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Angst vor Spritzen überwinden
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am 15.06.2020 19:22:07 | IP (Hash): 1118885687
Hallo,
seit 3 Wochen muss ich für mich selber 4 mal am Tag spritzen.
Ich schaff es einfach nicht meine Angst dauerhaft zu überwinden.
Für jede Spritze benötige ich mindestens 15 min mental Überwindungszeit.
Im Krankenhaus hatte ich so Sicherheitskanülen, wo ich die Spritze selber nicht sah.
Mit denen lief es super, mit den normalen 0,25 mm x 5 mm Spritzen, die ich mir selber in den Bauch einführen muss haperts. Mein Arzt meinte, die Krankenkassen, wrden wegen Kosten solche Sicherheitskanülen nicht bezahlen für Privatpersonen.
Schon als Kind hatte ich Probleme bei Ärzten damit. Ich aber dort einfach weggeschaut.
Nun muss ich mich aktiv selber spritzen.
Hat ihr irgendwelche Tipps?
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am 15.06.2020 20:15:36 | IP (Hash): 1266447864
Hallo,
ich habe selbst eine extremste Nadelphobie und wahrscheinlich alles getestet, was es so gibt momentan.
Bei den Autocover oder Sicherheitskanülen gibt es einfach zwei Vorgehensweisen:
- Variante A) du redest mit dem Arzt. Er verschreibt dir Pennadeln, wenn du dann die Autocover Nadeln möchtest, musst du den Mehrbetrag zu normalen Pennadeln selbst zahlen. Sind pro Packung ca. 10€.
- Variante B) du hast eine psychologisch/psychiatrisch bestätigte Nadelphobie, dann bekommst du die Autocover-Nadeln ohne Probleme auf Kassenrezept und musst den Referenzbetrag nicht zahlen.
Bei Variante A könntest du ja nach und nach immer mehr auf normale Nadeln umswitchen. Vielleicht, dass du, wenn du ein Lieblingsgericht isst, die normalen Nadeln verwendest und als Belohnung dein Lieblingsessen bekommst, dann vllt bei jeder Mahlzeit normale Nadeln und nur für die Basaldosis Autocover-Nadeln und irgendwann brauchst du auch gar keine AutocoverNadeln mehr.
Viele gewöhnen sich mit der Zeit ans Spritzen.
Für richtig heftige Phobiker (wie ich es bin) helfen die Nadeln allerdings kaum...
15 min ist ja auch noch gar nicht so viel ;) Ich habe meist mehr als 1 Stunde pro Injektion gebraucht. Nicht tief genug gestochen, zu früh rausgezogen.. Das Insulin landete selten dort, wo es hingehörte.
Mittlerweile habe ich meine Insulinpumpe und bin sowas von happy. Einstellungstechnisch gibt es zwar Probleme, aber sonst, keine Nadeln mehr ständig, das ist für mich das allerallerbeste. Ich habe allerdings auch eine extrem stark ausgeprägte Nadelphobie.
Was mir immer beim Kathetersetzen hilft, eine Hautfalte machen und dann mit den Fingernägeln in die Haut ganz fest zwicken. Dann merkt man deutlich weniger vom Stich. Zudem nicht hinschauen, sondern ein Lied singen oder ein Video schauen. Kann man auch alles beim Spritzen mit Pen versuchen.
Mir wurde mal der Tipp gegeben einen flachen Stein in den Kühlschrank zu legen und dann diesem vor dem Spritzen auf die Stelle zu legen. Damit würde die Stelle betäubt werden. Das habe ich aber nie ausprobiert.
