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Wie ist dieser Verlauf zu werten?

  • Gast

    Rang: Gast
    am 04.07.2011 23:52:45
    Du schreibst wahrlich, wie du es brauchst:
    schrieb:
    ne verlängerte Remi stört die Einstellung und hilft ungemein, wenn man nicht einfach eingestellt werden, sondern seinen BZ wirklich steuern lernen will :-)


    Aha, Herr Doctor meinen also, dass ein "Frischling" innerhalb weniger Wochen bis Monate lernt, seinen BZ zu steuern:
    schrieb:
    Insulin-produzierende Beta-Zellen im Pankreas werden infolge Fehlsteuerung vom eigenen Immun-System innerhalb weniger Wochen bis Monate nahezu komplett abgefressen.


    Aber auch das ist nicht so, denn es gibt genug, die eine Remission über Jahre haben (was belegt, dass die Remi-Phase nicht zu beeinflussen ist - egal was man tut, es ist eine AUTOIMUNITÄT.). Ausserdem ändert nur der Wille zum Lernen und nicht die Remi-Phase die total schlecht einschätzbaren BZ-Verläufe incl. Hypos und gefährlich hohen Werte. Und lernen kann man auch ohne jeglich Remission (wie auch oft genug bewiesen wird).
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 05.07.2011 08:21:15
    Hallo Andreas,

    du kannst ruhig erst einmal davon ausgehen, dass du einen Typ2-Diabetes hast. Wenn sich dann irgendwann herausstellt, dass es doch Typ1 oder LADA ist, dann hast du nichts verkehrt und nichts umsonst gemacht.

    Falsch machen kann man eigentlich nur etwas, wenn man den Typ1er mit Tabletten behandeln will. Da du von vornherein mit Insulin behandelt wurdest, ist das bei dir nicht der Fall.

    Die Chance ist sehr groß, dass es ein Typ2-Diabetes ist und dass du nach dem Warnschuss rechtzeitig die Kurve gekriegt hast. Freu dich darüber und mach weiter so wie bisher - du machst das sehr gut.

    Beste Grüße, Rainer
  • Gast

    Rang: Gast
    am 05.07.2011 09:19:27
    wer seine werte im gesunden bereich hält völlig egal wie, ob mit medis oder anders,
    kann nichts falsch machen unabhängig vom typ.
    und es ist ein irrtum daß aus einem blutbild etwas auf den typ geschlossen werden kann.
    schon die normalen ak untersuchungen belasten das budget, daher wird meist höchstens c-peptid getestet(meist noch falsch)
  • Gast

    Rang: Gast
    am 05.07.2011 09:56:33
    Gast schrieb:
    wer seine werte im gesunden bereich hält völlig egal wie, ob mit medis oder anders,
    kann nichts falsch machen unabhängig vom typ.



    Das stimmt nicht. Ein Typ 1er MUSS von Anfang an mit Insulin behandelt werden, auch wenn seine Werte mit Metformin o.ä. im gesunden Rahmen liegen. Ansonsten wird (wie bereits geschrieben), die Remissionsphase verkürzt, weil die Beta-Zellen durch die ständige Überbelastung früher absterben.

    Gast schrieb:
    und es ist ein irrtum daß aus einem blutbild etwas auf den typ geschlossen werden kann.
    schon die normalen ak untersuchungen belasten das budget, daher wird meist höchstens c-peptid getestet(meist noch falsch)



    Bei begründetem Verdacht auf Typ 1 werden immer mindestens zwei verschiedene Antikörper überprüft (meist GAD und IA2, weil diese meist nicht gleichzeitig auftreten, aber fast alle 1er mindestens eine der beiden haben). Und warum sollte das C-Peptid falsch gemessen werden?
  • Gast

    Rang: Gast
    am 05.07.2011 12:42:18

    Hallo zusammen,

    wie versprochen gebe ich kurz durch, was heute herausgekommen ist.
    Beide Insulintypen (Novorapid & Protaphane) wurden jetzt abgesetzt. In der kommenden Woche wird geprüft ob die Entwicklung ohne Insulin in den korrekten Bahnen verläuft und ob man eventuell noch Änderungen am Therapieschema vornehmen muss.
    Sollte es bleiben wie jetzt in diesem Moment nehme ich morgens sowie Abends je eine Metformin 1000.

    Mir wurde auch bestätigt das vor allem der schnelle Abbau von Gewicht und die Umstellung in der Ernährung (die wie ich finde nicht schmerzt und marginal ist) die tragenden Elemente dieser Entwicklung sind und ich absolut mit meinen Werten zufrieden sein kann.

    Auf die Frage hin wo man denn die Notbremsen ziehen sollte und wieder mit Insulin einsetzen kann fiel der Wert 140. Das nehm ich erstmal so hin. Wobei ich mich schon sehr an Werte unter 90 gewöhnt habe, dass alles darüber sich für mich schon als "falsch" anfühlt.

    Ich habe mir auch gleich noch einmal die Remissionsphase im Zusammenhang mit Typ I erklären lassen. Bestätigt wurde, dass mein Verlauf sehr dieser Phase ähnelt. Danach wurde mir aber anhand meiner bisher genommenen beiden Blutbilder gezeigt, dass meine Antikörper <= 0.1 sind und somit Typ ausgeschlossen werden kann.

    Interessant ist auch, dass sich so ziemlich alle Werte deutlichst gesenkt haben.

