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So langsam verzweifel ich :(

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    Mitglied seit: 15.09.2013
    am 15.09.2013 10:21:21
    Hallöchen,

    ich habe mich heute hier neu angemeldet. Ich komme aus Berlin, bin 37 Jahre alt und habe 1999 meine Diagnose Diabetes bekommen.
    Ich wurde damals auf Tabletten eingestellt und soweit lief alles super. Zwischenzeitlich konnte ich, durch Gewichtsreduktion, sogar eine Weile ohne Medikamente auskommen. Leider hatte ich später aber mein altes Gewicht überholt und musste wieder auf Tabletten eingestellt werden.
    Ich hatte eigentlich nie irgendwelche Probleme. Mein Langzeitzucker war zwar nie der Beste (7,2 mmol/l) aber für meine Ärztin wohl nicht besorgniserregend.

    Seit, gefühlt, kurzer Zeit geht es mir gar nicht mehr gut. Dauermüde, antriebslos, gereizt etc. Also ab zum Doc und es abklären lassen.
    So blöd es klingt, ich habe überhaupt nicht an meine Diabetes gedacht. Nach einer Blutuntersuchung war schnell klar, die Diabetes spinnt rum. Der Langzeitzucker lag bei 9,8.
    Die Ironie ist, es hat sich absolut rein Garnichts an meiner Lebensweise geändert (abgesehen davon dass ich vor einem Jahr mit dem rauchen aufgehört habe).
    Natürlich denkt man bei übergewichtigen Menschen dass sie meist nur faul und träge auf der Couch verweilen. Aber dem ist nicht so. Ich habe drei Hunde und die brauchen ihren regelmäßigen Auslauf. Ergo, ich bin täglich im Wald mit ihnen laufen. Vom Frühjahr bis späten Herbst bin ich überwiegend mit Fahrrad unterwegs, im Sommer wird ausiebig geschwommen etc....
    Aber da solch Werte natürlich ein absolutes NO GO sind bekam ich weitere Tabletten, stellte die Ernährung um und trieb noch mehr Sport und siehe da, ich bekam meine Werte runter auf einen Bereich zwischen 90 mg/dl und 145 mg/dl.
    Sooo dann fing es an dass ich abends immer einen Wert um 80-90 mg/dl bekam und als Diabetiker soll man ja nicht unter einem Wert von 120 mg/dl schlafen gehen. Mit der Ärztin gesprochen und die neuen Tabletten statt morgens und abends jetzt morgens und mittags nehmen.
    Nun stehe ich morgens ständig mit einem Wert von 230-250 mg/dl auf. Dass ist doch bekloppt! Nachts um 3 messe ich einen Wert von 105 mg/dl und morgens, direkt nach dem aufstehen und ohne jegliche Nahrungsaufnahme, hab ich solch Spitzenwerte!
    Ich nehme dann meine Tabletten und traue mich Garnichts mehr zu essen und mein Zucker steigt dann fröhlich weiter. Esse ich dann aber doch etwas ist mein Zucker eine Stunde später auf 150 mg/dl gesunken.
    Dass gleiche dann im Wald. Zucker ist auf 200 und ich denke mir den senke ich jetzt durch Sport und jogge los. NICHTS!!! Der steigt wieder lustig vor sich hin und erst nach Nahrungsaufnahme beginnt er zu sinken....
    So langsam werde ich verrückt. Ich möchte mein Gewicht reduzieren und mein Ziel ist es wenigstens soviel abzunehmen dass ich nicht mehr von Medikamenten abhängig bin. Aber ich muss ja seit den neuen Medikamenten mehr essen wie zuvor. Ich bin wirklich am verzweifeln und meine Ärztin dümpelt in irgendwelchen Gebirgen bei einer Gorilla-Expedition rum und ist erst Anfang Oktober wieder da......

    Ach ja und was auch neu ist, die Blutwerte der Schilddrüse waren wohl an der Obergrenze zur Unterfunktion. Hatte ich vorher auch noch nie gehabt...könnte dies evtl auch was mit dem Zucker zu tun haben?