LG1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 15.06.2020 20:48:02 | IP (Hash): 1358455158
So lange ich ne Falte/Wulst gebildet und darein gepiekst hab, hat mich das immer Überwindung gekostet. Dann hat mir ne resolute Arzthelferin geraten, mir den Pen ganz ohne Falte "einfach" mit etwas Schwung in's Fell zu jagen. "Wenn's piekt, ist er doch schon drin," war ihre anleitende Begründung. Und ist seitdem meine gute Erfahrung. Und wenn man die Dosis rausgedrückt hat, soll man ja eh erst bis 10 zählen, bevor man die Nadel wieder raus zieht. Also tropft da auch allenfalls marginal Insulin nach. Wenn ich heute ein Kind an das Spritzen heranführen müsste, würde ich bei ebay 20 Euronen in son wiederverwendbaren Autocover namens Diaspider investieren. Die Werbung, dass dadurch tatsächlich weniger Gefühl durch das Loch im Fell entsteht, ist natürlich Quatsch. Aber die Nadel ist halt damit nicht so einfach zu sehen, und wer Angst hat, dass er mit zu viel Schwung auf der anderen Seite gleich wieder raus kommt, hat damit ja dann auch eine Farbenfrohe Durchschussbremse ;)
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Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 15.06.2020 21:09:52 | IP (Hash): 1118885687
hjt_Jürgen schrieb:
Wenn ich heute ein Kind an das Spritzen heranführen müsste, würde ich bei ebay 20 Euronen in son wiederverwendbaren Autocover namens Diaspider investieren. Die Werbung, dass dadurch tatsächlich weniger Gefühl durch das Loch im Fell entsteht, ist natürlich Quatsch. Aber die Nadel ist halt damit nicht so einfach zu sehen, und wer Angst hat, dass er mit zu viel Schwung auf der
Vielen Dank für diesen Tipp,
Der Schmerz ist für mich nicht das Problem. Wenn die Nadel drinne ist ist sie drinne.
Es ist bei mir das aktive zusehen, wie die Nadel ins Fleisch eindringt.
Beim Blutabnehmen, bei Krankenhausserien / Filmen etz. muss ich immer wegsehen, wenn sowas kommt.
Der kleine Pickser ist schnell vergessen.
Ich werde mir soein Teil besorgen. -
am 16.06.2020 20:54:50 | IP (Hash): 1966406005
Ich habe heute meine Angst nicht überwinden können und hab seit heut morgen, nur einen Apfel, eine Scheibe Kochschinken und viele Mandeln gegessen.
Aktuell hab ich ein Blutzuckerwert von 110
Morgen wollte ich zu meinem Hausarzt gehen und um eine andere Therepie bitten.
Wie würde sich mein Blutzucker verändern wenn ich ohne zu spritzen ein
Mehrkornbrötchen mit Käse, Schinken und Butter essen würde?
Würde ich morgen mit 400 aufwachen ? -
am 16.06.2020 21:23:48 | IP (Hash): 1089076249
Heute wäre interessant gewesen, was Du um ne Stunde nach dem Apfel gemessen hättest. Wenn Du morgen das Brötchen isst, wird interessant sein, was Du um ne Stunde nach dem Brötchen messen wirst. Wir haben alle keine Glaskugel, in der wir das sehen könnten, Dein Dok übrigens auch nicht.
Aber die "Menge" heute war schon ein guter Einstieg. Warum probierst Du nicht einfach, Deinen Diabetes in die Remission zu schicken wie hier https://www.endocrineweb.com/news/diabetes/58738-12-weeks-strict-liquid-diet-program-reverses-diabetes Keine Heilung, aber gesunder Blutzucker ohne Medis und so lange völlig unauffällig im Hintergrund, wie Du ihn nicht mit Essen, das ihm besonders gut schmeckt, wieder in den Vordergrund holst?
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am 16.06.2020 21:28:22 | IP (Hash): 1266447864
Hast du Typ 1 oder Typ2?
Wenn du nicht spritzt und Typ1 hast, landest du innerhalb weniger Tage im Krankenhaus.
Du musst dir sagen, entweder spritzen und essen oder nichts essen bzw. halt nur kohlenhydratfreie Dinge, wie Mandeln, Schinken, Salami, Käse, kleinere Mengen Gemüse. Ein Apfel hat Kohlenhydrate.
Welche andere Therapie soll das in deinen Augen sein? Bei Typ1 bleibt nur Insulin.
Auch bei Typ2 ist fraglich, wenn man bereits spritzt, ob man dann einfach auf Tabletten umsteigen kann.
Hast du jemanden, der dich erstmal spritzen kann?
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am 16.06.2020 21:38:04 | IP (Hash): 1966406005
Danke, Ich habe bevor ich Diabetis Typ 1 diagnostiziert bekommen habe lange Zeit stark abgenommen, aktuell 66,1 kg auf 1,80 m und möchte mein Körpergewicht ungern durch eine Diät weiter senken.
