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Laut Umfrage ist jeder zweite Bundesbürger gefährdet, an Diabetes zu erkranken

Bei 44 Prozent der Bundesbürger ab 14 Jahren liegt der Body Mass Index (BMI) über 25. Nach den Leitlinien der World Health Organisation (WHO) gelten diese Personen als übergewichtig. Zu diesem Ergebnis kommt eine reprä­sentative Umfrage des BKK Bundesverbandes unter 1.000 Bundes­bürgern ab 14 Jahren, die in Berlin veröffentlicht wurde. Die Umfrage wurde von INRA Deutschland durchgeführt.

Bewegungsmangel steigert das Risiko

Besonders gefährdet sind Personen mit einem BMI über 25, bei de­nen bereits ein Familienmitglied unter Diabetes leidet (32 Prozent). Hochgerechnet sind das neun Millionen Bundesbürger. Faktoren wie Bluthochdruck und Bewegungsmangel steigern das Zuckerrisiko zu­sätzlich: Von den als übergewichtig eingestuften Personen leidet fast jeder fünfte (17 Prozent) unter einem erhöhten Blutdruck von minde­stens 140/90 und 12 Prozent kennen den genauen Wert zwar nicht, geben aber an, dass ihr Blutdruck zu hoch sei. Mehr als zwei Drittel der Übergewichtigen (68 Prozent) treiben außerdem nicht regelmäßig Sport.

Erkrankte werden immer jünger

„Seit Jahren warnen Experten vor der Zunahme der Zucker­krankheit, insbesondere von Diabetes Typ 2. Sorgen bereitet ih­nen vor allem die Tatsache, dass die Erkrankten immer jünger werden und der Begriff „Alterszucker" eigentlich gar nicht mehr stimmt. Diabetes Typ 2 ist zwar genetisch bedingt, lässt sich aber durch äußere Faktoren wie Ernährung und Bewegung vermeiden. „Die Betriebskrankenkassen möchten daher über die Gefahren von Diabetes aufklären", fasst Wolfgang Schmeinck, Vorstands­vorsitzender des BKK Bundesverbandes, die Absicht der Umfra­ge zusammen. Die Umfrage des BKK Bundesverbandes ist um die Altersgruppe der 12 und 13-Jährigen ergänzt worden, um das Risiko einer Zuckerer­krankung bereits in ganz jungen Jahren erkennen zu können. Erfreuli­cherweise liegt der BMI in der gesamten Altersgruppe der 12 bis 18­Jährigen mit durchschnittlich 20,6 im Bereich des Normalgewichtes. Allerdings ist bei 35 Prozent der Jugendlichen ein Familienmitglied Diabetiker.

Prävention fängt mit Aufklärung an

Bei der Prävention von Diabetes Typ 2 sowie bei seiner Früherken­nung spielt die Aufklärung eine entscheidende Rolle. Die Umfrage des BKK Bundesverbandes zeigt, dass es einen großen Aufklärungsbe­darf gibt: So hat knapp die Hälfte der Bundesbürger (46 Prozent) nur eine ungefähre Vorstellung von Diabetes. Jeder zehnte (9 Prozent) weiß überhaupt nicht, was sich hinter dieser Krankheit verbirgt.

Wertvolle Zeit geht verloren

Tatsächlich vergehen oft Jahre, bis ein Diabetes Typ 2 erkannt wird, weil Symptome nicht richtig gedeutet werden - wertvolle Zeit, die für die Behandlung verloren geht und in der überschüssiger Zucker im Blut die Blutgefäße schädigen kann. Zu spät erkannter Diabetes kann zahlreiche Folgeerkrankungen nach sich ziehen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall, Nieren­schädigungen oder Sehschäden. Dass die Zuckerkrankheit nicht un­terschätzt werden darf, wissen viele Bundesbürger: Mehr als 80 Pro­zent sind der Auffassung, dass Diabetes „gefährlich" (49 Prozent) oder sogar „sehr gefährlich" (35 Prozent) ist. Trotzdem haben 40 Pro­zent der besonders gefährdeten Personen mit einem BMI über 25 noch nie einen Diabetes-Test gemacht und 30 Prozent noch nie einen Gesundheitscheck. Diese Vorsorgeuntersuchung, zu der auch ein Diabetes-Test gehört, bieten die BKK ihren Versicherten ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre (auch nach der Gesundheitsreform) ko­stenlos an.

Die richtige Einstellung zählt

Personen mit einem oder gar mehreren Risikofaktoren müssen aller­dings nicht unbedingt an Diabetes erkranken. Oftmals reichen kleine Veränderungen im Alltag aus, um das Risiko zu mindern. Dabei ist die Umstellung der Ernährung eine wirksame Diabetes-Vorbeugung: Viel Obst und Gemüse und das Vermeiden von tierischem Fett und Zucker. Langfristig können so überflüssige Pfunde abgeschmolzen wer­den und das Diabetes-Risiko sinkt.

Verbesserung des Stoffwechsels

Sportliche Aktivitäten tragen ebenfalls zum Wohlbefinden bei und ü­ben einen positiven Einfluss auf die Zuckerkrankheit aus. So senkt körperliche Aktivität den Blutdruck und verbessert den Fettstoffwech­sel. Besonders geeignet sind Ausdauersportarten wie Joggen, Walking, Schwimmen oder Rad fahren. Regelmäßig Sport treiben 39 Pro­zent der Bevölkerung. Mit zunehmendem Alter nimmt die „Sportbegei­sterung" laut Umfrage des BKK Bundesverbandes allerdings ab: Wäh­rend in der Altersgruppe der 19 bis 34-Jährigen mehr als die Hälfte (53 Prozent) regelmäßig Sport treibt, sind es in der Gruppe der über 55-Jährigen nur noch rund ein Viertel (27 Prozent).