    Viele liebe Grüße
    Nicole
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    am 15.09.2013 11:46:55
    nimesch schrieb:
    Sooo dann fing es an dass ich abends immer einen Wert um 80-90 mg/dl bekam und als Diabetiker soll man ja nicht unter einem Wert von 120 mg/dl schlafen gehen. Mit der Ärztin gesprochen und die neuen Tabletten statt morgens und abends jetzt morgens und mittags nehmen.

    Hallo Nicole,

    wo hast du denn den Blödsinn her? Bestimmt von einer total inkompetenten Diabetssberaterin. Das gilt höchstens für INSULINER und für die nicht mal so absolut.

    Was hast du für Medis? Wenn du kein SHs einnimmst, dnn kannst du mit Tabletten überhaupt nicht gefährlich unterzuckern. Du kannst getrost mit 80 mg/dl schlafen gehen und wachst wahrscheinlich mit einem NBZ von 100 mg/dl oder mehr auf. Wenn du dir nicht ganz sicher bist, dann miss doch mal früh zwischen 3 und 4 Uhr. Wenn du dort nicht unter 65...70 kommst, dann ist alles in Ordnung.

    Nimm dein altes Diabetesregime wieder auf, mit dem du die guten Werte hattest. Achte darauf, dass deine Werte nach den Mahlzeiten möglichst die 140 mg/dl nicht überschreiten. Dann wird langfristig auch der NBZ besser, möglichst unter 100, und die Werte verbessern sich insgesamt. Falls du wirklich SHs (Glimeperid o.ä.) verschrieben bekommst, dann wechsle den Arzt, gehe am besten zu einem Diabeotologen.

    LG Rainer
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    am 15.09.2013 12:52:05
    Hallo Rainer,

    erst mal vielen lieben Dank für deine Antwort :)

    Zur Medikation hatte ich bewusst nichts geschrieben weil ich nicht wusste ob dies hier erlaubt ist. In einigen Foren darf man die Medikamente namentlich nicht nennen.

    Also ich nehme seit 1999, abgesehen von besagter Unterbrechung, Glimepirid 3 mg einmal morgens und einmal abends. Seit neuesten nehme ich zusätzlich morgens und mittags je 50 mg Xelevia.
    Irgendwie habe ich das Gefühl dass das Glimeprird generell nicht mehr wirkt, immerhin bekomme ich es ja nun auch schon seit gut 10-12 Jahren. Und plötzlich entgleist mein Zucker komplett obwohl ich absolut nichts geändert habe. Ich nehme pünktlich meine Medikamente ein, hab an Bewegung sogar noch eins drauf gesetzt, ernähre mich gleich (eher sogar noch bewusster und gesünder), habe nicht zugenommen etc...

    Habe ja auch schon in der Praxis angerufen und gefragt ob es möglich wäre das Glimepirid komplett abzusetzen und nur mit dem Xelevia ( gegebenenfalls mit höheren Dosen) weiter zu machen aber leider ist ja Frau Doktor nicht da.
    Werde wohl am Montag mal bei einem Diabetologen anrufen und kurzfristig einen Termin vereinbaren.

    Aber die Schilddrüse hat nichts mit dem Zucker zu tun, oder?

    LG Nicole
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    am 15.09.2013 15:11:29
    Hallo Nicole,

    gut, dass du endlich deinen Diabetes selbst in die Hand nimmst und den Weg zum Diabetologen suchst.

    Lass doch einfach das Glimeperid mal weg und schau nach, ob die Werte mit besser sind als ohne. Warum bekommst du bei so hohen Nüchternwerten kein Metformin, hattest du das nicht vertragen? Lass das einen Diabetologen anshen, der hat bestimmt bessere Vorschläge. Als Ziele für eine gesunde BZ-Führung solltest du dir stellen: HbA1c unter 6,5%, Werte nach den Mahlzeiten in 1 Stunde unter 140 und in 2 Stunden unter 120 mg/dl und den NBZ unter 100 mg/dl. Das wirst du nicht auf einmal erreichen, aber wenn du beim Essen darauf achtest, wie viel KH du isst und dich regelmäßig bewegst, dann müsstest du das mit den passenden Medis hinkriegen.

