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So langsam verzweifel ich :(
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am 15.09.2013 10:21:21
Hallöchen,
ich habe mich heute hier neu angemeldet. Ich komme aus Berlin, bin 37 Jahre alt und habe 1999 meine Diagnose Diabetes bekommen.
Ich wurde damals auf Tabletten eingestellt und soweit lief alles super. Zwischenzeitlich konnte ich, durch Gewichtsreduktion, sogar eine Weile ohne Medikamente auskommen. Leider hatte ich später aber mein altes Gewicht überholt und musste wieder auf Tabletten eingestellt werden.
Ich hatte eigentlich nie irgendwelche Probleme. Mein Langzeitzucker war zwar nie der Beste (7,2 mmol/l) aber für meine Ärztin wohl nicht besorgniserregend.
Seit, gefühlt, kurzer Zeit geht es mir gar nicht mehr gut. Dauermüde, antriebslos, gereizt etc. Also ab zum Doc und es abklären lassen.
So blöd es klingt, ich habe überhaupt nicht an meine Diabetes gedacht. Nach einer Blutuntersuchung war schnell klar, die Diabetes spinnt rum. Der Langzeitzucker lag bei 9,8.
Die Ironie ist, es hat sich absolut rein Garnichts an meiner Lebensweise geändert (abgesehen davon dass ich vor einem Jahr mit dem rauchen aufgehört habe).
Natürlich denkt man bei übergewichtigen Menschen dass sie meist nur faul und träge auf der Couch verweilen. Aber dem ist nicht so. Ich habe drei Hunde und die brauchen ihren regelmäßigen Auslauf. Ergo, ich bin täglich im Wald mit ihnen laufen. Vom Frühjahr bis späten Herbst bin ich überwiegend mit Fahrrad unterwegs, im Sommer wird ausiebig geschwommen etc....
Aber da solch Werte natürlich ein absolutes NO GO sind bekam ich weitere Tabletten, stellte die Ernährung um und trieb noch mehr Sport und siehe da, ich bekam meine Werte runter auf einen Bereich zwischen 90 mg/dl und 145 mg/dl.
Sooo dann fing es an dass ich abends immer einen Wert um 80-90 mg/dl bekam und als Diabetiker soll man ja nicht unter einem Wert von 120 mg/dl schlafen gehen. Mit der Ärztin gesprochen und die neuen Tabletten statt morgens und abends jetzt morgens und mittags nehmen.
Nun stehe ich morgens ständig mit einem Wert von 230-250 mg/dl auf. Dass ist doch bekloppt! Nachts um 3 messe ich einen Wert von 105 mg/dl und morgens, direkt nach dem aufstehen und ohne jegliche Nahrungsaufnahme, hab ich solch Spitzenwerte!
Ich nehme dann meine Tabletten und traue mich Garnichts mehr zu essen und mein Zucker steigt dann fröhlich weiter. Esse ich dann aber doch etwas ist mein Zucker eine Stunde später auf 150 mg/dl gesunken.
Dass gleiche dann im Wald. Zucker ist auf 200 und ich denke mir den senke ich jetzt durch Sport und jogge los. NICHTS!!! Der steigt wieder lustig vor sich hin und erst nach Nahrungsaufnahme beginnt er zu sinken....
So langsam werde ich verrückt. Ich möchte mein Gewicht reduzieren und mein Ziel ist es wenigstens soviel abzunehmen dass ich nicht mehr von Medikamenten abhängig bin. Aber ich muss ja seit den neuen Medikamenten mehr essen wie zuvor. Ich bin wirklich am verzweifeln und meine Ärztin dümpelt in irgendwelchen Gebirgen bei einer Gorilla-Expedition rum und ist erst Anfang Oktober wieder da......
Ach ja und was auch neu ist, die Blutwerte der Schilddrüse waren wohl an der Obergrenze zur Unterfunktion. Hatte ich vorher auch noch nie gehabt...könnte dies evtl auch was mit dem Zucker zu tun haben?
Viele liebe Grüße
Nicole -
am 15.09.2013 11:46:55
nimesch schrieb:
Sooo dann fing es an dass ich abends immer einen Wert um 80-90 mg/dl bekam und als Diabetiker soll man ja nicht unter einem Wert von 120 mg/dl schlafen gehen. Mit der Ärztin gesprochen und die neuen Tabletten statt morgens und abends jetzt morgens und mittags nehmen.
