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Lassen Sie sich impfen!
Gesundheitsvorsorge wird wichtiger: Die Menschen nehmen Vorsorge immer ernster - und die Politik sowieso, damit teure Krankheiten erst gar nicht entstehen. Zu den einfachsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen zählt die Impfung. Gegen gefährliche Pneumokokken-Erkrankungen allerdings sind nur wenige überhaupt geimpft. Dabei gehen auf das Konto der Bakterien jährlich rund 12 000 Menschenleben. Und Diabetiker sind besonders gefährdet: „Aus diesem Grund sollten Diabetiker sich jetzt gegen Lungenentzündungen durch Pneumokokken impfen lassen“, sagt Diabetes-Journal-Autor Prof. Dr. med. Christoph Rosak.
Vorsorge ist für Diabetiker ein bedeutsames Thema. Dazu hat die Deutsche Diabetes-Gesellschaft eigens bei ihrer Tagung in Bremen eine Arbeitsgemeinschaft Prävention gegründet, die sich vorwiegend mit der Prävention von Diabetes und Folgekrankheiten beschäftigen wird. Dennoch beinhaltet das Thema auch, anderen Erkrankungen vorzubeugen. Die einfachste und wirksamste Art, Krankheiten zu vermeiden, ist die Impfung. Besonders für Diabetiker gefährlich sind schwere Erkrankungen durch Pneumokokken. Dagegen kann sich jeder Diabetiker impfen lassen.
Was sind Pneumokokken, was lösen sie aus?
Pneumokokken sind Bakterien, die bei rund der Hälfte der Bevölkerung im Nasen- und Rachenraum vorkommen. Kommt es zur Erkrankung, lösen die Bakterien zum Beispiel Lungenentzündung, Hirnhaut- und Mittelohrentzündung und eine lebensbedrohliche Blutvergiftung aus. Was eine Therapie erschwert, ist der häufig rasante Verlauf der Erkrankungen: Schon jeder zweite Todesfall ereignet sich innerhalb von 48 Stunden. Als Nachteil bei der Behandlung kommt hinzu, daß immer mehr Bakterienstämme gegen Antibiotika unempfindlich werden, das heißt, die Antibiotika wirken nicht. In so beliebten Reiseländern wie Spanien oder Frankreich beispielsweise ist dies schon bei über der Hälfte der Bakterienstämme der Fall. Vor einer Lungenentzündung durch Pneumokokken schützt nur die Impfung; da bereits die Hälfte der Bevölkerung infiziert ist, kann man sich vor einer Ansteckung kaum absichern. Also muß man sich vor den Krankheiten schützen, die die Bakterien auslösen.
Stoffwechsel macht Diabetiker angreifbarer
Bedingt durch ihren Stoffwechsel sind Diabetiker besonders gefährdet, an Pneumokokken zu erkranken: In unserem Körper erkennen „Immunglobuline“ Viren und Bakterien. Sie markieren sie und machen sie unschädlich. Immunglobuline sind Eiweißsubstanzen. Kommt es zu hohen Zuckerkonzentrationen im Blut, werden diese Immunglobuline geschädigt; die Abwehr gegen Bakterien und Viren funktioniert nicht mehr richtig. Oft kommt noch dazu, daß Streßhormone freigesetzt werden: Sie fördern den Abbau von Fettgewebe und die Insulinresistenz. Das wiederum kann die Stoffwechsellage über einen Blutzuckeranstieg verschlechtern und das Blut übersäuern (Ketoazidose).
Impfung öffentlich empfohlen
Deshalb empfehlen die Experten der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut in Berlin allen Diabetikern die Pneumokokken-Schutzimpfung - unabhängig vom Alter. Was die wenigsten wissen: Die Krankenkassen übernehmen dafür die Kosten.
Patienten und Ärztekollegen fragen immer wieder: Braucht denn ein gut eingestellter Diabetiker überhaupt eine Impfung? Tatsächlich garantiert kein Arzt, daß gut eingestellte Diabetiker weniger gefährdet sind. Außerdem lassen oft schon leichte Erkältungen den Stoffwechsel entgleisen. Somit steigt das Risiko, an Pneumokokken zu erkranken. Um Komplikationen zu vermeiden, rate ich Patienten mit Diabetes mellitus zur Impfung.
Vorsorgen ist besser als heilen
Aus der täglichen Praxis ist bekannt: Nur wenige Diabetiker sind gegen Pneumokokken-Erkrankungen geimpft. Wer das jetzt noch nicht ist, sollte es umgehend nachholen. Zusätzlich empfiehlt die STIKO allen Diabetikern eine Impfung gegen die Virus-Grippe (Influenza). Beide Impfungen können parallel durchgeführt werden, zum Beispiel in den linken und in den rechten Arm.
Weitere Informationen zur Pneumokokken-Impfung und anderen Impfungen gibt der Service Impfen Aktuell: Ober-Ramstädter-Straße 96, 64367 Mühltal;
Ärztliche Beratung montags 14 bis 17 Uhr, Tel.: 0 61 51 / 13 6 99 – 25
Internet: www.impfen-aktuell.de