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Ketoazidose: schnelles Handeln erforderlich

Diabetes-Kurs

Eine "Ketoazidose" meint eine Übersäuerung des Blutes durch Insulinmangel. Mit ihr sollte keineswegs leichtfertig umgegangen werden. Wichtig ist es, die Symptome der Ketoazidose zu kennen – und auch die eigenen Grenzen zu erkennen, wenn es um die Behandlung geht.
Fall
Stephan, Typ-1-Diabetiker, ist mit seiner Freundin Petra in den Urlaub nach Spanien gestartet. Ein Taxi brachte sie noch zum Flughafen München – einige Stunden später landeten sie schon auf Teneriffa. Alles schien wunderbar: die Aussicht, das Hotelzimmer. Sogar das Wetter spielte mit.Sechs Stunden später musste Petra den Notarzt rufen, und Stephan wurde ins Krankenhaus gebracht. Er atmete so komisch und tief, sprach etwas verworren, hatte Muskelkrämpfe und Bauchschmerzen. Zuvor hatte er Unmengen an Wasser getrunken und auch viel gepinkelt – Petra wunderte sich darüber und fragte ihn beiläufig, ob er nach der Ankunft in Teneriffa denn schon einmal seinen Blutzucker gemessen hätte. Er reagierte darauf etwas mürrisch, maß jedoch direkt danach: 320 mg/dl (17,8 mmol/l)! Azeton-Teststreifen hatte er nicht dabei. Im Nachhinein konnte sich Petra auch gar nicht daran erinnern, ob er – obwohl Typ-1-Diabetiker – zwischenzeitlich einmal den Blutzucker getestet und/oder Insulin gespritzt hatte.Offensichtlich hatte er das Insulin wegen "Bauchschmerzen mit Appetitlosigkeit" einfach komplett weggelassen.

Die Kennzeichen der diabetischen Ketoazidose sollte jeder Typ-1-Diabetiker und auch jeder Angehörige und Betreuer kennen, denn es ist nach wie vor ein sehr ernster Zustand – und in manchen Fällen sogar lebensbedrohlich. Eine Ketoazidose entsteht manchmal innerhalb weniger Stunden und kann sich zu einem diabetischen Koma weiterentwickeln.

Übersäuerung des Blutes wegen Insulinmangels

Bei einer Ketoazidose herrscht Insulinmangel, und der Körper greift deshalb statt auf Zucker auf Fettreserven zurück, um seinen Energiebedarf zu decken. Dabei entstehen Fettsäuren, die unvollständig zu Ketonkörpern (Säuren) abgebaut werden. Die Folge: Das Blut übersäuert; der Körper wird quasi mit Ketonkörpern überschwemmt.

Eine Ketoazidose erleben zwar nur maximal 8 bis 9 Prozent aller Menschen mit Diabetes; sie ist dann aber oft der Grund für eine Krankenhauseinweisung. Eine ausgeprägte Ketoazidose ist ein internistischer Notfall; Betroffene müssen auf die Intensivstation. Zu Anfang einer Ketoazidose können gut geschulte Typ-1-Diabetiker aber noch selbst gegensteuern und sich selbst behandeln.

Typische Anzeichen einer Ketoazidose

Im Prinzip ist die Diagnose leicht zu stellen: Sehr hohe Blutzuckerwerte (meist über 300 mg/dl bzw. 16,8 mmol/l) und ein zwei- bis dreifach positiver Azeton-Nachweisim Urin (mittels Teststreifen) oder erhöhte Ketonwerte im Blut (mit Ketonmessgeräten) sind klare Anzeichen. Hier weiterlesen

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