Hallo Nicole,
wo hast du denn den Blödsinn her? Bestimmt von einer total inkompetenten Diabetssberaterin. Das gilt höchstens für INSULINER und für die nicht mal so absolut.
Was hast du für Medis? Wenn du kein SHs einnimmst, dnn kannst du mit Tabletten überhaupt nicht gefährlich unterzuckern. Du kannst getrost mit 80 mg/dl schlafen gehen und wachst wahrscheinlich mit einem NBZ von 100 mg/dl oder mehr auf. Wenn du dir nicht ganz sicher bist, dann miss doch mal früh zwischen 3 und 4 Uhr. Wenn du dort nicht unter 65...70 kommst, dann ist alles in Ordnung.
Nimm dein altes Diabetesregime wieder auf, mit dem du die guten Werte hattest. Achte darauf, dass deine Werte nach den Mahlzeiten möglichst die 140 mg/dl nicht überschreiten. Dann wird langfristig auch der NBZ besser, möglichst unter 100, und die Werte verbessern sich insgesamt. Falls du wirklich SHs (Glimeperid o.ä.) verschrieben bekommst, dann wechsle den Arzt, gehe am besten zu einem Diabeotologen.
LG Rainer1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 15.09.2013 12:52:05
Hallo Rainer,
erst mal vielen lieben Dank für deine Antwort :)
Zur Medikation hatte ich bewusst nichts geschrieben weil ich nicht wusste ob dies hier erlaubt ist. In einigen Foren darf man die Medikamente namentlich nicht nennen.
Also ich nehme seit 1999, abgesehen von besagter Unterbrechung, Glimepirid 3 mg einmal morgens und einmal abends. Seit neuesten nehme ich zusätzlich morgens und mittags je 50 mg Xelevia.
Irgendwie habe ich das Gefühl dass das Glimeprird generell nicht mehr wirkt, immerhin bekomme ich es ja nun auch schon seit gut 10-12 Jahren. Und plötzlich entgleist mein Zucker komplett obwohl ich absolut nichts geändert habe. Ich nehme pünktlich meine Medikamente ein, hab an Bewegung sogar noch eins drauf gesetzt, ernähre mich gleich (eher sogar noch bewusster und gesünder), habe nicht zugenommen etc...
Habe ja auch schon in der Praxis angerufen und gefragt ob es möglich wäre das Glimepirid komplett abzusetzen und nur mit dem Xelevia ( gegebenenfalls mit höheren Dosen) weiter zu machen aber leider ist ja Frau Doktor nicht da.
Werde wohl am Montag mal bei einem Diabetologen anrufen und kurzfristig einen Termin vereinbaren.
Aber die Schilddrüse hat nichts mit dem Zucker zu tun, oder?
LG Nicole -
am 15.09.2013 15:11:29
Hallo Nicole,
gut, dass du endlich deinen Diabetes selbst in die Hand nimmst und den Weg zum Diabetologen suchst.
Lass doch einfach das Glimeperid mal weg und schau nach, ob die Werte mit besser sind als ohne. Warum bekommst du bei so hohen Nüchternwerten kein Metformin, hattest du das nicht vertragen? Lass das einen Diabetologen anshen, der hat bestimmt bessere Vorschläge. Als Ziele für eine gesunde BZ-Führung solltest du dir stellen: HbA1c unter 6,5%, Werte nach den Mahlzeiten in 1 Stunde unter 140 und in 2 Stunden unter 120 mg/dl und den NBZ unter 100 mg/dl. Das wirst du nicht auf einmal erreichen, aber wenn du beim Essen darauf achtest, wie viel KH du isst und dich regelmäßig bewegst, dann müsstest du das mit den passenden Medis hinkriegen.
Die Schilddrüse hat meines Wissens keinen direkten Einfluss auf den BZ. Aber mit schlecht eingestellter SD-Unterfunktion hast du Probleme mit dem Abnehmen und damit dann eventuell auch Probleme mit der BZ-Führung. Um die richtige Einstellung der SD solltest du dich auf jeden Fall auch kümmern. Stöbere dazu vielleicht mal in SD- bzw. in Hashi-Foren herum.
LG Rainer1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 15.09.2013 16:42:10
Hallo Rainer,
kann ich denn bedenkenlos das Glimepirid weg lassen?
