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  • Ermut

    Rang: Gast
    am 26.02.2002 16:54:04
    Vereitelte Hilfeleistung?

    Eine unsägliche Diskutiererei um „Dürfen „ und „Nichtdürfen“, um Gene und Schöpfung grassiert derzeit.
    Als halbwegs Betroffener- Details tun nichts zur Sache- sehe ich mich gedrängt, mich einzumischen. Ich bin kein Theologe und gehöre keiner Konfession (mehr) an. Aber zu Nächstenliebe und Hilfeleistung für Bedürftige fühle ich mich dennoch angehalten. Sollten das einschlägige AMTSinhaber und Würdenträger nicht um so mehr?
    „Macht Euch die Erde untertan...“ heißt es in der Bibel,“...ich gebe Euch die Erde...“, nicht aber “...ich werde Euch die Erde untertan machen...“, „...ich gebe Euch das Recht, die Erde zu zerstören...“.
    Die Bibel ist gewissermaßen das „Grundgesetz“ des Christentums.
    Sie vermittelt den Plan und Willen Gottes. Ihr ureigenstes Anliegen ist die Verkündung des Evangeliums, der „Frohen Botschaft“.
    Was ist deren Inhalt?
    Es wird versichert, dass zu nicht konkret genannter Zeit Hunger und Schmerz, Krankheit und Angst, Krieg und Tränen, Tod und Geschrei, dass „das Böse“ überhaupt von der Erde getilgt sein werden.
    Ich erlaube mir zu behaupten, dass das mit der derzeitigen Menschheit kaum möglich sein dürfte.
    Aber die Bibel sagt, dass es Gottes unumstößlicher Wille ist, der sicher Wahrheit werden wird. Nirgends aber wird erklärt, dass die Erfüllung als pure göttliche Wundertat ohne Zutun und Einsicht der Menschen erfolgen soll. Es ist laut Geschichtsbericht der monotheistischen Religionen Gottes Prinzip, der Menschheit die Freiheit zu lassen, Fehler zu machen und sie mittels aller Konsequenzen immer wieder zur Einsicht in die eigene Fehlbarkeit zu zwingen.
    Der „Sündenfall im Paradies“ war bereits der Anfang. Und der Verlauf der „Biblischen Geschichte“ zeigt, wozu Uneinsichtigkeit, Eigennutz und Verfälschung immer wieder geführt haben. Bis zum heutigen Tage!

    Jesus Christus-„Gottes Sohn“ - weilte als Mensch auf Erden, um gemäß des Willens Gottes zu zeigen:
    - dass es „vollkommene Menschen“ geben kann
    - was Menschen können und dürfen (werden?)
    - und schließlich, um zu beweisen, dass der Tod nicht das absolute Ende sein muss.

    Noch mal betont,
    er vollbrachte seine Wundertaten und trug sein Kreuz als Mensch, nicht als Gott.
    Und die Bibel versichert wiederholt und eindringlich, dass er das als ein Zeichen und Beispiel für die Menschen tat!

    Wie können Menschen, die sich Christen nennen, so verblendet sein, sich gegen das „Wandeln in den Fußstapfen Jesu“ aufzulehnen?
    Sie haben ihr „Grundgesetz“ nicht verstanden, sind „blinde Leiter“!
    von Ermut
  • Gyuri

    Rang: Gast
    am 27.02.2002 19:41:55
    Lieber Ermut,

    Deinen Beitrag hab ich mir extra raus kopiert, abgespeichert und mehrmals gelesen. Damit möchte ich nur sagen, dass ich mich ernsthaft mit Deinem Thema beschäftigt habe.

    Aus deinen Zeilen kann ich nicht so recht die Botschaft entnehmen, die Du uns offensichtlich mitteilen willst. Ich lese nur was von Gene und Schöpfung ganz am Anfang. Meine Kritik, die bitte konstruktiv gedacht ist, richtet sich gegen den großen Rest Deines Schreibens. Was kann man damit praktisch anfangen? Ich meine, Du machst hier die gleichen Fehler, die meine Religionslehrer und auch die Zeugen Jehovas machen. Es werden immer Schriften zitiert und zu Grunde gelegt, die eben nicht von Gott, sondern von Menschen geschrieben wurden, die aus verschiedenen Interessen heraus „ihren“ Glauben glaubhaft weiter geben wollten.

    Was bleibt, sind ethische Begriffe, die in jeder Gesellschaft anders aussehen können. Ich gehe mal davon aus, dass es hier um das Für und Wider bei der Genmanipulation geht.

    Für Schöpfung verwende ich lieber Evolution. Wie ist denn alles so geworden, wie es (zur Zeit) ist? Es gibt eine ständige Veränderungen der Gene, wobei sich eine Veränderung gegenüber einer anderen durchsetzt. Und das alles über viele millionen Jahre. So hart es klingen mag: Genetische Defekte bei Menschen würden sich „natürlich“ nicht durchsetzen können. Die Natur lässt Fehler aussterben.

    Wenn man der Natur freien Lauf ließe, hätten die Menschen vielleicht in ein paar zigtausend Jahren keinen Blinddarm mehr. Unsere Ethischen Grundsätze (und/oder Religionen) sorgen aber dafür, dass sich Menschen mit langem Blinddarm auch fortpflanzen können.

    Der Blinddarm dient mir nur als einfaches Beispiel. Ich könnte, um in diesem Forum nicht zu sehr vom Thema abzuweichen, auch die Bauchspeicheldrüse nehmen.

    Wenn die natürliche Auslese nicht mehr stattfindet, muss es über kurz oder lang ein anderes Regulativ geben. Die Frage sollte nicht lauten: „Was dürfen wir verändern?“, sondern wir müssen uns fragen, was wir zuerst korrigieren müssen. Das hat nichts mit: „Macht Euch die Erde untertan...“ zu tun. Hier ist der (von mir aus Gott gegebene) Verstand gefordert. von Gyuri
  • Ermut

    Rang: Gast
    am 27.02.2002 20:50:22
    Eigentlich sind wir uns völlig einig, will einigen Moralisten und Religions-Ethikern ihren fraglichen Umgang mit i h r e n
    ureigensten "Gesetzen" antragen:

    Ich erhoffe mir von Genforschung und Gentechnologie viel Gutes für Menschen.
    Ich bin auch dagegen, dass man dafür gezielt werdendes Leben opfert. Aber es geht auch anders, jedoch nicht, wenn man generell jede Forschung am Genom als Sünde und Eingriff in die „Obliegenheiten Gottes“ verurteilt.
    In diesem Zusammenhang weise ich darauf hin, dass zu solcher Ablehnung in der Bibel eigentlich keine Handhabe zu finden ist.
    Im Gegenteil, ein Mensch (Jesus) heilt Lahme und Blinde, erweckt Tote (auf welche Weise auch immer konkret?) und wird zugleich der Menschheit als Vorbild eindringlich empfohlen.
    Ist Gentechnologie ein Weg, dem nahe zu kommen?
    Wohlgemerkt verstehe ich meine Auslassung lediglich als Denkanstoss und bin gespannt auf die Reaktion (aus einer ganzen Reihe von Foren).
    Entscheiden muss jeder für sich.
    Und pardon, falls ich es gewagt haben sollte, ins falsche Refugium (Forum) „eingebrochen“ zu sein. Man wird’s überleben. ;-) Ermut