Pressemitteilung
Krebs ist inzwischen die häufigste Todesursache bei Typ-2-Diabetes mellitus
Sowohl Adipositas als auch Typ-2-Diabetes erhöhen das Risiko für verschiedene Tumorerkrankungen
Umwelteinflüsse und eine ungesunde Lebensweise spielen eine wichtige Rolle bei der Krebsentstehung
und dem Tumorwachstum. Große epidemiologische Untersuchungen haben eine klare Risikobeziehung
zwischen Diabetes und Tumoren der weiblichen Brust, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und des
Darms nachgewiesen. „Laut aktuellen Prognosen werden in den nächsten zehn bis 20 Jahren
Übergewicht und Diabetes das Rauchen vom Platz Eins der vermeidbaren Krebsursachen verdrängen.
Krebs ist inzwischen die häufigste Todesursache bei Typ-2-Diabetes mellitus“, sagt Professor Dr. med.
Hans Scherübl, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Gastrointestinale Onkologie und Infektiologie
am Vivantes Klinikum Berlin. „Je höher der Body-Mass-Index und je entgleister die Stoffwechsellage
sind, desto stärker steigt das persönliche Krebsrisiko“, betont der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft
„Diabetes und Krebs“ der DDG. An Darmkrebs erkranken Betroffene mit Diabetes Typ 2 häufig schon
früher als stoffwechselgesunde Menschen und haben eine schlechtere Heilungschance.
Dabei wären viele der Tumoren, die mit Diabetes assoziiert sind, durch Diabetesprävention und
optimierte Diabetesbehandlung vermeidbar. Auch sind beispielsweise die Hälfte der Tumoren an
Verdauungsorganen oder der Gebärmutter durch Lebensstiländerungen wie unter anderem eine
dauerhafte Gewichtsabnahme vermeidbar. 30 Prozent der Krebstodesfälle ließe sich allein durch
Nikotinverzicht vorbeugen. Rechtzeitig diagnostiziert und behandelt, haben viele Krebsarten und ihre
Vorstufen auch eine gute Prognose.
„Wichtig ist daher, alle Menschen mit Diabetes über ihr erhöhtes Krebsrisiko aufzuklären und ihnen
Präventions- und Früherkennungsangebote aufzuzeigen“, betont Professor Scherübl. Dabei gebe es
Geschlechterunterschiede: Viele Frauen nähmen regelmäßig gynäkologische Kontrolluntersuchungen
wahr und hätten dadurch ein stärkeres Bewusstsein dafür. Doch Männer hierzulande seien eher
„Gesundheitsmuffel“ und schlechter erreichbar, wenn es um Früherkennungsuntersuchungen gehe.
„Auf dem Diabetes Kongress werden wir daher auch diskutieren, was wir dafür tun können, damit
mehr Menschen mit Diabetes Vorsorgeangebote nutzen.“ Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft
„Diabetes und Krebs“ der DDG fordert unter anderem, alle Diabetespatientinnen und -patienten
schriftlich zu den Krebsvorsorgeuntersuchungen einzuladen und Nikotin Konsumierenden eine
professionelle Tabakentwöhnung anzubieten.