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am 16.06.2020 21:40:06 | IP (Hash): 1966406005
Es muss doch eine Art psychotherapeutsche Behandlung für Nadel / Spritzenangst doch geben?
Nein ich wohn allein.
Bearbeitet von User am 16.06.2020 21:46:01. Grund: Habe die Frage, ob mich jm. spritzen könnte überlesen. -
am 16.06.2020 21:55:14 | IP (Hash): 1089076249
Sorry, T1 hatte ich nicht auf dem Schirm. Dafür ist allerdings die Behandlung allein mit Basal auch nicht ansatzweise optimal. Klar solltest Du Hilfe zur Behandlung Deiner Nadelphobie suchen. Aber gegenüber Deinem Diabetologen musst Du dich schon auf Deine Hinterbeine stellen und den massiv dazu bewegen, dass er Dir z.B. zu ner Pumpe verhilft, wie Julie eine nutzt.
Aber noch mal zurück zum Abnehmen? Was hast Du denn in der Zeit für BZ-Werte gemessen?
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am 16.06.2020 21:57:57 | IP (Hash): 1966406005
Heute morgen um 7 Uhr 111
gegen 12.45 Uhr 117
gegen 19.00 Uhr 103 -
am 16.06.2020 21:59:48 | IP (Hash): 1266447864
Fühl dich mal ganz fest virtuell umarmt.
Wichtig ist, dass du unbedingt dein Langzeitinsulin wie gewohnt spritzt. Das ist ganz ganz wichtig. Vielleicht hilft es dir, in eine Stelle zu spritzen, die du nicht so siehst, z.B. oberer Po-Bereich, da musst du dich nur etwas verrenken. Und wirklich nichts KH-haltiges mehr essen, solange du kein Mahlzeiteninsulin spritzt.
Ein Tag hungern bringt dich jetzt definitiv nicht um. Aber eine Ketoazidose kann heftig ausgehen.
Und schau bitte wirklich, dass du morgen unbedingt zum Arzt gehst.
Wenn dir die Autocovernadeln helfen würden, dann musst du halt erstmal die Mehrkosten selbst zahlen, wie ich dir erklärt habe. So kann es ja nicht weitergehen...
Ja, es gibt eine psychotherapeutische Behandlung bei Nadelphobie. Am besten ist hierfür eine Verhaltenstherapie geeignet. Jedoch nehmen viele Therapeuten durch die Corona-Krise momentan keine Neupatienten auf. Zudem liegt die durchschnittliche Wartezeit (außerhalb von Corona) auf einen Therapieplatz bei ca. 3 Monaten.. Notfallsprechstunden finden schneller statt, aber das sind max. 3 Stück, soweit ich das weiß.
Vllt wäre es möglich in einer psychiatrischen Ambulanz einer Klinik schneller Hilfe zu bekommen.
LG
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am 16.06.2020 22:05:42 | IP (Hash): 1266447864
hjt_Jürgen schrieb:
Sorry, T1 hatte ich nicht auf dem Schirm. Dafür ist allerdings die Behandlung allein mit Basal auch nicht ansatzweise optimal. Klar solltest Du Hilfe zur Behandlung Deiner Nadelphobie suchen. Aber gegenüber Deinem Diabetologen musst Du dich schon auf Deine Hinterbeine stellen und den massiv dazu bewegen, dass er Dir z.B. zu ner Pumpe verhilft, wie Julie eine nutzt.
Der Threadersteller spritzt 4 Mal täglich. Das kann nicht nur Basalinsulin sein.
Eine Pumpe kann erst verordnet werden, wenn man min. 6 Monaten eine ICT (Basal-Bolus-Therapie) durchgeführt hat und diese beherrscht. Es sei denn, man ist unter 3 oder 6 Jahre alt, dann gibt es sofort eine Pumpe. Das ist hier ja nicht der Fall.
Im Falle eines Pumpenausfalls muss jederzeit auf ICT ausgewichen werden..
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am 16.06.2020 22:08:47 | IP (Hash): 1089076249
GANZ WICHTIG: ÜBERALL, wo Du außer bei Deinem behandelnden Arzt um Hilfe anfragst, nimm bitte nen Nachweis für Diagnose T1 mit. Denn die glaubt Dir mit Deinen BZ-Werten sonst kein Mensch. Daumendrück!
