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Gast
Rang: Gastam 18.08.2012 15:59:43
Das interessanteste an dem Artikel sind die Kommentare, die die Leser zum Thema Diabetes und Ernährung von sich geben. Teilweise echt hanebüchen und zum Schmunzeln (wenn es nicht so traurig wäre)! Echte "Experten" laufen da zur Höchstform auf.
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/uebergewicht-zahl-der-diabetiker-waechst-staerker-als-gedacht-a-850545.html
Gruß, Hans -
am 18.08.2012 20:06:33
Da spiegelt sich halt, was einem ständig in den Medien um die Ohren gahauen und leider, leider auch von Ärzten verbreitet wird.
Das ist reine Volksverdummung, leider nicht ohne Hintergrund und Zweck. Hier soll doch dem Patienten die "Schuld" an seiner Krankheit zugeschoben werden mit dem Ziel, daß Krankenkassen Diabetes als Krankheit nicht mehr anerkennen sollen.
Das Schlimmste dabei ist, daß es sogar nicht wenig Diabetiker gibt, die diesen Ernährungquatsch mitverbreiten helfen. -
am 19.08.2012 01:50:59
hallo ihr beiden, mit diesem Thema habt ihr mich doch aus meinem Sommerschlaf gerissen;-)
Mal abgesehen von diversen Faktoren die auf dem Weg von der Datensammlung bis hin zur Presseveröffenlichung Einfluss auf das "Endprodukt" nehmen wollen ist für mich aber die unreflektierte Darstellung der Presseorgane und das blindgläubige Verhalten der Leser mit das grösste Übel.
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Dabei fällt mir immer wieder auf dass es meistens an der Interpretation der "Erkenntnisse" hapert was letztlich dem Konsumenten der Nachricht überlassen bleibt. Und damit haben viele ein Problem.
Im obigen Artikel steht zB. "...Zuckerkranke ...die an der vor allem vom Körpergewicht beeinflussten, häufigeren Diabetesart leiden".
Wer das richtig liest der wird sich fragen was heisst "vor allem" und er wird weiterfragen "wieviel von allen" und "wodurch denn noch"
und ganz speziell "was bedeutet dass jetzt für mich persönlich". Also hinterfragen hinterfragen hinterfragen.
An den Kommentaren zu vielen solcher Themen sieht man aber dass manche (ich würde sogar sagen viele) Leser eigentlich nichts verstanden haben sondern sich einfach nur ein Bruchstück herausnehmen um sich selbst das Gefühl zu vermitteln sie hätten alles schon immer gewusst. Oder einfach nur um sich Wichtig zu machen.
EMM, ich würd jetzt zwar nicht alle Ärzte etc.in Sippenhaft nehmen aber du hast schon irgendwo recht. Selbst auf einschlägigen Diabetes-Seiten ist man vor Schlagwortartikeln nicht mehr sicher.
Zur Beruhigung muss man aber auch sagen dass das Phänomen Unreflektiert/Falsch-Interpretiert nicht neu ist. In der Geschichte zurück bis zum Neanderthaler finden sich zahllose Beispiele dafür. Und jeder kann sich selbst einigermassen davor schützen. Wenn er will.
Ich hab mir angewöhnt erstmal nur unter Vorbehalt zu urteilen und meinen für Kritik zuständigen Prozessor im hinteren Schläfenlappen nie ganz abzuschalten.
Und damit bin ich bisher immer gut gefahren.
Grüße
Havier
--- Gestern war der heisseste Samstag in dieser Woche ---
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am 19.08.2012 10:58:32
Moin Havier,
auf der einen Seite gewinnt die Erkenntnis seit etwa 15 Jahren zunehmend an Fach-Raum, dass auch der Typ2 zwar vom sehr langsamen, aber eben grundsätzlich vom Verlust der Insulin produzierenden Beta-Zellen gekennzeichnet ist, den bisher niemand erklären kann und den mit möglichst gesundem BZ möglichst schon im Stadium des Prädiabetes deutlich weiter zu verlangsamen bis vielleicht sogar zu stoppen Sinn macht. Und auf der anderen Seite gewinnt die alte angefressen&angesessen-Fraktion seit etwa 10 Jahren zunehmend an Öffentlichkeits-Raum, die das Heil gegen den Typ2 mit immer heiliger scheinendem Eifer mit dem Abnehmen und immer rigoroser auch mit dem Abschneiden predigt. Zu dieser alten Fraktion gehört längst auch das DDZ in Ddorf, das die Grundlage für den Spiegel-Beitrag geliefert hat.
