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Ist das wirklich Diabetes?

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    Mitglied seit: 27.06.2011
    am 27.06.2011 11:01:36
    Guten Tag,
    ich habe einige Fragen zur Diabetes, die mich sehr in die Verzweiflung werfen und zu denen ich hoffentlich hier Antworten bekommen kann. Sowohl mein Hausarzt und gleichzeitig Diabetologe, als auch meine Frauenärztin fertigen mich bei meinen Fragen immer recht kurz mit Aussagen ab, ich sei auf Zielgerade zur Diabetes, müsse mich abfinden, aber wirkliche Erklärungen über Werte bekomme ich nicht. In manchen Punkten, die ich anmerke, werde ich bestenfalls sogar belächelt, obwohl ich nichts dafür kann, wenn die Messungen abnorme Verhalten zeigen.

    Derzeit bin ich 40 Jahre alt, mit dem 6. Kind schwanger und im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung stellte sich heraus, dass mein HbA1c bei 6,2 in der 13. SSW lag.
    Das ist nicht ungewöhnlich, da bereits Blutabnahmen seit 2007 zeigten, dass eben dieser Wert immer in dem Bereich 6,0-6,5 liegt. Aktuelle Messungen über Fingerblut und Schnellteststreifen, zeigen Werte, je nach Tageszeit, nüchtern oder nach Mahlzeiten, zwischen 81-127 an, wobei der Durchschnitt der Messungen zwischen 100-115 liegt.

    Mein Diabetologe meinte nun, dass nicht nachzuvollziehen sei, wie lange ich bereits mit dem höheren HbA1c-Wert lebe, es aber wahrscheinlich sei, dass dies schon über Jahre der Fall ist. Zum erhöhten HbA1c beklagt er sich darüber, dass mein Eisenspeicherwert konstant zu niedrig sei, solange er meine Blutwerte überwacht (zumindest DAS ist mir aber bereits seit Teenagerzeit bekannt und die Messung des Eisenwerts über Fingerblut ist stets im grünen Bereich).
    Ich gehe nun davon aus, dass ich kein Diabetes habe, sondern lediglich einfach grenzwertige Werte, die eben zu mir gehören und mit denen ich gut lebe. Mein Diabetologe lacht über diese, wie er sagt „Naivität“.

    Nun soll ich jede Woche einen Tag 3x täglich zum messen des BZ. Da ich jedoch logistisch nicht in der Lage bin (ich habe noch jüngere Kinder zu Hause, derzeit keinen PKW und kann nicht 3x tgl. 2,5km hin und dann wieder zurück, mit 2 Kleinkindern im Schlepp bewältigen) jede Woche einen Ärztetag einzulegen, setzte ich nach langem Hin und Her durch, 2-3 Wochen zu Hause selbst messen zu können und dann nur alle 3-4 Wochen einen BZ-Messtag bei ihm in der Praxis einzulegen.
    Ich verwende zu Hause den „Braun Contour“.

    Als ich meinen Arzt bat, mir wenigstens Teststreifen aufzuschreiben, da diese auf Dauer (mein Mann hat gerade erst nach Firmeninsolvenz und Arbeitslosigkeit eine neue Arbeit gefunden, die uns finanziell in die ergänzende Leistung zum HartzIV bringt) kaum erschwinglich für mich sind. Er verweigerte mir das Rezept mit der Begründung, er dürfe es mir nicht ausschreiben, da ich NOCH nicht Insulin pflichtig sei. Das wurde mir von der Krankenkasse bestätigt.
    Nachdem ich nun aber einige „seltsame Erlebnisse“ bei den Messungen hatte, bin ich immer mehr davon überzeugt, dass ich keineswegs direkt die Insulinpflicht anstrebe, sondern eben so lebe und mein Körper sich gewöhnt hat. Sollte dem so sein, bräuchte ich vernünftige Argumente meinem Arzt gegenüber, mich aus dieser Zwangsposition des ständigen Messens heraus zu lassen und hoffe da auf Erfahrungen und Meinung von Betroffenen, die über die Diabetes mehr Kenntnisse besitzen, als ich.