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am 16.06.2020 22:10:08 | IP (Hash): 1266447864
Noch ein Tipp: ich habe damals anfangs an Obst das Spritzen geübt. Bevor ich mich getraut habe, mich selbst zu spritzen.
Vllt hast du irgendeinen Apfel, Zitrone, etc. da und dann spritzt du jetzt einfach mehrfach das Obst (dafür kannst du ruhig die ganze Zeit die gleiche Nadel hernehmen). Und dann nachdem du mehrfach das Obst gespritzt hast, wechselst du die Nadel und dann spritzt du dich einmal mit dem Insulin.
Vllt hilft dir das jetzt, dich wieder zu überwinden. Die letzten Tage hast du es ja auch hinbekommen.
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am 16.06.2020 22:15:50 | IP (Hash): 1966406005
Dabei spritze ich mir schon seit 3 Wochen selber.
Aber mit zunehmender dauer nimm meine Angst immer mehr zu.
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am 17.06.2020 23:45:08 | IP (Hash): 1266447864
Und hast du beim Arzt was erreicht?
Funktioniert es jetzt mit Spritzen oder was machst du jetzt?
LG -
am 18.06.2020 12:39:12 | IP (Hash): 1547518825
Gestern bekam ich noch einen sehr kurzfristigen Termin bei meinem Hausarzt, der hausinterne Diabetologe bei dem ich sonst bin bei Diabetis-Angelegenheiten ist in Urlaub.
Die Ärztin hat auf mein Anliegen mir Sicherheitsnadeln / Kanülen (darf man hier Produkte verlinken oder ist sowas als Werbung verboten? ) verschrieben, welche ich bei einer Apotheke sofort bekam.
Diese sind wie so eine Art Rohr das man auf die Haut setzt. Nach einem kleinen Druck schießt die Nadel, ohne das man das genau sieht in den Bauch / Oberschenkel. Man hört nur ein kleinen Klick, das die Nadel nun drinne ist und halt den kleinen Picks. Zudem ist durch die größere Aufsetzfläche als bei einer normalen Nadel auch das Risiko schräg ins Fleich zu gehen geringer.
Insgesamt sind diese Nadeln für mich eine immens größe Erleichterung. (nur musste ich statt 3 Euro pro 100 Stück Eigenanteil nun 5,20 Euro bezahlen, aber diese 30 Euro Mehrkosten pro Jahr wäre es mir eindeutig wert)
Ansonsten hat mir die Ärztin geraten, mir über die Nummer 116117 einen Termin bei einer Psychologin zu holen, um über meine Spritzenangst hinwegzukommen, mit einem Dringlichkeitscode.
Zufälligerweise bekam ich direkt für heute Nachmittag ersten Termin, also noch keine richtige Therapie oder so, eher einen ersten Beratungstermin.
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am 18.06.2020 15:23:11 | IP (Hash): 1552659776
SUPER! Daumendrück :)
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am 18.06.2020 16:05:31 | IP (Hash): 1266447864
Hey,
das klingt ja echt gut.
Hast du die Autocover Nadeln von Mylife oder von BD oder von NovoFine?
Die von Mylife sind die kleinsten, 5mm, geringster Durchmesser, jedoch lösen diese erst sehr spät aus bzw. benötigst du ziemlich viel Druck zum Auslösen.
Die von BD sind ein klein wenig dicker vom Durchmesser, auch 5mm, aber lösen schneller aus. Hatte erst die von Mylife, dann die von BD. Fand persönlich die von BD besser.
Die von NovoFine gibt es nur in 8 mm, deshalb habe ich diese nicht ausprobiert.
Das mit dem Termin beim Psychologen ist so eine Notfallsprechstunde, wie ich sie dir ja schon erzählt habe. Vllt hilft dir das schon. Häufig kann eine Nadelphobie in wenigen Sitzungen behandelt werden, zudem kann dir der Therapeut sicher helfen, wie es weitergeht. Wo könntest du schnell einen Therapieplatz bekommen, welche Tipps gibt es bis dahin, Ansprechpartner, ...