    Die Schilddrüse hat meines Wissens keinen direkten Einfluss auf den BZ. Aber mit schlecht eingestellter SD-Unterfunktion hast du Probleme mit dem Abnehmen und damit dann eventuell auch Probleme mit der BZ-Führung. Um die richtige Einstellung der SD solltest du dich auf jeden Fall auch kümmern. Stöbere dazu vielleicht mal in SD- bzw. in Hashi-Foren herum.

    LG Rainer
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    am 15.09.2013 16:42:10
    Hallo Rainer,

    kann ich denn bedenkenlos das Glimepirid weg lassen?

    Ich hatte, soweit ich mich erinnere, das Metformin nicht vertragen. Bin mir heute aber nicht mehr sicher ob es vielleicht nur die anfänglichen Beschwerden waren die bei einer Neueinnahme auftreten können. Kurz darauf bekam ich das Glimepirid, hatte es super vertragen und bis vor kurzem keine Probleme gehabt.

    LG Nicole
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    am 15.09.2013 18:26:30
    Hallo Nicole,

    wenn du sowieso bald zu einem Diabetologen gehst, dann brauchst du solche Experimente nicht mehr zu machen. Aber ansonsten hätte ich keine Probleme damit, so etwas auszuprobieren. Das macht natürlich nur Sinn, wenn du für vorher und nachher aussagefähige Messreihen mit möglichst vergleichbaren Mahlzeiten aufzeichnest. Das einzige was passieren kann, dass du noch etwas höhere BZ-Werte hast. Weil dein BZ so schon hoch verläuft, macht der Unterschied bestimmt nicht mehr viel aus. Falls die Werte sehr hoch werden, kannst du ja jederzeit das Glimeperid wieder dazu nehmen. Bei dem Experiment bekommst du auf jeden Fall raus, ob es noch hilft, oder ob du es umsonst einnimmst.

    Der DDP-4-Hemmer Xelevia wird unter Umständen auch nicht mehr ausreichend wirken. Das beste für deinen BZ wäre natürlich Insulin nach ICT. Wenn du das nicht willst, dann könnte vielleicht noch Xelevia und Basalinsulin und natürlich dazu Metformin (das du langsam einschleichen musst) für ausreichend guten BZ sorgen. Du kannst das ja mal beim Diabetologen vorschlagen und es vielleicht mit seiner Unterstützung ausprobieren.

    LG Rainer
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    am 15.09.2013 18:58:23
    Hallo Rainer,

    was den hohen Blutzucker betrifft, den habe ich nur wenn ich weniger esse. Klingt komisch, ist aber wirklich so. Beispiel :

    Wenn ich spät abends nochmal etwas esse habe ich morgens einen Nüchternzucker von 130 mg/dl und zwei Stunden nach dem essen einen BZ von 150 mg/dl. Im laufe des Tages habe ich (inklusive sportlicher Betätigung) einen BZ zwischen 90-130 mg/dl.
    Esse ich spät abends wiederum nichts weiter habe ich morgens Nüchternzucker zwischen 180-250 mg/dl, eher aber immer um die 230-250 mg/dl.

    Auch wenn ich tagsüber weniger esse (möchte ja mein Gewicht reduzieren) steigt der Zucker an.
    Vorhin auch schon wieder. BZ von 200 mg/dl, etwas gegessen und eine Stunde später einen BZ von 140 mg/dl.

    Brot in jeglicher Form geht zb auch absolut garnicht. Auch dass empfohlene Vollkornbrot ist der reinste Horror für meinen BZ. Beispiel : Morgenzucker 150 mg/dl. EINE kleine Scheibe Vollkornbrot gegessen ohne Margarine und einer dünnen Scheibe Hähnchenbrust und 3 Stunden später immer noch einen BZ von 240 mg/dl, 2 Stunden später immer noch auf 180 md/dl. Weitere 2 Stunden dann auf 150 mg/dl und erst zwei weitere Stunden auf 130 mg/dl.

