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Insulinspiegel nicht proportional?

  • Astrid

    Rang: Gast
    am 16.04.2009 14:14:51
    Ich bin´s mal wieder. Mein BZ-Verlauf ist überhaupt nicht proportional, dh:
    spritze ich nur eine IE mehr oder eine IE weniger, kann das eine brutale Absenkung meines BZ´s nach sich ziehen, oder bei einer weniger gespritzen IE ist der BZ wahnsinnig hoch ( > 250 ). Es ist schwierig diese Grenze zu erwischen. Bei Bewegung ist es genauso, zB. halbe Std. Fahrradfahren: BZ senkt sich wie berechnet, dann 5 min länger und sofort Unterzucker. Auch da erwische ich diesen Punkt nicht.
    Bin deshalb schon schwer verunsichert ( hab´erst in 5 Wochen einen Gesprächstermin beim Diadoc ).

    Ich rechne ja außer den BE´s auch meine FPE´s ( Fett-Protein-Einheiten ) aus, und spritze demnächst 3 Insuline ( Liprolog, Actrapid und Levemir ).
    Aber inzwischen hab´ich festgestellt, daß mein BZ generell auf Essen reagiert, auch auf Salatgurke oder Broccoli. Und irgendwie hab´ich gar keinen Plan mehr, wie ich da eine Richtung reinbekomme.
    Denn messe ich meinen BZ, weiß ich ja nie ob er fallend oder steigend ist, oder ob da noch Eiweiß von der letzten Mahlzeit anrollt, oder Fett alles verzögert...
    Die normalen BZ-Messzeiten ( nach dem Aufstehen, vor dem Essen, 1 Std. nach dem Essen, 2 Std. nach dem Essen usw. ) sind immer optimal. Irgendwann hab´ich mal zwischendrin gemessen und war echt geschockt, was für Werte da teilweise angezeigt wurden. Da war zw.BZ 320-18 alles dabei. Und ohne, daß ich irgendwas gemerkt hätte.
    Wäre wirklich für einen Rat dankbar
    mfg von Astrid
  • b

    Rang: Gast
    am 16.04.2009 14:32:33
    Und wenn du bei deinem Arzt anrufst, und um einen sehr viel früheren Termin bittest, eben auch MIT etwas mehr Wartezeit??
    Das geht sicher. Sag, es funktioniert nix.
  • Astrid

    Rang: Gast
    am 16.04.2009 15:18:42
    War erst unplanmäßig dort, wegen dem dritten Insulin, wollte ihn nicht so sehr nerven. Das ist hier ein riesiges Einzugsgebiet, und fast alle DM 2er und alt.
    Meine Werte sind ja alles in allem auch sehr gut ( die ganzen Blutwerte und Hba1c 6,3 ).
    Nur habe ich Angst vor den Folgeerkrankungen von so stark schwankenden Werten.
    War zur Einstellung in Bad Nauheim, die haben auch eine DM-Ambulanz, ist aber 120 km entfernt.
    Vielleicht kennt ja jemand einen Link, wo ähnliche Sympthome beschrieben sind.

    aber danke von Astrid
  • c

    Rang: Gast
    am 16.04.2009 16:11:42
    Astrid, es ist dein behandelnder Arzt, der ist für dich da. Egal, wie oft du unplanmäßig da hin willst. Das zeigt ihm doch nur, dass du dir gedanken machst und mitdenkst.
    Und WENN du ihn nervst? Na und, es geht doch um dich,.
  • -

    Rang: Gast
    am 16.04.2009 20:44:35
    Insulinsspiegel???

    Ich denke hier wäre das Wort "Status" zweckmäßiger und genauer.

    Status quo (lateinisch: bestehender (aktueller) Zustand, eigentlich Zustand, in dem… oder Zustand, durch den…) bezeichnet den gegenwärtigen Zustand einer Sache.
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 16.04.2009 21:27:50
    Moin Astrid,

    berechenbar und proportional oder so funktioniert beim DM wenig :-( Das gilt auch für die altgedienten unter uns, die ihren BZ oft in einem erstaunlich engen Bereich fast wie die BZ-Automatik ohne diabetischen Defekt führen können. In den seltensten Fällen funktioniert die einfache rechnerische Vergrößerung.
    Beispiel:
    Für 2 BEs 2mal den BE-Faktor, und die Messungen nach dem Essen ergeben keinen auffälligen BZ-Anstieg, und nach 2-3 Stunden ist der Ausgangs-BZ wieder erreicht und sinkt auch nicht nennenswert weiter ab.
    Für 10 BEs 10mal den BE-Faktor, und die Messungen nach dem Essen ergeben einen Wahnsinns BZ-Anstieg, und erst 5 Stunden nach dem Essen ist der Ausgangs-BZ wieder erreicht und sinkt auch nicht nennenswert weiter ab.

    Das Beispiel ist eines von vielen möglichen. Und wenn dieser Mensch nun etwa 2 Stunden nach dem Essen noch 250 misst und dafür dann Korrektur spritzt, muss er im weiteren Verlauf in ner Hypo landen, weil das ursprünglich gespritzte Insulin ja ausgereicht hätte und die Korrektur definitiv zuviel wäre.
    Ich kenne wenige Leute, bei denen dieses Phänomen erst bei 20 BEs in einer Mahlzeit auftritt, aber ne ganze Menge nicht nur Typ2, die das schon mit 6 und manche schon mit 4 BEs so erleben. Wie es bei einem selbst geht, kann nur jeder von uns geduldig und systematisch für sich selbst austesten.

