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Gute Arzneimittelversorgung geht auch preiswerter

Heute stellen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, der Arzneimittelexperte Prof. Dr. Gerd Glaeske und der Vorstandsvorsitzende der Gmünder Ersatzkasse (GEK), Dieter Hebel, den „GEK-Arzneimittel-Report 2005“ vor. Dazu erklärt die Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung, Ulla Schmidt:

„Dieser Arzneimittelreport zeigt erneut, dass die Ausgaben für Arzneimittel weit über dem liegen, was eine rationale Arzneimitteltherapie in der gesetzlichen Krankenversicherung kosten müsste. Drei Milliarden Euro werden für Arzneimittel ausgegeben, die den Patientinnen und Patienten nicht besser helfen als preisgünstigere. Es ist ein Irrglaube, dass ein Medikament um so besser wirkt, je mehr es kostet. Und es ist ebenfalls ein Irrglaube, dass ein Arzneimittel schon dadurch besser ist, weil es neu auf dem Markt ist.

Angesichts der Entwicklung der Arzneimittelausgaben im I. Quartal 2005 kommt es entscheidend darauf an, dass die Selbstverwaltung endlich ihre Hausaufgaben macht. Denn die Ausgabenentwicklung bei Arzneimitteln liegt in der Hand von Ärzten, Apothekern und Krankenkassen. Wir haben die gesetzlichen Maßnahmen zur Ausgabensenkung im Arzneimittelbereich durch neue, verbesserte Instrumente zur Ausgabensteuerung für die Selbstverwaltung abgelöst.

Ärzte und Krankenkassen fordere ich auf, ihre gesetzlichen Spielräume zur Förderung einer sicheren und preisgünstigen Arzneimitteltherapie konsequent zu nutzen. Dazu sind Vereinbarungen zwischen den Spitzenverbänden der Krankenkassen und den Kassenärztlichen Vereinigungen abgeschlossen worden, die umgesetzt werden müssen.

Auch die Pharmabranche ist gefordert. Hier erwarte ich Vernunft und Augenmaß von allen.

Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen müssen den einzelnen Arzt und die einzelne Ärztin zeitnah über die Qualität und Wirtschaftlichkeit von Arzneimitteln informieren. Unsere gemeinsam vorgestellte Informationsplattform im Internet “AmFO“ ist hier ein richtiger und wichtiger Schritt.

Gesundheitspolitik muss immer einen Ausgleich zwischen unterschiedlichen Zielen und Interessen der Beteiligten herstellen. Wir haben gute Bedingungen für echte Arzneimittelinnovationen in Deutschland. An erster Stelle steht der medizinische Ver-sorgungsbedarf der Bevölkerung und seine Qualität. Aufgabe der Selbstverwaltung ist die Qualitäts- und Kostensteuerung der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Selbstverwaltung muss noch viel stärker als bisher ihre Management-Fähigkeiten ausbauen.“