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Diabetesdiagnose gerechtfertigt?

  • Gast

    Rang: Gast
    am 27.07.2012 21:19:16
    hallo zusammen!

    Vor einigen Tagen hat meine Hausärztin Diabetes bei mir diagnostiziert. Sie stützt sich dabei auf meine zu hohen Nüchternwerte am Morgen (zwischen 100 und 110) und den HbA1c von 61. Die Werte seien zwar nicht sehr auffällig und ich müsse nicht substituiert werden, aber da die Werte leicht über der Norm liegen sei eine Prä-Diabetes und damit Diabetes sicher. Sofort händigte sie mir einen Diabetespass aus und ließ mich eine "Erklärung zur Teilnahme an einem strukturierenden Behandlungsprogramm" (vermehrte Untersuchungen und Ernährungsberatung) unterschreiben. Ich war total überrumpelt und habe mich später sehr geärgert die Diagnose einfach anerkannt zu haben. Grundsätzlich drängte sich mir sehr der Gedanke auf, dass die Diagnose Diabetes hauptsächlich der Prävention dienen soll. Konnte auch rausfinden, dass ihr meine Unterschrift auf der Erklärung eine Menge mehr Geld einbringt. Ich fühlte mich bevormundet. Vor allen Dingen, weil es zuvor nie ein offenes Gespräch dazu gab oder Versuche von Seiten der Ärztin etwas über meine Gewohnheiten zu erfahren. So habe ich in den letzten Wochen z.B. 8Kilo abgenommen und ernähre mich grundsätzlich sehr gesund.

    Vielleicht hat meine Ärztin aber auch einfach recht und/oder ich sollte die Diagnose als "Hilfestellung"annehmen!?
    Da ich auf Grund meiner körperlichen Konstitution und genetischer Faktoren schon sehr gefährdet bin Diabetes zu entwickeln, bin ich mir nun total unsicher. Was meint ihr denn dazu?

    Ein vibrationstest an den Füßen war übrigens unaufällig. Sonst habe ich auch keine Diabetestypischen Beschwerden.
    Gelegendliche treten bei mir kurze Sehstörungen auf, die sind aber auf meine Schilddrüsenerkrankung und schlechte Einstellung zurückführen lassen.

    Habe die letzten Tage auch regelmäßig gemessen und folgende Werte:
    Vor dem Essen hatte ich immer 99 oder 100 und 2Stunden nach dem Essen immer Werte zwischen 112 und 126.
    Morgens nüchtern immer zwischen 100 und 110. Spielt es da eine Rolle dass wir Schichtdienstbedingt oft erst Abends richtig und auch sehr spät essen?

    Ich wäre für jede Einschätzung eurerseits sehr dankbar.

    Gruß
    Ines
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5074
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 28.07.2012 05:58:11
    Hallo Ines,

    wenn du beim HbA1c 6,1% meinst (61mol/mmol wären 7,8%), dann hast du bei diesen Werten noch keinen Diabetes, allenfalls Prädiabetes. Du brauchst dir also keine akuten Sorgen zu machen.

    Du kannst es aber trotzdem als Hilfestellung annehmen, um deine Werte regelmäßig überwachen zu lassen. Wenn du das irgenwann nicht mehr willst, dann trittst du aus dem DMP einfach wieder aus.

    Beste Grüße, Rainer
    Bearbeitet von User am 28.07.2012 05:58:26. Grund: Nicht angegeben
  • Gast

    Rang: Gast
    am 28.07.2012 10:26:01
    zuerst mal eine richtigstellung, deine ärztin bekommt dafür daß du am dmp teilnimmst
    überheupt keine menge geld, denn die erstatteten minimalen kosten werden von dem mehr an schreibarbeit weit überholt. nicht mal die kk bekommen noch die vor mehreren jahren genannten summen aus dem risikostrukturausgleich. das war einmal, als anreiz gedacht .
    ansonsten ist mir dein mißtrauen nicht klar, sie hat dir ja ganz deutlich die vorteile für dich , also regelmäßige kontrolle, schulungsmöglichkeit, vermittelt. daß du nicht die diagnosekriterien überschreitest, ist doch deine chance sie nie zu erreichen, was willst du also mehr ? vor allem da von dir selbst berichtest , daß du faktoren pro dm hast.
    den fußtest hat sie gemacht, es war negativ wie zu erwarten, sei froh darüber , hier sind viele die das gerne hätten. (ist pflichtuntersuchung)
    ansonsten wie rainer schrieb einfach nicht mehr teilnehmen, du wirst automatisch rausgeschmissen wenn du nicht zu den kontrollen gehst.
    ich kann nur raten bleib dabei, regelmäßiger gesundheitscheck ist für dich sicherheit,
    auch um gesund zu bleiben.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 28.07.2012 12:30:15
    Lieben Dank für Eure Antworten.

