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Diabetes und Bauchsapeicheldrüsenkrebs
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Thomas
Rang: Gastam 16.01.2002 12:50:16
Hallo,
aus gegebenem Anlass habe ich eine Frage, die sich zunächst aber nicht hauptsächlich auf Diabetes bezieht. Vor etwas über einem Jahr ist mein Vater an einem Pancreascarcinom verstorben. Nun unterstelle ich dem seinerzeit behandelnden Arzt einige Fehler / Versäumnisse.
Ich weiss, dass es immer ein wenig schwierig ist, Fragen zu beantworten, die aus einem Zusammenhang herausgerissen wurden, bzw. nicht genügend Informationen enthalten. Ich wollte es dennoch mal probieren, um nichts unversucht zu lassen.
Die Frage wäre: Wenn man einen Patienten über Jahre hinweg als Hausarzt behandelt und dann im (für Bauchspeicheldrüsenkrebs) "kritischen" Alter Diabetes diagnostiziert (einhergehend mit Oberbauchschmerzen, Gewichtsverlust...), wäre eine zwingend logische Schlussfolgerung nicht u.a. die genauere Untersuchung der Bauchspeicheldrüse?
Gibt es eine "standartisierte" Vorgehensweis bei Erkennen eines Diabetes mellitus? Wäre es ratsam, den Patienten zu einem Diabetologen (?) / Facharzt zu überweisen? Wäre es ratsam, den Patienten darauf hinzuweisen, dass er seine Augen untersuchen lassen sollte? Oder ist das bei jedem Arzt unterschiedlich?
Ich weiss nicht, ob es Sinn macht, aber auch wenn auf den ersten Blick zwischen Bauchspeicheldrüsenkrebs und Diabetes kein zwingender Zusammenhang bestehen muss, sollten u.U. jeder Mensch (zumindest ab einem bestimmten Alter) dem Diabetes bescheinigt wird darauf hingewiesen werden, dass seine Bauchspeicheldrüse genauer untersucht werden sollte, da die Symptome beim Pancreascarzinom dieselben sind. Es sei denn, diese Untersuchung wäre Usus und nur im Falle meines Vaters nicht durchgeführt worden.
Warum scheint keine Diabetiker-Informationseite (jedenfalls nicht die, auf die ich bisher gestossen bin) auf dieses Risiko hinzuweisen?
Über Antworten würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüssen
Thomas -
Reiner
Rang: Gastam 20.01.2002 16:59:24
Hallo Thomas,
dein Vater ist an einer der agressivsten Krebsarten die es gibt verstorben.
Diese Erkrankung entwickelt sich ohne wahrnehmbare Anzeichen.
Werden Symptome bemerkt, ist der Krebs schon sehr weit fortgeschritten und auch durch eine sofort einsetzende Behandlung nicht mehr erfolgreich beeinflussbar, sondern nur noch begleitbar (palliative Behandlung). Die Überlebensrate von 1 Jahr liegt bei unter 5%.
Werden Anzeichen (Diabetes) wahrgenommen ist die Erkrankung schon in einem terminalen Stadium.
Bei der Diagnose und Therapie der diabetischen Erkrankung gibt es Standards für die Behandlung, die in einem blauen Gesundheitspass für Diabetiker dokumentiert werden.
Zwischen Diabetes und Pankreas CA besteht kein Zusammenhang. Durch Zerstörung der Pankreas durch den Krebs kann es zwar zu einer gleichen Symtomatik kommen, die Ursache dafür ist aber der Krebs und nicht eine autoimune (Typ 1) oder eine Insulinresistenz (Typ 2). Informationsseiten über den Krebs der Pankreas findest du im Internet in Hülle und Fülle.
Grüße von
Reiner