    Ich habe am 24.03. beispielsweise einen Triglyceridwert von 2107 (kein Tippfehler) gehabt und nun 187. Auch mein Cholesterin hat sich von 441 auf 220 erholt. Und bei gleichbleibender Verhaltensweise rechnet man dort auch mit einem Rückgang auf einen Wert unter 200.
    Einzig der Kreatininwert ist von 1.0 auf 1.1 angestiegen was mir mit meinem (anhaltenden) Gewichtsverlust erklärt wurde.
    Je weiter ich meinem Normalgewicht näher komme, desto besser scheint es ja zu laufen mit meinem BZ. Insofern gibt es keine bessere Motivation.

    @Rainer
    Ohne zu persönlich werden zu wollen, hast du "Normalgewicht"? Und wie verhält es sich mit LCHF und Abnehmambitionen?
    Ich hoffe zwar momentan, dass ich auch mit Kohlehydratverzehr im Rahmen bleiben werde, aber man kann seiner gebeutelten Bauchspeichdrüse ja zumindest etwas entgegen kommen :)
  • Gast

    Rang: Gast
    am 05.07.2011 14:36:21
    da eine remission erst nach insulingaben beginnt, kann sie nicht ohne insulin schneller beendet sein da sie nicht begonnen hat.
    außerdem sind die vorteile der remission von allen dmlern unterschiedlich bewertet,
    von hoffentlich noch lange bis hoffentlich bald vorbei.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 05.07.2011 14:51:05
    Gast schrieb:
    da eine remission erst nach insulingaben beginnt, kann sie nicht ohne insulin schneller beendet sein da sie nicht begonnen hat.



    Tolles Argument! Dann hat man eben überhaupt keine Remission und dann sind die Betas noch schneller komplett zerstört als wenn die Remi bereits eingesetzt hat.

    Gast schrieb:
    außerdem sind die vorteile der remission von allen dmlern unterschiedlich bewertet,
    von hoffentlich noch lange bis hoffentlich bald vorbei.



    Bei manchen ist es tatsächlich so, dass in der Remission scheinbar willkürlich Insulin produziert wird und dies zu unerklärlichen Schwankungen des BZ führt. Bei der großen Masse der 1er (so auch bei mir) führt eine Resteigenproduktion jedoch zu einer Glättung der BZ-Kurve (vor allem auch der pp-Werte).
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    am 05.07.2011 15:59:09
    Moin Andreas,

    gratuliere zum super Einstieg! Und wenn Du in der Art dieser bewährten kleinen Einleitung Deinen BZ weiter an der gesund kurzen Leine führst, hast Du den Warnschuss optimal verwertet :-)

    Die weitaus meisten Menschen mit Deinem Ausgangs-Kaliber haben übrigens keinen Diabetes und kriegen auch nie welchen. Denn bei ihnen ist die Menge der Beta-Zellen einfach mit dem Insulin-Bedarf mit gewachsen, während sie bei Dir abgenommen hat und abnimmt. Ohne zu wenige Betas gibt es weder Typ1 noch Typ2. Und der Teil der Beschleunigung zur weiteren Abnahme Deiner Betas, den Du selbst in der Hand hast, ist häufiger über mehrere Stunden anhaltender Blutzucker über 120-140, der schlicht vergiftend auf sie wirkt. Glukotoxisch heißt das auf Medizinsprech.

    Wer wirklich etwas für die möglichst lange Erhaltung seiner restlichen Betas tun will, entlastet sie möglichst viele Stunden täglich bei um 70-80mg/dl vom Ausgabe-Druck. Damit minimiert der Typ2 auch seine Proinsulin-Belastung (s.o.). Dabei kann auch Bewegung vor allem immer direkt nach dem Essen super helfen, wie ich in diesem Fred gerade ausführlicher beschrieben hab.

    Und wenn Metformin (bremst die Glukose-Ausgabe der Leber) und weniger Stärke=Zucker-KHs nicht mehr zum gesunden Ausgleich des Beta-Zell- und Insulin-Defizits ausreichen, empfiehlt sich dafür nichts mehr als Insulin. Denn Insulin macht von allen BZ-Senkern die berechenbarste BZ-Senkung bei der geringsten Menge an unerwünschten möglichen Nebenwirkungen.

    Bisdann, Jürgen

    Zur Qualität der Info bei Deinem Dok: Es gibt völlig gesunde Menschen ohne jeden Diabetes mit jeder Menge Antikörper und ausgewiesene Typ1 völlig ohne :-(
  • Gast

    Rang: Gast
    am 05.07.2011 16:49:45
    ich hätte gern mal einen link, aus dem eindeutig hervorgeht, dass eine senkung der kh-zufuhr bzw. dass insulingaben zur verlängerung der remission führen. da müsste ja bei jedem 1er das insulin automatisch zur remission führen - komisch, dass sehr viele gar keine remi kennen (ich z.b.)
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    am 05.07.2011 17:29:48
    Remission ist ja kein Zauber und auch keine spezielle Medi-Wirkung, sondern vorübergehendes Nachlassen des Insulin-Bedarfs und recht einfach erklärbar:

    Ab etwa 80% Beta-Zell-Verlust macht sich der gemeine Typ1 mit ner Keto bemerkbar. Bis relativ kurz davor reichen die gut 20% Restbestand mit ihrer Insulin-Ausgabe noch aus, um den da schon immens hohen BZ vor dem Entgleisen in die Keto zu bewahren. In dieser BZ-Höhe ist der Insulin-Bedarf pro BE um ein Vielfaches höher, als bei gesund niedrigem BZ. Daher kann die noch ausgegebene Insulin-Menge bei gesund niedrigem BZ noch völlig für den persönlich normalen Glukoseumsatz ausreichen.

    Ob überhaupt und wie lange, richtet sich wohl nach der Größe des verbliebenen Beta-Zell-Rests bei Behandlungsbeginn, nach der jeweils üblichen Glukose-Belastung und natürlich nach der Geschwindigkeit des Fortschreitens des autoimmunen Zerstörungsprozesses.