Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Unterschiedlicher Blutzuckerverlauf Typ 1 und Typ 2?

  • Gast

    Rang: Gast
    am 19.05.2011 10:34:39
    Hallo,

    habe eine Frage an euch: gibt es Unterschiede in den Blutzuckerverläufen bei mit Insulin behandelten Typ 1- und Typ 2-Diabetikern? D.h. könnte man anhand der gemessenen Werte zwischen Typ 1 und Typ 2 unterscheiden (das geht sicher nicht hundertprozentig, das ist klar, aber gibt es Anhaltspunkte/Unterschiede??)??

    Danke!
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 19.05.2011 12:20:25
    Moinmoin,

    Insulin ist kein Medikament, das irgend etwas bewirkt, sondern Insulin ist das Hormon, das bei allen Menschen dafür notwendig ist, dass die Zellen des Organismus Glukose aus dem Blut aufnehmen und zur Energiegewinnung nutzen können.

    Diabetes (alle Typen!) ist, wenn der Organismus dafür nicht genug eigenes Insulin produziert und ausgibt. Passend für das jeweilige Essen gespritzt ist bei allen Typen immer dann, wenn der Blutzucker danach im gesunden Rahmen verläuft. Der gesunde Rahmen ist für alle Menschen gleich, eben gesund wie hier schön an der blauen Linie zu sehen. Ein davon abweichender Verlauf hat nichts mit dem Diabetes-Typ, sondern alles mit dem individuell mengenmäßig und zeitlich mehr oder weniger passenden Schuss zu tun.

    Wie kommst Du auf den Gedanken, dass der BZ-Verlauf Auskunft über den Typ geben könnte?

    Bisn neugierig, Jürgen
  • Gast

    Rang: Gast
    am 19.05.2011 14:41:09
    Ich finde die Frage garnicht so abwegig. Allerdings glaub ich auch das es schwierig bis unmöglich sein wird aus der Kurve (Gast meint ja wohl die Kurve über einen längeren Zeitraum) den Typ heraus zu lesen.
    Da spielen so viele Faktoren eine Rolle. Ernährung, Bewegung Medikamentation und und und.

    Gruß Havier

    --- da kann man wohl eher den Menschentyp aus dem Suchverhalten in Google bestimmen ---
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 19.05.2011 15:18:12
    Die Medikation ist ja mit der Frage vorgegeben, Insulin. Damit kann man sich praktisch jeden Verlauf machen. Deswegen bin ich ja neugierig, wie daraus jemand auf den Typ schließen will?
  • Gast

    Rang: Gast
    am 19.05.2011 20:50:38
    Hallo,

    danke für die Antworten: ich dachte nur, dass man evtl. anhand der Verläufe auch einen Hinweis auf den Diabetes-Typ bekommen könnte. So habe ich z.B. gelesen, dass Typ 1er immer eher zu Hypoglykämien neigen als Typ 2er, weil bei 1ern häufig auch was mit den alpha-Zellen nicht stimmt (fragt mich nicht, was genau), anscheinend auch zu ausgeprägteren Gegenregulationen, Dawn-Phänomen soll anscheinend auch eher bei 1ern auftreten. Ob das stimmt, weiß ich nicht, hatte mich aber interessiert. Könnte ja vielleicht schon möglich sein, vielleicht aber auch nicht, richtig verlässliche Studien oder so etwas ähnliches habe ich auch nicht gefunden. Hmmm.

  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 19.05.2011 21:55:28
    1. Eine Hypoglykämie ist immer zu viel Insulin bei zu wenig Zucker im Blut: Man hat also mehr Insulin gespritzt, als man für den gesunden BZ in der jeweiligen Situation braucht. Das ist völlig unabhängig vom Typ.

