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Frage zum Insulin-Lock-Bonbon :-)
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Helmut
Rang: Gastam 07.04.2009 15:42:48
Hallo,
irgendwo habe ich hier einen Tipp gelesen, dass man mit einem Bonbon das Insulin locken und damit den BZ-Anstieg günstig beeinflussen kann. Leider finde ich den beitrag nicht wieder :-(
Meine Frage:
Wie lange vor dem Essen sollte man dieses "Insulin-Lock-Bonbon" lutschen?
Und: ist nicht ein ganzes Bonbon doch sehr viel Zucker? Wegen des BZ-Anstieges, meine ich. Ich habe mir zwar relativ kleine Bonbons besorgt, würde aber doch gerne Euren Rat hören.
Vielen Dank!
Helmut -
n
Rang: Gastam 07.04.2009 16:57:13
Hallo Helmut,
WO hast du denn das gehört? Bevor du das nicht benennen kannst, hat es glaubich, wenig Zweck, sich überhaupt darüber zu unterhalten. Und was willst du mit deinen kleinen Bonbons erreichen? Was hast denn für kleine Bonbons? -
klausdn
Rang: Gastam 07.04.2009 16:59:56
die halbe scheibe brot oder der bonbon, "kann" bei t2 die keine phase 1 , haben die phase 2 starten.
dabei geht es nur um den morgen-aufsteh-bz-anstieg.
der nach dem aufwachen genutzt wird.
ein normaler bonbon hat 3g= 1/4tel be also weniger als eine halbe scheibe brot.
ob es klappt muß getestet werden. -
v
Rang: Gast -
Helmut
Rang: Gastam 08.04.2009 04:48:12
Hallo,
gleich 3 anonyme Schreiber....?? Schwierig auseinander zu halten ohne Nick.
Also, um die Frage zu beantworten: ich habe das HIER im Forum gelesen.
Ich habe generell ein Problem mit der 1. Insulin-Ausschüttphase. (ich spritze kein Insulin) Besonders alles, was ich als 1. Mahlzeit des Tages esse, treibt den BZ sehr nach oben. Esse ich das gleiche Essen (gleiche Menge) am Nachmittag oder Abend ist der Anstieg viel geringer.
Nochmal meine Frage:
Kann mir jemand sagen, wie lange VOR dem Frühstück man dieses Insulin-Lock-Bonbon essen sollte?
Helmut -
Helmut.
Rang: Gastam 08.04.2009 04:53:40
P.S.:
Habe gerade den Beitrag gefunden:
http://www.diabetes-forum.com/scripts/menu_forum.asp?ID=16020
Er ist von "klausdn".
Leider steht da nicht, wie lange vor dem Essen man das Bonbon lutschen soll.
Weiß noch jemand außer Klaus darüber Bescheid?
Gruß, Helmut
von Helmut. -
thomas2002
Rang: Gastam 08.04.2009 04:56:25
morgengupf und die phase 2 sind 2 paar schuhe.
bei der phase 2 wird damit versucht, das überschießende insulin bei defekter phse 1 für das essen zu nutzen.
prinzipiell läst sich das auch für etwas ähnliches wie den morgengupf nutzen. von thomas2002 -
v
Rang: Gastam 08.04.2009 09:26:41
Ich ruf mal nach Klaus....er wird das sicher noch mal gern erklären.
Lieber Helmut, es kann aber AUCH damit zusammenhängen, dass du dich ja
1.im Verlaufe des Tages bewegst und somit auch der BZ-Wert sinkt und
2. kann es sein, dass der BZ-Wert bei dir gegen Mittag und Abend grundsätzllich wesentlich niedriger ist, als er das am Morgen ist. (Ich habe um 13 Uhr bis 18 Uhr die niedrigsten Werte des Tages.)
Also, so, wie ICH das verstanden habe, kannst du ein normales Bonbon lutschen, um deiner BSD zu sagen: Mach was, es kommt gleich Futter. Das kann man sicher auch mit einer halben Scheibe Brot bewirken. Probier es halt mal an 2. Tagen zu gleichen Tageszeiten mit möglichst gleichen Futtermengen einmal mit und einmal ohne Bomsel aus. -
Daniela
Rang: Gastam 08.04.2009 12:58:16
Hallo,
mir wurde in der Schulung gesagt, 1 BE zur Korrektur würde die Korrektur schneller wirken lassen, obs klappt, weiß ich nicht..
