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Angst vor Spritzen überwinden

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    Mitglied seit: 05.06.2020
    am 15.06.2020 19:22:07 | IP (Hash): 1118885687
    Hallo,

    seit 3 Wochen muss ich für mich selber 4 mal am Tag spritzen.
    Ich schaff es einfach nicht meine Angst dauerhaft zu überwinden.
    Für jede Spritze benötige ich mindestens 15 min mental Überwindungszeit.
    Im Krankenhaus hatte ich so Sicherheitskanülen, wo ich die Spritze selber nicht sah.
    Mit denen lief es super, mit den normalen 0,25 mm x 5 mm Spritzen, die ich mir selber in den Bauch einführen muss haperts. Mein Arzt meinte, die Krankenkassen, wrden wegen Kosten solche Sicherheitskanülen nicht bezahlen für Privatpersonen.
    Schon als Kind hatte ich Probleme bei Ärzten damit. Ich aber dort einfach weggeschaut.
    Nun muss ich mich aktiv selber spritzen.

    Hat ihr irgendwelche Tipps?
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    am 15.06.2020 20:15:36 | IP (Hash): 1266447864
    Hallo,

    ich habe selbst eine extremste Nadelphobie und wahrscheinlich alles getestet, was es so gibt momentan.

    Bei den Autocover oder Sicherheitskanülen gibt es einfach zwei Vorgehensweisen:
    - Variante A) du redest mit dem Arzt. Er verschreibt dir Pennadeln, wenn du dann die Autocover Nadeln möchtest, musst du den Mehrbetrag zu normalen Pennadeln selbst zahlen. Sind pro Packung ca. 10€.
    - Variante B) du hast eine psychologisch/psychiatrisch bestätigte Nadelphobie, dann bekommst du die Autocover-Nadeln ohne Probleme auf Kassenrezept und musst den Referenzbetrag nicht zahlen.

    Bei Variante A könntest du ja nach und nach immer mehr auf normale Nadeln umswitchen. Vielleicht, dass du, wenn du ein Lieblingsgericht isst, die normalen Nadeln verwendest und als Belohnung dein Lieblingsessen bekommst, dann vllt bei jeder Mahlzeit normale Nadeln und nur für die Basaldosis Autocover-Nadeln und irgendwann brauchst du auch gar keine AutocoverNadeln mehr.
    Viele gewöhnen sich mit der Zeit ans Spritzen.

    Für richtig heftige Phobiker (wie ich es bin) helfen die Nadeln allerdings kaum...
    15 min ist ja auch noch gar nicht so viel ;) Ich habe meist mehr als 1 Stunde pro Injektion gebraucht. Nicht tief genug gestochen, zu früh rausgezogen.. Das Insulin landete selten dort, wo es hingehörte.
    Mittlerweile habe ich meine Insulinpumpe und bin sowas von happy. Einstellungstechnisch gibt es zwar Probleme, aber sonst, keine Nadeln mehr ständig, das ist für mich das allerallerbeste. Ich habe allerdings auch eine extrem stark ausgeprägte Nadelphobie.

    Was mir immer beim Kathetersetzen hilft, eine Hautfalte machen und dann mit den Fingernägeln in die Haut ganz fest zwicken. Dann merkt man deutlich weniger vom Stich. Zudem nicht hinschauen, sondern ein Lied singen oder ein Video schauen. Kann man auch alles beim Spritzen mit Pen versuchen.

    Mir wurde mal der Tipp gegeben einen flachen Stein in den Kühlschrank zu legen und dann diesem vor dem Spritzen auf die Stelle zu legen. Damit würde die Stelle betäubt werden. Das habe ich aber nie ausprobiert.

    LG
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    am 15.06.2020 20:48:02 | IP (Hash): 1358455158
    So lange ich ne Falte/Wulst gebildet und darein gepiekst hab, hat mich das immer Überwindung gekostet. Dann hat mir ne resolute Arzthelferin geraten, mir den Pen ganz ohne Falte "einfach" mit etwas Schwung in's Fell zu jagen. "Wenn's piekt, ist er doch schon drin," war ihre anleitende Begründung. Und ist seitdem meine gute Erfahrung. Und wenn man die Dosis rausgedrückt hat, soll man ja eh erst bis 10 zählen, bevor man die Nadel wieder raus zieht. Also tropft da auch allenfalls marginal Insulin nach. Wenn ich heute ein Kind an das Spritzen heranführen müsste, würde ich bei ebay 20 Euronen in son wiederverwendbaren Autocover namens Diaspider investieren. Die Werbung, dass dadurch tatsächlich weniger Gefühl durch das Loch im Fell entsteht, ist natürlich Quatsch. Aber die Nadel ist halt damit nicht so einfach zu sehen, und wer Angst hat, dass er mit zu viel Schwung auf der anderen Seite gleich wieder raus kommt, hat damit ja dann auch eine Farbenfrohe Durchschussbremse ;)

