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Mein Mann ignoriert seine Diabetes

  • sina

    Rang: Gast
    am 22.02.2003 16:56:11
    Ich finde deine Einstellung wunderschön - nicht nur für deinen mann -auch für dich! Obwohl es sicher oft sehr anstrengend ist - und nach aussen so wirkt, als würdest du dich aufopfern (was ich nicht hoffe, oder annehme, dass du das tust). Jemandem in einer schwierigen Situation beizustehen kann etwas sehr schönes sein, wenn man "am boden bleibt" und sich selbst nicht vergisst - ich denke es gibt sicher schon kleine (auch wenn sie noch so klein sind) lichtblickchen in bezug auf die gesprächssituation mit deinem mann, wo's vielleicht für einen augenblick irgendwie klappt - dass er etwas "zugibt" oder dir (und wenn's nur mit einem blick ist) zeigt, dass er dich und deine bemühung schätzt - und ich bin mir sicher so was gibt's schon zwischen euch! oder??
    dann geh von diesen kleinen begegnungen aus - auch wenn's sehr viel zurückhaltung braucht, nicht gleich den "absoluten durchbruch" und das absolute ideal zu fordern. vielleicht sollte man nach einem kleinen lichtblick sogar dem anderen mal eine kleine "pause" gönnen (ich glaube v.a. männer brauchen die in dieser hinsicht ganz dringend :)...aber du kennst dann einen weg hinzukommen - auch wenn er vielleicht mit deinem temperament nicht ganz harmoniert, oder du am liebsten alles sofort wolltest - das ist aber dann auch für dich eine gute "förderung"(charakterschulen-mässig)!
    ich hoffe du verstehst mein wirres geschreibsel?
    liebe grüsse
    sina
  • Romy

    Rang: Gast
    am 23.02.2003 08:56:22
    Hallo Sina,

    Deine Gefühlslage in allen Ehren ;-)

    Ich kenne Menschen in meinem Umfeld,
    bei denen noch so viel Liebe, Geduld, Fürsorge,
    gutes Zureden etc. NICHTS gebracht haben,
    im Gegenteil - diejenigen, die sich ihnen
    zuwandten, wurden auch noch massiv
    beschädigt und krank ...

    Man kann niemanden zwingen.
    Jeder muß selbst wissen, was er tut.
    Gelassenheit erleichtert vieles im Leben ... von Romy
  • Pia

    Rang: Gast
    am 23.02.2003 10:34:51
    Hallo Sina,
    an dir ist ein Ferntherapeutin verloren gegangen :o)) Du hast schon wieder ganz recht mit deinen Zeilen und mir sehr geholfen.
    Es ist mit einen "solchen Diabetikermann" ein ewiges Auf und Ab! Zur Zeit nimmt er mal wieder seine Tabletten und will auch, wie er es wieder versprach, dran bleiben. Ich habe ihm zum 100. Mal vor Augen geführt, was passieren kann, wenn er sich nicht hält. Ich bin nun mal gespannt, wie lange es diesmal anhält, bis ich wieder feststelle, das er alles schleifen lässt.
    Ich danke dir auf jeden Fall für deine motivierenden Zeilen und Geduld muss ich weiter haben. Wenn es wieder Probleme gibt, so werde ich dich hier im Forum suchen und dich ansprechen. Lieber wäre es mir auf jeden Fall, wenn ich es nicht brauche, "nicht persönlich nehmen" sondern unter dem Aspekt, das er doch noch begreift, wie wichtig sein Verhalten für uns langfristig ist.
    Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Liebe und Gute und bis vielleicht dann wieder.
    Vielen vielen Dank an dich
  • Wilma

    Rang: Gast
    am 23.02.2003 19:41:02
    Hi Romy,

    ich habe ähnliche Erfahrungen wie Du
    gemacht. Erwachsene Menschen kann
    man nicht ändern, wenn sie es nicht
    selbst tun.

