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Frage zur Pumpe
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Nadine Oeding
Rang: Gastam 19.12.2010 21:56:23
Hallo alle zusammen,
ich habe des öfteren gehört das die Diabetes Einstellung mit der Pumpe besser läuft als wenn ich Spritze,woran liegt?
Habe mich noch nicht mit der Pumpentherapie auseinander gesetzt aber ich dachte immer das ich bei der Pumpe eingeben muss was sie abgeben soll, aber dann wäre es doch egal ob Spritze oder Pumpe.
Danke für ehrliche Erklärungen -
Daniela
Rang: Gastam 19.12.2010 23:20:06
Hallo,
es ist nicht egal. Wer für den Basalbedarf Depotinsulin (Lantus, Levemir, Protaphane) verwendet hat durch das "Wirkprofil" des Insulins immer eine bestimmte Menge an wirksamen Insulin im Blut - das ist festgelegt durch die Insulinsorte und die Insulinmenge.
Bei der Insulinpumpe wird der Basalbedarf durch die Basalrate abgedeckt, die kann über 24 Stunden individuell programmiert werden - damit kann man mit weniger Insulin gezielter den Stoffwechsel führen. Zum Einen sind Hyper- und Hypoglykämien besser vermeidbar, zum Anderen ballet man nicht zuviel Insulin auf seine Insulinrezeptoren und macht sich dadurch unempfindlicher auf Insulin.
Es gibt Diabetiker, die gerne mit Fett und Eiweiß über den Tag leben, um eine bessere Stoffwechselführung zu erreichen (ich mach das ^^) - für 200 kcal reines Fett oder Eiweiß benötigt man aber Insulin für 1 BE über 8 Stunden - der ICTler spritzt dann Depotinsulin, ich verzögere den Bolus über 8 Stunden ;-)
Die Pumpe hat daneben auch Nachteile, bei technischem Versagen über mehrere Stunden kann es zur Ketoazidose kommen, ein weiterer Nachteil ist die Infusionskanüle, das Gewebe vernarbt wenn die Kanülen zu lange liegen und die Resorption von Insulin wird verschlechtert.
Genug Infos?
LG, Daniela -
Heiner
Rang: Gastam 20.12.2010 09:31:03
Hallo anonym, einen Nachtrag zu Daniela hätte ich doch:
Daniela schreibt über 2 Nachteile, die man so nicht gaanz stehen lassen kann. Eine Ketoazidose durch technische Probleme mit der Pumpe schließt sich fast von selbst aus. Die Pumpen sind heute "eigentlich" alle in der Lage, technische Probleme zu erkennen und durch Fehlermeldung anzuzeigen. Dann liegt es am Pumper, entsprechend zu reagieren.
Vernarbungen durch die Katheter können vorkommen. Vernarbungen im Fettgewebe und dadurch Probleme bei der Insulinwirkung kann ich mit dem Pen oder Spritze ebenfalls bekommen. Den Pen benutze ich 4 - 6 mal am Tag. Die Pumpe lasse ich mit einem Katheter 1 - 3 Tage liegen (ich wechsle alle 3 Tage). Letztendlich bekomme ich das Unterhautfettgebewebe sowie die darüber befindliche Haut auf beiden Wegen mit den Jahren mehr oder weniger kaputt. Bei mir wurde vor 42 Jahren 1x täglich Insulin in den Oberschenkel gespritzt. Nach 2 Monaten fing es an und meine Spritzstellen wurden härter und härter. Man - Ärzte und Diabetiker - hatte damals davon anscheinend noch keine richtige Ahnung.
Heute weiß man es und kann entsprechend vorbeugen.
Gruß Heiner -
Nadine Oeding
Rang: Gastam 20.12.2010 21:46:57
Danke euch beiden für die Antwort.
Ist es denn Störend die Pumpe ständig am Körper zu haben.Bis jetzt kann ich es mir nicht vorstellen wie das ist.
Gibt sie denn auch weniger Insulin ab wenn der Zucker zu niedrig ist?
Und wie ist es mit spontanem Sport geht das oder muss ich dann wieder ne Sport Be essen?
LG und danke -
Daniela
Rang: Gastam 21.12.2010 02:31:20
Hallo Heiner,
"Eine Ketoazidose durch technische Probleme mit der Pumpe schließt sich fast von selbst aus. Die Pumpen sind heute "eigentlich" alle in der Lage, technische Probleme zu erkennen und durch Fehlermeldung anzuzeigen. Dann liegt es am Pumper, entsprechend zu reagieren."
hm, ich hatte in den letzten Jahren mehrmals eine Ketoazidose aufgrund Komplettausfalls der Pumpe in der Nacht - seit diesem Jahr habe ich eine andere von einem anderen Hersteller.
"Vernarbungen durch die Katheter können vorkommen. Vernarbungen im Fettgewebe und dadurch Probleme bei der Insulinwirkung kann ich mit dem Pen oder Spritze ebenfalls bekommen."
Ja, aber unwahrscheinlicher. Durch das Tragen der Kanülen, die sich mit der Körperbewegung im Gewebe bewegen wird ein größerer Hohlraum gebildet. Dadurch, dass die Kanülen länger liegen als eine Pen- Spritzen-Nadel kommt es lokal zu winzigen Entzündungsreaktionen, das Gewebe vernarbt.
Ich habe bereits nach 2 Tagen Liegedauer Resorptionsprobleme, vielleicht aber bist Du auch nicht an der unteren Grenze der Tagesinsulingesamtmenge, dass Du sowas nicht bemerkst, meine TGD liegt bei 32 - 42 IE/Tag und da muss aus der BR noch deutlich was raus.
