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Nadelwechsel nach jeder Injektion!

Pressemitteilung diabetes-world.net

Diabetiker, die Insulin spritzen, müssen die Nadel nicht fürchten. Moderne Insulinpens sind komfortabel. Und die Nadelspitzen sind so fein, dass man den Einstich kaum spürt. Das ändert sich jedoch, wenn die Nadeln häufiger verwendet werden. Die Experten des Diabetesportals www.diabetes-world.net raten deshalb, bei jeder Insulininjektion grundsätzlich die Nadel zu wechseln.

Die Spitzen von Insulinpen-Nadeln sind extrem fein geschliffen. Zusätzlich sorgt ein Gleitfilm dafür, dass die Nadel kaum spürbar in die Unterhaut eindringt. Dieser Gleitfilm nutzt sich jedoch bereits mit der ersten Verwendung ab. Außerdem wird die empfindliche Nadelspitze mit jedem Gebrauch stumpfer. Sie verbiegt und verformt sich. Injektionen werden plötzlich schmerzhaft und können sogar kleine Verletzungen verursachen. Doch damit nicht genug: diese Mikroverletzungen führen zu einer überschießenden Bildung von Fettgewebe (Lipohypertrophien) in der Unterhaut. Das verursacht weitere Probleme. Denn dieses veränderte Gewebe ist weniger schmerzempfindlich. Und das verleitet dazu, auch mit stumpfen Nadeln immer wieder ausgerechnet hier hinein zu stechen. Ein Ergebnis dieses Teufelskreises ist, dass sich die Lipohypertrophien vergrößern. Ein anderes betrifft die Blutzuckereinstellung. Denn das veränderte Fettgewebe ist schlechter durchblutet und nimmt das Insulin auch schlechter auf. Der Wirkeintritt des Insulins kann dadurch schlechter zu kalkulieren sein.

Dennoch benutzen Diabetiker in Deutschland im Durchschnitt 9,2 mal ein und dieselbe Nadel. Das hatte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) schon im Jahre 2004 berichtet. Aus dieser Patientenbefragung von Diabetikern in Europa geht im übrigen auch hervor, dass die Verhältnisse in Frankreich anders sind. Dort wechseln 87 Prozent aller Diabetiker ihre Nadeln nach jedem Gebrauch.