
Hi Franz,
es heißt Diabetes, nicht Diabetis
Mit weihnachtlichen Grüßen ;-) von Harry -
Franz Wermeling
Rang: Gastam 26.12.2003 22:17:59
Hallo,
da hast du Recht *ggg
Ein Interessanter Artikel dazu:
http://www.diabsite.de/diabetis.htm
Diabetis
Diabetis heißt Diabetes
Diabetis, so schreiben vermutlich mehr als die Hälfte der Menschen in unserem Land den Diabetes mellitus (früher Zuckerkrankheit genannt). Der medizinische Fachbegriff ist jedoch nicht als Diabetis in die Rechtschreibreform eingegangen. Daher korrigieren Deutschlehrer bis heute den Diabetis in Diabetes.
Somit heißt das erste Wort von Diabetis-Informationen, Diabetis-Portal, Diabetis-Veranstaltungen, Diabetis-Experten, Diabetis-Diät, Diabetis-Links und Diabetis-News oder Diabetis-Nachrichten noch immer Diabetes. Die genannten und weitere Infos bietet Ihnen das Diabetes-Portal DiabSite auf weit über 1000 Diabetes-Seiten.
Werde mich also Bemühen, nun auch Diabetis ähhhh Diabetes zu schreiben.
MFG
Franz Wermeling