Allgemein
Ulla Schmidt: Mit „Rauchfrei 2004“ gesünder leben
Zum 3. Mal beteiligt sich Deutschland an dem internationalen Wettbewerb „Rauchfrei 2004“. Seit 2000 findet dieser Wettbewerb auch in Deutschland alle zwei Jahre statt. Jedes Mal haben sich mehr Raucherinnen und Raucher entschlossen, das Rauchen aufzugeben. 2002 war Deutschland mit über 90.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im internationalen Wettbewerb das teilnehmerstärkste Land.
Noch immer rauchen mit etwa 34 Prozent der erwachsenen Bevölkerung viel zu viele Menschen. Entsprechend hoch ist auch die Zahl der Rauchertoten. Zwischen 100.000 und 140.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen des Rauchens.
Die Strategie, das Rauchen wirksam einzuschränken, umfasst nach dem Willen der Bundesgesundheitsministerin dabei drei Aspekte:
- Der Einstieg in das Rauchen soll verhindert werden
- Der Ausstieg soll gefördert werden
- Nichtraucher sollen in ihrem Anspruch auf eine rauchfreie Umgebung bestärkt werden
Das durchschnittliche Einstiegsalter in den Zigarettenkonsum liegt heute bei etwa 13 Jahren. In der Gruppe der 12 - 17jährigen liegt die Raucherquote bei 28 Prozent, und sie ist seit den 90er Jahren gestiegen. Besonders besorgniserregend ist die Zunahme rauchender Mädchen und Frauen. In den jüngsten Altersgruppen überwiegt die Zahl rauchender Mädchen sogar die der Jungen. Für Mädchen steigt damit das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, rasant an.
Es reicht also nicht mehr, nur vorbeugend tätig zu sein. Auch für Jugendliche müssen heute Ausstiegs- und Entwöhnungshilfen angeboten werden.
Der Wettbewerb „Rauchfrei 2004“ ist eine Maßnahme, um den Ausstieg zu fördern: die Bereitschaft mit dem Rauchen aufhören zu wollen, ist in Deutschland noch wenig ausgeprägt. Nach einer im Jahre 2001 durchgeführten Befragung hatte mehr als die Hälfte der befragten Erwachsenen nicht die Absicht, das Rauchen aufzugeben.
Die Teilnahme am Wettbewerb „Rauchfrei 2004“ ist ein Schritt hin zu einer gesünderen Lebensweise.
Die Aufgabe des Rauchens verlängert nicht nur das Leben, sondern schützt auch vor einer Vielzahl von Erkrankungen, ganz besonders dem Lungenkrebs und Herz-Kreislauferkrankungen.
Ulla Schmidt: "Ich appelliere deshalb an alle Raucherinnen und Raucher, machen Sie mit, tun Sie sich und ihrer Familie etwas Gutes.“
Aufklärung und Information sowie Ausstiegshilfen und Raucherentwöhnung sind unerlässlich, um das Rauchen wirksam einzudämmen. Ebenso wichtig sind aber auch unterstützende strukturelle und gesetzgeberische Maßnahmen, wie sie in den letzten Jahren konsequent durchgesetzt wurden.
Dazu zählen ganz besonders:
- Das seit dem 01.04.2003 geltende Abgabeverbot von Tabakwaren an Jugendliche unter 16 Jahren
- Das Werbeverbot für Tabakwaren im Kino vor 18.00 Uhr.
- Der Anspruch der Nichtraucherinnen und Nichtraucher auf einen rauchfreien Arbeitsplatz, der in der geänderten Arbeitsstättenverordnung festgeschrieben worden ist.
- Die Tabaksteuererhöhung, die das Produkt verteuert und deren Effekt sich auf Jugendliche auswirken wird.
International und EU-weit hat die Förderung des Nichtrauchens einen sehr hohen Stellenwert erreicht. So ist inzwischen die Tabakrahmenkonvention der Weltgesundheitsorganisation verabschiedet. Damit wurde ein umfassendes Bündel von wirksamen Maßnahmen zur Tabakkontrolle weltweit festgeschrieben, das international umgesetzt werden soll. Deutschland hat die Tabakrahmenkonvention unterzeichnet und steht kurz vor der Ratifizierung. Die neuen Warnhinweise, die durch EU-Richtlinie vorgeschrieben sind und die inzwischen in der Tabakprodukt-Verordnung in nationales Recht umgesetzt wurden, haben sehr viel Aufsehen erregt und zur Auseinandersetzung mit dem Thema Rauchen beigetragen.