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Diagonose Diabetes

  • Markus Nerger

    Rang: Gast
    am 12.10.2009 16:28:45
    Tag zusammen,

    bei mir wurde vor 2 Wochen Diabetes diagnostiziert. Angeblich ein später Typ 1 (Lada).
    Ich bin 1,95 m groß und wiege 106 kg und bin 39 Jahre alt.
    Ich wurde mit einem Blutzucker von über 500 eingeliefert. Das Blutbild ergab, das keine weiteren Werte über dem Normbereich liegen. Im Gebenteil: Fettwerte perfekt, Langzeit EKG perfekt, Ultraschall perfekt. Keine Antikörper, was ja eigentlich auf einen Typ 2 hinweist. Ich wurde auf Actrpid und Protaphane eingestellt und bgann mit 65 IE pro Tag. Dies geschah alles stationär. BE waren 4 / 4 / 4.
    Einmal hatte ich eine angebliche Ketoacidose, wobei ich nicht sicher bin, ob der Teststreifenwert im unteren Bereich war. Dieser Vorgang war den Herren Ärzten genug um mich als Typ 1 einzustufen.
    Ich hielt mich exakt an die Vorgaben und der Insulinbedarft sank schnell. Am heutigen Tag (ca. 14 Tage nach Diagnose) sind meine Einheiten bei 25 gesamt angelangt. Ich halte mich asketisch an die BE und esse ansonsten nur Putenprodukte und Salat und Gemüse. Joghurt und Obst gerechnet als BE.
    Laut Aussage der Ärzte muß ich mein Leben lang mit Insulin leben.... Aber der Insulinbedarf sinkt gerade gegen wenig oder null. Ich bin ständig am nach unten korrigieren. ich bewege mich viel und versuche Streß zu vermeiden...
    kann man hier von einer Fehldiagnose reden oder war die sofortige Therapie mit Insulin ein Fehler ?
    Jedenfalls war ich mit der Diagnose geschockt und nun zeigt sich eigentlich, dass ich wenig oder vielleicht bald gar kein Insulin brauche.... von Markus Nerger
  • dhfjgktuzt

    Rang: Gast
    am 12.10.2009 16:46:19
    Ohne deine Euphorie bremsen zu wollen, gib mal links unter "Suche" den Begriff "Honeymoon" ein (klappt auch mit anderen Suchmaschinen) und lies nach, warum anfänglich die I-Dosis sinkt. Übrigens ist Insulin bei BZ-Werten über 500 nie verkehrt, denn damit entgehst du noch am ehesten den Spätschäden durch stark alternierende und hohe Werte.
  • Markus Nerger

    Rang: Gast
    am 12.10.2009 17:08:56
    ok, das habe ich getan... sehr interessant, wobei mir die Zeit zwischen dem Beginn der Therapie und der angeblichen Regulation schon sehr kurz vorkommt. Was mich noch nicht ganz befriedigt ist die Aussage, ich wäre T1.... Ich habe Übergewicht und ich habe keine T1 geschädigten Eltern und die Keto war vielleicht gar keine... Durst und das alles kann auch bei beiden Typen vorkommen. Was ist das Hauptmerkmal für eine Einordnung nach T1 oder T2. ich habe das Gefühl, dass da niemand genau bescheid weiß... Hauptsache erstmal Insulin verordnen und die Familie verrückt machen. Wenn ich gerade einen Honeymoon durchmache liege ich falsch. Wenn nicht, denke ich, dass vielleicht erstmal mit einer diabetologischen Diät hätte begonnen werden müssen. Jedenfalls kann es doch nicht sein, dass sich der Oberarzt und die diabetologisch geschulte Schwester streiten ob Typ 1 oder Typ 2 oder ? Arzt sagt: keine Antikörper also auf jeden Fall Typ 2. Schwester schreibt auf dem Arztbrief herum und macht aus Typ 2 einen Typ 1.... Hört sich für mich danach an, dass die Firma Bayer da auch irgendwas mit zu tun hat.... Ja ich bin euphorisch.... Was sagt Ihr zu dem Zeitraum von ca. 2 Wochen von 65 IE auf 20 IE ? von Markus Nerger
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 12.10.2009 18:15:02
    Hallo Markus,

    wenn du wirklich T2 sein solltest, dann betrachte die Insulinbehandlung als Sechser im Lotto. Lass dich auf keinen Fall freiwillig auf Tabletten runtersetzen. Beobachte deinen BZ genau - Zielwerte sind maximal 140-120-100 mg/dl in 1-2-3 Stunden nach den Mahlzeiten. Und wenn du das mit 0 IE hinbekommst, dann spritzt du eben nichts.

