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Diabetes bestimmt am Nüchternwert?!

  • Anett

    Rang: Gast
    am 08.06.2009 18:15:54
    Guten Tag,

    ich sollte heute in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis zum OGTT erscheinen, aufgrund vorangegangener Gestagionsdiabetes. Ich bin vor 3 Monaten Mutter geworden. Nun lag mein Nüchternblutzucker schon bei 136 und der Test wurde garnicht mehr durchgeführt. Die behandelnde Ärztin ist erst nächste Woche wieder in der Praxis. Also bekam ich einen Termin gleich am Monat.

    Also habe ich Diabetes. Bin schockiert und sehr verunsichert und es stellen sich viele Fragen:

    Kann ich trotzdem noch Kinder bekommen?
    Muss ich davon ausgehen und meine lebensplanung darauf ausrichten früh pflegebedürftig zu werden oder gar zu versterben?

    Freundliche Grüße
    Lea von Anett
  • R,Zander

    Rang: Gast
    am 08.06.2009 19:38:01
    Liebe Anett ,
    wahrscheinlich wirst Du einen TYP 2 Diabestes entwickeln. Genaues dazu kann Dir nur eine Arzt sagen. In jedem Fall ist ein Diabetologe die beste Wahl. Der kann Dir alle Fragen beantworten, führt Schulungen durch und ist eben der Spezialist für uns.
    Am Anfang ist es für jeden ein Schreck, für den einen mehr, für den anderen weniger. Typ 2 ist oft schon mir Diät beizukommen. Bei der heutigen guten Versorgung brauchst Du keine Angst zu haben. Wenn Du Dich nach den Anweisungen richtest, klappt es meistens ganz gut.
    Auch in Sachen Familienplanung kann Dir in einer solchen Praxis geholfen werden, weil da oft Spazialisten für alleFragen arbeiten.
    Natürlich kann niemand in die Zukunft sehen, aber Du hast bestimmt keinen Grund, Dir solche Sorgen zu machen. Wenn der erste Schreck vorüber ist und Du gut informiert bist, wirst Du gelassener sein. Habe keine Angst, freue Dich an Deinem Kind und laß Dich gut beraten. Frage immer, wen Du etwas nicht verstehst.
    Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten.
    InI dem Sinne , laß es Dir gut gehen Kopf hoch und liebe Grüße
    R
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 09.06.2009 12:38:07
    Moin Lea,

    Glückwunsch zum (wo du nix anderes schreibst) wohl gesunden Kind :-)

    Gesund sorgt eine geniale Automatik dafür, dass Mensch mit um 60-80 mg/dl aufwacht, etwa 1 Stunde nach dem Input von viel Stärke=Zucker für ein paar Minuten an 120 und auch knapp darüber messen kann, aber praktisch nie über 140, und nach 2 Stunden längst wieder zurück um 80 ist. Das ist auch der Rahmen, der Müttern mit der Diagnose Schwangerschaftsdiabetes für den Verlauf der Schwangeschft empfohlen wird.

    Ohne Schwangerschaft wird nach den offiziellen Richtlinien zum Diabetiker ernannt, wer mit mehr als 125 aufwacht oder/und wer 2 Stunden nach dem Input von 75g Traubenzucker (entspricht grob etwa 2 Brötchen) noch über 200 misst. Mit 136 mg/dl nüchtern und zuvor dem Schwangerschaftsdiabetes besteht an Deiner ordentlichen Ernennung auch ohne OGTT eigentlich kein Grund zum Zweifel. Also willkommen im Club :-)

    Damit muss Dein Leben nun keineswegs zuende sein, nicht zuletzt weil Dein Kind Dich ja noch ein paar Jahre braucht, und wie ich Dich verstehe, möchtest Du ja auch noch mehr. Damit wirst Du nur ein bisschen bewusster leben und halt gewissermaßen manuell ausgleichen müssen, was Deine defekte BZ-Automatik nicht mehr bringt. Wenn Du dir einfach in den nächsten Tagen und Wochen systematisch anknobelst, wie Du dich mit Essen (Zusammensetzung und Größe der Portionen) und Bewegen so verhalten kannst, dass Dein BZ 1-2-3 Stunden nach jedem Input unter max 140-120-100 mg/dl praktisch im völlig gesunden Rahmen verläuft, wirst Du wenigsten so gesund so alt werden, wie ohne Diabetes, und natüelich auch noch mehr Kinder bekommen können :-)

    Daumendrück, Jürgen
  • Anett

    Rang: Gast
    am 10.06.2009 11:08:11
    Vielen Dank!

    das heisst, wenn ich meinen Blutzucker mittels Diät, guter Schulung und Insulintherapie im Normbereich halte, dann verläuft mein Leben quasi, so als hätte ich keinen Diabetes?

    Bezüglich Langzeitfolgen: Welche Werte sind entscheidender: Der Langzeitwert oder sind schon Ausrutscher signifikant? Passieren Ihnen auch noch Ausrutscher oder wird man mit der Zeit sicherer?

    Viele Grüße
    Anett
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 10.06.2009 16:42:15
    Hallo Anett,

    jawohl, wenn du deinen BZ so führst wie er bei gesunden verläuft, dann ist das so als hättest du gar keinen Diabetes*).

