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Experten befürchten heftige Grippe-Epidemie nach Weihnachten - WICHTIG: Impfung auch noch Anfang 2009 als Schutz gegen bevorstehende Grippe-Epidemie
Leimen, 16. Dezember 2008 – Die Gefahr, an einer Grippe zu erkranken, dürfte in den kommenden Wochen und Monaten erheblich zunehmen. Daten, die vom European Influenza Surveillance Scheme (EISS) zu den Epidemien der Jahre 2001 bis 2007 zusammengestellt wurden, zeigen, dass die saisonale Epidemie ihren traditionellen Höhepunkt zwischen Januar und März erreicht.[1]
„Eine moderat erhöhte Grippe-Aktivität zu diesem Zeitpunkt der Saison ist normal und sollte nicht darauf schließen lassen, dass an Weihnachten alles überstanden ist. Die Saison wird aller Voraussicht nach bald an Stärke zunehmen. Daher sollte man sich auch Anfang 2009 noch impfen lassen, um sich und andere, die einem nahe stehen, zu schützen. Dies ist für ältere Menschen äußerst wichtig, da sie für eine Grippe-Infektion und die damit verbundenen Komplikationen besonders anfällig sind“, sagt Prof. Koos van der Velden, der ehemalige Vorsitzende des EISS. Dies ist ein Projekt, das vom European Centre for the Disease Control and Prevention (ECDC) durchgeführt wird. „Der Impfstoff braucht zwei bis drei Wochen, bis er eine Schutzwirkung entwickelt. Jetzt reicht die Zeit noch aus, um sich impfen zu lassen.“
Obwohl die Saison erst begonnen hat und Daten nur begrenzt vorliegen, erweist sich der dominante Virusstamm, der in einigen Ländern, darunter Spanien, Portugal und Großbritannien, zirkuliert, als ein H3N2-Grippe-Virusstamm aus Australien. Das gleiche Virus führte 2007 in Australien zu einer sehr schweren Epidemie, bei der ein Anstieg der Grippe-Erkrankungen um mehr als das Dreifache in Laboruntersuchungen nachgewiesen wurde.[2],[3]
Die Zusammensetzung des diesjährigen Grippe-Impfstoffs wurde angepasst und beinhaltet nun den H3N2-Stamm aus Australien.[4] Zum ersten Mal seit zwanzig Jahren enthält der Grippe-Impfstoff für diese Saison im Vergleich zu dem des letzten Jahres für die nördliche Hemisphäre sogar drei neue Stämme.
Die Eigenschaften des Grippe-Virus verändern sich häufig. Dies bedeutet, dass die Immunität nach vorausgegangenen Infektionen oder Impfungen eine Infektion mit den aktuellen Virus-Serotypen und verwandten Erkrankungen unter Umständen nicht verhindert. Aus diesem Grund wird eine jährliche Impfung empfohlen.
Anmerkungen für die Redaktionen
Hintergrund zur saisonalen Grippe Weltweit werden 250.000 bis 500.000 Todesfälle pro Jahr, hauptsächlich in der älteren Bevölkerung, auf saisonale Grippe und damit verbundene Komplikationen zurückgeführt.[5] In Europa rechnet man mit mehr Todesfällen infolge der saisonalen Grippe als infolge von Verkehrsunfällen. Das European Center for Disease Control (ECDC) schätzt, dass in der Europäischen Union (EU) jährlich 40.000 bis 220.000 Menschen an Grippe versterben – dem gegenüber stehen schätzungsweise 40.000 Verkehrstote.[6],[7]
Mit dem Influenzavirus infizieren sich jedes Jahr etwa 10 Prozent der erwachsenen Bevölkerung und bis zu 30 Prozent der Kinder.[8],[9] Bei älteren Erwachsenen nimmt die Grippe-Erkrankung in der Regel einen schwereren Verlauf, da deren Immunsystem naturgemäß nachlässt und sonstige Erkrankungen wie chronische Herz-Kreislauf-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen häufiger vorliegen. Hinzu kommt, dass die Influenza-Infektion bei Älteren und Menschen mit chronischen Grunderkrankungen nicht nur eine Primärerkrankung hervorruft, sondern auch zu schweren sekundären medizinischen Komplikationen führen kann. Hierzu zählen beispielsweise die sekundäre bakterielle Lungenentzündung und die Verschlechterung von Grunderkrankungen wie z. B. dekompensierte Rechtsherzinsuffizienz, Asthma und/oder Diabetes.5 [5])
[1]) http://www.eiss.org/html/tables.html (last acceded 1 Dezember 2008)
[2]) http://www.eiss.org/html/maps.html (last acceded 1 Dezember 2008)
[3]) http://www.aodgp.gov.au/internet/main/publishing.nsf/Content/cda-cdi3202b.htm (last acceded 10 Dezember 2008)
[4]) http://www.who.int/csr/disease/influenza/recommendations2008_9north/en/index.html (last acceded 1 September 2008)
[5]) http://www.who.int/mediacentre/factsheets/2003/fs211/en/print.html (last acceded 1 Dezember 2008)
[6]) http://ecdc.europa.eu/Press/pdf/press_release.071210.pdf (last acceded 1 Dezember 2008)
[7]) http://www.euro.who.int/document/mediacentre/fs0304e.pdf (last acceded 1 Dezember 2008)
[8]) Neuzil KM et al. Influenza Vaccine: Issues and Opportunities. Infect Dis Clin N Am 2001;15:123-41.
[9]) http://www.who.int/wer/2005/wer8033.pdf (last acceded 1 Dezember 2008)
Informationen zu Sanofi Pasteur MSD GmbH
Sanofi Pasteur MSD GmbH ist das einzige Unternehmen in Europa, das sich auf die Herstellung und den Vertrieb von Impfstoffen spezialisiert hat. Dabei kann der Impfstoffexperte auf die Produktinnovationen und die Forschungserfahrungen von Sanofi Pasteur (Frankreich) und Merck & Co., Inc. (USA) zurückgreifen. Beide Anteilseigner halten je 50 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen Sanofi Pasteur MSD. Die deutsche Niederlassung hat ihren Sitz in Leimen bei Heidelberg. Weltweit arbeiten Forscherteams an der Entwicklung neuer Impfstoffe für Europa. Dabei stehen zwei Ziele im Vordergrund: Zum einen die Ausdehnung des Impfschutzes auf Krankheiten, gegen die es bisher keinen Impfstoff gibt. Zum anderen die Verbesserung bestehender Impfstoffe, um die Verträglichkeit, Wirksamkeit und die Akzeptanz von Impfungen zu optimieren.