    Ja Rainer ich meinte einen HbA1c von 6,1.
    Du rechnest in Prozent um. Wie mache ich das? Und ab welcher Prozentzahl gilt man als Diabeteker?
    Konnte hier zu Normwerten usw. Leider nichts finden. Im Internett herrschen ja verschiedene Meinungen dazu vor.

    Und was ist mit meinem Nüchternwerte am Morgen?

    @ Gast
    Ich verstehe Deinen Einwand. Ich habe sicherlich Vorteile von dem ddp und grundsätzlich eine sehr gwissenhafte Ärztin die sich viele wünschen würden, aber ich habe ebend auch eine Diabetes Diagnose. Das mag vielleicht kleinkariert von mir sein. Ich vermute viele hier wären froh meine offensichtlich noch guten Werte zu haben und eine Ärztin die so präventiv handelt. Aber ich will wenn ich keinen Diabetes habe auch keine Diagnose.
    Wenn meine Ärztin das offen mit mir besprochen hätte, "Fr.Müller, sie sind sehr gefährdet und mit Abschluss des ddp und mehr Eigeninitiative haben wir die Möglichkeit eine Diabetes zu verhindern.", hätte ich mich vielleicht einlassen können. Aber sie hat mich meinem Gefühl nach übergangen, Stress verbreitet (musste direkt meine Blutdruckmittel erhöhen und bilde mir bereits ein dauernd durst zu haben) und nutzt die Diagnose möglicherweise nur um mich zu beeinflussen. Da komme ich mir vor wie ein deppertes Schulkind.
    Ich bin zwar dick aber nicht doof!

    Hm? Die Frage ist nun ob ich trotzdem die Diagnose meiner gewissenhafte aber unempathische Ärztin anerkenne um die zusätzlichen Behandlungen abzustauben oder nicht!?
    Für mich eine Frage der Ehre. Vielleicht bescheuert von mir, ich weiß!

    Gruß
    Ines

  • Gast

    Rang: Gast
    am 28.07.2012 13:42:48
    ich vermute mal du siehst da einiges falsch.
    1. nein du erfüllst nicht die kriterien für eine dm diagnose, nur weißt du was das heißt ?
    diese definierten werte sind keine naturgesetze, sondern aus diskussionen hervorgegangen.
    daher werden sie auch ab und an geändert oder angepasst.
    2. hast du geschrieben hba1c 61(mmol/mol?), und das sind rund 8%, und entspricht einem durchschnitt von 180mg/dl bzw 10mmol/l. und damit stünde die diagnose diabetes mellitus fest.
    die kriterien sind zz
    beim ogtt nach 2h >200mg/dl
    nüchtern über 110mg/dl vollblut, bzw 126mg/dl plasma
    hba1c über 6,5% entspr. 45mmol/mol
    an zwei beliebigen tagen zu beliebiger zeit >200mg/dl
    sollte dein hba1c nur falsch geschrieben sein und 6,1% sein, entspräche das einem mittleren bz von rund 120mg7dl damit wärst du nur in der vorstufe.
    in beiden fällen solltest du wirlich deiner ärztin vertrauen und bei hba1c 61mmol/mol =8% solltest du zu einem diabetologen überwiesen werden, das ist in solchen fällen der richtige facharzt.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 28.07.2012 17:33:28
    Der hba1c ist 6,1. Das muss so sein, denn die Ärztin sagte das ich damit 1% drüber sei und demnach eine Vorstufe gegeben wäre.

    Danke für deine Einschätzung und Erklärung. Auch wenn ich durch die ganzen Werte bzw. Einheiten noch nicht durchblicke.

    Gruß
    Ines
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 5074
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 29.07.2012 18:03:53
    Hallo Ines,

    hier ist eine schöne Darstellung der Diagnosekriterien für Diabetes und Prädiabetes.

    Auch wenn du nur Prädiabetes hast, solltest du die Chance nutzen und dich schulen und vierteljährlich überwachen lassen. Damit kannst du höchstwahrscheinlich erreichen, dass du niemals Diabetes bekommst. Und falls doch, dann bist du vorbereitet und kannst von Anfang an richtig mit der Krankheit umgehen - dass ist ein großer Vorteil.

    Beste Grüße, Rainer
    Bearbeitet von User am 29.07.2012 18:41:23. Grund: Nicht angegeben
  • Gast

    Rang: Gast
    am 29.07.2012 18:08:30
    Oh, danke!

    Da werde ich mich gleich mal schlau machen.

    Gruß
    Ines