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mache mir sorgen..

  • Maria

    Rang: Gast
    am 03.11.2003 03:30:45
    ...und zwar um einen Freund von mir. Vielleicht könnt ihr mir ja helfen...
    Er ist 28 und hat schon seit mehreren Jahren Diabetes. Seit längerem doktort er nur selbst an sich herum und geht nicht zu Ärzten, um sich einstellen zu lassen. Generelle Frage: wie gefährlich ist das? Kann man ohne ärztliche Kontrolle wirklich sicher mit dieser Krankheit umgehen?
    Die andere Frage ist, ob Diabetes psychische Auswirkungen haben kann - ich kenne mich wirklich nicht aus, mir fiel nur ein, dass eventuell seine Diabetes mit seinem auffälligen Verhalten zusammenhängen könnte. Er "dreht" nämlich ein wenig "am Rad", und das länger schon. Ich würde sein Verhalten langsam als Größenwahn bezeichnen - er wird für seine Mitmenschen zunehmend unerträglich...ist hyperaktiv, leicht aggressiv, glaubt, er mache alles richtig, dabei unterlaufen ihm ständig unbewusst Fehler usw. Er ist furchtbar unentspannt und hat sich sehr verändert. Er ist auch sehr, sehr dünn geworden. Diese Veränderungen traten vor einem Jahr erstmals auf, dann beruhigte er sich wieder, seit ca 2Monaten jedoch ist er wieder wie elektrisch geladen.
    Kann dies alles mit Diabetes zusammenhängen?
    Ich würd mich sehr über Antworten freuen.. von Maria
  • Willi

    Rang: Gast
    am 03.11.2003 09:01:35
    Hallo Maria,

    was für eine Funktion hat der Arzt für einen Diabetiker?

    Die Blutzuckerwerte sollen möglichst wie bei einem stoffwechselgesunden eingestellt sein. Der Betroffene führt zur Dokumentation ein Blutzuckertagebuch, misst und trägt die Werte ein. Zusammen mit dem Arzt werden die Werte diskutiert und gegebenenfalls die Strategie verändert. Hier hat der Arzt die Funktion des Supervisors.

    Da auch ein gut eingestellter Diabetes viele Risiken hat, sollte der Arzt in regelmässigen Abständen Kontrollen vornehmen. Insbesondere muss das Herz-Kreislaufsystem (Belastungs-EKG), die Funktion der Nerven, der Zustand der Blutgefässe, die Nieren und die Augen untersucht werden. Die Ergebnisse werden vom Arzt in einen blauen Diabetikerpass eingetragen.

    Das was du in Hinblick der psychischen Situation beschreibst, kann die Folge von stark schwankenden Blutzuckerwerte (meist deutlich erhöht) sein.

    Aus diesem Kreislauf kommt der Betroffene meist nicht mehr selbst raus, allerdings ist leider auch der Leidensdruck für eine Behandlung nicht vorhanden.

    Helfen kannst Du kaum, dein Freund muss wollen, wenn nicht kannst Du langfristig nur sein Sterben begleiten.

    Grüße von Wille von Willi
  • Marga

    Rang: Gast
    am 03.11.2003 09:12:11
    Hallo Maria,

    von solchen "Fällen" hört und liest man
    immer wieder. Wenn ich mich richtig erinnere,
    auch hier im Partnerschafts-Forum.

    Diabetes ist zum Glück eine Krankheit, die
    wir Betroffene sehr gut behandeln können,
    vorausgestzt, wir sind gut geschult und
    kommen mit der jeweiligen Therapie klar.

    Schon allein um das Insulin zu bekommen,
    braucht er einen Arzt, am besten einen
    Diabetologen. Und in seinem Fall wäre es
    vermutlich auch gut, einen mit Diabetes
    vertrauten Psychologen aufzusuchen.

    Das wird er wohl nicht so ohne weiteres
    tun. Wenn er so weitermacht wie bisher,
    wird das "Erwachen" fürchterlich sein,
    sprich sehr heftige Folgeschäden ...

    Ob Du ihn überzeugen kannst???


    von Marga
  • Roland

    Rang: Gast
    am 03.11.2003 11:19:51
    Marga und Willi haben recht: Es gilt, was in diesem Forum immer wieder geschrieben wird: Gute Schulung und regelmässiger Kontakt mit einem (guten) Dabetologen sind für ein "normales" Leben mit Diabetes unerlässlich.
    von Roland
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 03.11.2003 13:28:30
    Hallo Maria,

    bei mir hat Diabetes Typ 1 vor einem Jahr
    begonnen. Typische Symptome waren viel Durst und Wasserlassen, nachts hatte ich
    manchmal Wadenkrämpfe und ich habe
    abgenommen. Als ich dann meinen BZ-Wert beim Arzt messen ließ, war er bei 400.
    Da die Symptome bei deinem Freund auch
    auf Diabetes Typ 1 hindeuten, sollte er
    sich sofort beim Diabetologen eingestellen lassen. Unbehandelter Diabetes kann sehr gefährlich werden.
    Mit Diabetes zu leben ist erst lästig, aber
    man kann sich daran gewöhnen.

    von Rainer
  • rita

    Rang: Gast
    am 05.11.2003 17:01:07
    Hallo Maria,

    bei mir wird morgen ein Diabetes-Test gemacht, bin also (noch) kein "Profi". Allerdings ist mein Vater Diabeteker und der war manchmal nicht zu ertragen, eben aggresiv, schrie viel rum usw. Seit 1 Jahr ist seine Krankheit bekannt und wird behandelt, und seitdem ist er ein anderer Mensch. Neue Bekannte meiner Eltern, auch Diabeteker haben dasselbe Phenomän (wie schreibt man das?) beschrieben. Vielleicht hilft Dir das weiter.

    Rita