Vielleicht braucht Insulin Kohle(hydrate) zum Wirken ;-)
LG, Daniela -
klausdn
Rang: Gastam 08.04.2009 14:22:26
hallo helmut,
dieser kleine trick funktioniert nicht bei allen, sondern nur bei denen die eine fehlende phase 1 der insulinausschüttung haben, und daher schon mit hohen werten(hormonbedingt) sich an den frühstückstisch setzen, bevor dann die pase 2 einsetzt sind die werte explodiert. durch die kleine menge zucker der nach ca 30min im blut angekommen ist wird die phase 2 insulinproduktion angestoßen, und steht damit zum frühstück schon "bei fuß".
daher ca 30 min vorher, und ausprobieren ob es klappt bei dir.
mfg. klaus von klausdn -
Helmut
Rang: Gastam 08.04.2009 14:32:22
Hallo anonym,
ja, so habe ich es auch verstanden, als Info an die Bauchspeicheldrüse "mach was, es kommt gleich Futter" ;-)
Ich weiß nur nicht, WIE LANGE braucht denn die Bauchspeicheldrüse ungefähr, um ausreichend zu reagieren. Sprich: reicht es, das Bonbon (oder was auch immer) unmittelbar vor dem Essen zu lutschen oder sollte es z.B. eine halbe Stunde vorher sein, damit dann - wenn die Mahlzeit kommt - die BZ-Spitze nicht so hoch geht. Wäre toll, wenn Klaus noch mal etwas dazu sagen würde. Vielleicht schaut er ja mal vorbei.
Zur Bewegung während des Tages. Stimmt schon, dass dadurch auch ein Einfluß auf den BZ gegeben ist, aber bei mir ist es immer die 1. Mahlzeit des Tages. Auch wenn ich mal das Frühstück auslassen musste, am Vormittag im Job unterwegs bin und erst Mittag die 1. Mahlzeit habe, ist trotz Bewegung am Vormittag das gleiche wie wenn ich in der Früh aus dem Bett komme und sofort frühstücke.
Ich denke, es hängt damit zusammen, dass diese 1. Phase bei mir nicht richtig klappt und es zu lange dauert, bis die Bauspeicheldrüse das benötigte Insulin produziert hat. Dann kommt genug, aber beim Start geht der BZ höher als es normal wäre.
Würe mich freuen, wenn mir jemand sagen könnte, wie lange vor dem Essen man dieses "Insulin-Lock-Bonbon" ungefähr nehmen sollte.
Vielen Dank!
Helmut
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Helmut.
Rang: Gastam 08.04.2009 14:37:33
Hallo Klaus :-))
da haben wir gerade gleichzeitig geschrieben! Habe soeben Deine Antwort gelesen. Herzlichen Dank!!
Noch eine Frage bitte:
Wenn ich es richtig verstanden habe, dann wird in der 1. Phase das gespeicherte Insulin ausgeschüttet und zwar quasi bereits dann, wenn man den ersten Bissen im Mund hat und dann in der 2. Phase gibt die Bauchspeicheldrüse das neu produzierte Insulin nach. Ist das so richtig?
Wenn ja: weiß man, warum nicht genügend gespeichertes Insulin für die 1. Phase zur Verfügung steht? Können die Zellen nicht speichern? Oder haben sie zwar gespeichert, können es aber nicht abgegen?
Nochmals Dank an Dich!
Helmut von Helmut. -
klausdn
Rang: Gastam 08.04.2009 15:54:18
hallo helmut,
ich weiß es nicht, unser diadoc aus der dia-abteilung des kh, kam damit vor ca 2 jahren in die shg, als er gerade aus kopenhagen von diesem forschungsprojekt zurück kam, dort wurde durch laufende vergleiche bz-wert zu , vorhandenem insulin, bei t2 das fehlen der phase 1 festgestellt.(die probanden waren normal bis leicht übergewichtig) also definitiv keine die sich eine resistenz direkt angefuttert hatten.
mfg. klaus
von klausdn -
Helmut
Rang: Gastam 09.04.2009 03:26:51
Hallo Klaus,
vielen Dank, das ist alles sehr interessant! Ich habe auch ganz eindeutig das Problem, dass im Ganzen gesehen wohl nicht zu wenig Insulin produziert wird, aber es zu spät kommt und dadurch die BZ-Spitzen entstehen. Noch ist für die Ärzte alles "im grünen Bereich", denn sie schauen nur auf dem 2 Stunden-Wert. Ihr habt schon recht hier, wenn Ihr immer wieder daran erinnert, dass wir selbst aktiv werden müssen. Die Ärzte (die ich kenne) warten bis man die Grenzwerte überschritten hat.