Ich hatte, soweit ich mich erinnere, das Metformin nicht vertragen. Bin mir heute aber nicht mehr sicher ob es vielleicht nur die anfänglichen Beschwerden waren die bei einer Neueinnahme auftreten können. Kurz darauf bekam ich das Glimepirid, hatte es super vertragen und bis vor kurzem keine Probleme gehabt.
LG Nicole -
am 15.09.2013 18:26:30
Hallo Nicole,
wenn du sowieso bald zu einem Diabetologen gehst, dann brauchst du solche Experimente nicht mehr zu machen. Aber ansonsten hätte ich keine Probleme damit, so etwas auszuprobieren. Das macht natürlich nur Sinn, wenn du für vorher und nachher aussagefähige Messreihen mit möglichst vergleichbaren Mahlzeiten aufzeichnest. Das einzige was passieren kann, dass du noch etwas höhere BZ-Werte hast. Weil dein BZ so schon hoch verläuft, macht der Unterschied bestimmt nicht mehr viel aus. Falls die Werte sehr hoch werden, kannst du ja jederzeit das Glimeperid wieder dazu nehmen. Bei dem Experiment bekommst du auf jeden Fall raus, ob es noch hilft, oder ob du es umsonst einnimmst.
Der DDP-4-Hemmer Xelevia wird unter Umständen auch nicht mehr ausreichend wirken. Das beste für deinen BZ wäre natürlich Insulin nach ICT. Wenn du das nicht willst, dann könnte vielleicht noch Xelevia und Basalinsulin und natürlich dazu Metformin (das du langsam einschleichen musst) für ausreichend guten BZ sorgen. Du kannst das ja mal beim Diabetologen vorschlagen und es vielleicht mit seiner Unterstützung ausprobieren.
LG Rainer1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 15.09.2013 18:58:23
Hallo Rainer,
was den hohen Blutzucker betrifft, den habe ich nur wenn ich weniger esse. Klingt komisch, ist aber wirklich so. Beispiel :
Wenn ich spät abends nochmal etwas esse habe ich morgens einen Nüchternzucker von 130 mg/dl und zwei Stunden nach dem essen einen BZ von 150 mg/dl. Im laufe des Tages habe ich (inklusive sportlicher Betätigung) einen BZ zwischen 90-130 mg/dl.
Esse ich spät abends wiederum nichts weiter habe ich morgens Nüchternzucker zwischen 180-250 mg/dl, eher aber immer um die 230-250 mg/dl.
Auch wenn ich tagsüber weniger esse (möchte ja mein Gewicht reduzieren) steigt der Zucker an.
Vorhin auch schon wieder. BZ von 200 mg/dl, etwas gegessen und eine Stunde später einen BZ von 140 mg/dl.
Brot in jeglicher Form geht zb auch absolut garnicht. Auch dass empfohlene Vollkornbrot ist der reinste Horror für meinen BZ. Beispiel : Morgenzucker 150 mg/dl. EINE kleine Scheibe Vollkornbrot gegessen ohne Margarine und einer dünnen Scheibe Hähnchenbrust und 3 Stunden später immer noch einen BZ von 240 mg/dl, 2 Stunden später immer noch auf 180 md/dl. Weitere 2 Stunden dann auf 150 mg/dl und erst zwei weitere Stunden auf 130 mg/dl.
Nachdem mein Zucker so entglitten ist habe ich besonders auf die Ernährung geachtet (mehr als sonst) und habe so gut wie möglich auf Kohlenhydrate verzichtet und mit dem neuen Medikament zusammen blieb ich immer zwischen 90-150 mg/dl.
Nachdem ich meiner Ärztin davon berichtete schlug sie die Hände über den Kopf zusammen und meinte ich müsse auf jeden Fall 12 Broteinheiten am Tag essen.
Toll, seitdem ich dies versuche spinnt der Zucker wieder mehr, ich nehme kaum ab (eher noch zu) und ich bin wirklich nur noch am essen. Es ist sooo schlimm denn ich mag nicht essen, muss aber weil der Zucker sonst nach oben schießt...normal ist anders :(
Wird wirklich Zeit für einen Diabetologen...
