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Sport bei Insulinresistenz ?
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am 24.07.2013 18:38:52
Hallo,
Ich habe da so eine Sache nicht richtig verstanden. Sicher ist Sporttreiben immer gut und bei Diabetes so gut wie immer empfohlen. Eine Frage habe ich dennoch:
Wie hilft Sport bei IR ? Sport erhöht doch den Insulinspiegel - wenn auch der Blutzucker sinkt - würde das nicht eine IR sogar u.U. verstärken?
Oder geht es beim Sport nur darum Gewicht abzunehmen?
Gruß,
Alea -
Gast
Rang: Gastam 24.07.2013 19:02:55
umgekehrt wird ein schuh draus, weshalb sollte sport die insulinmenge erhöhen ?
durch bewegung wird der bz bei anwesenheit von insulin gesenkt, und bei normalem bz 60-90 geht auch die resistenz zurück. ob man mit sport überhaupt abnehmen kann gehen die meinungen stark auseinander. nach mm kann man am besten abnehmen wenn der bz im gesunden bereich ist, dadurch das insulin wirkt, und sich dann vernünftig ernährt.
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am 24.07.2013 19:13:22
Dass das Insulin wie Glucose ebenfalls in den Zellen aufgenommen wird habe ich ganz vergessen. *auf den Kopf schlag*
Vielleicht habe ich das hier falsch interpretiert: http://www.sportblog.cc/warum-sport-gegen-diabetes-hilft/
Danke für die Antwort! -
Gast
Rang: Gastam 24.07.2013 21:41:56
hallo alea, habe deinen link jetzt nicht angeclikt,
will dir nur zum insulin etwas erklären,
insulin ist ein körpereigenes hormon, wird "ständig" von den ß-zellen der bsd ausgeschüttet,
bei gesunden genausoviel wie sie benötigen, bei diabetes aus verschiedenen gründen ist die automatik defekt.
"trotzdem" wird insulin nicht vom körper "aufgenommen" sondern hat wie jedes hormon eine halbwertzeit (wie ein radioaktivesmaterial zb jod -in der sd heikkunde) insulin wird durch das enzym insulinase abgebaut und hat eine halbwertzeit von 4,3minuten, dh nach 4,3 minuten ist von dem ursprünglichen nur noch die hälfte vh. einfach so usw (ist mit allen hormonen so - wobei die halbwertzeiten natürlich differieren) deshalb kommen menschen ohne sd mit zb einer pille über den tag, aber am nächsten muß die nächste genommen werden, usw
so spritzen insulinpflichtige dmler, zb morgens und abends basis, und zum essen bolusinsulin, die basis für die ständige benötigung , den bolus für das essen. denn auch das gespritzet insulin wird genauso vom körper abgebaut.
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Gast
Rang: Gastam 28.07.2013 07:31:27
Hallo,
Alea schrieb:
... Vielleicht habe ich das hier falsch interpretiert: http://www.sportblog.cc/warum-sport-gegen-diabetes-hilft/
Da hast Du eine interessante Information aufgespürt.
Nämlich, dass Muskelarbeit die Zellen der Muskulatur anregt, einen Botenstoff, Interleukin-6, auszuschütten, der dann seinerseits sowohl bestimmte Darmzellen, als auch die Alphazellen der BSD zur Produktion von GLP-1, einem Hormon, veranlasst, ohne dass dessen Ausschüttung durch Nahrungszufuhr veranlasst ist.
Siehe Inkretineffekt
Bei der Entwicklung des Typ 2 Diabetes spielt das eine Rolle, da der Typ 2 (wohl i.d.R.) mit einem Inkretinmangel in Verbindung steht. Daher gibt es in der Behandlung einige Ansätze, um eine Vermehrung der Inkretine zu ezielen, entweder durch das Spritzen eines entpsrechenden künstlichen Hormons (z.B. Byetta, Victoza) oder durch Hemmung des Abbaus der natürlichen Hormone durch sogenannte DPP-4 Hemmer (z.B. Januvia).
Etwas missverstehbar in dem von Dir verlinkten Artikel ist die Beschreibung:
"Bei körperlicher Tätigkeit wird damit über den IL-6-GLP-1-Kreislauf mehr Insulin hergestellt, sodass der Blutzucker sinkt und der Verlauf des Diabetes günstig beeinflusst wird."
GLP-1 befähigt im Rahmen des Inkretineffektes die einzelne Betazellen wieder effektiver Insulin zu produzieren.
Aber dieses Insulin wird nur dann freigesetzt, wenn der Blutzucker über etwa 80mg/dl ansteigt oder liegt.
Somit unterstützt körperliche Arbeit (Bewegung) die Betazellen bei der Insulinproduktion.
Eine andere, positive Folgen von Bewegung, besteht darin, dass der arbeitende Muskel bei gleicher Insulinversorgung bis zur 4-fachen Menge an Glucose verbrauchen kann.
Ebenso erhöht regelmäßige körperliche Bewegung die Anzahl der Mitochondrien (die "Brennöfen" zur Energiegewinnung in den Zellen) und hilft den Zellen darüber nicht nur mehr Energie bereit zu stellen (Trainingseffekt) sondern auch noch aus Fettsäuren mehr Energie zu gewinnen. besser zu verbrennen.
Auch damit hat der Typ 2 i.d.R. ein "fettes" Problem. Denn die erhöhten Fettsäurespiegel in den Zellen hemmen ihrerseits die Glucoseverbrennung. Der Blutzucker bleibt hoch.
Also eine weitere Bekräftigung, dass es erst mal auf die Basistherapie beim Typ 2 ankommen. Und die ist:
Bewegung und Ernährung.
Gruß
Joa1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.