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Eiweiß hebt BZ?
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peter
Rang: Gastam 21.09.2009 20:08:19
kleine info für medizinstudenten,
Neue Rechenarbeit für Diabetiker
Auch Fett und Eiweiß können den Blutzucker erheblich beeinflussen.
Kohlenhydrate sind der Nahrungsbestandteil, an den Diabetiker die Do- sis ihrer Medikamente, besonders das Insulin, anpassen müssen. Fett und Eiweiß, so wird es noch in den Schulungen gelehrt, hätten kaum Einfluss auf den Blut- zucker. Tatsächlich werden auch Fett und Eiweiß im Körper in Zucker umgewandelt, wenn auch nur langsam und nur zum Teil.
"Oft ist das der Grund, warum der Blutzucker- spiegel 3-5 Stunden nach einem fett- und eiweißreichen Essen steigt", erklärt Prof. Olga Kordonouri vom Kinderkrankenhaus auf dem Bult in Hannover. Sie schult die jungen Patienten und ihre Eltern seit einiger Zeit darin, zusätzlich zu den Kohlenhydraten auch Fett und Eiweiß in ihrer Wirkung auf den Insu- linbedarf zu berechnen.
Die 30 bisher geschul- ten Kinder haben seit- her deutlich stabilere Werte. Kordonouri vermutet, dass viele Typ-1-Diabetiker dieses Problem haben und rät ihnen, dies mit ihrem Arzt zu besprechen.
Quelle: "Diabetiker Ratgeber" 4/2009
nur zum verständnis, mediziner sind keine halbgötter in weiß, sind schon garnicht allwissend, und vergessen zu gerne daß sie von uns leben, also dienstleister sind, weiter nix.
und wenn ein doc das nicht begreift, braucht er hilfe.
von peter -
Joa
Rang: Gastam 21.09.2009 20:34:34
Hallo Astrid,
> Astrid schrieb:
> das Din A5-Heftchen heißt
> "Diabetiker-Ratgeber",
> Ich glaube es war die Juni-Ausgabe,
> in der dieser Artikel erschien und er
> hatte diegleiche Berechnungsformel,
> wie du geschrieben hast.
Danke für den Hinweis. Habe mir noch in der Apo die Ausgaben ab Juni besorgen können. Leider war da nichts entsprechendes drin zu finden.
Allerdings in der Juli 09 Ausgabe auf Seite 15 ein Hinweis auf Fett und Eiweiß im Zusammenhang hoher Morgenwerte:
"Ein fett- und eiweißreiches Abendessen kann den Blutzucker nachts steigen lassen. Denn Fett und Eiweiß werden zum Teil in Zucker umgewandelt."
Auf der Internetseite des Diabetiker-Ratgebers findet man dann aber doch noch was näheres, möglicherweise den von Dir erinnerten Artikel betreffend?
http://www.diabetiker-ratgeber.de/
Diabetes-Typ-1/Rechenarbeit-Insulin-
auch-fuer-Fett-A090526MEMAQ114136.html
Da wird über Kodonouris Fett- und Eiweißeinheiten, FPE, geschrieben. Allerdings ohne brauchbare Angaben zum Insulinbedarf.
Die hatte ich ja oben erwähnt.
Kodonouris Insulinierungsvorschläge schwächeln auch, da sie nur einen verzögerten Bolus (CSII) oder Normalinsulin (ICT) andenkt.
Unter ICT ist es praxisorientiert erprobt, den FPE Anteil der Nahrung, der den normalen individuellen Ernährungsstil überschreitet, oder der zusätzlich pur verspeist wird, mit einem intermediären Verzögerungsinsulin abzudecken. Dazu eignet sich ein NPH-verzögertes Insulin bei niedriger Dosierung gut, sollte aber nicht zusammen mit einer evtl. zeitgleichen Basaldosis zusammen gespritzt werden, sondern als eigene, kleine Dosis an einem weiteren Injektionsort.
Natürlich ist auch Deine Lösung mit den zeitlichen Anpassungen der Basalgaben für die Regelmahlzeiten eine sehr elegante Methode! *thumb_up*
2 FPE (Kodonouri) oder eine Exzess-BE (Teupe) brauchen nicht zusätzlich insuliniert zu werden. Das schafft eine "wohlformulierte", also eine funktional angemessene Basalversorgung in aller Regel auch selber zu bereinigen, Dabei erinnern wir die o.a. Rechengröße von 200 kcal aus Fett und Eiweiß.
Weiß man das und berücksichtigt es ggf. auch einigermaßen, erfährt man einmal mehr, dass solche noch durchaus verbreitete Diabetologen-Weisheit wie:
"Der Blutzucker macht eben manchmal was er will"
oft nur einen Ausdruck fehlender Kenntnis darstellen.
