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    am 04.11.2021 11:52:46 | IP (Hash): 1813138473
    Als ich im Mai 2020 die Diagnose Diabetes Typ 2 (+ erhöhte Triglyceridwerte + eine Schilddrüsenunterfunktion) bekam, war das für mich kein Schock. Doch war es schon, sollte es aber eigentlich nicht sein. 110 Kg Körpergewicht auf 165cm und das ganze Viszeralfett am Bauch konzentriert. Wenig Bewegung in Kombination mit viel Zucker, bestimmten mein junges (Ich bin heute 36 Jahre alt) Leben. Ich hätte es eigentlich besser wissen müssen, weil wir Diabetes Typ 2 usw. in der Familie haben. Es wären sogar Menschen aus meiner Familie im jungen Alter (~50) daran verreckt. Ich bin also genetisch vorbelastet. Mein Opa ist zwar deutlich über 90 Jahre alt geworden, aber nur, weil meine Oma ihn konsequent (restriktiv) ernährte.

    Mit der Diagnose, begann dann ein Umdenken in mir. Einige Wochen habe ich die Ratschläge meines Hausarztes befolgt, die aber - für mich - nicht Zielführend waren. 6 kleine Mahlzeiten am Tag waren einfach nicht mein Ding. Zu der Zeit, hatte ich dann das Intervallfasten für mich endtdeckt. Ich begann mit einer strengen dreitägigen Haferkur (mit abwiegen usw.) und fing im Anschluss direkt mit dem Intervallfasten (16 zu 8 Methode) an. Da ich 2x 1000mg Metformin nahm, habe ich das Intervallfasten später auf die 18 zu 6 Methode umgestellt, weil mir das besser passte und ich 2 Stunden länger fasten konnte. Es ging mir Zunehmend besser. Ich war fast jeden Tag spazieren (~4Km) und fleißig am Fasten. Hier und da gab es mal "kleine Belohnungen", aber ich machte enorme Fortschritte. Mein Körpergewicht ging runter und meine Blutwerte (Nüchternblutzucker und HBA1C1) verbesserten sich immer mehr. Leider bekam ich mit der Zeit mein tägliches Gemüse immer schwieriger runter. Ich konnte es am ende nicht einmal mehr schlucken. An dieser Stelle war ich schon seit Monaten am fasten.

    Da ich unbedingt Gemüse (z.B. Kaisergemüse) essen wollte (weil Gesund), experementiere ich etwas mit mir und stellte fest: Wenn ich es nach der OMAD-Methode (23 zu 1) mache, bekomme ich das Gemüse wieder runter. Also machte ich das eine Zeit lang und es gefiel mir gut. Meine Blutwerte waren so gut, dass der Arzt sagte, ich soll nur noch 1x 1000mg Metformin am Tag nehmen. Was er nicht wusste: Mit der OMAD-Methode habe ich immer nur 1x 1000mg Metformin genommen...

    Meine Bestwerte:
    Körpergewicht: 110 Kg zu 90 Kg (~20Kg in nicht einmal 1 Jahr)
    HBA1C1: 9,8% zu 5,2% (-4,6% in nicht einmal 1 Jahr)

    Ich habe mich dann im Juni 2021 gegen Corona impfen (Biontech) lassen und dann ging es Bergab mit mir. Ich bekam mein Arsch nicht mehr richtig hoch (spazieren) und war immer Müde und ausgelaugt. Dann wurde aus "mal gönnen", auch mal gerne etwas mehr gönnen. Kalter Kaffee hier, Schokolade da und natürlich viel Eiscreme und zack wog ich am 28.10.2021 wieder 105,1 Kg und fühle mich Elendig. Ich bin von mir selbst enttäuscht.

    Meine HBA1C1-Werte im Überblick:
    1.) 9,8% am 11.05.2020 (Tag der Diagnose)
    2.) 8,3% am 15.06,2020
    3.) 5,7% am 12.08.2020
    4.) 5,3% am 05.11.2020
    5.) 5,2% am 08.03.2021
    6.) 5,8% am 14.06.2021 (Ich bin wieder dem Zuckerteufel verfallen)
    7.) 6,1% am 29.10.2021 (Ich starte wieder durch)

    Seit dem 29.10.2021 bin ich wieder am fasten. Erst ein paar Tage mit der 18 zu 6 Methode (2x 1000mg Metformin) und seit dem 01.11.2021 wieder mit der 23 zu 1 (OMAD) Methode und 1x 1000mg Metformin. Mein Arzt weiss nicht, dass ich mir meine Dosierung selbst setze.

    Aktuell fühle ich mich wieder etwas besser. Ich verliere wieder Gewicht und versuche mich täglich zu bewegen, was aber wegen dem Wetter nicht immer klappt (Ja, ich bin aus Zucker).

    Hier mein aktueller Wochenplan:
    https://abload.de/img/screenshot68zok5m.png

    Ich habe folgende Erkenntnisse gewonnen:
    1.) Ich brauche Wochenpläne (Protokolle) um nicht die Kontrolle (über alles) zu verlieren
    2.) Ich mag zwar die 18 zu 6 Methode, aber dann bekomme ich zum Abendessen kein Gemüse runter
    3.) Süßigkeiten aller Art (auch kalter Kaffee) bremsen meinen Erfolg und machen mich Rückfällig

    Jetzt habe ich 2 Probleme:
    1.) Ich weiss nicht, ob mir aktuell 1x 1000mg Metformin reichen? Als ich damals von 2000mg auf 1000mg gewechselt hatte, waren meine Blutwerte und mein Körpergewicht deutlich besser als heute. Wenn ich jetzt aber 2000mg nehmen müsste, dann kann ich kein OMAD machen.
    2.) Der Zuckerteufel kreist den ganzen Tag über mein Haupt. Meine Gedanken drehen sich nur um Kohlenhydrate, Lebkuchen und Co. Ich weiss nicht, wie ich das abstellen könnte. Nichts will helfen.
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    am 04.11.2021 12:06:00 | IP (Hash): 363002244
    Hallo Diabetiko,

    hast du mal versucht, die 2000mg oder zumindest 1500mg auf einmal zu nehmen? Die Wirkung bei einer Einnahme unterscheidet sich nicht groß, bei den Nebenwirkungen könnte das aber passieren.