    Entscheidend sind die postprandialen BZ-Spitzen. Der Langzeitwert HbA1c spiegelt leider diese Spitzen nur ungenügend wider, deshalb ist der nur zur zusätzliches Kontrolle geeignet. Die BZ-Spitzen kannst du nur eigenständig durch regelmäßige BZ-Messung ermitteln, wobei dein Ziel 140-120-100 mg/dl in 1-2-3 Stunden nach den Mahlzeiten sein sollte. Ausnahmen kommen selbstverständlich immer wieder mal vor und sind nicht besonders schädlich.

    Du schaffst das bestimmt, Rainer


    *) Anmerkung:
    Das ist Jürgens und meine Meinung. Es gibt auch andere Auffassungen, die aber auch nicht ausreichend bewiesen werden konnten. Eine gesunde BZ-Führung wie wir sie dir mit 140-120-100 vorschlagen, wird offiziell als nicht möglich erachtet. Sie ist möglich, ganz egal in welchem Stadium sich dein Diabetes befindet. Dazu liegen genügend Erfahrungsberichte vor.
  • hfgrte

    Rang: Gast
    am 10.06.2009 17:16:01
    "wenn du deinen BZ so führst wie er bei gesunden verläuft, dann ist das so als hättest du gar keinen Diabetes. Es gibt auch andere Auffassungen, die aber auch nicht ausreichend bewiesen werden konnten. Eine gesunde BZ-Führung wie wir sie dir mit 140-120-100 vorschlagen, wird offiziell als nicht möglich erachtet. Sie ist möglich, ganz egal in welchem Stadium sich dein Diabetes befindet. Dazu liegen genügend Erfahrungsberichte vor."

    Er redet schon wieder, wie er sich seine Welt gemalt hat! BZ gesund geführt = kein DM, dann kannst du dir ja die Medis und die Bewegung schenken. Andere Auffassungen sind seit 85 Jahren bewiesen (nur für dich nicht!) und die nicht mögliche, offizielle Verlautbarung stimmt SO überhaupt nicht - wer/was ist denn für dich "Hungerleider" offiziell? Und deine xxx-yyy-zzz sind eben NICHT in jedem Stadium des DM möglich! Aber du bist wie Anke: NUR deine (und weil du Wert darauf legst - auch Jürgens) Meinung ist richtig, weil es bei Euch und 3 - ... Anderen funktioniert. Träum weiter!
    Und weil du (wie Anke) mir sicher antworten willst) - du darfst mich Emil nennen!
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 10.06.2009 17:31:55
    Moin Anonym,

    ein Diabetes zeichnet sich dadurch aus, dass der unbehndelte BZ krankhaft hoch verläuft.
    Ein gesund behandelter Diabetes zeichnet sich dadurch aus, dass sein Mensch seinen BZ gesund steuert.

    Die Idee, dass verschiedene Therapie-Ergebnisse diabetisch gesund sein müssen, stammt aus der Zeit der Futter- und Spritzplan-Einstellung. Da hatten nämlich mit den für gesund gehaltenen Plänen verschieden Diabetiker halt verschiedene Ergebnisse. Und damit die Einheitsbehandlung nicht krank sein musste, wurde der Diabetes mit seinen Folgen als unaufhaltsam fortschreitend (progredient) definiert.

    ABER wer sich mit seiner Behandlung an seinen Diabetes anpasst, kann selbstverständlich mit jedem Diabetes aus jedem Stadium heraus zur völlig gesunden BZ-Steuerung gelangen. Warum auch nicht?

    Bisdann, Jürgen
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 10.06.2009 17:58:59
    Hallo Anett,

    weil unser Emil versucht Verwirrung zu stiften, möchte ich zwei Sachen klarstellen:

    1. Du hast Diabetes und wirst den auch nicht mehr loswerden. Aber die von dir befürchteten diabetischen Folgeerkrankungen sind keine Folgen des Diabetes, sondern Folgen des hohen BZ und von hohen BZ-Spitzen.

    2. Selbstverständlich sollst du deinen BZ mit den verschriebenen OADs oder mit Insulin in den genannten Grenzen halten. Oft ist es durch intelligente Gestaltung des Futter-Inputs möglich, die Dosis mit der Zeit etwas zu verringern. Das ist aber keine Voraussetzung für eine gesunde BZ-Führung sondern ein positiver Nebeneffekt.
    von Rainer
  • peter

    Rang: Gast
    am 10.06.2009 19:49:39
    meint ihr nicht bevor ihr streitet, sollte man erstmal abwarten was überhaupt die diagnose ist.
    es soll ja auch typ 1 geben der nach ss dm auftritt.
    daß ein vernünftiges bz management, die grundlage ist,
    braucht wohl nicht extra betont zu werden.
    daß man spitzen vermeiden soll ist auch international und national inzwischen anerkannt. also kein streitpunkt, daß man je gleichmä0iger und gesünder man die bz werte fährt, die allergrößten chancen hat um komplikationen herumzukommen, das sind doch inzwischen tatsachen um die man nicht mehr streiten braucht.
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 10.06.2009 19:59:37
    genau, und deswegen ist der Typ eigentlich auch wurscht ;-) von Jürgen