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Diabetessymptome, Epilepsie und/oder Psyche?

  • Steffen

    Rang: Gast
    am 02.01.2003 13:16:23
    Hallo,

    meine Freundin ist seit 4 Jahren (heute 18 Jahre alt) an Diabetes erkrankt und hat eine Insulinpumpe. wir sind jetzt seit 6 Monaten zusammen. Am Anfang unserer Beziehung hatte Sie häufig "Anfälle", die in letzter Zeit seltener werden, aber mir dennoch Sorge bereiten. Die Anfälle äußern sich wie folgt:

    - zuerst sitzt sie normal da und wir unterhalten uns zum Bespiel,

    - dann urplötzlich stockt sie und sagt kein Ton mehr,

    - dann fällt sie in Ohmacht und atmet ziemlich unregelmäßig bis fast gar nicht mehr, sie ringt auch häufig nach Luft.

    - Das ganze dauert so ca. 15 minuten, dann kommt sie langsam (sehr langsam) wieder zu sich, kann erstmal nichts sagen, versteht mich aber. (Ich halte ihre Hand und sie drückt sie für "ja" oder "nein" entsprechend)

    letztens waren wir bei einer gemeinsamen Freundin und sie bekam wieder so einen Anfall, die Freundin hat dann mal ihre Mutter zugezogen die Krankenschwester ist. Sie meinte der Puls ist sehr schnell. Aufgrund des sehr langsamen zusichkommens hat sie auf eine Art Epilepsie geschlossen, da manchmal auch ein "zucken" durch ihren Körper geht (allerdings nicht immer).

    Wann genau diese Anfälle auftreten kann ich nur grob darstellen. Meistens nachts oder morgens, häufig nach Sex oder wenn Sie an ein schlechtes Thema erinnert wird. (Hier muss erwähnt werden, dass sie sich mit ihrer Familie nicht sehr gut versteht und sie sich häufig selbst fertig macht und selbst nach unten zieht, mit Aussagen wie: " ich bin doch eh zu nichts zu gebrauchen" ,etc.)

    vielleicht sollte ich erwähnen dass sie anfangs kaum gegessen hat (sie hält sich für zu dick), mittlerweile hab ich sie so halbwegs davon überzeugt, dass sie doch ganz gut isst mittlerweile, dennoch treten die Anfälle auf.

    Ich habe schon ein wenig über Unterzucker gelesen und denke dass es das auch sein könnte.

    Kann mir also jemand mal genau schildern,

    - wie sich ein Unterzuckeranfall äußert,
    - ob die psychische belastung (die sie sicherlich auch hat) dazu beiträgt
    - oder ob es gar nichts mit dem zucker zutun hat und sie zusätzlich zur diabetes noch epileptikerin ist.

    Über Antworten würde ich mich sehr freuen. Ich liebe meine Freundin sehr und würde gern mehr zum thema wissen um optimal für sie da sein zu können.

    PS: sollte man bei solchen Anfällen einen Arzt rufen? Sie hat mir allerdings mal gesagt, dass sie keinen Arzt möchte , bisher habe ich diesem Wunsch respektiert.
    Sie hat mir aber versprochen, einen Arzt mal aufzusuchen bzgl. der Anfälle und hat schon einen termin gemacht. bei einer diabetologin ist sie unrregelmäßig in Behandlung.

    danke im Voraus für Antworten
    liebe grüße

    Steffen
  • Andreas

    Rang: Gast
    am 02.01.2003 15:49:45
    Hallo Steffen!

    Deine Freundin ist 15 Minuten lang ohnmächtig, atmet kaum oder sehr unregelmäßig, kommt nur langsam wieder zu sich und hat dann Sprachstörungen - ...und du rufst in solchen Fällen nicht den Notarzt?

    Das klingt recht unrealistisch und ich wüßte auch nicht, was ich dazu sagen sollte. Die Telefonnummer vom Notruf ist dir doch hoffentlich bekannt?

