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Insulin bei Op und Angstpatientin!

  • Manfred Kahn

    Rang: Gast
    am 01.05.2009 21:34:52
    Hallo und guten Abend!
    Ich bin neu hier. Eigentlich schreibe ich im Auftrag meiner Frau.
    Das Problem ist folgendes:
    meine Frau wiegt 138kg und ist Typ 2. Dagegen nimmt sie Metformin 1000.
    Jetzt muss sie eine Op vornehmen lassen, die nicht mehr ewig aufgeschoben werden kann. Vor einer Op soll man ja das Metformin absetzen.
    Laut Klinik soll sie dort bleiben und auf Insulin eingestellt werden.
    Nur ist meine Frau Angstpatientin. Sie kann nicht über Nacht irgendwo bleiben. Auch nicht im Krankenhaus.
    Was kann man da machen? Gibt es andere Medikamente gegen den Zucker, die man vor einer Op nehmen kann? Oder kann man auf Insulin auch vom Hausarzt eingestellt werden?
    Die Klinik meinte, dass es nur deshalb in einer Klinik gemacht wird, weil man nicht weiß, wie der Körper auf Insulin reagiert, man in die Unterzuckerung kommt und dann ins Koma fällt.
    Was macht man dann mit Leuten, die nicht in einer Klinik bleiben können? Die eigentliche Op wäre ambulant. Da liegt nicht das Problem.
    Es wäre schön, wenn ihr uns Tipps geben könntet. Wir sind gerade ziemlich verzweifelt und wissen nicht, was wir machen sollen.
    Gruß Manfred
  • Diana

    Rang: Gast
    am 01.05.2009 22:48:12
    hi!
    ich bin selber panik und angstpatientin.
    es gibt medikamente mit denen man kurzfristig wirklich ruhiger wird.
    psychiater können auch oft bei sowas mit speziellen bewältigungsstrategien helfen. ist sie denn bei der erkrankung nicht in behandlung??
    des weiteren gib ihr mal folgenden link, dort wurde mir extrem gut geholfen. nur betroffene, wo sicher einer einen rat weiss:
    http://psycho-chat.mainchat.de/
    ich kanns nur empfehlen. von Diana
  • Manfred Kahn

    Rang: Gast
    am 01.05.2009 23:51:59
    Ha, danke für die Antwort.

    Ja, sie ist in Behandlung. Allerdings nur noch beim Psychiater, der regelmäßig die Antidepressiva verschreibt. Das ist ca. alle zwei Monate.
    Die Therapie ist ausgelaufen, weil die Stunden aufgebraucht waren. Jetzt muss sie erstmal zwei Jahre warten.
    Aber das löst nicht das Problem mit dem Metformin und dem Insulin. Die Klinik will sie ja wenigstens drei Tage dabehalten. Das packt sie nicht.
  • Hajo Janse

    Rang: Gast
    am 02.05.2009 01:31:20
    Hallo Manfred

    Ihr Frau sollte zu eine gute Diabetologe gehen, der kann auch Ambulant umstellen auf Insulin. Gute Diabetologe bieten auch eine Schulung an.

    Nix Hausartz.

    Alles gute

    Hajo Janse
  • Anke

    Rang: Gast
    am 02.05.2009 09:05:44
    Ich denke bei dem Problemhintergrund wäre eine stationäre Behandlung das Richtige.
    Im Kh gibt es für derartige Probleme auch Beratung,Betreuung während des gesamten Aufenthalt(z.B. durch einen PsychologenIn oder durch einen spez.geschulten Angst-Therapeuten)
    Ein Diabetologe sollte sich zwar mit Dm auskennen(was ja leider auch oft nicht der Fall is),aber was die Psyche eines Menschen angeht ...da kann er wohl kaum helfen.
    Eine gute Bz-Einstellung vor einer Op ist ein Muß -ich würde mich aber nur auf tierisches Insulin einstellen lassen -das wirkt sanft und zuverlässig -gerade das richtige für DiabetikerInnen mit Angstproblemen,die nicht selbst etwas mit dem Dm zu tun haben. von Anke
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 02.05.2009 09:55:20
    meine güte anke geht die spinnerei schon wieder los?
    die patientin -will- nicht stationär behandelt werden.
    daß tierisches insulin nur nach unverträglichkeitsnachweis verschrieben und bezahlt wird solltest du ja nun wissen, denn du hast nioch keins bekommen,von der kk bezahlt.
    versuche doch einfach mal vor dem schreiben zu lesen, und nicht immer phantasieratschläge zu geben.
  • Pfff

    Rang: Gast
    am 02.05.2009 10:24:22
    Eine Frage an Anke...
    Sag bitte, stinken Deine Hirnblähungen?
    Oder hat sich der " Duft" abgemildert, seit dem du TI verwendest?

    Pfff, Pup`s
  • Pozilei

    Rang: Gast
    am 02.05.2009 14:31:05
    Hallo Manfred,
    ja, Metformin muss einige Tage vor einer Op. mit VOLLNARKOSE abgesetzt werden.

    Deine Frau könnte auch schrittweise auf Insulin eingestellt werden:
    Es gibt Basalinsulin und Bolusinsulin.
    Das Basalinsulin wirkt verzögert über viele Stunden (wird idR morgens u. abends je 1x gespritzt).

