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Latus und Krebs gefahr
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am 06.03.2011 21:14:23
Ich habe vor ein paar tagen angefangen meine Diabetes Typ 2 mit Lantus zu behandeln, als ich dann ein wenig im internet wege des produckt gesucht habe, bin ich auf einige artickel vom jahr 2009 gestossen die von erhoehter Krebs Gefahr durch die anwendung von Lantus berichten, konnte aber keine updates aus dem Jahr 2010 oder 2011 wegen dieses themas finden.
Weiss irgendjemand hier mehr ? -
am 06.03.2011 22:09:38
Krebs fördernd, und das gilt für alle Insuline, auch das körpereigene bei völlig gesunden Menschen. Denn die Krebsförderlichkeit wird am Insulin in IGF bestimmt, IGF= Insulin Like Growth Factor. Also ein mit dem Insulin vergleichbarer Wachstumsfaktor. Alle wachstumsfördernd wirkenden Hormone gelten als förderlich für Krebszellen.
Diese Krebs-Förderwirkung trifft uns INSULINER praktisch alle, denn im Gegensatz zum Nichtdiabetiker macht jeder Tropfen Insulin bei uns halt die Runde durch den ganzen Organismus. Beim Nichtdiabetiker geht weniger als der dritte Teil vom Insulinumsatz in den Ganzkörperumlauf. Das meiste macht bei dem nur die paar Zentimeter vom Pankreas durch die Pfortader in die Leber, wo es zusammen mit der Glukose zum größten Teil direkt verwurstet wird.
Zur Lantus-Diskussion sollen, wie ich das in Erinnerung hab, Untersuchungen ergeben haben, dass bei gleichen Mengen NPH und Lantus bei den Lantus-Verwendern 20% mehr Krebs-Fälle als bei den NPH-Nutzern aufgetreten waren. Hat mich damals irgendwie makaber belustigt, denn wer statt Lantus NPH nimmt und dabei nicht auf die Menge, sondern auf den gleichen BZ-Verlauf achtet, wird nicht selten feststellen, dass er dafür wenigstens 20% mehr NPH als Lantus braucht. Wer die NPH-Menge nicht erhöht, muss den Fehlbetrag halt zwischendurch zu den Mahlzeiten mit seinem Bolus-Insulin spritzen - mit dem selben prinzipiell krebsfördernden Effekt.
Und 20% lesen sich erst einmal gewaltig. Aber wenn z.B. von 1 Mio Usern mit NPH 10 Krebs entwickeln und mit Lantus 12, dann sind die 2 die so lautstark und wirkungsvoll beklagten 20%. Klar hab ich jetzt übertrieben - aber noch mehr und zumindest grob fahrlässig verfälschende Übertreibung steckt im Verschweigen der NPH-Krebser und dem Vermitteln des Eindrucks, als gäbe es nur mit Lantus Krebsfälle.2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 06.03.2011 22:20:16
Mensch Jürgen !
Wo hast du nur all dieses Interessante Wissen her.
Bist du Arzt oder so was ?
Hast mir ja auch schon so tolle Sachen erzählt.
Klar einige Fachbegriffe sind Böhmische Dörfer NOCH für mich.
Meine Mutter Spritzt ja auch Lantus und wollte das Zeug nach dem Skandal nicht mehr haben.
Noch heute streikt sie beim Arzt und will immer wieder was anderes.
Weg mit dem Teufelszeug sagt sie.
Nicht einfach mit ihr.
Genau wie Liprolog das sie jetzt hat.
Besser ist Berlinsulin sagt sie.
LG Anni
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am 08.03.2011 01:00:10
hallo wol70,
seit 2009 gibt es auch nichts Neues.
Wenn, dann findest du was auf der homepage von EMEA die haben zuletzt aber auch Entwarnung gegeben.
Es ist schon so wie Jürgen das schrieb.