    Und wenn man versucht, sie zu ändern,
    artet das in schlimme Anstrengungen
    aus, die Lebensfreude geht dabei
    schnell verloren. von Wilma
  • sina

    Rang: Gast
    am 23.02.2003 23:12:07
    jemanden ansatzweise zu unterstützen, sich selbst wieder zu finden bedeutet nicht dass man jmd. ändern will!

    jeder soll/muss/kann seinen/ihren eigenen weg gehen! von sina
  • Roland

    Rang: Gast
    am 18.05.2003 13:32:17
    Ich war wie Dein Mann....und meine Frau regaierte wie Du.
    Irgendwan hat sie resigniert....Nach etwa einem Jahr hat sie mir erklärt, sie liebe mich und sie könne es deshalb nicht ertragen, wie ich langsam vor mich hin sterbe. Eigendlich habe sie sich gewünscht mit mir alt zu werden. Aber dieses zusehen müssen, wie der geliebte Mann durch eigene Unvernunft stirbt, das halte sie nicht aus und werde sich deshalb von mir trennen. Sie drohte nicht, sie stellte mir keine Bedinungen; sie teilte mir dies einfach mit.
    Das hat Wunder gewirkt, heute habe ich mich an den Diabetes gewöhnt und ich habe ihn im Griff...klar mit Durchhänger zwischendurch. Aber wir sind wieder glücklich miteinander.
    Ich weis nicht, ob dieses Rezept für alle gültig ist, bei mir hats jedenfalls funktioniert.
    Gruss
    Roland
  • Pia

    Rang: Gast
    am 20.07.2003 14:02:27
    Hallo an alle, die mir auf meinen Beitrag im Februar geantwortet hatten.

    Ich hatte grosse Hoffnung, das sich mein Mann fängt und sich um seine Diabetes kümmert und wenigstens regelmäßig seine Tabletten nimmt und den Alkohl reduziert.
    Heute ist es so, dass wir uns räumlich getrennt haben!
    Die Situation wurde immer schwieriger, es war kaum noch möglich "normal" mit ihm umzugehen. Wir führten, aus meiner Initiative heraus, immer wieder Gespräche und hatten Diskussionen, die unsere Probleme zwar auf den Punkt brachten, jedoch sich nichts änderte. Ich konnte viele Verhaltensweisen und Handlungen meines Mannes nicht mehr nachvollziehen und mir nichts mehr erklären. Durch seine Diabetes (man weiß ja nicht wie lange er sie schon hatte) hat er (ich denke, auch schon vor unserer Zeit) Potenzprobleme, wofür ich aber immer Verständnis hatte. Viagra war für ihn auch keine Lösung, denn unter der Tatsache, das es meist nur mit Viagra geht, litt er dann auch. Er hat auch schon immer gerne mal getrunken und das verstärkte sich in den letzten 2 Jahren. Nun zum Schluss war es so, dass er täglich, bevor er nach Hause kam, schon was getrunken hat... und ich es nicht merkte. Mir fiel nur auf, dass er nach einem Bier schon "seltsam" wurde und ich sagte ihm wiederholt, er soll sich um seinen Zucker kümmern, da er nicht einmal mehr 1 Bier verträgt. Mein Mann drehte sich in einer Spirale, in der er jetzt am Ende angekommen ist. Ich habe ihm letztlich die Pistole auf die Brust gesetzt und klar und deutlich gesagt, das ich nicht mehr kann, selbst am Ende bin und vorerst eine räumliche Trennung brauche. Nun war er endlich beim Arzt und hat all seine Probleme, die Diabetes, die Potenzprobleme, der Alkohol und Rauchen usw. dem Arzt anvertraut. Dieser sagte ihm, wenn er jetzt nicht gehandelt hätte, hätte er spätestens in 2 Jahren seinen ersten Herzinfarkt bekommen. Er soll nun in eine Klinik, wo er auf Insulin eingestellt wird, eine Psychotherapie macht und sein Alkoholproblem in den Griff bekommt. Er ist nun ohne ein Wort oder noch eine Zeile für mich, zu einem Bekannten gezogen. Erst durch diesen habe ich erfahren, wo er ist. Nun sitze ich hier und muss selbst erst einmal wieder einen klaren Gedanken fassen können. Ich möchte uns, nach seiner Therapie, wieder eine neue Chance geben und habe gleichzeitig Angst davor, dass wir es nicht schaffen, wenn er seine Krankheit nicht akzeptiert und danach lebt. Wir lieben uns, das wissen wir, aber können wir es schaffen auch weiter miteinander zu leben!?