    2. Alpha-Zellen machen Glucagon, und das stimuliert (nicht als einziges) die Leber zur Zucker-Ausgabe, wenn der BZ niedrig absinkt = Gegenregulation. Aber ausgeprägte Gegenregulationen sind eher Mythos und beruhen tatsächlich auf Gegenfressen - auch unabhängig vom Typ ;-)

    3. Das Dawn Phänomen ist die morgentliche vermehrte Zucker-Ausgabe der Leber zusammen mit der routinemäßig verstärkten Ausgabe von Hormonen wie z.B. Cortisol, die die Insulin-Wirkung behindern, womit der BZ ansteigt - auch unabhängig vom Typ.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 19.05.2011 23:15:02
    schrieb:
    ich dachte nur, dass man evtl. anhand der Verläufe auch einen Hinweis auf den Diabetes-Typ bekommen könnte

    falsch gedacht! um den typ richtig zu diagnostizieren gibt es bessere möglichkeiten. ausserdem sind (wie jürgen schon schrieb) die verläufe von den lebensumständen und der medikationsmenge/den genossenen nahrungsmitteln abhängig. weiterhin kann jeder (egal welcher typ dm) alle möglichen bz-werte und hba1c's erreichen, er muss es nur "wollen".
    schrieb:
    Aber ausgeprägte Gegenregulationen sind eher Mythos und beruhen tatsächlich auf Gegenfressen

    du scheinst das mystische zu lieben - wenn dem so wäre, dann erklär doch mal, weshalb ich z.B. bei einem hypoglykämischen schock bei einer radtour ohne irgendwelche dinge in den hals zu stopfen (weil ich dusseliger weise auch nur ein vergesslicher mensch bin - nix dabei) einfach durch hinsetzen und abwarten nach einer 1/4 stunde wieder fit war (von 45 auf 80 mg/dl) und langsam weiterfahren konnte. war allerdings zu zeiten, als meine gegenregulation noch funzte (die zeiten sind leider vorbei)
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 19.05.2011 23:18:47
    Doch, ich liebe das Mühtische. Aber von 45 auf 80 ist völlig normal. Die ausgeprägten Gegenregulationen, von denen dieser asiatische Katzenprof namesgebend geträumt hat, drehten sich eher um 180 ;-)
  • Gast

    Rang: Gast
    am 20.05.2011 11:09:26
    hjt_Jürgen schrieb:
    1. Eine Hypoglykämie ist immer zu viel Insulin bei zu wenig Zucker im Blut: Man hat also mehr Insulin gespritzt, als man für den gesunden BZ in der jeweiligen Situation braucht. Das ist völlig unabhängig vom Typ.

    2. Alpha-Zellen machen Glucagon, und das stimuliert (nicht als einziges) die Leber zur Zucker-Ausgabe, wenn der BZ niedrig absinkt = Gegenregulation. Aber ausgeprägte Gegenregulationen sind eher Mythos und beruhen tatsächlich auf Gegenfressen - auch unabhängig vom Typ ;-)



    Wie kommst du darauf?? Das ist das erste was ich höre und es deckt sich auch nicht mit meinen Erfahrungen!

    Außerdem glaube ich schon, dass man aufgrund der BZ-Verläufe zumindest eine kleine Tendenz zu einem bestimmten Diabetes-Typ abgeben kann. Große Schwankungen in den BZ-Werten deuten auf einen Typ 1 hin, genau wie eine hohe Insulinempfindlichkeit. Natürlich lässt sich keine Diagnose aufgrund von BZ-Verläufen stellen, aber sie können eine leichte Tendenz angeben.

    Dadurch dass die meisten Typ 2er eine Restinsulinproduktion haben, wird ihr BZ-Verlauf geglättet, bei Typ 1ern ist dies nicht der Fall. Nicht ohne Grund sind Insulinpumpen hauptsächlich für Typ 1er gedacht, denn die haben einen wesentlich instabileren Stoffwechsel, auch wenn viele 2er dies nicht wahrhaben wollen.
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 27
    Beiträge: 0
    Mitglied seit: 22.02.2011
    am 20.05.2011 11:25:02
    Hm. Ich bin auch Typ 1 und hab keine großen Schwankungen. Das liegt höchstwahrscheinlich an einer richtig guten Einstellung und Disziplin bei der Nahrungsmittelauswahl.

    Ich hab aber auch schon Typ 2 getroffen, die fürchterliche Schwankungen haben. Für mich eine geradezu gruselige Vorstellung. Die haben das ganze denn allerdings auch ziemlich locker gesehen und quasi so Pi mal Daumen gespritzt.

    Die beiden BZ-Verläufe im Vergleich, dann passt das nicht, dass man es daran erkennen kann.

    Liegt es denn nicht immer an der Einstellung, wie derjenige selber damit umgeht und all den anderen kleinen Störungen,
    die man so haben kann?

    Liebe Grüße und ein fröhliches Wochenende
    Sabine