LG, Daniela -
Heiner
Rang: Gastam 21.12.2010 09:37:24
Hallo Daniela, hallo anonym,
Daniela:
die entzündeten Stellen habe ich nicht. Ich gebe immer einen Tropfen Braunovidon an die Stelle, wo die Nadel in der Klebefläche verschwindet. Das hilft gegen Entzündungen.
Das einzige Problem, was ich da hinsichtlich einer Keto kenne ist, dass Insulin als Rückfluss im Stichkanal wieder nach oben kommt. Ist bei mir 1 - 2 mal passiert ohne es mit 100 %iger Gewissheit sagen zu können. Echte technische Probleme habe ich bisher höchstens 2 - 3 mal pro Jahr und sie sind immer mit einer Fehlermeldung (z.B. Katheterverstopfung) und einem entsprechenden Vibrato verbunden.
anonym:
Für mich ist das ständige Tragen der Pumpe kein Problem. Andere Leute haben ständig ihr Handy, ihren PDA und/oder ähnliches am Gürtel oder in einer Tasche bei sich, ich habe meine Pumpe und möchte sie nicht mehr missen. Es ist einfach toll, wenn man es mit Pumpe bei der relativ gesehen höheren Flexibilität schafft, mit besseren Werten und damit auch einem gesteigerten Wohlbefinden durchs Leben zu gehen. Am schönsten wäre es natürlich, es ginge ganz ohne Hilfsmittel und zugeführtes Insulin, das werde ich aber wahrscheinlich nicht mehr erleben.
Gruß Heiner -
Daniela
Rang: Gastam 27.12.2010 06:15:12
Hallo Heiner,
ja, mittlerweile sind die Combo und ich auch ein "Liebespaar" ;-)
Ich hatte vorher die Animas IR 1200, eigentlich gut gemachte Pumpe, aber irgendwas an oder mit mir mochte die nicht - jedes Jahr hatte die einen Defekt, was natürlich nicht gerade gut ist wenn man arbeiten geht und keine Ahnung hat wie man sich aus der "Liese" wieder raus holt - die Ketos hatte ich bereinigt, nicht aber die Lipolysen. Das führte dann zu einer grottenschlechten Stoffwechseleinstellung und letztendlich war ich deswegen lange krank geschrieben (mit HbA1c von 9,7 % über längere Zeit gehts einem beschissen).
Aber Gott sei Dank, es hat sich jetzt wieder einiges erholt, letzter HbA1c lag bei 4,7 %, der nächste wird etwas höher liegen, ich krieg das mit Renovierung und BZ-Anstiege schlechter in den Griff und korrigiere häufiger i.v., um Hypos zu vermeiden, wer will denn unterzuckern während er auf der Leiter steht ;-)
Ja, am besten wäre es ohne Hilfsmittel, aber das werde auch ich nicht mehr erleben..
Liebe Grüße, Daniela -
kai4
Rang: Gastam 27.12.2010 18:07:04
@Daniela:
Du hast tierisches Insulin im Gebrauch in Deiner Pumpe.
Ich trage den Gedanken, evtl. auch eine Pumpe zu benutzen, z.B. die veo von medtronic.. Die Diabetologin hätte soweit keine Einwände. Jetzt meint aber die Diabetesberaterin, daß ich für den Gebrauch des tierischen Insulins in einer Insulinpumpe eine Bestätigung benötigen würde, daß dies klappt. Anfrage in England über die Firma bezügl. Herstellung tierischen Insulins: sie kennen die Pumpe nicht und können nicht viel dazu sagen. Ich solle mich an den Pumpenhersteller wenden.
Anfrage bei medtronic ergab: wichtig sei, daß die Inaltsstoffe des tierischen Insulins sich derer des z.B. gentechnischen Insulins ähneln, kurzum, es sollen keine agressiven Inhaltsstoffe sein, die z.B. den Schlauch beschädigen könnten. Hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht oder hast Du eine Bestätigung von einer Firma erhalten, daß tierisches Insulin mit einer Pumpe kompatibel ist ? -
Daniela
Rang: Gastam 28.12.2010 09:36:49
Hi,
ich hatte die mündliche Aussage von CPPharma, dass es machbar ist ;-)
Mein Normalinsulin ist Hypurin porcine neutral und es funktioniert super. Allerdings muss ich täglich das Infusionsset wechseln, da es sonst Resorptionsprobleme gibt (kann aber an mir liegen).
Agressive Stoffe sind im Insulin NICHT enthalten, vielmehr ist zuwenig Zink zur Stabilisierung im Insulin, dass es evtl. zu Verstopfungen kommen kann, aber das passiert bei mir nie.
Solltest Du ein anderes Insulin verwenden, testen, verwendest Du dasselbe wie ich, kein Problem :-)
LG, Daniela -
Rudi
Rang: Gastam 28.12.2010 15:25:25
1. zu den Vernarbungen kann es kommen - muss aber nicht zwangsläufig so sein (hängt vom "Pelz" des Nutzers ab - ich habe 25 Jahre in OS +OA gespritzt und 15 Jahre "gepumpt" ohne jegliche Verhärtung oder Vernarbung)
2. warum soll denn tierisches Insulin in/mit Pumpen nicht funktionieren? Also wenn 15 Jahre "Beweis" nicht reichen... (die Konzentration ist als gleich vorauszusetzen 100IE/ml). Nicht zu vergessen die Pumpies, die von 1985 an ein Pumpe trugen und ebenfalls verschiedene tier. Insulin nutzten/ nutzen. Wer es allerdings nicht braucht, sollte Analoga verwenden, da diese schneller wirken und so mit der Pumpe die BSD besser "imitieren".
3. die Resorptionsprobleme (siehe Dani) sind wie unter 1. userabhängig (auch damit hatte ich nie Probs).
von Rudi