    Nachdem mein Zucker so entglitten ist habe ich besonders auf die Ernährung geachtet (mehr als sonst) und habe so gut wie möglich auf Kohlenhydrate verzichtet und mit dem neuen Medikament zusammen blieb ich immer zwischen 90-150 mg/dl.
    Nachdem ich meiner Ärztin davon berichtete schlug sie die Hände über den Kopf zusammen und meinte ich müsse auf jeden Fall 12 Broteinheiten am Tag essen.
    Toll, seitdem ich dies versuche spinnt der Zucker wieder mehr, ich nehme kaum ab (eher noch zu) und ich bin wirklich nur noch am essen. Es ist sooo schlimm denn ich mag nicht essen, muss aber weil der Zucker sonst nach oben schießt...normal ist anders :(

    Wird wirklich Zeit für einen Diabetologen...

    LG Nicole

    Ps. : Wenn mein Zucker so extrem hoch ist dann besteht doch kaum Gefahr in der Nacht zu unterzuckern oder?
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    am 16.09.2013 11:14:35
    Hallo Nicole,

    an der Reaktion deines BZ auf die verschiedenen Mahlzeiten kann man erkennen, dass
    1. das Glimeperid nicht mehr viel wirkt,
    2. Xelevia noch relativ viel ausrichtet, das macht es aber von seiner Wirkung her nur nach dem Essen,
    3. deine Restproduktion von Insulin nicht mehr ausreicht, um die basale Versorgung sicher zu stellen.

    Ich würde an deiner Stelle bis zum Termin beim Diabetologen
    1. die Medis so weiter nehmen,
    2. die KH stark reduzieren, wobei du den BZ stichprobenweise kontrollieren sollst, aber höchstwahrscheinlich keine Angst vor gefährlichen Unterzuckerungen haben musst.

    Beim Diabetologen solltest du dann nach Basalinsulin (z.B. Lantus) fragen. Mit dem Basalinsulin in der richtigen Dosierung kannst du dann absichern, dass der BZ ohne Essen normal bleibt. Der Aufwand dafür ist relativ gering, weil du nur einmal täglich eine feste Dosis spritzen musst. Zusammen mit Xelevia und evtl. Metformin dürfte das für deinen BZ bei einer KH-reduzierten Ernährung gut passen. Wenn du Austausch und Anregung zu einer KH-reduzierten und trotzdem schmackhaften Ernährung haben willst, dann sieh dich mal in diesem Forum um.

    LG Rainer
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    am 16.09.2013 11:37:52
    Hallo Rainer,

    ich habe gestern Abend einfach mal nach "Bauchgefühl" gehandelt und meine letzte Mahlzeit (Eiweiß Omelett) um 19.30 Uhr gegessen. Zum Zeitpunkt des Essens war mein BZ 90 mg/dl und es änderte sich so gut wie Garnichts.
    Auch bin ich mit diesem Wert schlafen gegangen, habe aber in der Nacht mehrmals getestet und mein BZ blieb immer zwischen 90 mg/dl und 105 mg/dl. Jaaaa und wie Du gesagt hattest bin ich heute morgen mit einem NBZ von 115 mg/dl aufgewacht *freu*.

    Nun habe ich, wie gewohnt, meine Tabletten genommen aber konnte so früh noch nichts essen.
    Bevor ich etwas esse prüfe ich derzeit immer meinen BZ um mich daran zu orientieren WAS ich esse und da war das Biest schon wieder auf 165 mg/dl. Nach Nahrungsaufnahme ist er dann wieder auf 110 mg/dl gesunken. Also wird es wohl so sein wie du sagst dass ich zur Tabletteneinnahme etwas essen muss. Nur fällt mir genau dieses so schwer da ich nicht essen möchte nur weil ich es muss.


    Ja, ernährungstechnisch habe ich großes Interesse und werde mich definitiv hier schlau machen :)
    Hab dieses Jahr ja den Kürbis für mich entdeckt. Schien für mich das optimale Gemüse zu sein. Kaum Kalorien, hohe Nährstoffdichte und mega lecker zb als "Pommes" zubereitet. Und dann erfahre ich dass der Kürbis das einzigste Gemüse ist was bei einer Diabetes nicht gerade vom Vorteil ist (hoher Glyx, wirkt sich negativ auf den BZ aus etc)...ärgerlich....

    Insulin möchte ich, ehrlich gesagt, nicht spritzen. Wie gesagt, mein Ziel ist es mein Gewicht erstmal soweit zu reduzieren dass ich vielleicht sogar auf die Medikamente verzichten kann...

