Allgemein
1. Welttag der Organspende und Transplantation am 14. Oktober
„Organspende heißt Leben schenken. Auch das eigene Leben oder das eines Familienangehörigen kann eines Tages auf die Spendenbereitschaft anderer angewiesen sein. Es kann jeden treffen. Ich möchte, das im Falle eines Falles ein Spenderorgan für meine Familie und mich zur Verfügung steht. Deshalb habe auch ich mich für Organspende entschieden und trage den Spenderausweis immer bei mir." Dies erklärt Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt zum 1. Welttag der Organspende und Transplantation am 14. Oktober 2005. "Wer das für sich und seine Familie auch möchte, sollte sich ebenfalls einen Organspendeausweis zulegen“, so die Ministerin weiter. Zwar stehen in Deutschland über 80 Prozent der Menschen einer Organspende positiv gegenüber. Lediglich zwölf Prozent jedoch besitzen selbst einen Organspendeausweis, mit dem sie ihre Bereitschaft zur Organspende im Todesfall ausdrücklich dokumentieren. Diesen Anteil gelte es deutlich zu erhöhen, so die Ministerin. Denn nur eine zu Lebzeiten verbindlich getroffene und im Spenderausweis festgehaltene Entscheidung garantiere, dass Organe im Fall des Falles schnell und ohne Belastung der Angehörigen entnommen werden könnten.
In Deutschland gilt: Hat ein Verstorbener, der nach ärztlicher Beurteilung als Organspender in Betracht kommt, zu Lebzeiten keine Erklärung zur Organspende abgegeben, sind die Angehörigen gesetzlich zu einer Entscheidung entsprechend dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen berufen. Viele Angehörige sind in dieser Situation unsicher, welche Entscheidung im Sinne des Verstorbenen ist.
Der 1. Welttag der Organspende und Transplantation wird von der Weltgesundheitsorganisation und dem Europarat organisiert. Er soll die Sensibilität der Bevölkerung erhöhen und die Bereitschaft steigern, selbst zum Organspender zu werden. Ärztinnen und Ärzte spielen dabei eine wichtige Rolle.
Als Vertrauenspersonen der Patienten können sie informieren und bestehende Ängste nehmen.
Befragungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeigen: Mehr als die Hälfte der Menschen wenden sich mit Fragen rund um die Organspende bereits an ihren Arzt bzw. ihre Ärztin. Und fast 90 Prozent der niedergelassenen Mediziner erklären sich bereit, als Ratgeber zur Verfügung zu stehen. Der Bedarf an Transplantationen ist nach wie vor weit größer als die Zahl der zur Verfügung stehenden Organe. Rund 12.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Dagegen wurden hierzulande im Jahr 2004 nur 3.508 Organe gespendet und transplantiert. Das waren im Jahr 2004 zwölf Transplantationen mehr als 2003. Der Anteil von Menschen, die tatsächlich nach ihrem Tod ein Organ spendeten, sank jedoch bezogen auf je 1 Million Einwohner von 13,8 Prozent im Jahr 2003 auf 13,1 im vergangenen Jahr.
Weitere Informationen sind unter www.organspende-kampagne.de und www.dso.de erhältlich.