    Geduldig heißt, dass man's wenigstens 10mal in der selben Art wiederholt und bei Veränderungen immer nur 1(! genau das gleiche essen, und davon für die Veränderung nur z.B. 20% weniger oder mehr! Dabei nicht z.B. zwischen Brot und Kartoffeln und Reis wechseln, denn auch wenn Du da nach Gewicht und Tabellen die selbe Menge BEs nimmst, können die 3 Sorten sehr verschieden bei Dir wirken!) Teil ändert und wieder 10mal wiederholt, bevor man wieder nur 1 Teil ändert usw., bis das angestrebte Etappenziel erreicht wird.
    Das bedeutet auch, dass man dabei genau berücksichtigt, ob das Levemir gerade im Wirkaufbau, in der gleichmäßigen Wirkung oder im Wirkauslauf begriffen ist oder schon ausgewirkt hat. Denn damit kann sich die Wirkung der Bolus-IEs gewaltig ändern!

    Klar könnte Dir ein guter Arzt manchen Tip geben, aber in dem vergleichsweise gesunden Bereich, den Du anstrebst, kann nun mal keine ärztliche Einstellung funktionieren. Dafür musst Du dir Deine schon geduldig erarbeiten.

    Bisdann, Jürgen

    Alle Foren sind voll von Klagen, dass das Insulin (welches auch immer) nicht nach Vorschrift wirken will :-(
  • hdfgrte

    Rang: Gast
    am 16.04.2009 21:32:48
    "Spiegel" bezeichnet auch den Gehalt einer bestimmten Substanz (die Stoffkonzentration) in einer Körperflüssigkeit oder auch in einem Gewebe.
    So viel zur vorherigen "Verschlimmbesserung" !
  • Astrid

    Rang: Gast
    am 17.04.2009 12:35:30
    Guten Morgen Jürgen,
    also erstmal danke, daß du dir immer soviel Mühe machst und sachlich und ausführlich antwortest.

    Ich denke auch, daß ich dieses "Feintuning" nicht mal zwischendurch beim Diadoc abhandeln kann.

    Diese Tests mit dem Essen habe ich gemacht, und auch drauf geachtet, daß es immer Kartoffeln oder Reis usw. war ( ist mir bewußt, daß untersch. mit gleichem KH-Anteil total anders auf den BZ wirken können ). Mein Essen ist auch vergleichsweise ähnlich jeden Tag, da ich Vegetarier bin.

    Ich glaube auch nichtmal, daß ich mich mit den IE verrechne, sondern es fällt mir schwer, die verzögerten Wirkweisen von Essen und Sport auf meinen BZ einzurechnen. Und überhaupt einzuschätzen, ob mein BZ gerade sinkt oder steigt. Das Levemir spritz ich nun ja schon erst gegen mittag, um die Wirkspitze mit dem Eiweiss-Anstieg vom Mittagessen abzufangen.

    Ich arbeite übrigens abends von 17.00- 1.00 Uhr nachts als Bedienung, hab´also mitunter viel Bewegung und war dann erstmal total geschockt, als ich nun schon vermehrt einen BZ unter 20 gemessen hab´, und zwar als ich dann schon mit dem Auto heimgefahren war. Ich hab´das nicht nur nicht bemerkt, sondern hatte keinerlei Hypo-Anzeichen. Seitdem bin ich wie geschockt.

    mfg

    von Astrid
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 17.04.2009 15:55:50
    Moin Astrid,

    Dein Job reicht bis in die Zeit des alltäglich geringsten Insulinbedarfs. Und die Bewegung, die Du dabei hast, verstärkt die Wirkung des gespritzten Insulins (egal ob Basal oder Bolus) locker um das 2-4 fache oder sogar mehr. Wesentlich dafür ist nicht so sehr die aufgewendete Kraft, wie vielmehr die andauernde Beschleunigung des Kreislaufes. Ich würde daher, wennn ich wie Du arbeiten würde, z.B. das Levemir so spritzen, dass ich in der Arbeitszeit eine abklingende bis keine Wirkung mehr hätte. Levemir wirkt ja eh keine 24 Stunden und in kleineren Dosen sogar eher nur 12. Und ich wäre 2-4 (Kurzzeitanalog-Human) Stunden vor dieser Arbeitszeit auch mit dem Bolus-Insulin vorsichtig und würde nur den halben BE-Faktor nehmen und ggf. noch weniger. Ausprobieren :-)

    Bisdann, Jürgen

    Und vor der Heimfahrt unbedingt messen!
  • Astrid

    Rang: Gast
    am 18.04.2009 14:40:52
    Hallo Jürgen,
    ... spritze das Levemir jetzt um 12.00 Uhr mittags und um Mitternacht. Teste ich jetzt mal ein paar Tage.
    Muß der Spritzabstand des Basal-Insulins eigentlich immer ungefähr 12 Std. haben? Und sollte die Insulinmenge des Basals ungefähr gleich der Insulinmenge des Bolus sein ?

    Aber du hast mich auf eine Idee gebracht:

    ich habe diese Arbeitszeit 4 Tage die Woche, also ziemliche körperliche Anstrengung zw. 17.00 und 1.00 Uhr. Dann 3 Tage frei, am ersten freien Tag reagiert mein BZ noch so, als würde ich mich körperlich anstrengen, aber ab dem zweiten freien Tag, gibt es dann nachmittags und abends diese teilweise sehr hohen Werte.
    Wo setze ich denn dann an? Eine Basaländerung wirkt ja auch zeitversetzt.
    Das heißt ja nichts anderes, als das ich an freien Tagen zu anderen Zeiten andere Mengen Insulin spritzen muß? Ist das gut?
    Du hattest mir schonmal geraten, den Bolus aufzuteilen, hat aber nichts gebracht. Scheinbar kann mein Körper mit Insulin ohne Essen nichts anfangen, obwohl ich sonst sehr insulinempfindlich bin.

    mfg von Astrid