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Gast
Rang: Gastam 24.08.2011 17:53:56
Hallo zusammen,
erst einmal herzlichen Dank für Eure Antworten. Mein Mann (ich soll auch mitkommen) hat morgen einen Besprechungstermin bei seinem Arzt. Ich werde berichten was raus kommt. Soweit jetzt schon gekannt ist, hat er auch hohe Colesterinwerte und extrem hohe Triclyceride. Somit würde sein Ernährungsplan noch eingeschränkter werden, keine oder wenig Kohlenhydrate und auch kein oder kaum tierisches Fett. Da durch die Ultraschalluntersuchung auch schon eine Fettleber diagnostiziert wurde soll natürlich auch kein Alkohl mehr getrunken werden. Er trinkt nicht viel, aber am Abend ein Bier oder Wein genießt er schon. Wo bleibt da die Lebensqualität?
Aber mal schauen was morgen rauskommt...
Birgit
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am 24.08.2011 17:56:02
#10
Drucker Frank müsste auch in diesem Forum längst auch ein Begriff sein. Der war auch nicht übergewichtig und hat seinen Eingangs-1c von 10,5 innerhalb eines Quartals von 10,5 auf unter 6,5 abgesenkt, allein durch Anpassen der Zusammensetzung seiner Essens-Portionen nach dem Standard-Rezept und die passende Verlegung seiner körperlichen Aktivitäten. Und schneller schafft das auch kein Dok. -
am 24.08.2011 18:36:25
... und ich bin ein lebendes Beispiel dafür dass es sogar ohne Erhöhung bzw. Verlegung körperlicher Aktivitäten geht.
Havier
--- begeisterter Nichtsportler ;-) --- -
am 25.08.2011 09:49:10
Gast schrieb:
Soweit jetzt schon gekannt ist, hat er auch hohe Colesterinwerte und extrem hohe Triclyceride. Somit würde sein Ernährungsplan noch eingeschränkter werden, keine oder wenig Kohlenhydrate und auch kein oder kaum tierisches Fett...
Wo bleibt da die Lebensqualität?
Hallo Birgit,
hier ist eine Anleitung von Dr. Nicolai Worm zur Senkung extrem hoher Triglyceride:
- KH runter bzw raus - vor allem Zucker und Weißmehl
- Alkohol raus
- Fett rein - egal welches
- Nüsse rein
- Langkettige Omega-3 (EPA+DHA) als Supplement nehmen - die haben den stärksten TG-senkenden Effekt
"Alkohol erst mal raus" ist leider auch hier Bestandteil der Empfehlungen. Aber Fett soll nicht gemieden, sondern im Gegenteil gesteigert werden, auch die tierischen Fette wie Butter, Sahne, Schweinefleisch u.s.w. Für die DGE-Empfehlung "Fett raus" gibt es keine Evidenz. Wenn du darüber genaueres wissen willst, dann lies mal das Buch "Mehr Fett" von Gonder, Worm.
Wenn er auf Fett nicht verzichten muss, dann kannst du ihn sehr schmackhaft bekochen. Wenn du Anleitung und Rezepte für eine diabetesgerechte KH-arme Ernährung haben willst, dann sieh mal bei LOGI oder bei LCHF nach. Du wirst sehen, dass so eine Ernährung die Lebensqualität und die Allgemeingesundheit enorm steigern kann - auch wenn sie erst einmal anders und ungewohnt erscheint.
Ach ja, dass die Nichtalkoholische Fettleber durch zu viel Fett entstanden sein soll, kann auch angezweifelt werden. Ich weiß nicht ob du das Verfahren kennst mit dem die Franzosen bei Gänsen eine delikate Fettleber erzeugen: stopfen mit KH. Die Reduzierung der KH, die ja für die gesunde BZ-Führung sowieso sinnvoll ist, dürfte auch gegen NAFLD das bessere Rezept sein.
LG Rainer -
Gast
Rang: Gastam 30.08.2011 15:18:40
Hallo nochmal,
mein Mann war jetzt bei der Besprechung seiner Blutergebnisse. Sein HbA1c Wert liegt bei 10,7 und der Nüchternwert bei 260. Er nimmt jetzt 2 x täglich 1000 Metformin und immerhin steigt der Nüchternwert in der Früh kontinuierlich auf heute 200.
Er hat nächste Woche einen Termin im Diabeteszentrum im Schwabinger Krankenhaus. Dauer stationär 4 Tage.
Meint Ihr er kommt ohne zusätzliches Insulin aus? Kann Metformin bei einem solch hohen Wert alleine genügen?
Er hat auch extrem hohe Werte bei den Triclyceriden (über 1000) und das Gesamtkolesterin liegt auch über 400.
Somit ist seine Erhnährung im Moment sehr einseitig und er ist recht verzweifelt.
Danke für Eure Hilfe!
Birgit -
am 31.08.2011 11:58:24
Hallo Birgit,
das klingt so, als ob ihr große Angst vor dem Insulin habt. Das müsst ihr nicht, Insulin ist bei Diabetes das nebenwirkungsärmste Medikament, mit dem man noch dazu den BZ am besten gesund steuern kann.
Das Beste wäre in der Tat, dass dein Mann zunächst erst einmal Insulin spritzt, damit der BZ wieder in gesunden Bereichen ankommt. Ob danach wieder eine Umstellung auf Tabletten oder sogar nur die diätische Behandlung (evtl. zusammen mit Metformin) möglich ist, das wird man sehen müssen. Ich vermute, dass er im Diabeteszentrum zuerst einmal mit Insulin behandelt wird - das wäre wenigstens sehr sinnvoll.
