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Hallo zusammen, neu hier Diabetes Typ 3 c

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    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 11.02.2019 22:51:35 | IP (Hash): 1156118018
    Hallo zusammen

    ich habe bisher nur im Onmeda-Forum für Diabetiker geschrieben. Dort bekam ich schon sehr viele wertvolle Tipps, jetzt habe ich zusätzlich dieses Forum entdeckt und hoffe, dass vielleicht jemanden noch die ein oder andere Idee einfällt.

    Ich habe seit Oktober 2018 die Diagnose Diabetes mellitus Typ 3c, besser bekannt als pankreopriver Diabetes. Davor waren seit Dezember 2017 die Blutzuckerwerte im diabetischen Bereich erhöht. HbA1C bei 6,5 nüchtern bei 112; Bei anderem Facharzt im April Nüchtern BZ von 135. Laut Hausarzt beide Werte nicht schlimm. Leitlinien und die Leute im Onmeda Forum sagten jedoch was anderes. Ich muss dazu sagen, ich bin recht schlank, 23 Jahre alt, habe zudem noch Morbus Crohn und auch in der Vorgeschichte eine leichte Pankreatitis mit deutlichen Diabetes-Zeichen für zwei Wochen gehabt.

    Beim Diabetologen zeigte sich dann im Ogtt nüchtern 140, nach zwei Std 215, HbA1C von 6,3 und Antikörper negativ. Darauf fiel die Diagnose auch dank Vorgeschichte auf pankreopriven Diabetes.

    Das Hauptproblem ist, dass ich eine extreme Spritzenphobie habe. Das ist nicht so, ja ich hab etwas Angst. Sondern es ist wirklich was komplett anderes. Und ich kann mich überhaupt nicht selbst spritzen, auch Blutabnahmen verlaufen zum Teil mit extremen Panikattacken.

    Meine Diabetologin hat dann nach den Werten gemeint, wir sehen jetzt mal weiter. Wahrscheinlich komme ich sowieso nicht wieder. Keine Schulung, nichts. Ich sollte nur etwas auf meine Ernährung achten. Was leider dank Morbus Crohn nicht wirklich geht. Und in drei Monaten zur erneuten Blutabnahme wiederkommen.

    Heute war ich wieder beim Diabetologen um die Ergebnisse der erneuten Blutabnahme zu besprechen. Obwohl ich kaum noch was esse, HbA1c auf 6,7 gestiegen, nüchtern Zucker weiter bei 134. Zudem habe ich anscheinend auch eine Schilddrüsenunterfunktion. TSH bei 4,1 (Ref. 0,3-4.0). Ich habe jetzt einen Termin zur Ernährungsberatung am 14.3. Will auch eine medizinische Reha beantragen. Bin bloß grade ziemlich verzweifelt, was man jetzt noch tun sollte. Ich esse max zweimal, oft nur einmal am Tag etwas. Z. T. nur ca. 500 kcal. So kann es definitiv nicht weitergehen. Ich weiß selbst, dass ich viel zu wenig esse und ich eigentlich mehr essen müsste. Aber Insulinspritzen geht absolut nicht. Und ich bekomme auch immer wieder nach dem Essen Beschwerden. Und ich habe Angst, dass unbehandelt der Diabetes immer weiter steigt, wenn ich "normal" drei Mahlzeiten essen würde.

    Vielleicht fällt noch jemanden einige Tipps ein. Bin für alle Vorschläge dankbar.
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    am 12.02.2019 08:03:35 | IP (Hash): 1100796255
    Hallo July
    Gibt es in Deutschland nicht spezielle Diabeteskliniken in für welche man eine Überweisung bekommen sollte. Dein Fall klingt ja schon speziell und vielleicht könnten die dich top einstellen.
    Alles Gute

    Auch wenn sich die Ideen und Vorschläge meinerseits sehr professionell und logisch anhören, ersetzen sie nicht den Gang zum Doktor, um sich dies bestätigen zu lassen; sie dienen nur einer ersten Beratung.
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    am 12.02.2019 09:06:24 | IP (Hash): 1831099343
    @Michael74
    Interessanter Ansatz. Und wie stellst du dir eine top Einstellung vor? So ganz ohne Insulininjektion? Die Dame hat nach eigenem Bekunden eine "extreme Spritzenphobie"! 50 Shades of Grey? Fesseln, knebeln, ab dafür?
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    am 12.02.2019 09:22:14 | IP (Hash): 1899743091
    Hi!

    Wenn Insulin fehlt muss es per Injektion in den Körper...