Viele Grüße
Helmut -
thomas2002
Rang: Gastam 09.04.2009 19:57:37
ich habe mal byetta - ein medikament, welches vor insulin gespritzt wird - gegoogelt, und in einer der antworten war, daß zellen im darm frühteitig bescheid geben, wenn kohlenhydrate im darm ankommen.
möglicherweise interessante stichpukte zum googlen dürften sein
*humane Glucagon-like-Peptide-1 (GLP-1)
*Exendin-4
*Inkretinhormone von thomas2002 -
b
Rang: Gastam 14.04.2009 16:02:11
Thomas, das ist nicht ganz korrekt, dass Byetta VOR Insulin gespritzt wird. Es kann anstelle von Insulin gespritzt werden. Viele Patienten waren vor Byetta INSULINER. -
hh
Rang: Gastam 14.04.2009 16:50:36
so isses, und manche waren es schon jahrelang bis sie sich ganz schön kugelrund gespritzt hatten. -
dfgtr
Rang: Gastam 14.04.2009 18:00:02
>>bis sie sich ganz schön kugelrund gespritzt hatten.<< wir reden doch hier nicht von botox, du depp aus l/p in rp. bissel ningelig heute? scheint so! -
Jürgen
Rang: Gastam 17.04.2009 20:25:57
Moin Helmut,
der Unterschied zwischen Phase1 und 2 ist einfach. Phase1 ist Incretin-gesteuert. D.h. Eine Sammlung von Darmhormonen, den Incretinen, bestellt entsprechend der Glukose, die im Darm vor der Übergabe in den Blutkreislauf steht, die erst Insulinausschüttung so just-in-time, dass dann Glukose und Insulin zusammentreffen und der BZ gesund meistens in der Spitze deutlich unter 140 mg/dl bleibt. Auf dem Weg zum Typ2 bleibt diese Phase1 als erstes auf der Strecke. Phase2 ist BZ-gesteuert und regelt nach, was dann noch übrig bleibt.
Die Idee, dass das Insulin schon mit dem ersten Bissen oder gar mit dem Anblick ausgeschüttet würde, ist voll realitätsbefreit. Denn Insulin hat eine Halbwertzeit von nicht mal 5 Minuten. Nach 10 Minuten isses nur noch 1/4 wert und nach ner halben Stunde - so lange brauchen schnelle KHs - ist praktisch nix mehr da.
Was im Zusammenhang mit Futter-Input Phase2 genannt wird, ist eigentlich die BZ-abhängige Grundsteuerung, die gesund immer für einen BZ meistens um etwa 80 mg/dl sorgt. Wenn die Phase1 fehlt, steigt halt der BZ erst an und in der Folge dann die Insulinausschüttung. Klar kann man da mit etwas Voressen schon ein bisschen bewegen, und manchmal hilft das auch deutlich messbar. Und zwar gar nicht mal so sehr zum Anfordern von Insulin, wie eher zum Abstellen von Glukagon, vor allem morgens. Die Alpha-Zellen des Pankreas geben gesund nur dann Glukagon aus, wenn der BZ zu niedrig verläuft. Und das stimuliert die Leber zur Zuckerausgabe. Diabetisch defekt auch dann, wenn der BZ längst hoch genug ist, und im Fortschritt des Defektes ganz im Gegensatz zum Gesunden vor allem auch dann, wenn gerade neue Glukose gegessen wird. Im Anfang kann mit einem kleine Happen Essen diese Fehlsteuerung manchmal noch unterbrochen werden.
Deine Beobachtung, dass die selbe Menge BEs morgens sehr viel mehr Insulin braucht oderund den BZ sehr viel höher ansteigen lässt, als zu anderen Tageszeiten, trifft auf die meisten Menschen zu, auch auf völlig gesunde. Und deswegen essen viele Menschen mit Diabetes die Menge ihrer KHs nicht zum Frühstück, sondern zu anderen Tageszeiten.
