Allgemein

Ein zweifach wirksames Diabetes-Mittel

Der Wirkstoff reguliert den Glukosestoffwechsel

Bei einer bestimmten Form von Diabetes lassen sich nach Angaben der US-Firma Hoffmann-La-Roche im Tierversuch die Blutzuckerwerte mit einer neuen, künstlich hergestellten Substanz deutlich senken. Das berichten Forscher im Wissenschaftsmagazin Science.

Die Substanz aktiviert das Enzym Glukokinase. Dieses Enzym wiederum reguliert zwei wichtige Prozesse, die bei Diabetikern gestört sind: die Produktion von Insulin durch die Bauchspeicheldrüse und die Freisetzung von Glukose durch die Leber. Menschen, bei denen das Enzym auf Grund eines Gendefekts nur eingeschränkt funktionsfähig ist, entwickeln oft schon in jungen Jahren eine milde Form von Typ-2-Diabetes. Ihre Köperzellen nehmen die Glukose aus dem Blut nicht ausreichend auf. Ihr Blutzuckerspiegel ist daher zu hoch.

Die Forscher testeten die neue Substanz an Insel- und Leberzellen von Ratten. Die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse stellen das Hormon Insulin her, das die Verwertung von Glukose aus der Nahrung steuert. Wurden diese Zellen mit der neuen Substanz in Kontakt gebracht, begannen sie sofort mit der Hormonproduktion. Leberzellen von Ratten reagierten auf die Substanz, indem sie weniger Glukose freisetzten.

Die Wissenschaftler verabreichten diese Substanz auch Mäusen, die am Typ-2-Diabetes litten. Eine einmalige Gabe der Substanz reichte aus, um den Blutzuckerspiegel der Tiere für eine gewisse Zeit um die Hälfte zu senken. Bei einigen Mäusen sank er sogar unter den Normalwert. Die Forscher erwarten, dass diese neue Substanz beim Menschen die gleiche Wirkung zeigt.

Allerdings wird auch vor allzu großem Optimismus gewarnt. Schließlich hätten die Versuche an Mäusen gezeigt, dass das neue Mittel die Blutzuckerwerte auch stärker als beabsichtigt absenken könne.

Science, Bd. 301, S. 370