    Was bei Spritzenphobie durchaus schwierig ist.
    Ein gute Hilfe sind die
    Novofine Autocover Kanülen.

    Hier ist die Nadeln nicht sichtbar, und der kleine Ring an der Kanülenspitze lenkt gut vom Einstich ab.
    Bleibt nur noch die Hemmung, selbst die Injektion zu setzen... Hier kann man mit Entspannungsübungen gegenwirken.
    Dauert vielleicht am Anfang länger...
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    am 12.02.2019 10:17:19 | IP (Hash): 561241341
    Nicht nur Spritz- sondern ganz generell ne Pieksphobie, also auch keine BZ-Tests - und da ist die Nadel verdeckt.

    Und NEIN, ich kann mir ohne tägliche mehrfache Überwindung z.B. erstmal mit dem Testspiele keinerlei Möglichkeit zur Verbesserung der Situation vorstellen :(

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 12.02.2019 11:35:13 | IP (Hash): 1156118018
    Erstmal ein großes Dankeschön, dass mir überhaupt jemand geantwortet hat.

    Also mit der Klinik ist es so eine Sache. Habe in einer Klinik erst meine Spritzenphobie erworben und meide komplett jede stationäre Einweisung in ein Krankenhaus. Ich will ja jetzt eine medizinische Reha beantragen, in der Hoffnung, dass dort irgendwie eine Einstellung klappen könnte. Zusammen mit Psychologen, anderen Betroffenen und halt die Diabetesberater. Was ich aber auch sehr bezweifele. Meine Spritzenphobie, Pieksphobie trifft es wie Jürgen schon angemerkt hat, wohl besser, ist einfach wahnsinnig heftig. Mich muss bei jeder Blutabnahme/Infusion min. eine Person festhalten. Sobald ich die Nadel nur spüre, reiße ich eigentlich schon reflexartig meinen Arm weg. In der letzten Reha für Morbus Crohn haben sie mir mal einmal den Blutzucker gemessen, nachdem ich es eine Woche lang ständig verweigert habe. Dabei wurde ich von drei Leuten festgehalten. Wie soll ich das dann allein schaffen, wenn ich es nicht einmal so zulassen kann? Zudem falle ich um, wenn ich mein Blut sehe... Fürs blutige Messen sehr sehr unpraktisch :(
    Deshalb sind auch verdeckte Kanülen, schön und gut für manche Leute, aber das behebt ja leider nicht das Problem bei mir. Ich denke kaum, dass ich die Kanülen nicht spüren werde. Vielleicht tuen sie ja nicht sehr weh, aber etwas merken wird man sicher. Und dann ist es aus. Besonders vielleicht würde ich es einmal schaffen mich zu pieksen, aber sobald ich dann die Nadel spüre zucke ich weg, oder ähnliches. Es dauert ja auch anscheinend einige Sekunden bis das Insulin verteilt ist.
    Was sind da eure ehrlichen Erfahrungen? Man merkt schon was, bzw was ist das genau für ein Gefühl?

    Ich habe jetzt viel über den FreeStyle Libre gelesen, wenigstens wegen der Blutzuckermessung wäre das vielleicht eine Alternative. Leider bekommt man den anscheinend erst, wenn man sich Insulin spritzt.
    Wie sind da eure Erfahrungen damit, insb. wegen der Genauigkeit der gemessenen Werte?
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    am 12.02.2019 11:59:44 | IP (Hash): 1899743091
    Wenn Du irgendwann auf Insulingaben angewiesen bist, wird es nicht ohne pieksen gehen.

    Selbst mit Insulinpumpe und Gewebezuckermessung ohne blutige Kalibrierung - die Setzhilfen sind Klasse, aber Dein Kopf macht nicht mit.

    Alternative: Hohe BZ-Werte, Folgeschäden, etc.

    Da hilft nur dauerhaft an der Phobie arbeiten.
    Und: Es geht.

    Erster Schritt: Nicht weiter nach nicht vorhandenen Alternativen suchen!
    Bearbeitet von User am 12.02.2019 12:00:51. Grund: .
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    am 12.02.2019 12:44:45 | IP (Hash): 561241341
    Ohne täglichen Abgleich/Kalibrieren mit eher 2 als 1 Pieks geht auch der Sensor nicht annähernd verlässlich, den man nur 1mal pro Woche, alle 14 Tage oder im halben Jahr setzt.