    Viel Erfolg, Rainer
  • Markus Nerger

    Rang: Gast
    am 12.10.2009 18:36:02
    Danke Rainer, das mache ich. Ich messe sehr oft am Tag und auch einmal nach den Mahlzeiten, schon aus reinem Interesse..
    Was meint Ihr zur Einstufung T1 oder T2. Ist das immer klar oder wie sieht es da aus. Also ich habe auf jeden Fall mit dem Essen geschludert das war klar... Zu Fett, zu viel, zu Heiß, zu kalt.... usw. Das wird sich jetzt ändern bzw. das habe ich jetzt geändert... von Markus Nerger
  • peter

    Rang: Gast
    am 12.10.2009 19:10:13
    wenn ein arzt dir bei werten über 500 nichts weiter als eine diät verordnen würde, würde er sich sein berufliches grab graben, denn er wäre haftbar.
    was die fa bayer mit deinem dm zu tun hat ist gar nicht ersichtlich, denn die stellt kein insulin her.
    was du über heiß und kalt usw schreibst hat mit dm nichts zu tun.
    16 be sind deiner größe angemessen, und was ist gegen 20-25 ie insun als tagesdosis zu sagen ?
    frage mal resistente die das zehnfache spritzen und verzweifelt sind.
    grundsätzlich gibt es ca 10% ladas sogar normale t1 bei denen keine ak nachweisbar sind, na und ist doch völlig egal.(zudem es noch andere antikörper gibt die erst nach langem teurem suchen gefundenwerden)
    und schwestern haben überhaupt nicht in diagnosen rumzukrakeln, und auch nichts zu sagen.(das ist hilfspersonal)
    meinst du nicht , bei optimaler behandlung daß es völlig egal ist welchen typ, hast du keine anderen sorgen?
    ich freue mich daß ich seit jahren so geringe insulintagesdosen spritze, und daher auch keine gewichtsprobleme habe.
    von peter
  • Markus Nerger

    Rang: Gast
    am 12.10.2009 21:21:24
    Ok ich beschwere mich ja nicht - ich wundere mich. Klar kann man andere Sorgen haben, aber warum wird überall auf Typ 1 oder 2 rumgeritten, wenn man mal das oder mal das sein soll ? Auf jeden Fall mal Danke für die Infos. Mit den 12 BE komme ich eigentlich gut klar. Man wird sehen, wie weit der Insulinbedarf runter geht und ob er auch wieder rauf geht... Ich denke halt (noch), dass man mit Ernährung viel machen kann... von Markus Nerger
  • peter

    Rang: Gast
    am 12.10.2009 21:31:32
    laß doch kleinkarierte rumreiten, das ist makulatur.
    niemand von denen geht für dich zur dialyse.
    der rest ist glaube.
    und wenn das glaubensgebäude zusammenbricht.
    wo beschwerst du dich dann? von peter
  • Joa

    Rang: Gast
    am 13.10.2009 02:09:37
    Hallo Markus,

    > Markus Nerger schrieb:

    > Ok ich beschwere mich ja nicht - ich wundere
    > mich ... warum wird überall auf Typ 1 oder 2
    > rumgeritten, wenn man mal das oder mal das
    > sein soll ?

    Weil die Ansätze für sinnige Behandlungsformen doch einige Unterschiede aufweisen. So ist eine Typ 2 spezifische Behandlung bei Typ 1 Diabetikern z.B. ein Kunstfehler, der aber doch recht häufig passiert, wenn grade langsame Typ 1 Verläufe bei Erwachsenen erst mal fälschlich als Typ 2 diagnostiziert werden.