Der Ablauf bei einer normalen Verhaltenstherapie sieht dann so aus:
Bevor man eine reguläre Therapie macht, bekommt man erstmal 3 Sprechstunden, wo geschaut wird, ob überhaupt ein Bedarf an einer Therapie besteht. (Wenn du erst die Notfallsprechstunden hattest, werden diese Sprechstunden vllt entfallen) Dann folgen 4 Probesitzungen, wo erste Ziele erarbeitet werden und geschaut wird, ob die Chemie zwischen Therapeut und Patient stimmt. Das ist ganz wichtig, wenn die Chemie nicht stimmt, dann bringt die ganze Therapie nichts. Du kannst nach den Sprechstunden und auch während den Probesitzungen jederzeit den Therapeuten wechseln, dafür gibt es diese Probesitzungen.
Und dann wird die erste Kurzzeittherapie beantragt, 12 Stunden bei Verhaltenstherapie, das kann man theoretisch bei Bedarf nochmal verlängern um 12 Stunden. Und dann kann man Langzeittherapie beantragen, das sind dann 60 Stunden, wobei die 24 Stunden angerechnet werden, also somit "nur" 36 Stunden, da muss dann ein psychologisches Gutachten erstellt werden, warum eine weitere Therapie notwendig ist. Sobald die erste Kurzzeittherapie beantragt wurde, ist ein Therapeutenwechsel schwierig - jedoch nicht unmöglich, habe ich erst vor einem Jahr durchgezogen.
Wobei du mit einer eher "leichter" ausgeprägten Nadelphobie gute Chancen hast, dass das ganze mit wenigen Therapiestunden in den Griff zu bekommen ist. Ich bin schon seit fast 2 Jahren in Therapie, weil bei mir das ganze ziemlich verfahren und kompliziert ist, die Chemie mit der ersten Therapeutin stimmte auch nicht..
Aber im Schnitt sagen viele Info-Seiten, dass eine Nadelphobie innerhalb der ersten Kurzzeittherapie i.d.R. in den Griff zu bekommen ist.
Du kannst mir gerne auch über PN schreiben.
Wenn du magst, würde ich mich freuen, wenn du berichtest, wie es weitergeht bei dir.
LG July1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 18.06.2020 16:54:44 | IP (Hash): 336100519
Mir wurden Nadeln von BD mit 5mm verschrieben, bei der Apotheke gabs nur welche mit 8mm.
Ich habe bisher keinen großen Unterschied gemerkt zu den normalen 5mm Nadeln.
Ich war eben bei diesem Notfalltermin.
Ich habe dem Psychologen von dem Nadel Problem erzählt, aber auch dass ich mit den Sicherheitsnadeln gut zurecht komme seit gestern. Wir haben abgeklärt, dass ich mich nächste Woche nochmal bei dem melde und falls ich noch Probleme bekommen sollte mit dem Spritzen, würde ich eine Bescheinigung bekommen für eine richige Therapie, bzw. irgendwo würde ich unter Aufsicht spritzen üben.
Ansonten konnte die Person mir nicht wirklich helfen, er könnte sich z.B. selber auch keine Spritze setzen.
Sie sagte mir auf Frage, ob die Krankenkasse diese Sicherheitsnadeln auf Dauer mir bezahlen würden (neben den Eigenanteil von 5,50? Euro), davon würde sie ausgehen. Eine Therapie oder Krankenhausaufenthalte seien teurer als die Mehrkosten für paar Nadeln. Habt ihr da Erfahrungen? -
am 18.06.2020 18:14:42 | IP (Hash): 1266447864
Gut, wenn du damit klarkommst, ist es kein Problem, ob jetzt 5mm oder 8 mm. Mir sind z.T. schon die 5mm Nadeln eigentlich fast zu lang gewesen, spritzt allerdings auch nur in den Oberschenkel.
Zu deinem Termin, was soll ich sagen, ähnliche Erfahrungen habe ich auch gemacht. Mit Nadelphobie ist es schwer einen guten Therapeuten zu finden, der sich auskennt.. Ist leider so...
Meine Therapeutin hat mir als ich dann spritzen musste, nicht klar kam und schon seit über 1 Jahr in Therapie war und echt auf Hilfe gehofft habe, nur gesagt, "sie kann mir damit nicht helfen, sie kennt sich damit nicht aus". Ja, dann stand ich dumm da..