    Für's vollautomatische Spritzen gab's mal Diapens von Hasselmeier. Dosis einstellen, spannen, ohne Hautfalte auf die Spritzstelle setzen und am Klipp auslösen. Hatte sowas, als meine älteren Enkel gerade laufen konnten, und die haben beide gefeiert, wenn sie hier zu Besuch dem Opa den Schuss setzen durften - und Riesentheater veranstaltet, wenn ich das einfach so im Thran selbst gemacht hab.

    Sorry, aber ich denke, dass da nur eine Selbstmach-Kur helfen kann, sone BZ-Testausrüstung und jeden Tag EIN SELBSTGEMACHTER Fingerpieks, erst einer, dann zwei und dann drei mit immer kürzeren Zeiten für den Überwindungskampf. Und mit dreien könnte dann vielleicht schon so viel Routine erreicht sein, dass auch die Injektion mit dem normalen Pen geht. Schließlich braucht man für die kurzen dünnen Kanülen heute keine Hautfalte mehr.

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    am 12.02.2019 13:32:03 | IP (Hash): 2142017618
    hjt_Jürgen schrieb:
    Sorry, aber ich denke, dass da nur eine Selbstmach-Kur helfen kann

    Ich fürchte, das wird nichts. Wir reden hier nicht über "ich fürchte mich vorm Pieks" sondern nach der gegebenen Beschreibung über eine ausgewachsene Angststörung. Das ist eine psychische Erkrankung und gehört in die Hände eines Fachmanns, der sich mit der Therapie von Phobien auskennt. Und das möglichst rasch! Wenn der noch funktionierende Rest der Bauchspeicheldrüse erstmal den Geist aufgegeben hat, bleibt nicht mehr viel Zeit. Und auch die heute bei Phobien favorisierten Ansätze brauchen Zeit und funktionieren eben nicht von heut auf morgen. Auf eine durch absoluten Insulinmangel ausgelöste Ketoazidose zu warten und zu hoffen, dass der Schock über Verkabelung und permanente venöse Zugänge auf der Intensivstation das Problem löst, scheint mir da jedenfalls keine gute Lösung zu sein.
    Bearbeitet von User am 12.02.2019 13:32:55. Grund: .
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    am 12.02.2019 14:41:46 | IP (Hash): 1156118018
    Ich bin seit einem Jahr wegen meiner Spritzenphobie und der damit verbundenen posttraumatischen Belastungsstörung in psychotherapeutischer Behandlung. Das Problem damals war, dass erst mehrfach im Krankenhaus die Nadeln daneben lagen und mir keiner glaubte, dass ich permantent dadurch starke Schmerzen hatte. Und als ich dann nicht mehr wollte, wurden die nächsten Zugänge gegen meinen Willen unter körperlicher Gewalt gelegt. Und das habe ich überhaupt nicht verarbeitet.

    Ich bekomme so Panikattacken, dass ist mit einer normalen Angst nicht mehr gleichzusetzen. Ich hyperventiliere z. T. schon vorher so schlimm, bis ich (fast) ohnmächtig werde. Nach dem Stechen halte ich zum Teil solange die Luft unbewusst an, dass ich ohnmächtig werde. Selbst wenn ich liege, während der Blutabnahme. Vom Blutdruckabfall gar nicht zu reden. Einmal habe ich mich versehentlich beim Abspülen mit einem Messer geschnitten, ich habe es nicht rechtzeitig geschafft mich hinzusetzen, deshalb bin ich ohnmächtig geworden und böse gestürzt... Z. T. müssen mich auch mehrere Menschen festhalten, weil einer allein nicht die Kraft dazu hat...

    @Jürgen: du schreibst von diesem vollautomatischen Pen. Hast du da irgendwas gespürt, beim Spritzen? Wenn ja, mit was war das vergleichbar?

    Bei Insulinpumpe und Sensor gäbe es halt die Möglichkeit, dass ich die Stellen vorher mit einer speziellen Betäubungssalbe eincreme. Damit ich fast nichts spüre. Nehme ich auch für Blutabnahmen/Infusionen. Damit wäre es einfacher, aber ich könnte mich trotzdem nicht selbst spritzen, aber es wahrscheinlich besser/eher zulassen, wenn mich jemand spritzt. Weil ich lasse ja nicht einmal zu, dass mir jemand mit einer Nadel nahe kommt. Die Creme darf man aber nicht täglich nehmen, also nichts für tägliche Insulininjektion per Pen. Und für die blutige BZ-Messung scheitet sie auch komplett aus, weil da angeblich auch kein Blut rauskommen würde am Finger, da dadurch die Durchblutung herabgesetzt wird.