LG Nicole
Ps. : Wenn mein Zucker so extrem hoch ist dann besteht doch kaum Gefahr in der Nacht zu unterzuckern oder? -
am 16.09.2013 11:14:35
Hallo Nicole,
an der Reaktion deines BZ auf die verschiedenen Mahlzeiten kann man erkennen, dass
1. das Glimeperid nicht mehr viel wirkt,
2. Xelevia noch relativ viel ausrichtet, das macht es aber von seiner Wirkung her nur nach dem Essen,
3. deine Restproduktion von Insulin nicht mehr ausreicht, um die basale Versorgung sicher zu stellen.
Ich würde an deiner Stelle bis zum Termin beim Diabetologen
1. die Medis so weiter nehmen,
2. die KH stark reduzieren, wobei du den BZ stichprobenweise kontrollieren sollst, aber höchstwahrscheinlich keine Angst vor gefährlichen Unterzuckerungen haben musst.
Beim Diabetologen solltest du dann nach Basalinsulin (z.B. Lantus) fragen. Mit dem Basalinsulin in der richtigen Dosierung kannst du dann absichern, dass der BZ ohne Essen normal bleibt. Der Aufwand dafür ist relativ gering, weil du nur einmal täglich eine feste Dosis spritzen musst. Zusammen mit Xelevia und evtl. Metformin dürfte das für deinen BZ bei einer KH-reduzierten Ernährung gut passen. Wenn du Austausch und Anregung zu einer KH-reduzierten und trotzdem schmackhaften Ernährung haben willst, dann sieh dich mal in diesem Forum um.
LG Rainer1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 16.09.2013 11:37:52
Hallo Rainer,
ich habe gestern Abend einfach mal nach "Bauchgefühl" gehandelt und meine letzte Mahlzeit (Eiweiß Omelett) um 19.30 Uhr gegessen. Zum Zeitpunkt des Essens war mein BZ 90 mg/dl und es änderte sich so gut wie Garnichts.
Auch bin ich mit diesem Wert schlafen gegangen, habe aber in der Nacht mehrmals getestet und mein BZ blieb immer zwischen 90 mg/dl und 105 mg/dl. Jaaaa und wie Du gesagt hattest bin ich heute morgen mit einem NBZ von 115 mg/dl aufgewacht *freu*.
Nun habe ich, wie gewohnt, meine Tabletten genommen aber konnte so früh noch nichts essen.
Bevor ich etwas esse prüfe ich derzeit immer meinen BZ um mich daran zu orientieren WAS ich esse und da war das Biest schon wieder auf 165 mg/dl. Nach Nahrungsaufnahme ist er dann wieder auf 110 mg/dl gesunken. Also wird es wohl so sein wie du sagst dass ich zur Tabletteneinnahme etwas essen muss. Nur fällt mir genau dieses so schwer da ich nicht essen möchte nur weil ich es muss.
Ja, ernährungstechnisch habe ich großes Interesse und werde mich definitiv hier schlau machen :)
Hab dieses Jahr ja den Kürbis für mich entdeckt. Schien für mich das optimale Gemüse zu sein. Kaum Kalorien, hohe Nährstoffdichte und mega lecker zb als "Pommes" zubereitet. Und dann erfahre ich dass der Kürbis das einzigste Gemüse ist was bei einer Diabetes nicht gerade vom Vorteil ist (hoher Glyx, wirkt sich negativ auf den BZ aus etc)...ärgerlich....
Insulin möchte ich, ehrlich gesagt, nicht spritzen. Wie gesagt, mein Ziel ist es mein Gewicht erstmal soweit zu reduzieren dass ich vielleicht sogar auf die Medikamente verzichten kann...
LG Nicole -
Gast
Rang: Gastam 16.09.2013 13:37:57
info - der diabetes.
ansonsten, glimepirid animiert die betas (so sie noch können) insulin auszuschütten, völlig egal obs gebraucht wird oder nicht, daher ist es sinnlos sowas zu schlucken und dann zu sagen ich will garnicht essen. (was ja nichT schlecht ist wenn du abnehmen willst.)
zum insulin - ist das einzige medikament ohne nebenwirkung da ein körpereigenes hormon,
es mach weder süchtig noch irgendwie anders abhängig, kann also wenn nicht benötigt von jetzt auf gleich abgesetzt werden.
bitte nicht böse sein das habe ich nur geschrieben um etwas zu informieren , eigentlich wollte ich nur den dämlichen schuhverkäufer von der ersten seite werfen.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.