    Das passiert z.B. beim sogenannten Typ 1-LADA in ca. 30 % der Fälle.

    Und bei denen zeigen dann auch Typ 2 spezifische Behandlungen sogar manchmal eine Zeit lang durchaus Wirkung.

    Wenn man, wie Du, die Sache mit interessierter Aufmerksamkeit verfolgt und sinnvoll handelt, ist aber ein frühzeitiger Einsatz von Insulin kein Fehler, sondern sogar eher als positiv zu sehen. Und von Deiner Seite aus ist es auch kein Fehler, die für Typ 2 wesentlichen Ansätze zu beachten und anzuwenden.

    Es gibt halt auch den nicht seltenen Fall, dass beide Diabetestypen bei einem Diabetiker in trauter Gemeinsamkeit vereint vorliegen. ;-)

    Um eine nähere Einschätzung Deines persönlichen Typs zu erhalten, könntest Du mal drauf drängen dass das C-Peptid und der Anteil intakten Proinsulins im Blut bestimmt werden.

    Das C-Peptid ermöglicht eine Aussage über die Insulinspiegel, und bei überforderten Betazellen schütten diese einen erhöhten Anteil der unfertigen Insulinvorstufe, des Proinsulins aus.

    Wäre beides überhöht, würde das wohl eher für einen Typ 2 sprechen.

    Aber grade der Typ 2 sollte darauf achten, möglichst keine überhöhten Proinsulinspiegel zuzulassen, da dieses Zeug recht schädliche Wirkung entfaltet.

    Wie aber auch immer, und mit welcher Therapie erreicht, der vorhergehende Tipp mit 140-120-100 ist schon unbedingt gut. Und wenn das dann auch noch mit Halten oder gar Senken des Gewichtes bei Übergewicht einhergeht, dann bist Du auf dem Königsweg. Egal ob mit Inulin oder irgendwie anders. :-)))

    Gruß
    Joa
  • Katja

    Rang: Gast
    am 14.10.2009 00:35:15
    Hallo Markus,

    wenn Du einen Typ-1-Diabetes hast, ist es eigentlich normal, daß keiner Deiner Verwandten einen Typ-1 hat! Ganz anders sähe es aus, wenn Du einen Typ-2-Diabetes hast! Deutlich werden die Unterschiede, wenn man eineiige(!) Zwillinge betrachtet: hat einer einen Typ 1, so hat der andere mit nur(!) 30 - 50% Wahrscheinlichkeit ebenso einen; bei einem Typ 2 liegt sein Risiko dagegen bei 90%!!! Bei mir in der Familie bin ich jedenfalls der einzige Typ-1er.

    Nicht bei jedem Typ-1er lassen sich übrigens Antikörper nachweisen. Aber für mich spricht schon Dein stark nachlassender Insulinbedarf für einen Typ-1-Diabetes, denn der Honeymoon tritt meines Wissens nur beim Typ-1-Diabetes auf, weil sich die insulinproduzierenden Zellen durch die einsetzende Insulintherapie vorübergehend wieder erholen. Schließlich hast Du ja noch rund 20% dieser Zellen, und die produzieren immer noch Insulin. Als LADA hast Du zudem das Glück, daß die weitere Zerstörung wahrscheinlich langsamer vonstattengeht als bei jüngeren, so daß Deine BZ-Einstellung länger stabil bleibt.

    Bei einem Typ-2-Diabetes ist die Ursache eine Insulinresistenz, und da ist mit Einsetzen einer Insulintherapie nicht mit einem schnellen Rückgang des Insulinbedarfs zu rechnen - schließlich produziert der Körper ja schon mehr Insulin als bei Gesunden!

