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  • Gast

    Rang: Gast
    am 03.03.2012 10:26:14
    Gast schrieb:
    Ergo:
    So gesehen wäre es sinnvoller die Insulinzufuhr eher nicht zu weit am unteren Limit zu "fahren" und die Repaglinide (wegen Belastung der BSD) sparsam einzusetzen.


    Yep, so sehe ich es.
    Wobei zu vermuten ist, dass die übliche 140-120- 100 (80)er Regel schon eine ganz gute Entlastung vom Sekretionsdruck macht.
    Der ist elektrisch geschlaltet, da sich die Ladungspotenziale zwischen Zelle und Zellaußenraum bei steigender Glucosekonzentration verändern.

    Je mehr Glucose, desto mehr "Schaltspannung" wird bei den Betas angelegt. Vermutlich steuert dass dann auch die Laufgeschwindigkeit der Insulinproduktionsfließbänder in den Zellen.

    Möglicherweise auch ein Erklärungsversuch für alimentäre Hypos bei sekretionsstarren Betazellen, die bei hohen BZ-Spitzen einfach stark aufgeladen werden und dann hinterher die Ladung nur langsam wieder abgeben können. Reine Spekulation und Modelldenken.

    Zur Steigerung der körpereigenen Inkretindosis ist die eierlegende Wollmilchsau unter den AntiDiabetika anzuempfehlen. Metformin!
    Metformin bewirkt, vermutlich über genetischen Einfluss auf die L- und K-Zellen, dass sich die Inkretinmenge um ca. 75% erhöht.

    Repaglinide (NovoNorm) hat gegenüber anderen Sekretagoga der Sulfonylharnstoffgruppe den Vorteil, eine kurze Wirkzeit aufzuweisen. Das Proinsulin zeigt sich aber auch unter Repaglinid erhöht.

    Insulin mit passenden Spritz-Ess-Abständen scheint mir die sinnigere Steuerungsvariante zu sein. Gepaart mit Metformin. DPP-4 Hemmer lassen sich überlegen, bringen aber über den Nachtverlauf nur was, wenn auch zumindest eine Nachtmahlzeit eingebaut wird. Wenn kein Inkretin im System ist, das wird ja nur durch die Darmpassage von Nahrung stimuliert, kann DPP-4 auch keinen Abbau desselben hemmen.

    schrieb:
    --- Dieser Thread war echt nett ;-) ---



    Denkste Puppe. So schnell kommst'e hier auch nicht aus dem Schneider. ;-)

    Gruß
    Joa
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 930
    Beiträge: 367
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 03.03.2012 14:12:10
    hallo Joa,
    Joa schrieb:
    Wobei zu vermuten ist, dass die übliche 140-120- 100 (80)er Regel schon eine ganz gute Entlastung vom Sekretionsdruck macht.


    Diese Regel sind aber eher für die Typ1er angesagt die zum Essen spritzen, oder?
    Ich weiss nicht ob sich das so auf eine tägliche Lantus-Dosis anwenden lässt.

    Joa schrieb:

    Repaglinide (NovoNorm) hat gegenüber anderen Sekretagoga der Sulfonylharnstoffgruppe den Vorteil, eine kurze Wirkzeit aufzuweisen. Das Proinsulin zeigt sich aber auch unter Repaglinid erhöht.


    Okay. Den Einsatz von Novonorm kann ich aber recht gut über die Ernährung steuern.
    Leg ich den derzeitigen Einsatz der Tabletten zugrunde reicht mir der 100er Pack 0,5mg die nächsten 14 Jahre ;-)
    Und wenn ich die häufigen Klagen über Nebenwirkungen bei Metformin lese dann sehe ich für mich persönlich Novonorm als die bessere Lösung an.

    Dabei ist mir aufgefallen dass bei meinen Blut-Laborwerten der Proinsulin-Spiegel bzw. das C-Peptit garnicht aufgeführt wird. Obwohl das ja ein interessanter Wert wäre. Werde da mal nachhaken.


    Grüße
    Havier

    P.S. Als interessierter Laie muss ich bei diesem Thread natürlich parallel zum Lesen reichlich im Internet recherchieren.
    Wikipedia ist dabei ja gottseidank noch recht trocken und sachlich. Aber nachdem ich heute etliche medizinisch/klinische pdfs überflogen hatte ..... beim Schnelllesen tauchen dann irgendwann nur noch Mortalität, Pankreatitis, Organversagen etc. etc. auf.

    --- jetzt ist mir übel, ich glaub ich lass das mit der Blutuntersuchung erstmal ;-) ---