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Umfrage "Diabetes Mellitus Typ 1"

  • Tivi Nguyen

    Rang: Gast
    am 16.12.2010 19:46:07
    Schönen guten Tag


    Ich bräuchte einige Meinungen von euch, um den Unterschied zwischen kürzlich erkrankte pubertierenden Diabetiker und schon erfahrene Diabetiker herauszufinden.

    Eine Freundin hat vor kurzem Diabetes Mellitus Typ 1 bekommen. Da sie gereade mitten in der Pubertät steckt, hat sie häufig Schwächeanfälle und empfindet die Krankheit als nervigen Fluch.


    Wie lange dauert das Eingewöhnen?
    .
    Kommt Ihr mit der Erkrankung gut zurecht?

    Empfindet Ihr es als eine große Last/ Einschränkung?

    Was meint Ihr zur Meinung meiner Freundin?

    Ist die Erkrankung vielleicht positiv zu sehen, da man mehr auf sich selbst achtet und vielleicht frühreif , unnaiv,schneller erwachenser geworden ist?


    Vielen Dank wenn Ihr mir helfen würdet!

    von Tivi Nguyen
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 16.12.2010 20:32:57
    Hallo,

    "Eine Freundin hat vor kurzem Diabetes Mellitus Typ 1 bekommen. Da sie gereade mitten in der Pubertät steckt, hat sie häufig Schwächeanfälle und empfindet die Krankheit als nervigen Fluch."

    Das ist auch irgendwie ein Fluch, gerade für junge Menschen in der Pupertät.


    "Wie lange dauert das Eingewöhnen?"

    Unterschiedlich, manch Einer kommt schnell ein Anderer nie damit zurecht.

    "Kommt Ihr mit der Erkrankung gut zurecht?"

    *lol*
    Wie mans nimmt, solange die Stoffwechselführung gut läuft ist es ein geniales Gefühl die Kontrolle zu haben, wenn nicht, eher Frust.

    "Empfindet Ihr es als eine große Last/ Einschränkung?"

    Wie würdest Du es finden wenn Du nachmittags 30 min auf einer Bank in einem Einkaufszentrum festhängst, Dir die Lebensgeschichte einer älteren Dame anhören müsstest, weil Du unterzuckert bist und Dich nicht wehren kannst ^^

    Ja, es ist eine Last.

    "Was meint Ihr zur Meinung meiner Freundin?"

    Diese steht ihr berechtigterweise zu.

    "Ist die Erkrankung vielleicht positiv zu sehen, da man mehr auf sich selbst achtet und vielleicht frühreif , unnaiv,schneller erwachenser geworden ist?"

    Nee, ich sehe da nichts Positives in der Erkrankung,.
    Schau doch mal auf www.chrostek.de nach und lies Dir die Teupe-Regelwerke durch und dann sage mir, dass das keine Einschränkung ist!

    LG, Daniela
  • Sabine

    Rang: Gast
    am 16.12.2010 22:10:51
    Positiv????

    Also nee, positiv find ich da nu nichts dran.
    Und wenn ich mir dann noch vorstelle, ich wär
    in meiner Teeniezeit Diabetikerin geworden -
    ich glaub, ich hätt Komplexe bekommen. Doch,
    kann ich mir gut vorstellen. Krank sein, immer
    messen und spritzen müssen.

    Wie schnell man sich dran gewöhnt, hängt von
    einem selbst ab, den Umständen (den einen
    gehts besser, dem anderen viel, viel schlechter)
    und auch dem Umfeld.

    Liebe Grüße
    Sabine
  • havier

    Rang: Gast
    am 16.12.2010 22:34:27
    "Ist die Erkrankung vielleicht positiv zu sehen,..."

    man kann auch hier positive Aspekte herausziehen.
    z.B. muss ich jetzt keinen Weihnachtsstollen mehr essen ;-)

    Ich weiss seit etwa 2 Monaten dass ich Typ2 bin und spritze 1x täglich + Tabletten.
    Dieses Prozedere find ich jetzt nicht unbedingt tragisch. Eher schon die Nahrungsumstellung, aber selbst hier entdecke ich neue Dinge.