    Wenn ich mir das Gezerre im Gesundheitswesen der letzten Jahre ansehe, würde ich an Deiner Stelle froh sein, als Typ-1er eingestuft worden zu sein! Ich kenne auch jemanden, bei dem der Diabetestyp nicht klar war; ich habe ihm geraten, wenn's irgend geht, auf Typ-1 zu gehen! Das IQWiG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) hat bereits das gesamte(!) Therapiespektrum (Ernährung, Bewegung, sämtliche Tablettenformen, die neuen Insuline (Analoga), Teststreifen und als Generalklausel die "Nutzenbewertung einer langfristigen, normnahen Blutzuckersenkung bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2") zur Behandlung des Typ-2-Diabetes auf der Agenda gehabt! Nach dem bisherigen Vorgehen dieses Instituts würde es darauf hinauslaufen, daß ein Typ-2-Diabetes gar nicht mehr auf Kosten der GKV hätte behandelt werden dürfen!!! Mittlerweile wurden zumindest einige der Aufträge zurückgezogen. Bei den Typ-1ern geht es NUR um die neuen Insulinanaloga, aber beispielsweise nicht um die Notwendigkeit der BZ-Kontrolle oder der BZ-Normalisierung...

    Nutze die Zeit des Honeymoons, Dich über den Diabetes zu informieren sowie Erfahrungen zu sammeln und sei froh, daß Du noch ein Netz hast, das allzu heftige Ausreißer abfängt! Der Alltag und die Erfahrung, daß jeder Fehler voll durchschlägt, kommt leider noch früh genug...

    Viele Grüße

    Katja
  • Markus Nerger

    Rang: Gast
    am 14.10.2009 00:47:16
    Na, das ist doch mal eine Aussage mit der ich was anfangen kann. Herzlíchen Dank für deine Ausführungen. Mit anderen Worten könnte man sagen: "Sei doch froh, wenn du weniger spritzen mußt..." Ok das nehme ich mir zu Herzen, weil wenn das so weiter geht, gehen meine IE gegen Null. OK akzeptiert ich beobachte und korrigiere...Danke nochmal... von Markus Nerger
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 14.10.2009 12:10:33
    Hallo Markus,

    falls du doch Typ 2 sein solltest, dann ist die zeitige Insulinbehandlung für dich ein riesiger Vorteil. Das haben dir hier ja schon mehrere gesagt, aber in diesem aktuellen Focus-Artikel ist das sehr gut beschrieben:

    "Experimente haben bestätigt: Diabetes-Patienten, die zu einem frühen Zeitpunkt ihrer Erkrankung eine hohe Dosis Insulin bekamen, konnten das Hormon später für einen Zeitraum komplett absetzen. „Das Insulin funktioniert hier wie ein Gipsverband, der die Beta-Zellen schützt und die Krankheit in eine Art Remission versetzt“, erklärt Böhm."

    Um zu dem Artikel zu gelangen, musst du nur "focus insulin gips" googeln. von Rainer
  • Markus Nerger

    Rang: Gast
    am 14.10.2009 13:00:13
    Nun das hört sich ja eigentlich gut an. Im Grunde hatte ich noch Glück... Herzlichen Dank für die Anregungen... von Markus Nerger
  • Insider

    Rang: Gast
    am 14.10.2009 13:37:08
    @Katja`s Beurteilung trifft ohne Einschränkung am ehesten zu.

    von Insider
  • Joa

    Rang: Gast
    am 14.10.2009 19:55:14
    Hallo Katja,

    > Katja schrieb:

    > Remission und so weiter...

    Hier mal ein ganz interessanter Artikel zum frühzeitigen Insulineinsatz und zur Remission (=Honeymoon) beim Typ 2 Diabetes.

    http://www.medicalforum.ch/pdf/pdf_d
    /2008/2008-47/2008-47-158.PDF

    Gruß
    Joa
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 15.10.2009 13:49:02
    Moin Katja,

    dass der Typ2 zu viel Insulin habe, wird ähnlich penetrant und sinnfrei nachgeplappert, wie die Mär vom vielen Eisen im Spinat. Dabei geht der Urheber der Insulinresistenztheorie in den 80ger Jahren des vorigen Jahrhunderts, Dr. DeFronzo, heute längst davon aus, dass auch ein Typ2 bei Erreichen der Diagnosereife nur noch 20% der Betazellmenge eines gesunden Menschen gleichen Geschlechts und Alters und gleicher Statur hat.