    Ein besonders extremes Beispiel für abstruse BZ-Werte, erlebte ich vergangenen Samstag.
    Gegen 18:00 Uhr maß ich einen BZ von 123. Wir waren eingeladen und es gab in den folgenden Stunden viel zu Essen und trinken. Bis gegen 21:00 Uhr aß ich 1 Cheeseburger, 1 Krakauer, 1 Steak, 1 Brötchen, 1 Stück Erbeer-Creme-Torte, 2 Becher Kaffee mit Milch und Zucker, sowie insgesamt annähernd 1l Coca Cola (KEINE light). Bei der Messung um 22:00 Uhr zu Hause, befand sich mein BZ bei 94!!!
    Wie kann das sein? Ich maß 3x hintereinander. 2x mit dem Ergebnis 94, einmal mit 95.

    Mittlerweile habe ich das Gefühl, nicht mehr ganz richtig im Kopf zu sein. Ich fühle mich schlecht beraten, abgestempelt und dass man mir etwas andichtet, was ich nicht habe. Sollte ich tatsächlich Diabetes haben, werde ich damit leben lernen müssen, aber im Moment fühle ich mich wie ein Versuchskaninchen.
    Ein Genießen meiner Schwangerschaft ist fast gar nicht mehr möglich. Alles scheint sich nur noch um die vermeidliche Diabetes zu drehen. Ich könnte es verstehen, wenn ich bedrohliche Messergebnisse hätte, aber vergleiche ich mit den Tabellen, komme ich bestenfalls gelegentlich (und dann auch nur nach bestimmten Schlemmersünden) in einen gelben Bereich.
    Was würden Ihr mir empfehlen?

    Für liebe Antworten gegenüber einem Diabetes-Unerfahrenen, würde ich mich sehr freuen!

    Lieben Gruß,
    Olga
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    am 27.06.2011 12:40:25
    Moin Olga,

    dass frau ne Schwangerschaft genießen kann, hab ich zwar schon oft gelesen, aber direkt von ihrem Genuss erzählt haben mir alle Schwangeren (damals unsere eigene Erfahrung und die in unserem Umfeld, jetzt unsere Kinder mit ihren Umfeldern in der Familienphase) bisher allenfalls in hörbaren Anführungszeichen ;-)

    Ner Tochter in Deiner Situation würd ich schlicht raten, die Füße still zu halten, und den Dok nen lieben Mann sein zu lassen. Für den Zucker würd ich empfehlen, die Stärke-Mengen, Brot und alles mit Mehl, Kartoffeln, Reis und selbstverständlich Zucker (lieber etwas weniger, Deinem 6. fehlt damit nix :-) so zu begrenzen, dass mein BZ etwa 1 Stunde nach dem Einverleiben nicht über 140 klettern würde. Das ist wichtiger als jeder Nüchtern- oder 2-Stunden-Wert, und damit seid Ihr beiden voll auf der sicheren Seite :-)

    Daumendrück, Jürgen

    hey, WICHTIG: ich bin kein Arzt!
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    Mitglied seit: 27.06.2011
    am 27.06.2011 13:37:15
    Danke Jürgen, für die schnelle Antwort!
    Mein "Problem" ist ja, dass ich so oder so nicht über 140 komme.
    Ein einziges Mal war ich bei 145, aber da hatte ich auch heftig mit einer Instant-Currysoße eine Stunde zuvor gesündigt.
    Der Durchschnitt liegt bei mir so zwischen 100-127, wenn ich nicht nüchtern bin (meine Güte, hört sich das an! *lol*)
    Und gerade da macht es mir ja zu schaffen: Gehe ich nach Tabellen, scheint mein BZ doch absolut noch im nicht beängstigenden Bereich zu sein, oder sehe ich das falsch?
    Selbst der Speicher scheint mit 6,0-6,5 zwar grenzwertig, aber auch noch im grünen Bereich zu sein, soweit ich das beurteilen kann.
    Wo also habe ich dann eine Diabetes oder wie mein Arzt es nannte "eine verkappte Diabetes"?

