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Therapieumstellung Ja oder Nein ?

  • Markus Glaser

    Rang: Gast
    am 25.09.2009 23:39:47
    Hallo, ich habe seit ende Mai festgestellt, das meine Blutzuckerwerte nicht dem normalen entsprechen (waren damals teils zu niedrig, teils zu hoch). Nach entsprechender Abklärung wurde der Diabetes durch meinen Hausarzt festgestellt und aufgrund der Tatsache das ich (neue Freundin mit Typ 2 Diabetes) seit April bereits angepasste Diät mit Gewichtsreduktion betreibe und meine Blutzuckerwerde zusehends schlechter wurden, wurde ich zunächst auf Glimepirit eingestellt. ach einigen Nachhaken überstellte mich der Hausarzt zum Diabetologen, welcher zunächst meinte es schaut nach Typ 2 aus und ich wurde auf Metformin 500 (1-0-0) eingestellt. Beim Antikörpertest kam aber heraus das der eine Antikörper knapp unter der Grenze ist. Der Arzt meinte bei der telefonischen Nachfrage ich bin Typ 2, später kam der Anruf ich wäre Typ 1. Er will mich jetzt auf Insulin (zu den Mahlzeiten) einstellen, das Metformin weglassen. Meine Blutzuckerwerte sind mit Metformin immer innerhalb des Zielbereichs, ohne Metformin (hab drei Testtage gemacht) sind sie eindeutig zu hoch. also wirkt das Metformin bei mir.
    Soll ich mich nun auf Insulin ohne weitere Tabletten umstellen lassen ?

    Danke schonmal für eure Antworten. von Markus Glaser
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 26.09.2009 10:07:21
    Moin Markus,

    Metformin behindert die Zuckerausgabe der Leber. Wenn Metformin bei Dir messbar wirkt, ist die zu große Zuckerausgabe der Leber Teil Deines Problems. Dann wäre es auch zusammen mit Insulin nützlich, denn für den Zuckeranteil, der gar nicht erst ins Blut geliefert wird, brauchst Du auch nicht zu spritzen. Das heißt, mit Metformin brauchst Du weniger Insulin, ohne halt mehr.

    Deine Blutzucker-Angaben sind für einen weiteren Rat nicht konkret genug. Mit Welchen Werten stehst Du auf? Was misst Du vor und was 1 Stunde nach welchem Essen?

    Bisdann, Jürgen
  • Markus Glaser

    Rang: Gast
    am 26.09.2009 11:20:00
    Hallo, also Metformin wirkt dreifach, bei der aufnahme des Zuckers aus dem Darm, bei der aufnahme des Zuckers in die Zellen und es unterdrückt die ausschüttung durch die Leber. Meine neue Therapie soll OHNE Metformin sein, nur drei kleine Dosen Insulin. Die Werte Nüchtern mit Metformin sind bei 85 ohne Metformin bei 100. Die 1 Stündigen sind mit Metformin bei 120 ohne Metforminbei 145.
    Danke aber schonmal für deine Antwort.
    von Markus Glaser
  • peter

    Rang: Gast
    am 26.09.2009 11:35:48
    markus , -wenn- du typ 1 bist, und das sicher ist,
    ist deine frage irrelevant.
    natürlich kannstdu weiter metformin schlucken(viele würden es gerne lassen)
    aber ein typ 1 "muß" insulin spritzen, und das so früh wie möglich schon um die restlichen ß-zellen zu schonen. von peter
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 26.09.2009 12:37:34
    Moin Markus,

    wenn Du Verdauungsstörungen hast, wirkt Metformin bei Dir auch im Darm ;-( Wenn Du ohne Verdauungsstörungen eine BZ-Wirkung misst, so wie Du's beschreibst, behindert Metformin die Zuckerausgabe Deiner Leber. Das ist die einzige nachgewiesene und damit Hauptwirkung, kannst Du hier nachlesen
    http://www.annals.org/cgi/reprint/137/1/25.pdf
    Dass es die Zuckeraufnahme in die Zellen befördern könnte, ist reine Spekulation im nicht messbaren Bereich.

    @ Peter:
    Die klare Unterscheidung zwischen Typ1 und Typ2 hat nie funktioniert. Es gibt ne ganze Menge fließender Übergänge. Wenn wie bei Markus mit der eindeutigen Wirksamkeit des Metformins eindeutig eine fehlgesteuerte Zuckerausgabe der Leber beobachtet werden kann, wäre er eigentlich dumm, wenn er den Zucker erst zu viel produzieren lassen und dann runterspritzen würde. Denn den Löwenanteil des zu vielen Zuckers macht die Leber per Gluconeogenese aus Eiweiß, wenn sie kein anderes findet, gnadenlos auch aus Muskeleiweis.

    Bisdann, Jürgen
  • Joa

    Rang: Gast
    am 27.09.2009 23:28:16
    > Markus Glasner frug:

    > Soll ich mich nun auf Insulin ohne
    > weitere Tabletten umstellen lassen

    Hallo Markus,

    also ich würde da an Deiner Stelle drauf drängen, das Metformin auch bei Insulinunterstützung zu Mahlzeiten beizubehalten. Zumindest dann, wenn Du keine Schwierigkeiten damit hast.