    Eine einfache standardmäßige Fehlmessung bestätigt übrigens bei jeder C-Peptid-Bestimmung das Vorurteil, denn da wird der Nüchternwert eines Gesunden (gesunde Vorgabe) verglichen mit dem Nüchternwert eines Typ2, und der ist dann selbstverständlich deutlich größer. Der gesunde C-Peptid-Wert entspricht aber einem BZ von 70-90 mg/dl und der vom Typ2 dem bei 120-140 mg/dl. Würde man als gesunden Vergleichswert den C-Peptid-Wert des Gesunden bei gleichen 120-140mg/dl heranziehen, wäre der deutlich kleinere mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichhkeit beim Typ2 zu messen.

    Bisdann, Jürgen
  • Joa

    Rang: Gast
    am 16.10.2009 00:54:25
    Hallo Jürgen,

    > Jürgen schrieb:

    > Dass der Typ2 zu viel Insulin habe, wird ähnlich
    > penetrant und sinnfrei nachgeplappert, wie die
    > Mär vom vielen Eisen im Spinat. Dabei geht der
    > Urheber der Insulinresistenztheorie in den 80ger
    > Jahren des vorigen Jahrhunderts, Dr. DeFronzo,
    > heute längst davon aus, dass auch ein Typ2 bei
    > Erreichen der Diagnosereife nur noch 20% der
    > Betazellmenge eines gesunden Menschen gleichen
    > Geschlechts und Alters und gleicher Statur hat.

    Was ich schon etwas in Zweifel ziehen möchte.

    Allerdings scheint es mir dann doch müßig zu
    disputieren, ob der Typ 2 bei Manifestation des Diab
    nun 20, 25 oder vielleicht gar 40% seiner ehemals vorhandenen Betazellkapazität verfügbar hat.

    Denn *mehr* Insulin als der Gesunde braucht er resistenzbedingt allemal.

    Insofern hat er gegenüber dem Referenzbereich des "Gesunden" ein "Zuviel" an Insulin oder auch an C-Peptid.

    Und dazu auch noch ein Zuviel an Proinsulin, dessen noch gebundenes C-Peptid nicht im C-Peptid-Wert erscheinen sollte.

    Wir erinnern, dass Proinsulin nur etwa 10% Insulinwirkung bringt.

    Gruß
    Joa
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 16.10.2009 01:12:11
    Moin Joa,

    jeder C-Peptid/Insulin-Vergleich zwischen Typ2 und Gesunden bei gleichen 130 mg/dl (beim Typ2 nüchtern und beim Gesunden per Glukose-Infusion) bringt mehr Insulin auf der gesunden Seite. Wenn Du irgendwo mal einen Vergleich anstoßen kannst, tu es einfach.

    Anders rum könntest Du auch den gesunden Nüchternreferenzbereich mit einem Typ2 mit auf 80 mg/dl runter gespritztem BZ vergleichen und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen wesentlichen Unterschied zwischen beiden C-Peptids finden.
    Für Neue zur Erklärung: Gespritztes Insulin kommt ohne C-Peptid, so dass nachgewiesenes C-Peptid nur aus der Eigenproduktion kommen kann.

    Hey, bist Du schon zurück, oder schreibst Du aus dem Urlaub?

    Bisdann, Jürgen
  • Joa

    Rang: Gast
    am 16.10.2009 01:57:21
    Hallo Jürgen,

    > Jürgen schrieb:

    > Hey, bist Du schon zurück, oder
    > schreibst Du aus dem Urlaub?

    Bin aus dem Urlaub retour. :-(((

    Zu den anderen Sachen sag ich mal nix weiter, weil wir da um Kaiseres Bart diskutieren täten.

    Klar ist, dass der Typ 2 durch pathologische BZ-Werte auffällig wird, wenn entsprechend viele seiner Betas abgeraucht sind.

    Schon lange zuvor wird er anhand erhöhter Proinsulinspiegel diagnostizierbar. Wobei auch schon massig Betazellmasse abhanden gekommen sein dürfte.

    Kann, insbesonder der Übergewichtige Typ 2 dann die Faktoren der Insulinresistenz reduzieren, kommt er zumeist noch recht lange mit dem Rest seiner Betas ganz gut zurecht.

