Allgemein
Nichtrauchen muss in deutschen Krankenhäusern der Normalfall werden
Heute verleiht die Parlamentarische Staatssekretärin und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, jeweils zwei Berliner und Brandenburger Krankenhäusern die ersten Zertifikate im Rahmen des Modellprojektes „Aufbau eines Netzes Rauchfreier Krankenhäuser“. Das Modellprojekt wird seit 1. Juli 2005 vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung gefördert, die Laufzeit beträgt drei Jahre. Ziel der Initiative ist es, eine rauchfreie Kultur in deutschen Krankenhäusern zum Standard zu machen. Derzeit rauchen ca. 26 % der Patienten während eines Krankenhausaufenthaltes, 40 % des Pflegepersonals und 20 % der Ärzte. Dem steht gegenüber, dass 41 % der Patienten sich nichtrauchendes Personal wünschen, jeder dritte der rauchenden Patienten gern mit dem Rauchen aufhören würde und zwei Drittel aller Patienten Beratung über die Risiken des Tabakkonsums im Krankenhaus begrüßen würden.
Anlässlich der Pressekonferenz zur Auszeichnung der ersten Krankenhäuser erklärt Caspers-Merk: „Nichtrauchen muss in Deutschland der Normalfall werden, und das gilt ganz besonders für Krankenhäuser. Krankenhäuser haben für die Förderung des Nichtrauchens eine zentrale Bedeutung. Hier halten sich kranke Menschen auf, deren Gesundheit in jeder Hinsicht zu fördern ist. Rauchen - sei es aktiv oder passiv - ist für jeden Patienten gesundheitsschädlich. Mit dem Modellprojekt gehen wir auf die Krankenhäuser zu und motivieren zum Mitmachen. Mit der Mitgliedschaft im Netzwerk bekennen sich die Krankenhäuser zum Nichtrauchen. Ich habe gern die Schirmherrschaft für das Netzwerk übernommen und freue mich, dass ich heute hier in Berlin die ersten Krankenhäuser mit den Zertifikaten auszeichnen kann. Sie werden künftig ein wichtiges Qualitätsmerkmal für Krankenhäuser darstellen. Ich wünsche mir, dass diese Pioniere viele Nachahmer finden. Das Stufenkonzept des Modellprojektes ermöglicht es jedem Krankenhaus, rauchfrei zu werden. Das Netzwerk gibt Tipps zur Tabakentwöhnung für Patienten und Mitarbeiter, zum Nichtraucherschutz und viele andere Anregungen. Das Ziel des Modellprojektes ist, dass in möglichst vielen Krankenhäusern überhaupt nicht mehr geraucht wird.“
Abhängig davon, wie weit ein Krankenhaus auf dem Weg zur „Rauchfreiheit“ fortgeschritten ist, können Zertifikate in Bronze, Silber und Gold erworben werden.
Mit dem Zertifikat in Silber wird ausgezeichnet: Krankenhaus Waldfriede, Berlin
Mit dem Zertifikat in Bronze werden ausgezeichnet: Sankt Gertrauden Krankenhaus, Berlin Evangelisch-Freikirchliches Krankenhaus, Rüdersdorf Klinikum Niederlausitz, Senftenberg
Krankenhäuser, die Interesse an einer Mitgliedschaft in dem „Netz Rauchfreier Krankenhäuser“ haben, wenden sich bitte an folgende Adresse:
Netz Rauchfreier Krankenhäuser Christa Rustler Am Kleinen Wannsee 5, 14109 Berlin Tel: 030 - 80 10 98 56 Email: rustler@dngfk.de http://www.dngfk.de/
Bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist das „Manual für die Projektleitung 'Rauchfreies Krankenhaus'“ kostenlos erhältlich, weitere Informationen unter http://www.bzga.de/.