Die Presse macht aus "es besteht möglicherweise..." ein klares "löst Krebs aus"
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Gast
Rang: Gast1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 08.03.2011 21:58:58
hallo Joa,
danke für den Tip.
Interessanter finde ich aber den Abschlußbericht [A05-01] der IQWIG-Studie vom Februar 2010. Hier sieht das schon etwas relativierter aus.
Nachdem was ich mir bisher so angelesen habe bin ich von den Studien nicht so echt überzeugt. Ein paar "Mängel" gibt es da schon.
Ich spritze seit etwa 4 Monaten Lantus. Wenn ich jetzt in knapp 2 Jahren Krebs bekomme, dann würde ich das bei meinem ehemaligem Lebenswandel kaum auf das Lantus zurückführen.
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am 08.03.2011 23:35:07
Nachtrag:
folgendes sollte man nicht vergessen:
Die wirtschaflichen Interessen der Industrie - die Interessen und Konkurenzkämpfe einzelner (Diabetes)-Verbände.
Ich will da jetzt keine Vermutungen oder Verschwörungstheorien aufstellen, je mehr ich mich aber in das Thema reinlese umso mehr fällt mir auf dass bestimmte Einrichtungen bzw. Institutionen auch nur bestimmte Nachrichten herausgeben. Ohne das jetzt irgendwie zu bewerten.
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Gast
Rang: Gastam 09.03.2011 00:03:28
Schei...
Hatte grade was abschicken wollen, aber als der vorstehende Nachtrag dazwischen kam, ging nix mehr.
@havier:
Ich glaube, Du hast die verlinkte ppt-Präsentation nicht gelesen?
Da geht es nicht um Verschwörung oder so, sondern um das grundsätzlich erhöhte Krebsrisiko bei Diabetes.
Lantus ist nur Randnotiz.
Gruß
Joa -
am 09.03.2011 08:07:35
hallo Joa,
ist mir schon klar. ;-)
Ich bin ja auch noch in der "Jugend forscht"-Phase. Ist aber schon interessant was man so alles im Inernet findet. Früher wäre das ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Heute gehts abends am Schreibtisch.
Grüße
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am 09.03.2011 08:55:42
Moin Havier,
das IQWiG macht keine in irgend einer Weise wissenschaftlich relevanten Studien. Es wertet nur auf recht eigenartige Weise schon existierende Studien aus. Zur eigenartigen Auswertung gehört an erster Stelle der Anspruch der doppelten Verblindung an als gut anerkannte Studien. Doppelt blind bedeutet, dass weder Behandelter noch Behandelnder wissen dürfen, welches der studierten Mittel jeweils konkret angewandt wird. Und das Institut bemängelt, dass z.B. keiner der Vergleiche zwischen NPH und Glargin doppelt verblindet gelaufen sei.
Diese Bemängelung ist allein schon deswegen interessant, weil ein wesentlicher Vorteil von Glargin gegenüber NPH in der sofortigen Anwendbarkeit besteht. NPH muss man für jede Anwendung zunächst vorsichtig mischen, bis der Patroneninhalt möglichst blasenfrei schön gleichmäßig milchig ist. Nun könnte man die für eine Verblindung notwendige Anwendungsgleichheit - darf ja niemand mitkriegen, wer was spritzt - auch das Glargin anmilchen, so dass auch das vorsichtig gemischt werden müsste. Aber damit würde man natürlich sofort einen möglicher Weise wichtigen Anwendungsvorteil vom Glargin von vornherein aus dem Vergleich ausklammern.
UND allgemein wird NPH zum 2-mal-täglichen Spritzen verordnet und Glargin zum 1-mal-täglichen, wobei die täglich einmalige Gabe als weitere wesentlicher Vorteil gilt. Und auch hierbei hätten wir für die Verblindung zugunsten der vom IQWiG geforderten guten Studienqualität die Notwendigkeit, von vornherein auf diesen Vorteil verzichten zu müssen.
Bisdann, Jürgen