    Das ist dann eine Form der Remission des Typ 2.

    Wenn das gut läuft, sollte auch das weitere Sterben von Beta-Zellen reduziert sein.

    Und, bis auf die Resistenzfaktoren, bzw. die Beteiligung von autoimmunen Prozessen unterscheiden sich da Typ 1 und 2 nicht so sonderlich. Denke ich. ;-)

    Gruß
    Joa
  • Katja

    Rang: Gast
    am 17.10.2009 20:17:59
    Hallo Jürgen,

    Du schreibst: "Dabei geht der Urheber der Insulinresistenztheorie in den 80ger Jahren des vorigen Jahrhunderts, Dr. DeFronzo, heute längst davon aus, dass auch ein Typ2 bei Erreichen der Diagnosereife nur noch 20% der Betazellmenge eines gesunden Menschen gleichen Geschlechts und Alters und gleicher Statur hat."

    Warum bekommen dann nur frisch diagnostizierte Typ-1-Diabetiker ein ketoazidotisches(!) Koma und nicht auch die frischen Typ-2er??? Wenn ein frischer Typ-2er ein Koma hat, handelt es sich um ein hyperosmolares Koma. Das widerspricht deutlich der Annahme, daß auch bei Typ-2ern das große Betazellensterben eingesetzt hat. Der zweite Widerspruch liegt darin, daß die meisten Typ-2er problemlos jahre- und jahrzehntelang ohne gespritzes Insulin auskommen. Ein Typ-1er kann das bekanntlich nicht.

    Übrigens: ich habe nie behauptet, daß ein Typ-2er zu viel Insulin habe! Er hat nur mehr als ein Gesunder, aber trotzdem einen relativen Insulinmangel. Und es gibt auch physiologische Gründe, warum er mehr Insulin braucht! Beim Gesunden wird die Zuckerfreisetzung der Leber bei Beginn einer Mahlzeit gestoppt, beim Typ-2-Diabetiker nicht! Seine Bauchspeicheldrüse muß also nicht nur die Kohlenhydrate der Mahlzeit abdecken, sondern zusätzlich den immer noch freigesetzten Zucker der Leber!

    Woher stammen Deine Aussagen bezüglich der Fehlmessung des C-Peptids?

    Viele Grüße

    Katja
  • Markus Nerger

    Rang: Gast
    am 17.10.2009 22:35:58
    nach einigen Stunden investierter Zeit und vielen Menschen, die einfach keine Ahnung haben aber vorgeben, welche zu haben hatte ich am Freitag einen Termin bei Diabetologen, der dies bereits seit den späten Achtzigern praktiziert. Aufgrund der vorliegenden Diagnose des Krankenhauses und der Befunde attestierte er einen Tpy 1 Lada und bestätigte den Befund. Plötzlicher Zusammenfall der BZ Werte, großer Gewichtsverlust und eine Keto sind eindeutige Nachweise auf Typ 1. Am heutigen Tag benötige ich 7 Einheiten Actrapid und lasse das Protaphane komplett weg. Auch der Arzt sagt, das würde sich bald ändern. Meine eigene Theorie und die bis jetzt gesichteten Beiträge lassen mir meine eigenen Rückschlüsse zu. Der Arzt sagte auch, dass die wenigsten Patienten die Insulindosis anpassen und einfach weiter spritzen. Dann folgt die Unterzuckerung und die meisten kennen nur Traubenzucker als Ausgleich. Ist ja klar, dass die dann zunehmen. Natürlich ist das nicht wissenschaftlich fundiert und vielleicht auch totaler Quatsch. Jedenfalls schaute der Doc wie ein Auto, weil ich das Insulin zu jeder Mahlzeit angepasst haben. Viele der Berichte im Internet zeugen einfach von Frustration und Unwissenheit. Da werden die Berliner verdrückt und man bekommt ja immer die Bestätigung. Keine Diät, Ihr könnt alles essen.... Viele vergessen die Fett und Eiweißwerte und wundern sich, warum sie zunehmen. Da kommt das Insulin gerade recht um zu sagen, das Insulin macht dick. Also ich habe unter Insulin angenommen und das nicht schlecht. So das war mal meine Meinung.... Danke allen, die mir diese krankheit näher gebracht haben. Und noch was: Viele Fremdwörter machen keinen Arzt und verwirren die Menschen, die von der Materie gar noch nichts wissen... von Markus Nerger
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 18.10.2009 00:51:59
    @ Markus

    gratuliere zu Dok-Auto ;-)