    Ich denke, dass jeder Diabetiker froh wäre, eben keine Diabetes zu haben. Und mir redet man ein, eine zu haben, die ich aber nicht verstehe. Mein Gefühl sagt mir, das ist reine Panikmache und ich habe nichts.
    Das Schlimme ist ja, dass ich mich nicht einmal traue meinen Arzt zu fragen, wie diese Werte am Samstag entstehen konnten, denn da habe ich ja mehr als gesündigt und der BZ ging runter. Der weist mich ja noch ein, weil das theoretisch gar nicht möglich ist. Und ich würde es ja auch nicht glauben, wenn ich es nicht selbst gesehen hätte.
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    am 27.06.2011 15:03:12
    Moin Olga,

    mit Schwangerschaft sehen die Doks die Werte halt etwas enger. Manche wollen 1 Stunde nach dem Essen statt der 140 sogar die 120 als Obergrenze, und alle reiten auf nüchtern weniger als 90 rum, obwohl ja auch bis 120 noch in ihrem gesunden Rahmen wären und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an der Tageszeit kein Zauber hängt.

    Gesunde Menschen wachen halt mit gut 60-80 auf, messen etwa 1 Stunde nach viiiiiiiiiiiiel Kohlenhydraten=Zucker für ein paar Minuten maximal 120-140 und sind ne Stunde weiter wieder unter 90. HBA1c bis 5,5. Da liegst Du schon ein Stückchen drüber, auch wenn noch nicht über den normalen Diagnose-Grenzwerten.

    Mit 2 oder 3 Brötchen oder ner großen Portion Fritten könntest Du wahrscheinlich auch ohne Zuckersoßen einen deutlich höheren 1-Stunden-Wert als 140 messen, und so wird das auch Deine Samstags-Erfahrung erklärbar. Denn auf einen auf diese Weise zuerst viel zu hoch gefutterten Blutzucker folgt eine für diese Zuckermenge eigentlich zu große Insulin-Ausgabe, die den BZ dann unter den Wert vor dem Essen absenkt.

    Bisdann, Jürgen
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    am 27.06.2011 15:13:40
    Mhm... ja, das ist nachvollziehbar.
    Merkwürdig fand ich allerdings auch, dass mein BZ letzte Woche, nachdem ich 4 Tage strenge Anti-Zuckerdiät machen musste, einen nüchtern BZ von 103 hatte. Esse und trinke ich abends so nach dem, was mir schmeckt, also auch mal einen heißen Kakao vorm Einschlafen oder einen Puddingbecher oder was auch immer, habe ich nüchtern Werte um 90 (mal etwas mehr, mal etwas weniger).
    Hört sich sicher dumm an, aber ich habe bei diesen Werten das Gefühl, je mehr ich mir Zucker verkneife, je höher steigt mein BZ.
    Kann es aber auch nur schätzen, weil ich ja nicht dutzend Mal am Tag messe.
    Bearbeitet von User am 27.06.2011 15:15:04. Grund: Nicht angegeben
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    am 27.06.2011 16:35:30
    hey, was isst Du denn so als Antizuckerdiät?
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    am 27.06.2011 22:53:12
    Das ist es doch, ich esse ganz normal das, worauf ich hunger habe. Also auch mal etwas Süßes, wenn auch nicht so sehr viel. Dafür aber Zucker im Kaffee und auch mal ein Honigtoast oder meinen geliebten heißen Kakao...
    Ich meine, bei Ansätzen zur Diabetes müsste dann doch mein BZ ins utopische schießen, oder nicht?
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    am 27.06.2011 23:03:11
    hast Du ne Stunde nach som Honigtoast schon mal gemessen?
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    Mitglied seit: 27.06.2011
    am 27.06.2011 23:45:38
    Ja, wenn aber auch erst einmal. Ich hatte um die 122, glaube ich. Aber auf keinen Fall höher.
    Dazu muss ich aber sagen, dass ich ein paar Stunden (2 Std.?) zuvor einen Nüchtern-BZ von 103 hatte.
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    am 28.06.2011 00:39:59
    Hallo Olga !

    Ich kann zwar nicht viel zu deinem Problem beitragen.
    Nur so viel.
    Dein Arzt ist der Meinung das du Diabetes hast und somit kann er dir einmal im Quartal Teststreifen aufschreiben und das bezahlt dann auch die Kasse.
    Habe mich diesbezüglich schlau gemacht.
    Bin auch Typ2 ohne Insulin.

    Genieße deine Schwangerschaft und viell. ist nach der Geburt ja alles wieder im grünen Bereich.


    LG Anni