    Es ist also immer eine Sache der Lebenseinstellung ob man etwas als "Negativ" empfindet oder nicht. In "meinem" Fall denke ich eher "es gibt Schlimmeres".

    *1 Bein gebrochen? Glück gehabt, es hätten ja auch beide sein können *
    von havier
  • Nicol

    Rang: Gast
    am 16.12.2010 23:59:05
    Hallo Nguyen,

    da jeder mensch anders ist und reagiert kann ich die ersten Fragen leider nicht beantworten.

    Ich habe seit fast anderthalb Jahren DM Type 1 und bin jetzt 43 Jahre. Ich empfinde es nicht als Last, eine gewisse Einschränkung ist es schon.
    Vor jedem Essen messen, die KH's berechnen usw. geht mittlerweile aber fast automatisch.
    Positiv finde ich dass ich bewuster lebe; wass esse ich, bewege ich genug, usw. Und ich geniesse die kleine Dinge viel mehr, eine Chocolade schmeckt einfach besser wenn mann sie langsam isst ;-)

    Vor allem weiss ich jetzt wie sehr meine Familie
    mir unterstützt, und dass ist mir sehr viel wert.

    Mein Neffe hat DM1 bekommen als er erst 11 Jahre war. Er hat eine weile ganz heftig pubertiert
    hat sein Diabetes ignoriert, wollte wie seine Freunde ausgehen und mal ein Bier und Pommes zu viel trinken/essen. Aber dass geht leider nicht ohne den Insulin.

    Mit Diabetes ist gut/fast normal zu Leben wenn mann die Spielregeln beachtet und dass fragt viel Disziplin.
    Ich kann deine Freundin gut verstehen, aber gebt ihr Zeit und Unterstünzung. Mehr als sein Bestes geben kann mann ja auch nicht.

    Ich wünsch euch viel Glück und schöne Feiertage,
    viele Grüsse, Nicol.






  • kai2

    Rang: Gast
    am 17.12.2010 12:21:05
    In der "Teenizeit" ist bei mir der Diabetes Typ 1 aufgetreten. Über KKH-Aufenthalt einen Diabetiker in meinem Alter kennengelernt und durch ihn Erleichterung im Umgang mit dem Diabetes bekommen, Diabetologen aufgesucht, weiter eingestellt, dann Schulung. Ist bei jedem etwas anders.
    Da es eine Stoffwechselerkrankung ist gehen u.a. auch psychische Belastungen einher, weil auch die Werte am Anfang vielleicht zu sehr schwanken.
    Gute Einstellung sollte auch die Psyche im Lot halten. Aber als Teenie fällt die Einstellung nicht leicht, weil eine Suche nach der Orientierung im Leben noch dazu kommt. Öfters kommt man sich alleine vor und man hat das Gefühl, "die Welt" drumherum versteht einen nicht, wenn man zudem noch Diabetes hat.
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 17.12.2010 12:24:20
    Hallo havier,

    "Es ist also immer eine Sache der Lebenseinstellung ob man etwas als "Negativ" empfindet oder nicht. In "meinem" Fall denke ich eher "es gibt Schlimmeres"."

    Hm..... T1 und T2 sind doch grundsätzlich verschieden voneinander, Deine optimistische Einstellung ist ja ganz süß, nur wer schon n Krampfanfall hatte, wird es schwer haben, dem etwas Positives abzugewinnen ôô

    Das einzig Positive ist, man ist gefordert, aber das könnte man auch anders haben - im Job ;-)

    Ich bin ganz ehrlich zu mir selbst und finde diese Erkrankung zum Kotzen, da hilft kein Gutreden...

    LG, Daniela
  • Nicol

    Rang: Gast
    am 17.12.2010 23:11:25
    "Es ist also immer eine Sache der Lebenseinstellung ob man etwas als "Negativ" empfindet oder nicht."

    Vielleicht nicht immer, aber oft.