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    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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    am 15.06.2020 21:09:52 | IP (Hash): 1118885687
    hjt_Jürgen schrieb:
    Wenn ich heute ein Kind an das Spritzen heranführen müsste, würde ich bei ebay 20 Euronen in son wiederverwendbaren Autocover namens Diaspider investieren. Die Werbung, dass dadurch tatsächlich weniger Gefühl durch das Loch im Fell entsteht, ist natürlich Quatsch. Aber die Nadel ist halt damit nicht so einfach zu sehen, und wer Angst hat, dass er mit zu viel Schwung auf der



    Vielen Dank für diesen Tipp,
    Der Schmerz ist für mich nicht das Problem. Wenn die Nadel drinne ist ist sie drinne.
    Es ist bei mir das aktive zusehen, wie die Nadel ins Fleisch eindringt.
    Beim Blutabnehmen, bei Krankenhausserien / Filmen etz. muss ich immer wegsehen, wenn sowas kommt.
    Der kleine Pickser ist schnell vergessen.
    Ich werde mir soein Teil besorgen.
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    am 16.06.2020 20:54:50 | IP (Hash): 1966406005
    Ich habe heute meine Angst nicht überwinden können und hab seit heut morgen, nur einen Apfel, eine Scheibe Kochschinken und viele Mandeln gegessen.

    Aktuell hab ich ein Blutzuckerwert von 110
    Morgen wollte ich zu meinem Hausarzt gehen und um eine andere Therepie bitten.
    Wie würde sich mein Blutzucker verändern wenn ich ohne zu spritzen ein
    Mehrkornbrötchen mit Käse, Schinken und Butter essen würde?
    Würde ich morgen mit 400 aufwachen ?
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    am 16.06.2020 21:23:48 | IP (Hash): 1089076249
    Heute wäre interessant gewesen, was Du um ne Stunde nach dem Apfel gemessen hättest. Wenn Du morgen das Brötchen isst, wird interessant sein, was Du um ne Stunde nach dem Brötchen messen wirst. Wir haben alle keine Glaskugel, in der wir das sehen könnten, Dein Dok übrigens auch nicht.

    Aber die "Menge" heute war schon ein guter Einstieg. Warum probierst Du nicht einfach, Deinen Diabetes in die Remission zu schicken wie hier https://www.endocrineweb.com/news/diabetes/58738-12-weeks-strict-liquid-diet-program-reverses-diabetes Keine Heilung, aber gesunder Blutzucker ohne Medis und so lange völlig unauffällig im Hintergrund, wie Du ihn nicht mit Essen, das ihm besonders gut schmeckt, wieder in den Vordergrund holst?

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    am 16.06.2020 21:28:22 | IP (Hash): 1266447864
    Hast du Typ 1 oder Typ2?

    Wenn du nicht spritzt und Typ1 hast, landest du innerhalb weniger Tage im Krankenhaus.
    Du musst dir sagen, entweder spritzen und essen oder nichts essen bzw. halt nur kohlenhydratfreie Dinge, wie Mandeln, Schinken, Salami, Käse, kleinere Mengen Gemüse. Ein Apfel hat Kohlenhydrate.

    Welche andere Therapie soll das in deinen Augen sein? Bei Typ1 bleibt nur Insulin.
    Auch bei Typ2 ist fraglich, wenn man bereits spritzt, ob man dann einfach auf Tabletten umsteigen kann.

    Hast du jemanden, der dich erstmal spritzen kann?
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    am 16.06.2020 21:38:04 | IP (Hash): 1966406005
    Danke, Ich habe bevor ich Diabetis Typ 1 diagnostiziert bekommen habe lange Zeit stark abgenommen, aktuell 66,1 kg auf 1,80 m und möchte mein Körpergewicht ungern durch eine Diät weiter senken.

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    am 16.06.2020 21:40:06 | IP (Hash): 1966406005
    Es muss doch eine Art psychotherapeutsche Behandlung für Nadel / Spritzenangst doch geben?

    Nein ich wohn allein.
    Bearbeitet von User am 16.06.2020 21:46:01. Grund: Habe die Frage, ob mich jm. spritzen könnte überlesen.
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    am 16.06.2020 21:55:14 | IP (Hash): 1089076249
    Sorry, T1 hatte ich nicht auf dem Schirm. Dafür ist allerdings die Behandlung allein mit Basal auch nicht ansatzweise optimal. Klar solltest Du Hilfe zur Behandlung Deiner Nadelphobie suchen. Aber gegenüber Deinem Diabetologen musst Du dich schon auf Deine Hinterbeine stellen und den massiv dazu bewegen, dass er Dir z.B. zu ner Pumpe verhilft, wie Julie eine nutzt.

    Aber noch mal zurück zum Abnehmen? Was hast Du denn in der Zeit für BZ-Werte gemessen?

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