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Ulla Schmidt: Vorbildliche Projekte mit dem Deutschen Präventionspreis ausgezeichnet - Gesund in der zweiten Lebenshälfte

Vorbildliche Projekte der Prävention und Gesundheitsförderung wurden heute in Berlin mit dem Deutschen Präventionspreis ausgezeichnet. Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis steht unter dem Motto „Gesund in der zweiten Lebenshälfte“. Vergeben wird er von der Bertelsmann Stiftung, dem Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Die Schirmherrin des Deutschen Präventionspreises, Bundessozialministerin Ulla Schmidt: „Wir alle wünschen uns Gesundheit bis ins hohe Alter. Am besten fängt man schon im Kindesalter an, sich gesundheitsbewusst zu verhalten. Aber es ist nie zu spät. Denn Prävention ist keine Frage des Alters. Jeder und jede, ob alt oder jung, kann etwas für seine Gesundheit tun. Dazu wollen wir mit dem Deutschen Präventionspreis ermuntern.

Wie man ältere Menschen erfolgreich dabei unterstützen kann, zeigen die preisgekrönten Projekte auf hervorragende Weise. Sie zeigen beispielhaft, wie man die Gesundheit älterer Menschen möglichst lange erhalten kann und, dass sich Prävention auch im Alter lohnt. Ich wünsche mir, dass diese Projekte Vorbild für andere sind und diese guten Beispiele viele Nachahmer finden.“

1. Preis mit 12.500 Euro für das Albertinen-Haus in Hamburg

Den ersten Preis erhält in diesem Jahr das Hamburger Projekt „Aktive Gesundheitsförderung im Alter“ des Albertinen-Hauses. Es hat sich zum Ziel gesetzt, ältere Menschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, damit sie gesund und selbstständig zu Hause alt werden können. Das wünschen sich die meisten von uns. Dabei werden vorhandene kommunale Strukturen in Hamburg genutzt und speziell fortgebildete Hausärzte und andere Gesundheitsberufe beteiligt. Die Ergebnisse sind beeindruckend.

Weitere gleichrangige Preisträger mit je 7.500 Euro sind:

Kölner Seniorennetzwerke: Neue Lebensperspektiven durch Netzwerke im Stadtteil, Liga der Wohlfahrtsverbände Köln

Zahnmedizin für Pflegebedürftige, Teamwerk München

Patras - Paderborner Trainingsstudie: Beweglichkeit fördern - Mangelernährung vorbeugen, Universität Paderborn

Gesund älter werden, AOK Niedersachsen

Einen Ehrenpreis erhalten: Spirling und Grundmann, Initiatoren des Projektes „Begleitetes Wohnen“ in Dresden

Das Preisgeld ist für die Fortführung bzw. Weiterentwicklung der Projekte bestimmt.

Insgesamt haben sich 258 Projekte um den Deutschen Präventionspreis 2005 beworben: Sportvereine, Wohnberatungsstellen, Selbsthilfegruppen, Universitäten und Institute, Polizeipräsidium, Gesundheitszentren und Arztpraxen, Krankenkassen, Kommunen, Bildungswerk und Volkshochschulen, privat engagierte Personen, Vereine und Verbände usw. Eine Jury aus acht unabhängigen Juroren hat die Preisträger ausgewählt.

Weitere Informationen über die Preisträger des Deutschen Präventionspreises sowie deren Ansprechpartner finden Sie unter www.deutscher-praeventionspreis.de.

Infos zum Hamburger Preisträger des Deutscher Präventionspreis 2005

Projekt: Aktive Gesundheitsförderung im Alter in Hamburg# Gruppe Ernährung und Bewegung - Ausrichtung kommunalbezogene Arbeit

Worum geht es?
Im Vordergrund steht die Entwicklung und das niederschwellige Angebot eines ganzheitlichen Programms als Kombination von Ernährung, Bewegung und sozialem Umfeld (zwischenmenschliche Beziehungen, Teilhabe an gesellschaftlichem Leben etc.), das in didaktisch aufbereiteter Form durch ein interdisziplinär besetztes Team in Verbindung mit Hausärzten sowie unter Nutzung bestehender lokaler Strukturen an über 60-Jährige vermittelt werden soll, die noch unabhängig und ohne kognitive Beeinträchtigung und ohne Pflegestufe zuhause leben.

Was wird gemacht?
Halbtägige Informationsveranstaltung und Beratung in Kleingruppen, individueller Ernährungs- und Aktivitätenbrief mit den Ergebnissen der Beratung und entsprechenden Angeboten sowie Angebot zu einem freiwilligen Erfahrungsaustausch und der Teilnahme an vertiefenden Workshops ein halbes Jahr später. Der Zugang erfolgt über (derzeit 30-40) beteiligte Hausärzte, die sich in einem geriatrischen Qualitätszirkel treffen, fortbilden und austauschen.

An den halbtägigen Informationsveranstaltungen nehmen jeweils ca. 12 Probanden teil. Sie erfahren in Vorträgen, was die Basisbedingungen für ein möglichst gesundes, eigenverantwortliches Altern sind (Ernährung, Bewegung, Soziales Umfeld). In Kleingruppen von maximal sechs werden dann Fragebögen zu persönlichen Lebensgewohnheiten und Vorlieben ausgefüllt und mit jedem Teilnehmer individuelle Aktivitäten- und Ernährungspläne aufgestellt. Die Vorträge und die anschließende Beratung erfolgen durch speziell geschulte Mitarbeiter (Geriater, Ökotrophologen, Sozialpädagoge, Physiotherapeut). Hierbei wird auf die persönlichen Vorlieben und Möglichkeiten des Teilnehmers besonders eingegangen.

Etwa zwei Wochen nach der Gruppenveranstaltung erhalten die Teilnehmer einen individualisierten Brief, in dem die besprochenen Maßnahmen noch einmal aufgeführt sind. Außerdem erhalten die Teilnehmer Vorschläge, wo bzw. mit welcher Unterstützung sie die Empfehlungen umsetzen können. Dafür wird eine Datenbank von derzeit ca. 24.000 Angeboten im Stadtgebiet Hamburgs laufend aktualisiert. In dieser Datenbank sind Ernährungs-, Bewegungs-, Gesundheitsförderungs- und Bildungsangebote für Ältere zusammengefasst.

Projektphasen:
In 2000 wurde das Konzept in der Forschungsabteilung des Albertinen-Hauses entwickelt, seit 2001 wird es in der Praxis erprobt.

Kontakt:
Albertinen-Diakoniewerk e.V. (ADW), Prof. Dr. Hans Peter Meier-Baumgartner, Stellvertr. Vorstandsvorsitzender des ADW und Direktor Albertinen-Haus Süntelstraße 11a, 22457 Hamburg - dapp@albertinen.de - T.: 040 / 55811301