    LG Nicole
  • Gast

    Rang: Gast
    am 16.09.2013 13:37:57
    info - der diabetes.
    ansonsten, glimepirid animiert die betas (so sie noch können) insulin auszuschütten, völlig egal obs gebraucht wird oder nicht, daher ist es sinnlos sowas zu schlucken und dann zu sagen ich will garnicht essen. (was ja nichT schlecht ist wenn du abnehmen willst.)
    zum insulin - ist das einzige medikament ohne nebenwirkung da ein körpereigenes hormon,
    es mach weder süchtig noch irgendwie anders abhängig, kann also wenn nicht benötigt von jetzt auf gleich abgesetzt werden.
    bitte nicht böse sein das habe ich nur geschrieben um etwas zu informieren , eigentlich wollte ich nur den dämlichen schuhverkäufer von der ersten seite werfen.
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    Mitglied seit: 15.09.2013
    am 16.09.2013 14:10:53
    Hallo Gast,

    erst mal Danke für deine Antwort.


    Wie Du bestimmt aus meinen Beiträgen entnehmen konntest hatte ich 10-12 Jahre keinerlei Probleme mit meiner Diabetes. Meine Werte waren immer im akzeptablen Bereich, die Tabletten haben ihren Zweck erfüllt und mit meiner Ernährungsweise gab es keine Probleme.
    Auch neigte ich früher eher zu unterzuckern wenn ich über einen längeren Zeitraum nichts gegessen habe. Jetzt schießt mein BZ mit seinen Werten recht hoch sobald ich nichts gegessen habe.

    Zum Thema Essen....ich habe, wie gesagt, über Jahre gut leben können und soll bzw muss von heute auf jetzt meine Gewohnheiten ändern. Und gerade im Bezug auf das Essen fällt es mir ungemein schwer da ich vorher nicht gleich morgens irgendwas in mich rein stopfen musste.

    Beim Insulin stört mich keineswegs das Insulin selbst sondern die Tatsache dass ich mich selber spritzen muss etc. Ich habe eine absolute Phobie vor Nadeln und tue mich heute noch mit der Stechhilfe extrem schwer.

    Und nein, ich bin absolut nicht böse. Wieso auch? Konstruktive Kritik ist immer gern gesehen...zumindest bei mir :)

    LG Nicole
  • Gast

    Rang: Gast
    am 16.09.2013 16:06:37
    so wie schon mal geschrieben, ja du hattest keine probleme, hast allerdingsvergessen dich zu informieren, -das ist von der wichtigkeit her an "erster" stelle beim diabetes.
    alle medis wie glmepirid, glibenclamid, und die kurzfristigen starlix usw.
    zwingen die ß-zellen insulin auszuschütten und überlasten sie dabei. daher wird auch vermehrt proinsulin ausgeschüttet, das ist die vorstufe aus insulin und c-peptid,
    dieses hat nur 10% der wirkung von insulin aber ein erhebliches potenzial kilos anzuhäufen.
    (wird oft vergessen)
    im grund verkürzt du mit den og medikamenten die lebensdauer deiner ß-zellen.
    und das heißt ob man will oder nicht der tag rückt näher wo außer insulin nichts mehr geht.
    im allg gilt von diagnose bis insulin 10-max 14jahre.
    auf deutsch, wenn kein oder zu wenig insulin produziert wird, muß es zusätzlich gespritzt werden, denn es gibt keinen ersatz.(außer transplantation)
    zur beruhigung die kanülen sind so dünn daß die meisten sie nur mit nahbrille sehen, und rutschen daher ohne druck von selbst ohne schmerzen rein.
    und für nadelphobiker gibts von novo nordisk autocover kanülen wo du vor beim und nach dem spritzen keine nadel siehst. no problemo
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    Mitglied seit: 15.09.2013
    am 16.09.2013 17:36:00
    Ok, schaut wohl wirklich so aus als ob dann bei mir die Zeit des Insulin spritzen angekommen ist.

    Sicherlich ist es nur eine Gewöhnungssache mit den Spritzen, dennoch für mich der blanke Horror.