Bisdann, Jürgen -
v
Rang: Gastam 18.04.2009 12:30:36
">>bis sie sich ganz schön kugelrund gespritzt hatten.<< wir reden doch hier nicht von botox, du depp aus l/p in rp. bissel ningelig heute? scheint so!"
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Sorry, hier darf ich dir bitte widersprechen, denn der, der das schrieb, hat nicht Unrecht.
Leute, die sehr hohe Insulindosen spritzen müssen, beklagen sehr häufig eine akute schnelle Gewichtszunahme überwiegend im Bauchbereich, und genau dort verlieren Sie nach Weglassen des Insulin und Ersatz durch Byetta fast identisch ebenso so schnell viele Kilos, wie sie unter Insulin vorher zunahmen.
Insulin ist und bleibt ein Hormon.
Dazu kommt die Insulinresistenz. -
Jürgen
Rang: Gastam 18.04.2009 15:58:53
Schön und gut, aber Byetta setzt voraus, dass es noch genügend eigene Insulinausgabe passend zum Essen (Incretin-Effekt/Phase1) mobilisieren kann. Wo die nicht mehr vorhanden ist, ist gespritztes Insulin notwendig, denn Byetta ersetzt kein Insulin! von Jürgen -
s
Rang: Gastam 18.04.2009 17:14:41
Jürgen, es ging nur ums kugelrund spritzen, dass wir von Typ 2 sprechen, war hier nicht relevant, aber vorausgesetzt. Oder was meintest du? -
Jürgen
Rang: Gastam 18.04.2009 23:45:28
Auch ein Typ2 hat bei Überschreiten der Diagnose-Schwellen nur noch 50-20% der Betazellmasse eines vergleichbaren stoffwechselgesunden Menschen, wie der 2008-Banting-Preisträger auf der 2008-ADA-Jahreskonferenz vorgetragen hat. Ziel seines Vortrags war anzuregen, nicht erst bis zum Überschreiten dieser alten Schwellen zu warten, sondern schon sehr viel früher mit Erhaltungsmaßnahmen für die Betazellen anzufangen.
Aus nur noch 20% Betazellmasse und bei schon weiter fortgeschrittenem DM noch weniger können weder Byetta noch andere Mittel mehr ausreichend eigenes Insulin mobilisieren, so dass dann auch Typ2 unbedingt auf fremdes angewiesen ist. von Jürgen -
Rainer
Rang: Gastam 20.04.2009 10:58:01
Hallo Helmut,
wenn du experimentierfreudig bist, dann kann ich dir aus meinem persönlichen Erfahrungsschatz einen weiteren Tipp zum Inkretineffekt geben. Wenn du willst, dann probiere einfach aus, wie es bei dir wirkt.
Die Inkretinhormone - insbesondere das GLP1 - werden im Darm nicht nur durch die verspeisten KH freigesetzt, sondern auch durch Eiweiß und Fette. Ich habe bei mir festgestellt, dass der Inkretineffekt zwar bei den KH gestört ist, aber anscheinend bei Fetten noch funktioniert. Möglicherweise funktioniert er auch bei Eiweiß noch, aber das habe ich nicht so deutlich gemerkt. Bei mir reicht es natürlich nicht mehr für eine Phase 1, weil die Betazellen nicht mehr genug Insulin ausgeben, um noch welches speichern zu können. Aber immerhin funktioniert es, wenn ich bei hohem BZ Fett verspeise (mein Spezialrezept dafür ist Espresso mit sehr viel Sahne), um den BZ zu senken. Die Sahne ist dadurch bei mir so etwas, wie eine kleine Dosis Byetta.
Versuche einfach mal, 5 Min. vor dem Essen ein Stück Käse, einen Sahnecocktail oder andere Eiweiße oder Fette zu dir zu nehmen und miss nach, wie viel weniger dein BZ damit ansteigt. Vielleicht bringt es ja was - probiere es ruhig mal. Übrigens sind die Darmhormone auch für das Sättigungsgefühl zuständig. Wenn du Glück hast wirkt es auch dafür und du kannst damit zusätzlich deinen Appetit zügeln.
Viel Erfolg, Rainer