    Herzliche Grüße
    Andreas
  • Steffen

    Rang: Gast
    am 02.01.2003 16:12:34
    danke für die Antwort,

    es ist leider nicht unrealistisch. Das problem ist, das meist nach 15 minuten alles wieder vorbei ist. Sie ist dann wieder voll da, nur etwas erschöpft. Du bist also der Meinung ein Notarzt wäre unumgänglich, dann werde ich das nächste mal einen rufen. Die Krankenschwester von der ich erzählte, meinte aber, dass wenn die SMH (schnelle medizinische Hilfe) eintrifft und sie wieder richtig bei Bewußtsein ist, dass sie sie höchsten eine Nacht ins KH zur Überwachung stecken und mit faustan etwas ruhig stellen, aber man nichts unternehmen wird, weil man nicht bei Ausbruch des Anfalls da ist, um ihn analysieren zu können.

    ich werde es dennoch beim nächsten Anfall tun und den Notarzt rufen.

    ich würde trotzdem gerne wissen, ob die symptome etwas mit dem zucker zu tun haben, oder nicht?

    Mfg
    Steffen

  • Marga

    Rang: Gast
    am 02.01.2003 18:57:02
    Ich habe mal eine schwere UZ bei
    einer alten Mitpatientin im Krankenhau
    erlebt. Sie atmete ganz schnell und
    laut, so daß ich davon wach wurde,
    und sie lag heftig zuckend im Bett,
    war nicht ansprechbar.

    Erst nachdem der von mir herbei-
    gerufene Pfleger den BZ maß und
    UZ feststellte und einen Glukosetropf
    anschloß, kam sie wieder zu sich.

    Was bei Deiner Freundin vorliegt,
    können wir natürlich nicht sagen.
    Warum hast Du denn nicht mal bei
    diesen Gelegenheiten ihren BZ
    gemssen? Wenn der nicht im UZ-
    Bereich ist, muß eine andere Ursache
    vorliegen.
    von Marga
  • Oki

    Rang: Gast
    am 03.01.2003 01:15:22
    Das hat nicht unbedingt etwas nit Diabetes zu tun. Wenn ein Epilepsie-Anfall auftritt, der so lange andauert, mußt du Hilfe anrufen. Die Patienten verletzen sich oftmals sehr schwer. Sie beißen sich die Zunge ab, sie renken sich den Kiefer aus usw. Erkundige dich erstmal über Sofortmaßnahmen bei einem Anfall. Du mußt wissen was Du bis zum Eintreffen des Arztes tun kannst. Bei jedem Anfall wird ein kleiner Teil des Gehirns geschädigt. Rufe immer um Hilfe. Alles Gute von Oki
  • Steffen

    Rang: Gast
    am 03.01.2003 09:01:28
    hallo, ich danke euch erstmal für die Antworten. Nun ja das kleinere problem ist, dass sie sehr verschlossen ist, was ihre Krankheit angeht, sie redet kaum darüber.

    Ihre Insulinpumpe sollte ja eigentlich den BZ messen. Ich habe noch nirgends gesehen, wie sie das von hand gemacht hat. Ich gehe sehr behutsam an sie ran und ich denke, sie wird mich sicherlich noch in einige handhabungen auch bzgl ihrer Insulinpumpe einweihen und schulen.

    Ich glaube nur, dass das noch ein wenig Zeit bei ihr braucht und ich versuche mich nun halt zu informieren, was alles geht, was Diabetes überhaupt ist. Ich habe das Gefühl, trotz hoher Verbreitung, scheint es irgendwie immer noch tabuisiert zu werden.

    Aber ich stimme euch darin überein, dass ich nicht mehr zusehen sollte, wenn sie einen anfall bekommt. Nach allem was ich auch über Ketoazidose gelesen habe, sollte ich ihr Leben nicht aufs Spiel setzen.

    Habt Ihr Erfahrungen mit Diabetikern, die sich nicht trauen, über ihre Krankheit zu reden. wie kommt man an sie ran? Wie kann ich meine Freundin überzeugen, z.B. ihren Diabetikerausweis bei sich zu tragen?

