Allgemein
Modellprojekt zur Berufsförderung behinderter Jugendlicher erfolgreich abgeschlossen
Pressemitteilung vom 06.07.2004
Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundessozialministerium, Franz Thönnes, fordert die Arbeitgeber auf: "Geben Sie auch behinderten Jugendlichen eine Chance auf Ausbildung."
Kurz vor dem Beginn des Ausbildungsjahres 2004/2005 wurde das Modellprojekt "Regionale Netzwerke zur beruflichen Rehabilitation (lern-)behinderter Jugendlicher" (REGINE) erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt wurde von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) durchgeführt. Die wissenschaftliche Begleitung wurde vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung finanziert. Lernbehinderten Jugendlichen werden Leistungen angeboten, die es ihnen ermöglichen, eine Ausbildung im allgemeinen Arbeitsmarkt zu absolvieren.
Franz Thönnes lobte das erfolgreiche Projekt: "So normal wie möglich, so speziell wie erforderlich - die REGINE-Konzeption der BAR leistet einen hervorragenden Beitrag zur Fortentwicklung der beruflichen Erstausbildung und Integration junger behinderter Menschen im Rahmen des dualen Ausbildungssystems. Ich erwarte, dass REGINE ein fester Bestandteil des Maßnahmenspektrums der Arbeitsagenturen wird."
Der Erfolg des Projekts verdeutlicht: Der 1998 von der Bundesregierung eingeschlagene Weg zur gleichberechtigten und selbstbestimmten Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben in der Gesellschaft und insbesondere im Arbeitsleben wird fortgesetzt. Die Initiativen und Maßnahmen ergänzen und verstärken sich. Die im Rahmen des Modellprojektes gesammelten Erfahrungen wurden etwa bei der Erarbeitung des Gesetzes zur Förderung der Ausbildung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen, das am 1. Mai in Kraft getreten ist, berücksichtigt. Beispielsweise wurde für behinderte Jugendliche, die überbetrieblich ausgebildet werden, die Möglichkeit geschaffen, bestimmte Abschnitte ihrer Ausbildung in einem Betrieb zu absolvieren. Die Berufsbildungswerke sollen die Arbeitgeber bei der Ausbildung unterstützen.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) gab im Jahre 1998 den Anstoß für das Modellprojekt REGINE. Das Institut für empirische Soziologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hat das Projekt wissenschaftlich begleitet. Mehr als die Hälfte aller Rehabilitanden des ersten Jahrganges haben die Abschlussprüfung bestanden. Von diesen wurden 40% in ihren Ausbildungsbetrieb übernommen. Hier kam es tatsächlich zu dem sogenannten "Klebeeffekt", den sich die Initiatoren dieses Ausbildungsmodells versprochen hatten. Weitere 13% fanden eine Stelle in einem anderen Betrieb. Im 2. Modelljahr waren sogar knapp 80% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach bestandener Prüfung ausbildungsadäquat beschäftigt. Die behinderungsspezifische Förderung durch einen Bildungsträger in Verbindung mit der betrieblichen Ausbildung stellt eine wichtige wohnortnahe und kostengünstige Ergänzung des bisherigen gestuften Berufsförderungskonzepts der Bundesagentur für Arbeit dar.
Franz Thönnes zieht das Fazit: "Bei intensiver Förderung des Jugendlichen und Kooperation mit allen an der Ausbildung Beteiligten bestehen gute Chancen für einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss und eine anschließende berufliche Integration. "