    Das Bolusinsulin ist für die Mahlzeiten u. wirkt schnell.
    Wenn man vom Bolusinsulin zu viel spritzt, kann man eher in einen Unterzucker/UZ kommen.
    Das Basalinsulin alleine ist kaum gefährlich für UZ.
    Der Blutzucker muss auf jeden Fall regelmäßig gemessen werden, dann hilft Im Bedarfsfall Traubenzucker od. etwas Saft, um den BZ zu erhöhen.

    Deine Frau soll das mit einem Diabetologen (nicht beim Hausarzt!) abklären, ob der erstmal Basalinsulin gibt.

    Wie "schlimm" ist denn der Diabetes deiner Frau schon (Zuckerwerte?), weil du schreibst, dass sie bisher nur Metformin bekommt? Evtl. könnte dann ja mit der kompletten Insulin-Einstellung doch noch bis nach der Op. gewartet werden. Es gibt auch die Kombinationsmöglichkeit von Basalinsulin mit anderen BZ-senkenden Tabletten (BOT).
    Bitte mit dem Diabetologen besprechen!

    Wichtig ist auch, dass das Gewicht nicht weiter ansteigt bzw. noch besser: Gewichtsabnahme, das würde die Werte auch schon verbessern.
    Ein paar Tipps zur Ernährung bei Übergewicht u. Dm: Vollkornprodukte lassen den BZ langsamer ansteigen und halten länger satt als Weißmehlprodukte/Reis/Nudeln. Ballaststoffreich essen, Obst statt Süßspeisen, viel Gemüse u. mageres Fleisch (also auch auf den Fett-Input achten), viel Salat/Rohkost etc.

    Und wichtig ist auch Bewegung u. Konditionstraining! Egal was, man kann sogar im Sitzen u. Liegen "Muskelarbeit" machen.
    Und immer schön BZ messen für den Lerneffekt! ;-)
    Alles Gute!


    von Pozilei
  • Manfred Kahn

    Rang: Gast
    am 02.05.2009 15:29:18
    Mensch, das sind ja einige Antworten. Vielen lieben Dank dafür.
    Meine Frau hat jetzt erstmal wieder das Metformin genommen. In der Klinik, in der wir am Freitag wegen einer Notop waren, ist sie behandelt worden wie ein Stück Vieh. Nach mehreren Telefonaten haben wir jetzt eine Klinik gefunden, die auch in menschlicher Hinsicht dicke Menschen behandeln. Dort werden wir am Montag erstmal vorstellig. Das erstmal dazu.

    Meine Frau hält ihr Gewicht seit sieben Jahren. Es geht weder vor noch zurück, egal was sie isst. Aber sie diätet nicht, weil wir da den Jojo-Effekt schon kennengelernt haben.
    Der Langzeitblutzucker lag zuletzt bei 7. Das war etwas höher als es sein sollte. Hintergrund war der, dass sie aufgrund ihrer Angsterkrankung sich zu Hause eingeigelt hat. Jetzt, wo es wärmer ist, fängt sie langsam wieder mit Spazierengehen an. Bei ihr ist an den Langzeitwerten zu sehen, dass Bewegung bei ihr einiges aus macht.

    Ein paar Überlegungen haben wir uns auch über Nacht gemacht.
    Wie wäre es, wenn sie das Metformin absetzt und die drei Tage bis zur OP dann streng Diät lebt? Wenn das gehen würde, bräuchte ich mal ein paar Tipps, was und wieviel sie wann essen kann. Denn irgendwie bezweifel ich, dass sie so kurzfristig einen Termin beim Diabetologen und zu einer Schulung bekommt.

    Ein weiteres Problem ist, dass sie kaum Gemüse mag. Weder gekocht noch roh. Einzig grünen Salat liebt sie heiß und innig.

    Also, nur weiter mit euren Tipps her. Schön, dass man sich hier so gut aufgehoben fühlt und auch ernst genommen wird. Danke.
  • Sylvia

    Rang: Gast
    am 02.05.2009 16:28:36
    Hallo!
    Ich bin auch übergewichtig und bin Diabetikerin Typ II und nehme Metformin. Allerdings zusätzlich auch noch Glimepirid und nachts ein Langzeitinsulin.

    Jedenfalls wurde ich auch operiert und musste das Metformin drei Tage vor der OP absetzen. Meine Diabetologin meinte, dass das kein Problem sei, da der BZ schon nicht auf einmal drastisch ansteigen würde. Tatsächlich war das auch kein Problem und ich musste auch nicht mehr Insulin spritzen oder so. Um sicher zu gehen, würde ich eben öfter mal nachmessen und wenn der BZ doch mal höher ist, dann versuchen, den mit Bewegung (falls möglich) zu senken, oder eben extrem darauf achten, nur wenig Kohlehydrate zu sich zu nehmen.

    Gemüse ist natürlich besonders geeignet für übergewichtige Diabetiker, da es kaum Kohlehydrate und kaum Kalorien enthält. Aber ich denke, wenn deine Frau sich mal zwei, drei Tage lang etwas fettreicher ernährt (also eher mal ein Stück Käse oder Wurst, wenn sie hunger hat, statt ein Brot), wird das auch nicht gleich so schlimm sein.

    Ich denke aber, es ist wohl wirklich nicht so dramatisch, wenn der Zucker dann eben mal ein, zwei Tage um 10 Punkte höher liegt, als üblich.

    Viel Erfolg und alles Gute!