    Ich weiß allerdings dass sie mich auch liebt, so dass ich der Meinung bin, dass sie mich wenn auch sukzessive in Ihre Krankheit einweiht, damit ich besser eingreifen kann, falls was ist?

    mfg
    Steffen
  • Marga

    Rang: Gast
    am 03.01.2003 10:04:03
    Hallo Steffen,

    ähnliche Probleme sind hier und in
    anderen Diabetes-Foren schon
    häufiger besprochen worden.

    Es gibt Psychologen, die sich auf
    Diabetiker-Probleme spezialisiert haben:

    http://www.diabetes-psychologie.de/pt_fuehr.htm

    Natürlich könnten auch noch andere
    psychische Ursachen eine Rolle spielen. von Marga
  • Andreas

    Rang: Gast
    am 03.01.2003 10:46:24
    Hallo Steffen!

    Ich möchte mich noch einmal in diese Diskussion einmischen, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich mein Anliegen deutlich genug ausgedrückt habe.

    Für mich stellt sich erstmal folgende Frage: was soll diese Diskussion über Symptome, wenn wir gar nicht wissen, welche Erkrankung vorliegt? Hier ist dringend eine ärztliche Abklärung erforderlich!

    Auch eine Unterzuckerung mit Bewußtlosigkeit, also ein hypoglykämischer Schock, ist ein medizinischer Notfall! Die Notfallversorgung sieht vor, daß eine Glukoselösung intravenös injeziert wird und daß die lebenserhaltenden Funktionen überwacht werden.

    Herzliche Grüße
    Andreas
  • Gisela

    Rang: Gast
    am 03.01.2003 15:13:54
    Hallo Steffen, es kann wirklich gut sein, dass der Diabetes gar nichts mit den Symptomen Deiner Freundin zu tun hat. Denn dass bei einer Unterzuckerung ein epileptischer Anfall auftritt, ist doch eher selten. Das sollte sie bei einem Neurologen abklären lassen. Denn ohne Behandlung können solche Anfälle stärker werden. Und wenn es eine Epilepsie ist: Macht Euch nicht so große Sorgen, denn die meisten Anfallserkrankungen sind mit medikamenten gut einstellbar, so dass gar keine Anfälle mehr auftreten. Einen Arzt musst Du bei solch einem Anfall erst rufen, wenn der Anfall länger als ca. 5 Minuten dauert. Sie beisst sich nicht die Zunge ab, so ein Quatsch. Tu ihr bloß nichts zwischen die Zähne! Du musst nur aufpassen, dass sie nicht vor eine Kante oder so etwas fällt. Und was die Aussage betrifft, dass bei jedem Anfall das Gehirn geschädigt wird: Glaub das nicht, denn dann müssten alle Menschen mit Epilepsie hirngeschädigt sein und das SIND SIE NICHT. Ich habe mal in einer Einrichtung für Menschen mit Epilepsie gearbeitet, deswegen weiß ich das. Das war eine führende Einrichtung, die du unter www-bethel.de im Internet ansehen kannst.
    Aber überred Deine freundin, zum Arzt zu gehen. Ich finde es toll, wie Du Dich um sie kümmerst! Sie hat Glück...
    Alles Gute!
    Gisela
  • Steffen

    Rang: Gast
    am 03.01.2003 15:24:49
    Danke Gisela,

    die aufmunternten Worte tuen gut. Ja sie hat mir ja versprochen einen Arzt aufzusuchen. Die Krankenschwester meinte ja auch, dass es mit Medikamenten keine Probleme mehr geben wird und sollte. Ich denke wir werden das gemeinsam packen.

    Ich finds irgendwie ungerecht, dass sie gleich so hart getroffen wird... eine Krankheit wär ja schon schlimm genug, manchmal ist das Leben irgendwie ungerecht ... ich jedenfalls werde zu ihr stehen.

    nochmals danke für die Worte Gisela

    Herzliche Grüße
    Steffen