    Am Mittwoch habe ich um 11 Uhr kurzfristig einen Termin bei einem Diabetologen bekommen. Werde dann mal berichten was bei raus gekommen ist :)

    LG Nicole
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 16.09.2013 17:49:43
    Moin Nicole,

    der Diabetes Typ2 gilt als progrdiente Krankheit, also als eine, die sich bei standartmäßiger Behandlung selbst verstärkt und immer mehr bzw. stärker wirkende Medis erfordert. In diesem Rahmen werden die meisten von uns 2ern eher 8 als 10 Jahre nach ihrer Ernennung insulinpflichtig.

    In der Karriere bin ich dir mit mehr als 20 Jahren seit meiner Ernennung ein paar Jahre voraus, hab auch schon mehr als 10 mit Insulin hinter mir. Und seit 12 Wochen mach ich ein Experiment, das schon nach EINER Woche ein erstaunliches erstes Ergebnis erbracht hat: Ich konnte einen Teil meiner Insulin-Dosis, mein Basal-Insulin, gewaltig verringern. So gewaltig, dass ich vielleicht heute noch kein Insulin zu spritzen und nur wenig andere Medi zu nehmen bräuchte, wenn ich das damals schon gleich nach meiner Ernennung oder wenigstens vor meiner INSULINER-Zeit gekannt und gemacht hätte.

    Der Hintergrund:
    Wenige Tage nach der operativen Magenverkleinerung bzw. -umgehung wird zumindest bei jüngeren Diabetes-Karrieren häufig eine weitgehnde bis vollständige Normalisierung von Blutzucker und Insulin-Ausgabe beobachtet. Und erste kleine Studien haben gezeigt, dass nicht das Schnippeln diese Wirkung macht, sondern die sehr geringe Nahrungsaufnahme, die nach der OP noch möglich ist. Um 800 kcal am Tag für 14 Tage machen die Basis und zeigen schon nach spätestens 1 Woche erstaunliche Wirkung. Also lange vor einer nennenswerten Gewichtsabnahme, die bislang als unabdingbare Voraussetzung gegolten hat. Und mit dieser Normalisierung scheint auch das anschließende Abschmelzen der zuvielen Kilos sehr viel zügiger zu gehen und leichter zu fallen, als auf die bislang üblichen langsam quälenden Weisen.

    Von meinen Erfahrungen seit Anfang Juli kannst Du hier ein bisschen ausführlicher lesen und gerne deinen ähnlichen Versuch machen, wenn du magst :)

    Bisdann, Jürgen
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    am 16.09.2013 22:30:28
    Huhu Jürgen,

    an sich hätte ich keine Probleme meine Ernährung auf 800 kcal umzustellen. Nur versuche ich, seit dem ich erfahren habe dass mein BZ so entgleist, mein Gewicht zu reduzieren. Viel Erfolg konnte ich bisher leider nicht verzeichnen obwohl ich mich gesünder und bewusster ernähre wie vorher und täglich Sport treibe.
    Wie ja bereits erwähnt liegen meine Schilddrüsenwerte wohl recht hoch zur Unterfunktion. TSH basal liegt bei 3.13 µU/ml und der Referenzbereich ist zwischen 0.32 - 4.00 µU/ml. Aber laut Internet ist dieser Referenzbereich wohl veraltet und viele Ärzte fangen bereits bei einem Wert von 2.5 µU/ml an zu behandeln, sollten Symptome vorhanden sein. Und dies ist bei mir definitiv der Fall.
    Am Mittwoch habe ich einen Termin beim Diabetologen und eine Sonographie der Schilddrüse steht auch bereits an.

    Sobald ich weiß wie ich künftig bei meiner Diabetes behandelt werde und alles mit der Schilddrüse abgeklärt ist werde ich deinen Vorschlag mal annehmen und die Kalorienzufuhr runter schrauben :)
    Vorher wäre schade wenn es vielleicht durch die Schilddrüse zu keinem Erfolg führen würde....

    Deinen Link habe ich mir abgespeichert.

