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  • Zina

    Rang: Gast
    am 19.09.2002 16:34:26
    Hallo Liebe Leute!

    Ich bin Schülerin einer 12.Klasse eines Gymnasiums.Ich habe vor über Diabetes entweder eine Hausarbeit oder ein Referat zu machen.Natürlich habe ich schon viel Material über Diabetes in Medizinischer hinsicht gefunden, aber ich fände es toll wenn es Menschen gäbe die mich darin unterstützen könnten, auch mal ein persönliches Beispiel darin aufzuführen.
    Da ich niemanden kenne der Diabetes hat, hoffe ich das es hier jemanden gibt.
    Ich wäre sehr dankbar dafür!

    Was mich interessieren würde ist,
    Seit wann man es hat,
    wie es das eigene Leben beeinflusst hat, wie das Umfeld reagiert hat,
    und einfach wie man sich selbst fühlt, ob man oft darüber nachdenkt oder ob man einfach lebt.

    Würde mich über Antwort sehr freuen

    MfG
    Zina
  • Georg

    Rang: Gast
    am 19.09.2002 20:27:42
    Hallo Zina,

    lies mal die Berichte unter

    http://www.diabeticus.de/

    da hast Du genug Anschauungs-
    material. von Georg
  • Cordula

    Rang: Gast
    am 20.09.2002 18:15:23
    Hallo Zina,

    also ich (27Jahre) bin seit 2 Jahren Diabetikerin und habe den sogenannten Typ1, d.h. meine Bauchspeicheldrüse produziert kein eigenes Insulin mehr. Am Anfang, als ich die Diagnose erfahren habe, war ich sehr niedergeschlagen, zumal ich dachte, jeder kennt mir die Erkrankung an, meine Freunde behandeln mich wie ne Aussätzige, ich darf nicht mehr alles essen, etc. - Allerdings trat Gott sei Dank keine meiner anfänglichen Befürchtungen ein, d.h. mein Umfeld hat super reagiert und v.a. akzeptiert, dass ich spritzen muss, und zwar sooft ich etwas esse, und dass ich dabei auch nicht ständig zur Toilette renne, um dort heimlich das Insulin zu injizieren!
    Ich habe mir auch noch nie die Frage gestellt, warum es mich erwischt hat, denn erstens bekommt man keine Antwort und zweitens gibt es Krankheiten, die viel schlechter oder gar nicht zu behandeln sind!
    Ich gehe ganz normal mit meinem Diabetes um, bin offen, erkläre gern etwas, wenn mich jemand fragt, betreute in den Sommerferien 4 Tage lang 9-13Jährige auf Freizeitfahrten in Freizeitparks, Bäder, etc. Obwohl ich das schon 8 Jahre lange tue, war ich diesmal etwas skeptisch wegen des Diabetes (Auswirkungen, wenn ganzen Tag in Bewegung, etc.). Doch es klappte vorzüglich!
    Jetzt habe ich, da ich seit Schulbeginn als Lehrerin tätig bin, schon etwas Angst: Ich muss ein neues Umfeld einweihen, d.h. was zu tun wäre, wenn ich eine Unterzuckerung, etc. habe; ich muss den Schüler/innen erklären, dass ich messen und spritzen muss, etc. Mein Tagesablauf ist anders als während des Studiums; zum Essen gibt es wenig oder keine Zeit, ebenso zum messen, etc. Trotzdem muss ich meinen Zucker im Griff haben, schon allein deswegen, weil ich keine Folgeerkrankungen (Blindheit, Schlaganfall, ...) erleiden will.
    Irgendwie hoffe ich aber auch, dass in Zukunft in der Forschung noch viel mehr für Diabetiker getan wird und dass es irgendwann eine ganz gute Lösung (vielleicht ohne Spritzen) geben wird.

    Ich wünsch Dir viel Spass bei Deiner Arbeit, v.a. weil der Bereich Diabetes sehr sehr interessant ist und damit evtl. bei Freunden, Bekannten, etc. Vorurteile abbauen kannst! Und das halte ich für sehr wichtig!
    Wenn Du noch Fragen hast, dann rühr Dich doch übers Forum nochmal!

    Viele Grüße,
    Cordula
  • Zina

    Rang: Gast
    am 20.09.2002 23:39:39
    Liebe Cordula!

    Ich möcht mich erstaml bedanken dafür das du geantwortet hast, hat mich sehr gefreut!
    Fand es auch interessant, grad was du auch sonst so gemacht hast/ machst.

    eine frage habe ich, ich habe was ich toll finde schon andere meinungen bekommen, und zum resümee ziehen ist es toll verscheidene gesichtspunkte von unter anderem dir mit einfließen zu lassen,

    also, wenn du acuh wenn es eine krankheit ist und das eigentlich eher was schlechtes bedeutet, mal sagen solltest was es dir positives gegeben hat, welche dinge wären das?

    Wünsch dir noch ein schlnes wochenende
    Grüße
    Zina
  • Cordula

    Rang: Gast
    am 22.09.2002 02:17:53
    Liebe Zina,

    tja, was hat mir meine Zuckerkrankheit Positives gebracht? Das ist eine gute Frage. Erstens, achte ich (zumeist) besser auf meinen Körper; zweitens, sieht man, dass plötzlich was Unvorhergesehenes eintreffen kann und dass man sich eigtl. darüber freuen sollte, wenn es einem jeden Tag gut geht, weil doch das Leben im Grunde genommen ziemlich kurz ist! Man sollte es zu schätzen wissen und es nicht leichtfertig wegschmeißen, auch wenn die Auswege oft schwierig sind! Drittens, glaube ich, lernt man durch die Krankheit auch das wahre Gesicht seiner Freunde kennen, d.h. ob sie ganz offen damit umgehen können und sich - wie schon erwähnt - interessieren und nicht am Spritzen stören. Viertens: es war ganz hilfreich für mich, sich nicht gehen zu lassen, dass damals, als ich im Krankenhaus war, ein dreijähriger Bub an derselben Krankheit "litt" und unter großem Geschrei die Messerei und Spritzerei über sich ergehen lassen musste! Ich dachte mir stets, dass er es viel schlimmer hätte als ich, v.a. auch seine Eltern. Ich bin selber für mich verantwortlich, kann entsprechend reagieren, doch der kleine Bub kann sich nicht selbst messen, geschweige denn spritzen, bemerkt Unterzuckerungen nicht bzw. kann nicht erklären, wann er sich schlecht fühlt, etc. Die Eltern müssen sehr wachsam sein. Fünftens: irgendwie bin ich durch den Diabetes auch offener und vielleicht sogar ein wenig selbstbewußter geworden und ich bin schon auch bemüht, keine Folgeerkrankungen zu riskieren!

    Ich hoffe, ich konnte Dir nochmals ein wenig weiterhelfen! Viel Glück für Dein Referat oder Deine Arbeit (in Biologie????)! Meld Dich ruhig bei weiteren fragen wieder.

    Schönen Sonntag noch,
    viele Grüße,
    Cordula