Ich würde schon schauen, dass du irgendwo unter Aufsicht wirklich das Spritzen üben kannst. Eine Phobie verstärkt sich z.T. mit der Zeit, es ist wichtig, du wirst dein Leben lang mit Nadeln zu tun haben, dass du wirklich schaust, dass du die Phobie bekämpfst.
Was ist, wenn mal die AutocoverNadeln nicht lieferbar sind. Lieferprobleme kommen leider immer mal wieder vor, bei allen Diabetesmaterial kann das passieren..
Oder wenn du mal die Nadeln vergisst, z.B. im Urlaub oder dir die Nadeln ausgehen, weil du mehr spritzen musst und schnell mal wo welche kaufen musst und dort gibt es keine Autocover-Nadeln auf die Schnelle..
Du umziehst und die neue Praxis die Notwendigkeit nicht anerkennt..
Du machst dich damit halt total abhängig, ich merke das ja auch bei mir. Das ist überhaupt nicht gut. Deshalb würde ich dir echt empfehlen zu schauen, dass du wirklich an deiner Phobie arbeitest.
Es gibt auch spezielle auf Diabetes spezialisierte Psychotherapeuten. Aber die sind sehr selten. Ob es jemanden in deiner Nähe gibt, müsstest du mal schauen. Hier kannst du danach suchen: https://www.diabetes-psychologie.de/Psychotherapeutensuche
Ich bin jetzt auch zu so einem Therapeuten gewechselt, das ist einfach was anderes. In der Therapie wird jetzt viel mehr ein Fokus auf meinen Diabetes gelegt, wie geht es mir damit. Wie sind die Werte, bin ich momentan zufrieden, wie klappt das Kathetersetzen. Welche Tipps gibt es hierfür...
Leider gibt es halt nicht überall solche Therapeuten, aber wenn es irgendwo bei dir einen gibt, würde ich dir echt empfehlen, mal dort nachzufragen. Viele kennen sich auch untereinander (wenn es laut Liste niemanden direkt in der Nähe gibt) und es gibt auch hin und wieder Therapeuten, die zwar nicht diese spezielle Fortbildung gemacht haben, aber sich auch super mit Diabetes auskennen, da sie in einer Diabetes-Klinik jahrelang gearbeitet haben. Die tauchen dann aber auf dieser Liste nicht auf, darum nachfragen.
Ich nehme hierfür auch 1,5 Stunden Fahrtweg einfach in Kauf, aber das ist es echt wert.
Zu der Dauerverordnung von den Sicherheitsnadeln, die Krankenkasse ist nicht das Problem, sondern die Kassenärztliche Vereinigung. Wenn mal auffällt, dass der Arzt zu viel verordnet, dann kann er in Regress genommen werden. Und da würden diese Sicherheitsnadeln - als nicht unbedingt notwendig - sicher auch darunterfallen. Wenn jetzt keine psychologisch bestätigte Nadelphobie bei dir vorliegt und er somit nicht die Notwendigkeit dieser Sicherheitsnadeln bei dir begründen kann, muss er ggf. die Kosten aus eigener Tasche zahlen. Und es kann schon sein, dass eine Praxis allein aus Angst vor einem Regress irgendwann sagt, nein, du musst es jetzt so hinbekommen mit normalen Nadeln.. Muss natürlich nicht soweit kommen, aber wer kann in die Zukunft sehen..
Manche Praxen sind da sehr schwierig, insb. wenn sie bereits einmal mit Regress Erfahrung gemacht haben. Bspw. meine Diabetes-Praxis passt extrem bei der Verordnung von Teststreifen auf, weil sie eben schonmal deswegen in Regress genommen wurden..
Alles Gute1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 18.06.2020 22:28:26 | IP (Hash): 1177853676
Das mit der Abhängigkeit war mir noch nicht so bewusst.
Aber da ist irgendwie ein Fehler im System.