    Das Insulin zu den Mahlzeiten ist im Nachtverlauf nicht wirksam. Und da hast Du mit den besseren Nüchternwerten einen Beweis für Metforminwirkung genannt.
    Das würde vielleicht auch dafür sprechen, unabhängig von der Metforminfrage, eine kleinere Dosis an Basalinsulin für den Nachtverlauf zu nehmen.

    Außerdem muss ich Jürgen in Sachen Metformin zum wiederholten sanft darauf hinweisen, dass Metformin diverse und nachgewiesen Wirkungen im Glucosestoffwechsel hat.

    Und z. B. auch mit einer signifikanten Senkung des von überforderten Betazellen abgegebenen, intakten Proinsulins einhergeht.

    Aber das kann Dir Jürgen sicher noch näher erklären, und warum es Sinn macht, mal den aktuellen Proinsulinstatus bestimmen zu lassen.

    Ich muss nähmlich noch packen, um morgen früh in den Süden zu düsen. :-))

    Gruß
    Joa
  • Markus Glaser

    Rang: Gast
    am 27.09.2009 23:57:23
    Es soll ja kein Basalinsulin sein. Das ist es ja. Einzige Begründung des Arztes ist der Antikörpertest dessen Wert noch unter dem Grenzwert liegt.
    Dem gegenüber steht dass ich jahrelang BMI > 30 hatte und Glimepirit nach kurzen Anfangserfolgen (2Wochen) zu Blutzuckerwerten führte die eher einem EKG glichen (ständige Ausreisser nach oben und unten). Erst set Metformin ist mein BZ "normal" von Markus Glaser
  • Joa

    Rang: Gast
    am 28.09.2009 00:54:56
    Hallo Markus,

    bei Dir liegt die Beta-Zell Funktion sicherlich deutlich im grenzwertigen Bereich.

    Ich würde vermuten, dass da einerseits Resistentz-Komponenten des Typ 2 beteiligt sind, und anscheinend auch ein paar autoimmune Antikörper.

    Metformin gehört durchaus zu den Standards auch bei den langsamen Verläufen des Typ 1, wirkt aber systemisch umfassender bei Typ 2.

    Es unterstützt den Zellkern, irgendwie, scheinbar auch bei der Herstellung von Genen und Hormonen. Die dann wieder
    in anderen Zellen wichtige Funktionen haben.

    Metformin fördert z.B. deutlich (+75%) die Freisetzung des Hormons GLP-1 in Darmzellen, dass dann wiederum seinerseits in den Beta-Zellen des Pankreas beiträgt, dass die Aufspaltung von Proinsulin in Insulin effektiver läuft. Immerhin ist für Metformin eine Senkung des Proinsulinlevels im Blut um noch 6% nachgewiesen. NIcht wahnsinnig viel, aber immerhin signifikant.

    Außerdem erhöht Metformin erwiesenermaßen die Fähigkeit diverser Zellen Glucosetransporter bereit zu stellen, oder aber deren Transportfähigkeit für Glucose.

    Hinzu kommt natürlich die von Jürgen immer als monokausal hervorgehobene Wirkung hinsichtlich der Leber, wo Metformin beiträgt, die Neubildung von Zucker zu hemmen, besser wohl, zu normalisieren.

    Insofern ist Metformin, irgendwie, anscheinend eine Art von eierlegender Wollmichsau.

    Ich würde an Deiner Stelle, wie gesagt, daran denken:

    a) Metformin beibehalten

    b) zum Essen ergänzend Bolusinsulin in
    passender Menge.

    c) Zumindest über die Nacht ein Basalinsulin in moderater Menge.

    Der Vorschlag vom Doc, Metformin weg, nur Bolusinsulin zum Essen, ist mir erst mal unverständlich.

    Vielleicht druckst Du das aus und fragst Ihn direkt?

    Gruß
    Joa
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 28.09.2009 01:28:08
    Moin Joa,

    die weitgehende Einfachwirkung hab ich vom Hersteller. Die Verringerung des Proinsulins ließe sich einfacher mit dem verringerten Sekretionsdruck auf die Beta-Zellen durch weniger zuvielen Zucker aus der Leber erklären. Und wenn Metformin die von Dir beschriebene Darmwirkung hätte, hätten wir für die Wiederbelebung des BZ-unabhängigen Regelkreises/Erstantwort nicht auf Byetta und Victoza warten müssen.

    Genieß Deinen Urlaub! Jürgen
  • peter

    Rang: Gast
    am 28.09.2009 19:02:11
    hallo m. gläser,
    da hab ich was mißverstanden, bez. der ak.
    es gibt keinen grenzwertmnfür die ak in bezug auf diabetes typ 1.
    der grenzwert für ak liegt in der zuverlässigkeit der analytik. das heißt unter einem bestimmten wert, damals
    0,6 kann man nichts genaues sagen, denn das ergebnis ist völlig aussagefrei.
    daher nehme ich die aussage du solltest insulin spritzen zurück.
    und wenn metformin wirkt ist es kein problem einmal täglich zb victoza zu spritzen was bei vielen nicht nur den bz normalisiert, die betas schont, bei der gewichtsabnahme hilft, und recht positiv auf den bd wirkt(senkend) von peter