Und wie die breite Öffentlichkeit inklusive der führenden Medien eben nicht nachdenkt und nicht hinterfragt, sondern gerne einfache Erklärungen glaubt und nachschwätzt, erleben wir seit Monaten zunehmend mit dem usanischen Wahlkampf, in dem die Usaner uns Europäer von ihrer versammelten Polit-Elite als Sozialisten, wenn nicht gar als Kommunisten, präsentiert bekommen.
Bisdann, Jürgen -
am 21.08.2012 23:45:23
hjt_Jürgen schrieb:
Und wie die breite Öffentlichkeit inklusive der führenden Medien eben nicht nachdenkt und nicht hinterfragt, sondern gerne einfache Erklärungen glaubt und nachschwätzt...
hallo Jürgen,
Die einfachen Erklärungen sind natürlich auch notwendig. Es sollte ja auch die Aufgabe der Medien sein komplexe Zusammenhänge einfach darzustellen.
Aber zwangsläufig ergibt sich dabei auch schon das Problem. Bei der Vereinfachung gehen eben eine Menge wichtiger Informationen verloren, ausser man weist im Text daráuf hin (wie zB. im obigen Artikel geschehen)
Weil ich mich gerade mit Zahlen zum Thema Übergewicht und Diabetes beschäftige:
Da gibt es wirklich ne Menge guter Quellen (Statistikämter, Institute etc). Dort sieht man schon mal dass Körpergewicht/Diabetes nach BMI/Altersgruppen/etc aufgeschlüsselt sind und Begriffe erklärt werden. In einigen Erhebungen findet man sogar Erläuterungen über die "Datenunsicherheit" bzw. Fehlerquellen bei der Datenerhebung.
Wenn dann aber in Medien erscheint "Übergewicht verursacht Diabetes" dann ist diese Nachricht zwar nicht ganz falsch aber sie ist auch nicht ganz richtig. Doch mancher Leser mit BMI-26 wird sich denken, so ein Mist, jetzt erwischt es mich auch.
Grüße Havier
achja...
vor ein paar Tagen rief mich ein alter Freund an der erfahren hatte dass ich DM habe. Seine erste Frage war: "Wie hast du denn das bekommen, du warst doch nie dick"
;-)
Bearbeitet von User am 21.08.2012 23:47:11. Grund: Nicht angegeben -
am 22.08.2012 08:18:24
Moin Havier,
wenn Du nur Rechtskurven untersuchst, wirst Du zu dem Ergebnis kommen, dass die meisten Unfälle in Kurven in Rechtskurven stattfinden. Wo schlanke Menschen genau so automatisch auf höheren Blutzucker untersucht werden wie dickere, fallen mehr schlanke auf. Und wo zudem noch nicht erst der weit fortgeschrittene Entwicklungszustand des Diabetes bei Diagnosereife untersucht wird, sondern schon der Beginn des Prädiabetes, sind die Betroffenen mehrheitlich noch sehr viel schlanker.
Besonders interessant ist in dem Zusammenhang die Rolle des aktiven Proinsulins, also der Produktions-Combo aus C-Peptid und Insulin, die gesund vor der Ausgabe aus den Beta-Zellen getrennt wird. Auf dem Weg zum Typ2 unterbleibt die ordentliche Trennung für einen immer größeren Anteil, so dass ein Proinsulin-Screening die 2er-Kandidaten schon bei noch sehr normalem BZ ausweisen würde. Sei aber zu teuer.
Noch wichtiger scheint mir aber, dass sich damit die billigen Medis von Anfang an verbieten würden, mit denen im weiteren Verlauf der immer kleinere Rest an Beta-Zellen zu immer größerer Ausgabe angeheizt wird. Und damit natürlich auch zu immer größerer Ausgabe vom Proinsulin, das übrigens als super Fördermittel für Arteriosklerose und Adipositas gilt.
Bisdann, Jürgen