Nach meiner Diagnose kam ich sofort ins Krankenhaus. Dort wurde ich mit diesen Sicherheitsnadeln behandelt und mir das Spritzen beigebracht. Und als ich entlassen wurde bekam ich normale Nadeln, die ich vorher nie verwendet habe und würde damit alleingelassen. Jm. ins kalte Wasset zu schmeißen kann in vielen Bereichen funktionieren, sollte aber bei lebensnotwendigen Dingen auf keinen Fall stattfinden.
Angenommen ich finde keinen guten Therapeuten, mir würden die Sicherheitsnadeln nicht mehr verschrieben werden und ich könnte meine Angst vor den normalen Nadeln nicht selber überwinden. Dann wäre der nächste Krankenhausaufenthalt vorprogrammiert. Und der wäre 10 mal so teuer wie die Mehrkosten für die Sicherheitsnadeln für 10 Jahre....
Sry für den kleinen Rant. -
am 18.06.2020 22:50:39 | IP (Hash): 1266447864
Da hast du Recht. Das Krankenhaus hätte dir das Spritzen mit normalen Nadeln beibringen müssen.
Wenn du erstmal keinen Therapeuten findest, kannst du vielleicht auch in deiner Diabetespraxis mit deiner Diabetesberaterin etwas üben. Wenn du mehrfach hintereinander mit den normalen Nadeln gespritzt hast in ihrem Beisein, vllt schaffst du es ja dann auch allein.
Aber langfristig wirst du sicher einen Therapeuten finden. Ich habe mir damals alle Verhaltenstherapeuten in der Umgebung aufgeschrieben mit Telefonnr. und dann jede Praxis angerufen. Auf den Zettel habe ich dann auch geschrieben, was sie gemeint haben, z.B. man soll sich in einem Monat nochmal melden, oder in zwei Monaten. Und dann nach dieser Zeit habe ich wieder angerufen. Das ist ganz wichtig, damit die merken, dass es dir wichtig ist. Dann hatte ich insg. 4 Sprechstunden bei verschiedenen Therapeuten (innerhalb eines Monates) und habe dann entschieden, zu wem ich gehe. Am Telefon hatte ich auch gleich gesagt, worum es bei mir geht.
Für Nadelphobie ist am erfolgreichsten eine Konfrontationstherapie im Rahmen einer Verhaltenstherapie. Das bieten insb. viele Psychiatrie-Ambulanzen bzw. Institute für Psychotherapieausbildung an. Letztere sind Institute, wo Psychologen ihre praktische Psychotherapeutenausbildung machen, dafür brauchen sie auch echte Patienten. Die angehenden Therapeuten erhalten Supervision von einem erfahrenen Therapeuten.
Diese angehenden Therapeuten müssen für ihre Ausbildung eine Konfrontationstherapie mit einem Patienten durchführen, daher sind sie eher bereit dafür als niedergelassene Therapeuten.
LG -
am 19.06.2020 09:48:24 | IP (Hash): 1144081136
Hallo,
ich kann Dir das gut nachempfinden.
Ich bin selbst eine große Spritzenphobie.
Als ich für 22 Jahren die Diagnose Diabetes bekam ist auch gerade deswegen eine Welt
für mich zusammengebrochen.
Ich musste damals die ersten Tage noch mit Spritzen (statt Pen) das Spritzen lernen und habe da auch gesessen und nur geheult, weil ich einfach nicht spritzen konnte.
Ein Arzt hatte damals Verständnis mir aber auch gesagt:
".... entweder spritzen oder sterben". Das hört sich jetzt radikal an, war aber in einem sehr verständnisvollen Kontext ausgesprochen worden. Da hat es bei mir Klick gemacht.
Ich habe dann irgendwann zugestochen. Mir wurde am Anfang ständig schwindelig und ich konnte die Spritzstellen nicht wechseln, weil dann alles wieder von vorne losging. Mit der Zeit kam dann aber eine Routine auf. Aber selbst heute gibt es noch Momente, wo ich es nicht mit einer Selbstverständlichkeit mache.
Die Phobie ist deswegen aber nicht weg. Blutabnahme ist für mich immer noch ein Graus und bedeutet schlaflose Nächte, Tränen und Angst. Das hat sich nie geändert und da hat mir eine Routine auch nicht besonders geholfen.
Ich kann Dir vielleicht mit meinen Worten nicht helfen, aber dir zeigen, dass du nicht alleine bist damit.
Gruß Zockerin1971