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Über 100.000 Unterschriften in Berlin übergeben – gegen die Restriktion der Insulin-Analoga

Pressemitteilung Diabetes-Journal 5/06, Kirchheim-Verlag, Mainz

Über 132.000 Menschen haben bis Mitte April mit ihrer Unterschrift protestiert gegen die drohende Streichung der kurzwirksamen Insulin-Analoga für Typ-2-Diabetiker aus dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung. Über 100.000 Unterschriften nahm schon Ende März Klaus Theo Schröder entgegen; Schröder ist Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium. Übergeben wurden die Unterschriften von Manfred Wölfert, Vorsitzender des Deutschen Diabetiker Bundes (DDB), und Professor Eberhard Standl, Chefredakteur des Diabetes-Journals. Schröder betonte während der Übergabe die Bereitschaft, mit den Verbänden im Gespräch zu bleiben und bestätigte das Interesse des Ministeriums an der Einbindung der Patienteninteressen in den Bewertungsprozeß der Insulinanaloga.  

Zur Disposition steht die Erstattungsfähigkeit der Insulinanaloga aufgrund des Abschlußberichtes des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Das IQWiG kommt zu dem Schluß, daß es keinen belegten Zusatznutzen der Analoga gibt. Die Erfahrung vieler Patienten und Ärzte sagt etwas anderes: Für die Betroffenen bedeuten die Analoga bessere Lebensqualität und weniger gefährliche Unterzuckerungen.  

Das Diabetes-Journal hat deshalb zusammen mit dem Deutschen Diabetiker Bund (DDB) eine Protestaktion gestartet. Innerhalb weniger Wochen haben sich im Rahmen dieser Aktion über 132.000 Menschen gegen die mögliche Empfehlung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ausgesprochen, die Insulinanaloga aus der Erstattungsfähigkeit herauszunehmen. Die Entscheidung soll am 16. Mai fallen, danach geht der Beschluß des G-BA zur Prüfung an das Bundesministerium für Gesundheit.                                                                                                                           …                                 Insulin-Analoga wurden auf Basis der Molekülstruktur des Humaninsulins entwickelt. Dabei wurden bestimmte Aminosäuren ausgetauscht. Es gibt lang- und kurzwirksame Analoginsuline. Der Vorteil der kurzwirksamen Insulin-Analoga: Man darf gleich nach dem Spritzen etwas essen, muß nicht abwarten. Das Leben mit der Krankheit wird so flexibler. Außerdem zeigen große Patientenumfragen, daß das Risiko für die gefährlichen nächtlichen Unterzuckerungen sinkt. Fragt man Diabetiker nach ihrer Meinung, sagen sie, daß die Insulin-Analoga ihre Lebensqualität deutlich verbessert haben. Dies wird im Abschlußbericht des IQWiG nicht berücksichtigt. Derzeit nutzen ca. 400.000 Menschen mit Typ-2-Diabetes Insulinanaloga.

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