Die Triglyceride sind mit 1000 mg/dl wirklich sehr hoch. Es ist klar, dass dadurch das GeaMTCholesterin ebenfalls hoch ausfällt, da ja schon ca. 200 mg/dl von den Triglyceriden (genauer vom VLDL, welches ca. TG/5 beträgt) kommen. Die Triglyceride und damit das gesamte Lipidprofil werden sich auch schon normalisieren, wenn der BZ gesund verläuft. Deshalb ist die gesunde BZ-Führungerst erst einmal die Hauptaufgabe für deinen Mann und das geht nun mal am besten mit Insulin.
LG Rainer -
Gast
Rang: Gastam 31.08.2011 14:32:11
Hallo Rainer,
wenn ich mein Mann wäre, dann würde ich sofort und ohne große Vorbehalte Insolin spritzen. Mein Mann hasst Spritzen und findet schon die dauernde Blutabnahme am Finger furchbar. Die ganze Familie leidet darunter, mir wirft er vor ich unterstütze ihn nicht genug.
Er selber leidet aber andererseits sehr unter der nun sehr sehr eingeschränkten Kost. Morgens nur noch ein kleines Brötchen mit ganz dünn Butter, Mittags ganz wenig bis kaum Kohlenhydrate und Abend einen Salat aber natürlich mit ganz wenig Öl und kein Brot dazu.
Ich fand das Essen am letzten Wochenende ziemlich schlecht und depremierend. Ein trockenes Fischfilet (keine Soße dazu), dazu Gemüse und Reis. Auf Dauer wirklich nicht mein Fall. Ich selber bin absolut nicht Übergewichtig und kann deshalb einer so trockenen und kalorieenarmen Kost echt nichts abgewinnen.
So ganz verstehe ich auch seinen Hausarzt nicht. Das er möglichst wenig Kohlenhydrate zu sich nehmen soll sehe ich noch ein, aber warum er fast gänzlich auf Fett verzichten soll verstehe ich nicht.
Jedenfalls bin ich froh, dass er nächste Woche im Krankenhaus ist und dort auch hoffentlich Insulin verschrieben bekommt. Ich denke dann wäre die Situation zu Hause auch wieder entstannter.
Ich danke Dir wieder mal für Deine kompetenten Antworten!!
Liebe Grüße,
Birgit -
Gast
Rang: Gastam 31.08.2011 16:56:56
hallo Birgit,
das Problem mit dem Essen verstehe ich nicht ganz. Ich zB. war vor DM ein Alles- und Imbisesser schlichtweg katastrophal. Viele KH viel Fett.
Seit meiner Diagnose (Typ2) hab ich erstmal Kohlehydrate komplett reduziert ... und siehe da, ich glaubte es kaum, imein Speiseplan wurde um etliche Dinge bereichert. Ich esse jetzt weitaus vielfältiger und artenreicher als früher
Ich muss dazu sagen, ich koche sehr gerne selber und hab vollkommen neue Gerichte entdeckt. So gesehen ist der DM ja glatt ein Glücksfall ;-)
Sogar meine Partnerin ist begeistert.
Bestimmte Lebensmittel sind natürlich noch auf Warteliste aber ich bin da flexibel. Dann wird die Torte halt durch 4 Paar Wiener ersetzt und die dünnere Scheibe Brot wird mit Käse und Wurst aufgestockt ;-)
Ich empfinde das jetzt auch nicht als grossartige Umstellung. Man sollte mit Spass und Freude an die Sache rangehen und nicht mit iiihhh das mag ich nicht und das schmeckt mir nicht und das will ich nicht
Den Appetit wollte ich dir jetzt aber nicht verderben ;-)
Grüsse Havier
--- Wenn das Fischfilet trocken ist, dann liegt es an der Zubereitung oder am Koch.---
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Gast
Rang: Gastam 31.08.2011 17:32:09
Hallo Havier,
mein Mann hat ja zusätzlich noch sehr sehr hohe Tryclyceridwerte welche ihm (laut Arzt) verbieten fette Sachen zu essen. Laut Arzt höchsstens fettreduzierte Wurst und davon natürlich auch nur eine Scheibe.
Was soll denn ein Diabetiker zum Beispiel frühstücken? Sowohl in Brot als auch in Müsli sind Kohlenhydrate enthalten. Also auf einem Apfel rumknabbern? Ich finde es nach wie vor nicht ganz einfach, vielleicht aber auch weil bei ihm eben die Tryclyceride dazu kommen.
Vielleicht spielt sich alles auch noch ein...
Gruß,
Birgit -
am 31.08.2011 17:50:38
Moin Birgit,
Dein Mann ist nicht übergewichtig, muss also nicht auf seine Kalorien achten, aber auf seinen Blutzucker. Nun sind halt alle Kohlenhydrate verstoffwechselt reiner Zucker. Aus der Glukose im Blut kann niemand mehr ablesen, ob die vor dem Essen ein einfacher Haushaltszucker, ein Apfel, eine Kartoffel oder eine Scheibe Vollkornbrot war. Und das selbe gilt für die Triglyzeride, vor allem auch deswegen, weil die Leber mit Diabetes meistens schon selbst so viel zu viel Glukose ausgibt, dass der Betroffene für seine Versorgung gar keine mehr zu essen brauchte. Ja, was die Leber an Glukose ausgibt, ist oft schon zu viel. Und dann isst der Hammel aber nach Anleitung von sonem Doktor noch zusätzlich KHs, und die werden dann auch alle erst zu Glukose verstoffwechselt, die auch alle nicht gebraucht wird. Und die meiste Glukose, die nicht gebraucht wird, wird dann halt in der Leber zu Triglyzeriden umgewandelt.
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hätte Dein Mann mit weniger KHs und mehr Eiern und Wurst sehr viel weniger Hunger und sehr viel weniger Triglyzeride :-)
Bisdann, Jürgen