    @ Katja,

    der Unterschied hat sicher was mit der Art des Abnibbelns zu tun. Beim Typ1 werden die Betas gefressen und müssen in kurzer Zeit immer mehr leisten, was sie in der Gegend von 20% einfach zusammenklappen lässt. Wenn dann der BZ mit gespritztem Insulin wieder normalisiert und die übergroße Last so und mit passender Futterauswahl gelindert wird, reichen die verbliebenen und immer wenigeren 20% oft noch für mehrere Honigmonate und manchmal sogar manches Honigjahr.
    Beim Typ2 mit praktisch keiner Entdeckung durch Ketoazidose hat der Organismus über Jahre bis Jahrzehnte Zeit, sich nach und nach verträglicher auf immer weniger Insulin einzustellen. Da kommt es selbst mit dem berühmten Sekundärversagen zu keiner Typ1 gleichen Keto. - Mithin taugt der Keto-Vergleich nicht zum Vergleich der Betazellmasse :-(

    Zum C-Peptid-Vergleich Gesunder/Typ2 such doch einfach mal, wo Du eine Untersuchung findest, die den verschiedenen Ausgangs-BZs beim Nüchtern-Vergleich Rechnung trägt oder gar der ja auch von Dir beschriebenen Mehrausgabe an Zucker durch die Leber. Sorry, ich hab Monate danach gesucht und mit mir einige Ärzte. Dochdoch, wir hatten dann tatsächlich was gefunden, Forschungsversuche, in denen der BZ wirklich auf gesund nüchtern abgesenkt wurde - um sicherzustellen, dass dann auf der Typ2-Seite nicht Typ2-typisch zu viel Glukagon ausgegeben und damit die Leber zu zu großer Zuckerausgabe stimuliert würde. ABER obwohl alles haarklein dokumentiert wurde, ist für keinen dieser Versuche dokumentiert, wie die gesunde Glukagonausgabe der Alphas für die Untersuchungsdauer wirklich überwacht wurde :-( von Jürgen
  • markuis nerger

    Rang: Gast
    am 06.02.2011 16:13:48
    Guten Tag alle miteinander,

    wollte nur mal so nach einem Jahr einen kleinen Erfahrungsbericht abgeben. Mein BZ ist auf dem Stand eines normalen Menschen 1c liegt bei ca 5,6. Mein Gewicht habe ich bis auf 95 KG reduziert und ich benötige seit damals keinerlei Insulin. Nach jeder BE Aufnahme versuche ich mich etwas zu bewegen. 1 h nach Essen BZ ca. 100 nach 2 h ca. 60-70. manchmal habe ich sogar Unterzucker. Niedrigster Wert war 48.

    Ich kann jedem raten, seine Ernährungs- und Bewegungsabläufe strikt zu überdenken. Bei mir jedenfalls ist der DM weg und zwar seit über einem Jahr und würde man den Diabetikern nicht schon im KKH sagen, dass alles ok ist und man alles genau so weiteressen kann, würden sich vielleicht viele Diagnosen in Luft auslösen.

    ich wurde viel belacht und aus einigen Foren rausgeworfen... der einzige der nicht gelacht hat, war mein Diabetologe. Der sagte mir, ich solle ein Buch schreiben... Aber nichts davon zur Insulinindustrie.... könnte ärger geben...

    MEIN Fall hat sich somit erledigt, obwohl ich jeden Tag noch messe und alles dokumentiere.....

    jeder der weiteres Interesse hat, kann sich gerne melden: markus.nerger@web.de.
    Am Anfang versteht man nur Bahnhof und nun ist man geistig weiter als der eigne Diabetologe.

    Gruß markus
    von markuis nerger