    Wenn du bei 18/6 6 Stunden nicht fastest, dann hättest du 2 Mahlzeiten und du könntest doch zu jeder dieser Mahlzeiten 1000mg nehmen. Vielleicht kommst du mit 18/6 auch ganz gut hin.

    Wenn das alles nicht klappt, dann kannst du aus meiner Sicht probeweise ruhig auf 1000mg pro Tag umsteigen. Wenn du dann beim nächsten Laborwert merkst, dass das nicht ausgereicht hat, dann ist in dieser Zeit nichts passiert, was du nicht rückgängig machen könntest. Metformin ist ein wertvolles Medikament, aber man sollte seine Wirkung nicht überschätzen.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.

    Bearbeitet von User am 04.11.2021 12:09:36. Grund: .
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    am 04.11.2021 12:16:16 | IP (Hash): 1274487900
    Hallo,

    den Zuckerteufel kannst du evtl. mit Bitterstoffen vertreiben.
    Es schmeckt zwar herb aber einen Versuch ist er wert. Außerdem ist es gesund.
    Bitterstoffe gibt es als Tee oder Tropfen.
    Früher waren z.B. im Gemüse viel mehr Bitterstoffe als heute.
    Wegen des herben Geschmacks wurden die dann weggezüchtet.
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    am 04.11.2021 12:17:02 | IP (Hash): 1813138473
    Das habe ich nicht ausprobiert.

    Bei der 18 zu 6 Methode, faste ich eigentlich 22 Stunden und esse 2 Stunden. Ich esse also nicht 6 Stunden.

    18 zu 6:
    00.00 Uhr bis 12.00 Uhr = Fasten
    12.00 Uhr bis 13.00 Uhr = 1. Mahlzeit + 1x 1000mg Metformin
    13.00 Uhr bis 18.00 Uhr = Fasten
    18.00 Uhr bis 19.00 Uhr = 2. Mahlzeit + 1x 1000mg Metformin
    19.00 Uhr bis 00.00 Uhr = Fasten

    23 zu 1:
    00.00 Uhr bis 18.00 Uhr = Fasten
    18.00 Uhr bis 19.00 Uhr = Mahlzeit + 1x 1000mg Metformin
    19.00 Uhr bis 00.00 Uhr = Fasten
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    am 05.11.2021 14:32:52 | IP (Hash): 1813138473
    Das mit dem Bitterstoffen wollte ich demnächst mal ausprobieren.

    Aktuell komme ich mit diversen Teesorten über die Runden.

    Meßmer Pfefferminztee, Meßmer Fenchel-Anis-Kümmel Tee, Meßmer Ingwer-Zitrone, Meßmer Kamillentee und Meßmer Kräuter Pur.

    Ich trinke soviel Tee wie ich nur kann.

    Bearbeitet von User am 05.11.2021 14:33:13. Grund: Ergänzung
  • specki

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    am 05.11.2021 16:42:52 | IP (Hash): 1487376100
    deinen zuckerteufel bekommst nur los
    wenn dein körper in ketose ist.

    solange du ihn noch mit kohlehydraten fütterst,wird er sich immer wieder melden
    und dir das leben schwer machen.

    ich kann leider nicht mehr als 20-30 gram kohlehydrate pro tag essen
    es soll aber auch menschen geben die bis 50 gram am tag essen können
    ohne das sich der zuckerteufel wieder meldet.

    das ist bei jedem verschieden.
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    am 05.11.2021 17:02:36 | IP (Hash): 1638405967
    Zucker/Süßigkeiten macht süchtig und wenn du jetzt eine Weile wieder mehr Zucker gegessen hattest, braucht dein Körper einfach ein wenig Zeit um sich daran zu gewöhnen, dass du jetzt keinen mehr groß isst. Da musst du vermutlich einfach ein wenig Geduld haben.
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    am 05.11.2021 17:04:23 | IP (Hash): 1854291739
    [quote=El Diabetiko;112680]Ich trinke soviel Tee wie ich nur kann.
    [/quote]
    Und warum?

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 05.11.2021 19:03:50 | IP (Hash): 1813138473
    Weil ich glaube, dass es mir hilft, mit der Situation fertig zu werden.
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    am 05.11.2021 19:04:50 | IP (Hash): 633108556
    Ob man den Rückfall wirklich auf die Impfung schieben kann ;)

    Macht es natürlich einfacher wenn man einen "Schuldigen" hat.

    Es ist ein hart gegen die alten Gewohnheiten anzukämpfen, ich habe seit einiger Zeit mein Gewichtsziel (BMI 25) erreicht. Das halte des Gewichts ist aber fast schwieriger als das Abnehmen.

    Es hilft aber nix wir müssen einfach dran bleiben.

    Was spricht eigentlich gegen kalten Kaffee? So lange de kaufte Zuckerbrühe weg lässt und dir den Kaffe selbst kochst, abkühlen lassen und etwas Milch rein kannst du das Zeug praktisch Literweise trinken ;)