In Althausen hört man da noch von vielen weiteren Beispielen, so dass Schulungsteilnehmer oft mit dem Gefühl nach Hause fahren, ihren Diabetes völlig neu gelernt zu haben.
Nur ein paar Stichworte: Rezeptorregulation, Gastroparese, Insulinbedarf für Cortison, Aufstehinsulin.
Alles Sachen die erst langsam und mit teilweise jahrzehntelangen Verzögerungen von der dominierenden Diabetologie als Basiswissen adaptiert werden.
Frau Prof. Kodonuri macht da einen begrüßenswerten Schritt dazu.
Ist doch schon was anderes, wenn eine Frau Prof. was sagt, als wenn es nur irgendsoein "popliger" Dr. "behauptet'?
Ach ja, die FPE-Sache ist von Typ 2 Diabetikern mit noch relevanter eigener Insulinleistung sehr vorsichtig anzugehen, und ggf. nur bei sehr extremen Mengen zusätzlich verdrückter FPE sinnvoll.
Und ein paar Fallstricke gibt es auch noch für Typ 1 er. Aber das würde wohl jetzt den Rahmen sprengen?
Gruß
Joa -
Jürgen
Rang: Gastam 21.09.2009 21:53:41
Moin Joa,
Typ2 hat das Eiweiß-Spiel gewissermaßen von Anfang an eingebaut, denn mit dem verstärkten Umbau von Eiweiß zu Glucose=Gluconeogenese sorgt die fehlgesteuerte Leber für den pathologisch belasteten BZ-Nüchtern-Spiegel sowohl morgens wie auch zwischen den Mahlzeiten und macht mächtig Sekretionsdruck auf die restlichen Betas. Im Verhältnis dazu sind normale Fleisch- und Wurst- und Käseportionen eher Piehnatts.
Bisdann, Jürgen -
Joa
Rang: Gastam 21.09.2009 22:52:14
Hallo Jürgen,
> Jürgen schrieb:
> Typ2 hat das Eiweiß-Spiel
> gewissermaßen von Anfang an
> eingebaut
Ja schon. Durch unzureichende Insulinwirkung werden Glukoneogenese und Glykogenolyse in den Leberzellen nicht angemessen genug gehemmt.
Tut hier allerdings nicht allzuviel zur Sache, denn die aus der Verstoffwechselung von Fett und Eiweiß angelieferten Substrate für beide Abläufe satteln dann nochmal einen BZ-Anstieg oben auf.
Ein inslinpflichtiger Typ 2, der seinen BZ ansonsten im Zaum halten kann, wird ggf. dann auch einen zusätzlichen Insulinbedarf dafür berücksichtigen dürfen?
Ist jedenfalls meines Wissens nach beim "Doppeldiabetiker" (übrigens von Dr. Teupe als faktische Gegebenheit entdeckt) also Typ 1 mit den zusätzlich vorhandenen, genetisch bedingten Typ 2 Komponenten, durchaus der Fall.
Somit scheint mir Dein Hinweis durchaus interessant, hier aber weniger zielführend.
Gruß
Joa -
Jürgen
Rang: Gastam 22.09.2009 09:02:33
Moin Joa,
mein Ziel ist, meinen BZ möglichst viele von 24 Stunden möglichst nahe am bis im undiabtisch gesunden Bereich zu steuern. Und als zielführend verstehe ich dabei alle Theorie/Erklärungen, die mir dabei helfen.
Wenn ein Typ2-INSULINER sein Insulin mit Berücksichtigung von Fett und Eiweiß passender dosieren kann, ist das für ihn selbstverständlich super zielführend.
Zur Info: Typ2-spezifisch ist die Glukoseausgabe der Leber gegenüber der gesunden verdreifacht. Das könnte mit Sicherheit manches Schnitzel bequem aufwiegen. Und die Überproduktion läuft schon zu einer Zeit, zu der der BZ noch nicht bis wenig auffällt, zu der also noch ausreichend Insulin ausgegeben wird. Und sie läuft im basalen Regelkreis, der gesund durch ein fein abwechselndes Zusammenspiel von Alpha- und Beta-Zellen mit mal etwas mehr Glucagon und mal etwas mehr Insulin gekennzeichnet ist, in dem also keine größeren Insulinschübe die Glucagon-Ausgabe abschalten.
Bisdann, Jürgen -
Hawkeye
Rang: Gastam 22.09.2009 10:42:51
Ich hab schnell gemerkt das ich mit meinem Sonntagsfrühstücksei anders spritzen muß als unter der Woche ohne Eier.Für mich heißt das bei zwei Eier am Sonntagmorgen 3I.E mehr.Bei mir klappt das ganz gut.Ich bin auch nicht umbedingt ein Meßfreak mir reicht es zu den Mahlzeiten zu messen. von Hawkeye