    LG Nicole
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    am 19.09.2013 20:41:55
    Hallöchen,

    wollte nur mal berichten was beim Diabetologen raus gekommen ist.
    Und zwar wird bei mir jetzt erstmal Metformin langsam eingeschlichen. Sprich, ich nehme seit heute Morgen eine halbe Tablette (500 mg) und dass für 3 Tage. Sollte ich dies vertragen soll ich Abends eine weitere Tablette nehmen, wieder für 3 Tage. Und das Ganze mache ich so lange bis ich Morgens und Abends jeweils 1000 mg nehme. Zusätzlich bekomme ich weiterhin Xelevia 50 mg und Glimepirid 3 mg je Morgens und Abends.

    Sollte dies nicht funktionieren schlug er mir vor es mit GLP-1-Mimetika zu versuchen bevor wir dann letztendlich zum Insulin greifen.

    Jedenfalls halte ich mich strikt an meinen Plan zwecks BZ-Senkung und Gewichtsreduktion.
    Ich vermeide "schwere" Kohlenhydrate wie zb Brot, Nudeln etc und gehe täglich in den Wald laufen.
    Ich wurde sogar mehrfach belohnt denn mein "nicht abnehmen" entpuppte sich als falsch. In der Praxis wurde ich gewogen und die Waage zeigte stolze 5 Kilo weniger an. Auch war mein BZ seit vorgestern nicht mehr über 200 mg/dl. In der Regel bin ich ab Mittags immer um die 100 - 110 mg/dl.
    Gestern habe ich mir eine leckere Möhrchensuppe gekocht (ohne Kartoffeln etc). Mein BZ war vor dem essen 108 mg/dl, eine Stunde nach dem essen 129 mg/dl und zwei Stunden nach dem essen auf 103 mg/dl. Ich habe mich so irre doll gefreut.
    Heute war mein NBZ 119 mg/dl. Der Knackpunkt ist wirklich Vormittags, danach sieht es schon super aus.

    Ich wollte mich nochmal für die vielen, informativen Antworten von euch bedanken.

    LG Nicole
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    am 19.09.2013 21:00:27
    Deine Werte klingen sehr gut - Glückwunsch Nicole.

    Sehr wahscheinlich wird auch dein NBZ noch sinken. Wenn der BZ nach den Mahlzeiten im gesunden Bereich bleibt, dann geht erfahrungsgemäß mit der Zeit auch der NBZ weiter nach unten. Das passiert nur nicht sofort, sondern langsam über mehrere Wochen im Nachgang. Außerdem verbessert er sich auch noch. wenn du erst die volle Dosis Metformin eingeschlichen hast.

    LG Rainer
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    am 21.09.2013 18:22:36
    Hallo Rainer,

    vielen lieben Dank für deine Antwort und die Glückwünsche :)

    Ich kann jetzt beinahe täglich beobachten wie der BZ Stück für Stück besser wird.
    Heute z.B. kam ich nicht einmal mehr über 160 mg/dl und jetzt gerade ist er auf 80 mg/dl, was in den letzten Wochen nicht einmal vorkam.

    LG Nicole
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    am 23.10.2013 23:25:30
    Hallo Nicole ,bei mir war es auch so Metformin nicht vertragen der HA keine Ahnung von Diabetes und meine BZW gingen so auf 350 bis 400!Ich habe dann bei meinen HA auf eine Überweisung zum Diabetologen bestanden !Dort hab ich gesagt das ich dringend einen Termin brauche u konnte 3 Tage später kommen der schaute auf die Werte u sagte sofort Insulin! Schnellkurs u am gleichen Tag noch mit Spritzen angefangen 1-2 mal die Woche hin u Insulin anpassen !Mir hätte nichts besseres passieren können u Spritzen ist heutzutage nicht mehr schlimm ! Ich hab im Januar 2013 mit Langzeitwert von 11,8 angefangen u bin seit August auf 6,4 runter u hab durch die Essensumstellung sogar noch 20 kg abgenommen !Wenn du posetiv daran gehst klappt es auch schnell u du wirst dich wirkl wieder besser fühlen,du darfst nur nicht damit hadern ist auch viel Kopfsache ,nur eins muss ich dir sagen obwohl ich soviel abgenommen habe ist mein Insulinbedarf nicht weniger geworden! Kannst mich jederzeit per PN anschreiben wenn du möchtest !

    Lebe jeden Tag als wärs dein Letzter !

    GVLG ANNY