    Es ist etwas zu leicht um zu sagen dass ein DM2-er es einfacher hat, um positiver gegenüber Diabetes zu stehen.
    Ein Diabetiker der "nur" Tabletten schluckt hat es eigentlich schwerer seinen BZ gut zu regulieren. Er/Sie kann einen zu hohen Wert schliesslich nicht wegspritzen. Und muss daher viel mehr auf sein Essen, Bewegung usw. achten.

    Ich sehe es bei meine beide Eltern, meine Grossmütter und vier Tanten die allle DM2 haben.

    Ausserdem empfinde ich den DM nicht als belastend (bin selber DM1). Glaubt mir, ich habe auch hin und wieder "Krampfanfälle", und ja, die sind nicht schön.

    Aber dass schöne in dieser Welt ist, dass jeder Mensch anders ist. Ich kann gut verstehen dass andere diese (oder eine andere) Krankheit nicht so leicht wegstecken können. Daher ist ein bisschen Verständinis für einander so wichtig.

    von Nicol
  • asd

    Rang: Gast
    am 18.12.2010 18:59:27
    Meine Bauchspeicheldrüse hat mit 26 aufgehört, normal zu funktionieren. Drum kenn ich die Situation in der Pubertät nicht aus eigener Erfahrung.

    Mit der Krankheit hab ich mich aber relativ rasch abgefunden. Ich wusste endlich, warums mir so besch... ging, und ich konnte was dagegen machen. Also war ich nur froh, dass es mir wieder gut ging. Dass ich von nun an halt ständig spritzen muss, war halt Teil der Sache. Vielleicht bin ich da sehr pragmatisch, aber ich muss ja. Ich will mich gut fühlen und muss drum auch etwas dafür tun.

    Die Krankheit selbst ist scheisse. Ohne Zweifel. Aber ich versteh die Frage nach dem positiven Punkt darin schon. Die Krankheit zwingt mich, mich mit mir, dem Körper und meiner Nahrung/Lebensweise auseinanderzusetzen. Ich hab abgenommen und richtig Spass am Kochen bekommen. Vorher hab ich schnell mal ein Fertiggericht in den Ofen geschoben. Jetzt koch ich fast nur noch selbst. Insofern hats bestimmt auch einen positiven Effekt. Ich wurde fast "gezwungen", mein Leben zu ändern. Natürlich könnt ichs anders machen und pro Woche einen Pen durchdrücken. Aber das will ich natürlich nicht. Dafür ist die Freude, wenn ich mir mal was "gönne", grösser. Pizza gibts vielleicht noch einmal im Monat. Dann freu ich mich aber darauf. Und geniesse es mehr. Mein Fazit: Krankheiten sind nie schön, was Schöneres als Gesundheit gibts nicht. Aber es gibt schlimmere Schicksale als ein gut eingestellter Diabetiker. Man muss halt was dafür tun.
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 19.12.2010 11:22:54
    Ja, es gibt Schlimmeres - das gibt es immer!
    Deine Freundind muss da durch und wenn sie ihren Frust freien Lauf lässt, geht es schneller als würde sie sich einreden, dass alles halb so schlimm ist. Die Erkrankung kann man weder weg reden, noch schön reden, denn man muss damit leben!
    Die Hilflosigkeit, mit der man oft genug konfrontiert ist (Unterzucker, Ketoazidose - gegebenenfalls Insulinpumpe) zeigt einem einfach zu oft wie schnell das Leben beendet sein kann. Und wer sich bewusst ist, welche Komplikationen einem schlecht eingestellten Dm folgen und die Einstellung nicht in den Griff bekommt, na Danke auch.
    Trotzdem ich den Dm kacke finde, empfinde ich einen große Lebensfreude - vielleicht auch gerade deswegen...
    Eins hatte es in den letzten Jahren gebracht, ich hab das Rennen gelernt, auf der Flucht vor dem Tod.. Einmal im Jahr einen Pumpendefekt mit beginnender Ketoazidose, Insulinallergie, Krampfanfall bereits im 1. Manifestationsjahr, 20 kg Gewichtszunahme - Juhu, das stärkt ungemein das Selbstwertgefühl... ôô

    Aber jetzt bin ich wieder da und lerne ich selbst zu sein :-)


    LG, Daniela